Gelbe und trockene Stellen im Rasen sind nicht nur unansehnlich, sie können auch der gesamten Rasenfläche mit der Zeit schaden, wenn nicht hiergegen vorgegangen wird. Denn durch den Filz im Rasen kann die gesamte Fläche ersticken. Verdickt sich der Filz mit der Zeit, werden Nährstoffe und Wasser nicht mehr an die Wurzeln weitergeleitet. Ist dies passiert und haben sich einige Stellen verfilzt, sollte schnell erste Hilfe geleistet werden.

Warum Rasenfilz entfernt werden muss

Wenn gegen Rasenfilz nicht rechtzeitig vorgegangen wird, dann kann dieser den gesamten Rasen in kurzer Zeit zum Ersticken bringen. Verdickt sich der Filz, wird dem Boden Luft entzogen und somit das Eindringen der Nährstoffe und die Aufnahme von Wasser verhindert. Zudem schädigt der Rasenfilz nicht nur die Pflanzen selbst sondern auch die gesamte Bodenfläche. Hier ist auch nach dem Entfernen oft nur noch spärliches Wachstum erkennbar. Zudem ist dicker und feuchter Rasenfilz gut geeignet, um Bakterien, Krankheitserreger und schädliche Insekten zu begünstigen. Bei Rasenfilz handelt es sich um eine Schicht aus toten

Wurzeln, abgestorbenem Gras und anderen Substanzen. Diese sammeln sich mit der Zeit im Gras an. Ungewöhnlich ist Rasenfilz nicht, sollte aber direkt nach dem Entdecken von nur einer Stelle entfernt und zukünftig verhindert werden. So kann auf die folgenden Weisen gegen Rasenfilz vorgegangen werden:

  • mit der Hand herauszupfen
  • entmoosen
  • vertikutieren
  • aerifizieren
  • besanden
  • neu säen
  • düngen
  • vorbeugen

Tipp: In der Regel ist es immer hilfreich, wenn Sie dem Filz in jedem Jahr vorbeugen und diesem gar keine Chance lassen. Denn um den Filz aus dem Rasen zu bekommen und bis die Fläche dann wieder schön saftig grün ohne gelben Stellen wird, kann es sehr lange dauern und viele Arbeitsschritte sind hierfür notwendig.

Mit der Hand auszupfen

Befinden sich nur wenige Stellen im Rasen und ist die Fläche auch relativ klein, dann kann hier auch der Filz mit der Hand und einer Handharke ausgezupft werden. Gleichzeitig kann die nun kahle Stelle auch weiter bearbeitet werden, indem Sand untergemischt wird, neuer Samen eingesät und gleichzeitig gedüngt wird. Ein langwieriges entmoosen oder vertikutieren ist in einem solchen Fall nicht notwendig.

Tipp: Handelt es sich nur um kleine, kaputte Stellen im Rasen, können Sie auch Stücke vom Rand oder in einer nicht einsehbaren Ecke abstechen und diese auf die kahlen Stellen einsetzen. Dies geht schneller, als eine Aussaat.

Entmoosen

Rasen entmoosenIst die Filzschicht noch recht dünn und befinden sich nur wenige Stellen im Rasen, dann reicht es in der Regel, einen Entmooser zu nutzen. Hierbei handelt es sich um ein Gerät, ähnlich dem Vertikutierer. Oftmals werden auch Zwei-in-Eins-Geräte angeboten. Mit dem Entmooser sollten jedoch nicht nur die einzelnen verfilzten Stellen bearbeitet werden, sondern gleich die gesamte Rasenfläche. Diese Arbeit sollte regelmäßig im Herbst und im Frühling durchgeführt werden. Werden im Sommer verfilzte Stellen sichtbar, sollte aber sofort gehandelt werden. Hierbei können folgende Geräte helfen:

  • Rasenstriegel / Entmooser
  • kann an Sitzrasenmäher befestigt werden
  • mehrere Federzinken bearbeiten die Rasenfläche
  • Verfilzung wird entfernt
  • Boden durchlüftet
  • Entmooser für den mechanischen Gebrauch
  • wird mit langer Stange über den Boden gezogen

Tipp: Der Entmooser arbeitet insgesamt etwas sanfter als der Vertikutierer. Bei letzterem kommt es oft vor, dass die Grasnarbe geschädigt wird und somit eigentlich vom Rasenfilz noch unberührte Stellen geschädigt werden könnten.

