Damit Ihr Rasen die Strapazen des Winters schnell überwindet, hat sich schwefelsaures Ammoniak als probates Düngemittel gut bewährt. Der mineralische Dünger weist eine effektive Kombination aus Stickstoff und Schwefel auf. Mit dieser Starthilfe stärken Sie das Wachstum der Edelgräser und lästiges Unkraut hat das Nachsehen. Unser grüner Ratgeber hat es sich zur Aufgabe gemacht, Sie praxisbezogen zu informieren über die sachkundige Anwendung von Ammoniumsulfat-Dünger für den Rasen.

Ammoniumsulfat gleicht Stickstoffmangel aus

Gesunde Ernährung
ist für einen Rasen ebenso wichtig, wie für Mensch und Tier. Für die Edelgräser steht als Hauptnährstoff Stickstoff auf dem grünen Speiseplan, der sich auszeichnet als Motor des Wachstums. Stickstoff trägt maßgeblich bei zur Fotosynthese, damit der Rasen als dichter, satt-grüner Teppich gedeiht. Mangelerscheinungen sind zu erkennen an gelblichen Halmen, kümmerlichem Wachstum und sprießendem Unkraut. Die Unterversorgung entsteht nicht, weil Ihr Rasen den Nährstoffvorrat verzehrt hat. Vielmehr kann das Erdreich den vorhandenen Stickstoff nicht lange speichern. Erschwerend kommt hinzu, dass große Mengen an Stickstoff aus dem Boden ausgewaschen werden.

In Form von Ammoniumsulfat-Dünger mit 21 Prozent Stickstoff und 24 Prozent Schwefel gelangt frischer Nährstoff-Nachschub in die Gräser und gleicht den Mangel aus. Konkret handelt es sich dabei um ein leicht abbaufähiges Salz, das in der EU zugelassen ist als Lebensmittelzusatzstoff E 517. Die Kombination mit Schwefel als wasserlösliches Sulfat optimiert die Aufnahmefähigkeit der Rasengräser für Stickstoff. Im gleichen Zug wird der pH-Wert im Boden in moderatem Ausmaß gesenkt.

Vorab pH-Wert testen

Die Eigenschaft von schwefelsaurem Ammoniak zur Senkung des pH-Wertes im Boden ist nur dann wünschenswert, wenn sich der Wert auf akzeptablen oder zu hohem Niveau befindet. Der ideale pH-Wert für Ihren Rasen liegt zwischen 6 und 7. Übermäßiges Düngen mit Kalk lässt den Wert in die Höhe schnellen, was am verstärkten Wachstum von Klee und Konsorten zu erkennen ist. Fällt der Wert in den sauren Bereich unter 6, behält Moos die Oberhand gegenüber den Rasengräsern.
Rasen
Wenn sich im Frühjahr das Zeitfenster für die Rasenpflege öffnet, sollte ein pH-Wert-Test ganz oben auf der To-do-Liste stehen. In Gartencentern und Baumärkten können Sie Test-Sets zum günstigen Preis erwerben. Ein Ergebnis unterhalb von 6 erfordert, dass Sie Ihren Rasen zuerst kalken, um die Bodensäure zu regulieren. Nach einer Wartezeit von 2 bis 3 Wochen verabreichen Sie den Ammoniumsulfat-Dünger. Erbringt der pH-Wert-Test ein Resultat von 6 bis 7 oder höher, wird die Gabe von Kalk aus dem Pflegeplan gestrichen, um ohne diesen Zwischenschritt schwefelsaures Ammoniak auf der Grünfläche auszubringen.

Tipp: Im ökologisch orientierten Garten sind anorganische Verbindungen als Stickstoffdünger verpönt. Hornspäne und Hornmehl enthalten 12 Prozent Stickstoff und eigenen sich hervorragend für die organische Nährstoffversorgung von Rasenflächen. Einziger Nachteil ist eine Wartezeit von mindestens zwei Monaten, bis die Edelgräser vom Stickstoff profitieren. Dafür hält die vorteilhafte Wirkung mehrere
Monate an.

Düngen mit Ammoniumsulfat

Haben Sie Ihrem Rasen schwefelsaures Ammoniak verordnet zum Ansporn für ein unkrautfreies, dichtes Wachstum? Dann können Sie den Dünger als Streumittel oder flüssig mit der Gießkanne verabreichen. Wählen Sie als Termin einen bedeckten, leicht regnerischen Tag, damit die Gräser das Präparat besser aufnehmen können. So gehen Sie sachkundig vor:

Als Streumittel

  • Ammoniumsulfat-Dünger in einen Streuwagen füllen
  • Dosierung einstellen auf 80 Gramm je Quadratmeter
  • Den Rasen abschreiten mit dem Streuwagen in Längsbahnen
  • Überlappungen der Bahnen vermeiden
  • Bei trockener Witterung anschließend beregnen

Als Flüssigdünger

  • 45 bis 50 Gramm Dünger auflösen in einer 10-Liter-Gießkanne
  • Je Quadratmeter Rasenfläche 1 Gießkanne der Düngelösung ausbringen
Wiese Rasen GrasSparsamer verabreichen Sie flüssigen Ammoniumsulfat-Dünger mit der Spritzflasche. Wählen Sie diese Alternative, können Sie die Dosierung reduzieren auf 35 Gramm je 10 Liter. Zahlreiche Hersteller empfehlen, schwefelsaures Ammoniak zwischen April und September in Intervallen von zwei Monaten zu verabreichen. Als tatsächlich erforderlich erweist sich Nachdüngen erst dann, wenn der Zustand des Rasens eine weitere Nährstoffzufuhr erforderlich macht.

Tipp: Die Aufnahmebereitschaft für Ammoniumsulfat-Dünger wird deutlich erhöht, wenn Sie Ihren Rasen vorab vertikutieren. Ein spezieller Vertikutierer kämmt gründlich alles Unkraut und Moos aus der Grünfläche.

Nicht geeignet als Herbstdünger

Wenn Sie Ihren Rasen vor dem Winter noch einmal stärken wollen, ist ein Stickstoff-betonter Dünger, wie Ammoniumsulfat fehl am Platz. Ein verstärktes Wachstum am Ende der Saison lässt in den Gräsern dünnwandige, wasserreiche Zellen entstehen, die ausgeprägt anfällig sind für frostige Temperaturen und Pilzinfektionen, wie Schneeschimmel. Verabreichen Sie daher im Herbst einen Kalium-reichen Rasendünger, der explizit die Zellwände stärkt und den Gefrierpunkt im Zellwasser senkt.