Zur Rasenpflege gehört das regelmäßige Mähen. So fällt zwischen Frühjahr und Herbst eine große Menge Rasenschnitt an. Eine Verwendungsmöglichkeit für den Rasenabfall ist, ihn als Mulch zu verwenden.

Geeigneter Rasenschnitt

Auf den ersten Blick sieht jeder Rasenabfall, der beim Mähen anfällt, gleich aus. Soll er jedoch zum Mulchen verwendet werden, lohnt es sich, genauer hinzusehen. So eignet sich Grasschnitt, der samentragende Gräser und/oder Unkraut enthält, nicht als Mulch. Denn die Samen keimen nach dem Ausbringen und müssen später wieder gejätet werden.

Tipp: Da sich kurze Grashalme leichter als lange zersetzen, sollten Sie zum Mähen einen feinen Schnitt wählen.

Vorteile

Die Vorteile von Rasenabfällen als Mulch sind:

  • schützt den Boden vor dem Austrocknen und Winderosion
  • unterdrückt weitgehend den Wuchs von Unkraut
  • verrottet zu wertvollem Humus
  • bildet einen Schutz für die im Boden lebenden Mikroorganismen
  • verhindert eine Verkrustung der Erdoberfläche
  • ist Teil des natürlichen Kreislaufs

Bereiche im Garten

Die abgeschnittenen

Grashalme können Sie als Mulch in allen Bereichen des Gartens einsetzen, wie zum Beispiel
  • im Gemüsebeet, insbesondere starkzehrende Gemüse
  • unter Bäumen
  • unter Sträuchern
  • unter Hecken

Bei einem Staudenbeet sollten Sie mit dem Mulchen vorsichtig sein. So brauchen dicht bepflanzte Beete keinen Mulch, da sich die Pflanzen ausbreiten und den Bodenoberfläche abdecken. Ebenso kontraproduktiv ist das Ausbringen des Rasenabfalls auf Staudenbeeten, die trockene Böden bevorzugen.

Mulchen mit Rasenschnitt

Hinweis: Für lehmige Böden ist Rasenabfall nicht als Mulch geeignet, da sich die Gefahr von Staunässe erhöht.

Zeitpunkt

Grasschnitt kann von Frühjahr bis Herbst zum Mulchen verwendet werden. Für das Gemüsebeet eignen sich die Rasenabfälle der ersten Mähdurchgänge besonders gut. Allerdings sollten Sie das Material erst ausbringen, wenn die Gemüsepflanzen eine Höhe von mindestens zehn Zentimetern erreicht haben.

Anleitung in sieben Schritten

Befolgen Sie folgende Schritte und genießen Sie die Früchte

ihrer Arbeit.

Antrocknen lassen

Ob der Grasschnitt direkt aus dem Auffangbehälter des Rasenmähers zum Mulchen verwendet werden kann oder erst leicht angetrocknet werden sollte, ist umstritten. Der Nachteil beim Antrocknen ist, dass das Material nicht so kompakt zusammentrocknet und dadurch vom Wind verblasen wird. Bei frischem Schnittmaterial besteht wiederum die Gefahr, dass es zu faulen beginnt, da er stark zusammenklebt. Zudem lockt das Grün Schnecken an.

Tipp: Zum Antrocknen können Sie die abgeschnittenen Grashalme einfach auf der gemähten Fläche liegen lassen.

Unkraut entfernen

Dass Rasenschnitt ein guter Schutz vor Unkraut ist, stimmt. Allerdings schützt er nur vor neuen Wildpflanzen. Daher sollten Sie das Beet vor dem Ausbringen der Mulchschicht jäten.

Langzeit-Dünger

Der Verrottungsprozess der Rasenabfälle entzieht dem Boden Stickstoff. Da dieser jedoch wesentlich für das Wachstum der Gemüsepflanzen ist, wird von manchen Profigärtnern empfohlen, vor dem Mulchen auf dem Beet einen biologischen Langzeit-Dünger auszubringen.

Dicke der Mulchschicht

In welcher Höhe Sie die Mulchschicht ausbringen, hängt davon ab, ob das Material frisch oder leicht angetrocknet ist:

  • frischer Grasschnitt: etwa acht bis zehn Zentimeter, fällt durch das Trocknen rasch auf die Hälfte zusammen
  • leicht angetrockneter Rasenschnitt: ungefähr vier bis fünf Zentimeter

Ist die Witterung beim Mähen oder in den nächsten Tagen eher feucht, sollten Sie frische Rasenabfälle in einer Höhe von maximal zwei Zentimetern ausbringen, da Rasenschnitt, in dem sich Feuchtigkeit ansammelt, leicht zu faulen beginnt. Außerdem klebt er stark zusammen, sodass kein Sauerstoff an den Boden

durchdringt.

Abstand bei Gemüsepflanzen

Da die Gefahr besteht, dass die Mulchschicht vor allem bei feuchter Witterung zu faulen beginnt, sollten Sie zwei bis drei Zentimeter um die Pflanze herum nicht mit dem Rasenabfall mulchen.

Mulchen mit Rasenschnitt

Auflockern

Obwohl der größte Teil des Rasenschnitts nach einigen Wochen verrottet ist, kann der Verrottungsprozess bei ungünstiger Witterung länger dauern. Deshalb sollten Sie die Mulchschicht immer wieder leicht auflockern. So können Sie außerdem vermeiden, dass

  • sich eine etwas zu dick geratene Mulchdecke verdichtet oder
  • Mäuse den Grasschnitt als Quartier entdecken.

Erneutes Ausbringen

Wann Sie erneut mit dem Rasenabfall mulchen können, hängt vom Verrottungsprozess ab. Voraussetzung für das Ausbringen einer neuen Mulchschicht ist, dass die Alte zersetzt ist. In der Regel bist dies nach vier bis sechs Wochen der Fall.

Spezielle Mischungen

Wird dem Rasenschnitt weiteres Material hinzugefügt, können Sie spezielle Mischungen für einzelne Bereiche im Garten herstellen. Zudem wird die Gefahr, dass der Rasenabfall zu faulen beginnt, reduziert.

  • Gemüsebeet: abgeschnittenes Gras mit zerkleinerten Gemüseabfällen (Blätter, Schalen) und etwas groben Kompost mischen
  • fruchttragende Sträucher: Rasenabfall mit klein gehäckselten Heckenabfällen des Frühjahrsschnitts sowie ein wenig Rindenmulch vermengen
  • Erdbeerbeet: Grasschnitt mit etwas Stroh vermischen, kurz vor der Ernte ausbringen, Erdbeeren bleiben trocken
  • Winterschutz für den Boden: Rasenschnitt mit anderem zerkleinerten Schnittgut und Pflanzenresten vermischen, dick ausbringen