Vertikutieren

Das Vertikutieren ähnelt dem Entmoosen sehr. Auch hier wird mit einem Gerät über die Rasenfläche gefahren, um altes Gras und alte Wurzeln zu entfernen und den Boden zu durchlüften. Der Vertikutierer ist hilfreich, wenn es bereits mehr Stellen von Rasenfilz auf der Fläche gibt, ebenso aber auch als vorbeugende Maßnahme. Das Vertikutieren sollte ebenfalls zweimal im Jahr, einmal im Frühjahr und einmal im Herbst, durchgeführt werden. Neben den Vertikutierern, die mit der Hand

geführt werden, was eine sehr anstrengende Arbeit sein kann, gibt es auch Kombigeräte mit dem Rasenmäher. Hierbei wird wie folgt vorgegangen:

  • Rasen mähen
  • gleichzeitig die Funktion vertikutieren einstellen
  • Mäher lockert Boden gleichzeitig auf
  • die gesamte Fläche wird gut durchlüftet
  • Handvertikutierer über betroffene Stellen ziehen
  • im Frühling und Herbst über gesamte Fläche

Tipp: Wenn Sie eine größere Rasenfläche besitzen, dann lohnt sich die Anschaffung eines Rasenmähers mit gleichzeitiger Vertikutier-Funktion in jedem Fall. Denn die Arbeit mit einem Hand-Vertikutierer kann bei größeren Flächen sehr anstrengend sein.

Aerifizieren

Nagelschuhe rasen aerifizierenDurch das Aerifizieren soll Luft und somit auch Sauerstoff in den Rasen gelangen. So können die Wurzeln besser Wasser und Nährstoffe aufnehmen, die Gräser können besser gedeihen und einer Verfilzung kann vorgebeugt werden. So sollten Sie beim Aerifizieren wie folgt vorgehen:

  • kleine Rasenfläche mit Grabegabel einstechen
  • alternativ Rasenlüfterschuhe aus dem Fachhandel
  • hiermit einfach die Rasenfläche abschreiten
  • Rasenlüfter mit Benzin- oder Elektromotor
  • für sehr große Flächen geeignet
  • beim Belüften geht es in die Tiefe
  • der Boden unter der Rasenfläche wird gelockert
  • Wasser kann besser versickern

Tipp: Alle hier erwähnten elektrischen oder benzinbetriebenen Geräte können Sie sich auch im Fachhandel für ein oder mehrere Tage ausleihen, wenn Ihnen die Anschaffung zu teuer ist oder Sie keinen Unterstellplatz für die Maschinen haben.

Besanden

Eine verfilzte Rasenfläche entsteht in der Regel immer dann, wenn der Boden zu sehr verdichtet ist. Mit den vorher beschriebenen Schritten können die verfilzten Stellen im Rasen zwar gut entfernt werden, dennoch bleiben hier unschöne Löcher im Rasen, denn von allein wächst hier kein Gras mehr nach. Daher sollte als nächster Schritt nach dem Entmoosen oder Vertikutieren sowie dem Aerifizieren das Besanden folgen. Hierbei wird wie folgt vorgegangen:

  • nur die beschädigten Stellen bearbeiten
  • Löcher mit Grabegabel stechen
  • Zinken vollständig in Boden treiben
  • Löcher breiter rütteln
  • so können sich Kanäle bilden
  • sollen dauerhaft bestehen bleiben
  • dafür feinkörnigen Sand einfüllen
  • so wird die Erde wieder locker

Hinweis: Stechen Sie auf einer noch nicht beschädigten Rasenfläche die Löcher in die Grasnarben, müssen Sie hierbei vorsichtiger vorgehen, damit keine Wurzeln verletzt werden und es hier nicht zu Schäden kommt.

