Hat der Rasen ein sattes Grün und starke Halme, freut sich das Herz des Hobbygärtners. Damit dies so bleibt, sollte das Grün im Garten auch regelmäßig gedüngt werden. Im Frühjahr und Sommer ist dies selbstverständlich. Eine Herbstdüngung ist hierzulande jedoch eher unüblich. Dabei versorgt sie die Grashalme vor der kalten Jahreszeit mit wichtigen Nährstoffen, und hilft, dass sie die kalte Jahreszeit gut überstehen.

Eigenschaften

Spezielle Dünger, die sog. Herbstdünger, haben eine Zusammensetzung, die den Rasenansprüchen während der kalten Jahreszeit
entspricht, denn sie zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Kalium und Phosphat aus. Kalium wirkt dabei wie ein natürliches Frostschutzmittel, denn Kalium erhöht die Salzkonzentration in den Pflanzenzellen, was den Gefrierpunkt des Pflanzensaftes herabsetzt. So werden die Halme resistenter gegenüber Frost und Kälte. Phosphat hilft den Wurzeln, die kalte Jahreszeit gut zu überstehen. Weiter sollte der Herbstdünger folgende Eigenschaften haben:
  • hoher Anteil an Mineralstoffen und Spurenelementen
  • gute Langzeitwirkung
  • Minimierung des Risikos einer Pilzinfektion (Schneeschimmel)
Keinesfalls sollten Sie im Herbst einen Dünger ausgeben, der einen hohen Anteil an Stickstoff hat, denn dieser regt das Wachstum der Grashalme an. Dies ist im Herbst jedoch kontraproduktiv, da die Witterungsbedingungen für das Wachstum nicht optimal sind. So wachsen nur weiche Halme nach, die anfälliger für Krankheiten sind und auch Frost und Kälte nicht gut vertragen.

Zeitpunkt

Wann der richtige Zeitpunkt für die Ausgabe des Herbstdüngers ist, hängt von den Witterungsverhältnissen und der Region ab. Da die Grashalme den Dünger nur aufnehmen, solange sie wachsen, ist das Rasenwachstum das entscheidende Kriterium beim Düngen. Die Halme wachsen, wenn die Temperatur über fünf Grad Celsius liegt. Fällt sie darunter stellen sie das Wachstum ein. Deshalb muss für die Bestimmung des optimalen Zeitpunkts für die Herbstdüngung sprichwörtlich das Pferd von hinten aufgezäumt werden.

Die Fünf-Grad-Grenze wird hierzulande zumeist im Oktober bzw. November erreicht. Ein Blick in den Temperaturverlauf der letzten Jahre für Ihre Region hilft Ihnen, den Zeitraum näher einzugrenzen. Ist er
geklärt, sollten Sie drei bis vier Wochen für die Aufnahme des Düngers einplanen. Liegt also die Fünf-Grad-Grenze im November, muss der Herbstdünger im Oktober ausgebracht werden. Liegt sie im Oktober, dann fällt die Herbstdüngung in den September.

Tipp: Manche legen die Wachstumsgrenze auch bei zehn Grad Celsius fest. In diesem Fall verschiebt sich die Ausgabe des Herbstdüngers entsprechend.

Temperaturabsturz im Herbst

Leider kann man dem Wetter, v.a. in den letzten Jahren, nicht mehr trauen. So muss mit einem Kälteeinbruch im Oktober und einem verhältnismäßig warmen November gerechnet werden. Um vor so einem plötzlichen Temperaturabsturz im Oktober gewappnet zu sein, können Sie auch schon früher, also im September, mit der Herbstdüngung beginnen.

Tageswetter

Neben dem Zeitpunkt auf dem Kalender sollten Sie auch das Tageswetter beachten. Unabhängig davon, ob Sie einen Flüssigdünger oder einen Granulat-Dünger verwenden, an einem sonnigen Herbsttag sollte nicht gedüngt werden. Denn die Sonnenstrahlen brechen das Gießwasser, und dies kann zu Verbrennen der Grashalme führen. Dies gilt auch für Granulat-Dünger, da nach dessen Ausgabe der Rasen gewässert werden muss.

Machen Sie sich prognostizierten Regen zu nutze. So können Sie den Herbstdünger ausgeben, wenn für den nächsten Tag oder die Abendstunden Regen angesagt ist. In diesem Fall übernimmt der Regen das Gießen. Überlassen Sie dem Regen das Gießen, kann es, je nach Regenstärke, drei bis vier Tage dauern, bis das Granulat im Boden verschwunden ist. Deshalb ist eine Wetterlage, die mehrere Regentage verspricht, in diesem Fall das optimal.

Düngen

Rasen düngen im HerbstIst der richtige Tag für die Herbstdüngung gekommen, darf das Grün auch nicht überdüngt werden. Deshalb sollten Sie sich an die angegebene Menge auf der Flasche bzw. der Packung halten. Bei Verwendung eines Granulat-Düngers sollten Sie darauf achten, dass das Granulat gleichmäßig auf dem Rasen verteilt wird. Ein Streuwagen hilft Ihnen dabei. So können gleichmäßige Bahnen gezogen werden und das Granulat verteilt sich gleichmäßig über die Rasenfläche.

Tipp:
Achten Sie darauf, dass sich die Bahnen nicht überschneiden.


An Stellen, die mit dem Streuwagen nicht oder nur schwer zugänglich sind, wird der Granulat-Dünger möglichst gleichmäßig mit per Hand verteilt. Flüssigdünger sind in der Anwendung einfacher, da sie einfach ins Gießwasser gegeben werden. Sie empfehlen sich allerdings nur für kleinere Rasenflächen, da bei großen Flächen das Gießen leicht zu einer mühsamen Aufgabe wird.

Patentkali

Patentkali, auch Kaliummagnesia genannt, ist eine günstige Alternative zu den Herbstrasendüngern, da es, wie diese, die Winterhärte des Rasens steigert. Es enthält 30 Prozent Kalium, 10 Magnesium und 15 Prozent Schwefel. Damit Patentkali seine Wirkung voll entwickeln kann, sollte es noch während der Wachstumsphase ausgegeben werden. So kann der Rasen den Dünger noch gut aufnehmen. Empfehlenswert ist die Verabreichung im den Monaten September und Oktober. Die optimale Dosis beträgt 70 Gramm pro Quadratmeter Rasenfläche.

Die Ausgabe von Patentkali erfolgt wie bei den Herbstdüngern. Auch hier sollten Sie das Tageswetter beachten und den Dünger gleich mäßig ausbringen.