Neu säen

Rasen neu aussäenAn den durch Filz beschädigten und bereits bearbeiteten Stellen wird von selbst kein neuer Rasen wachsen, auch wenn dieser Irrtum weitläufig immer noch kursiert. Denn hier wurden auch die Wurzeln entrissen, es gibt keine Grundlage mehr für ein Wachstum. Daher muss hier neuer Rasen eingesät werden. Hierbei sollte noch auf das Folgende geachtet werden:

  • bei Rasensaat gibt es große Unterschiede
  • immer denselben Rasen wählen, der bereits wächst
  • in der Regel im Frühjahr säen
  • bei akutem Fall auch im Sommer
  • Rasensamen großzügig verteilen
  • eventuell Netze spannen
  • so kommen Vögel nicht an den Samen
  • immer gut wässern
  • die ersten Wochen nicht betreten
  • Halme müssen erst kräftig gewachsen sein

Hinweis: Im Gegensatz zu einem verfilzten Rasen haben Sie bei vertrockneten Stellen auf der Rasenfläche noch die Möglichkeit, mit viel Wasser und ein wenig Dünger zu arbeiten. In der Regel wurden die Wurzeln hier noch nicht so weit geschädigt und die vertrockneten Stellen werden wieder grün.

Düngen

HornspäneGleichzeitig mit der Aussaat sollte auch gedüngt werden. Wurden die kahlen Stellen mit Sand zur Auflockerung unterzogen, können hier gleichzeitig im

Frühjahr auch Kompost und Hornspäne untergezogen werden. Ansonsten wird gleichzeitig mit der Aussaat ein Langzeitdünger verstreut. Dieser sollte nicht nur auf die ausgesäten Stellen sondern auf der gesamten Rasenfläche verstreut werden. Bei dem Düngen von Rasen sind vor allem die folgenden Zeitpunkte und die hier zu verwendenden Dünger zu beachten:

  • im Frühjahr und Sommer Wachstum fördern
  • Dünger mit Stickstoff, Phosphor, Magnesium, Kalium
  • im Frühjahr auf Stickstoff nicht verzichten
  • im Frühjahr zwischen März und April düngen
  • im Sommer nur bei Beschädigung der Rasenfläche
  • kalken gegen erneute Verfilzung
  • Kalk beugt Moosbildung vor
  • im Herbst Rasen für Winter stärken
  • keinen Stickstoff nutzen
  • Kalium stärkt den Rasen für den Winter

Hinweis: Düngen Sie Ihren Rasen im Herbst mit Stickstoff, dann wird dieser nochmals einen Wachstumsschub bekommen, der in dieser Jahreszeit aber nicht notwendig ist und auch schädlich sein kann.

Vorbeugen

Dem verfilzten Rasen vorzubeugen ist immer besser als Schäden beseitigen zu müssen. Bei der Vorbeugung handelt es sich auch um nichts anderes, als um die richtige Rasenpflege. Denn ein gut gepflegter Rasen bekommt gar nicht die Chance, zu verfilzen. Regelmäßiges Rasenmähen allein hilft hierbei jedoch nicht. Daher sollte der Rasen jährlich wie folgt gepflegt werden:

  • Rasenmäher mit gleichzeitigem Vertikutierer nutzen
  • zweimal jährlich vertikutieren
  • einmal direkt nach dem Winter
  • beim ersten Rasenschnitt
  • einmal im Herbst beim letzten Rasenschnitt
  • so wird die Rasenfläche gut durchlüftet
  • regelmäßig im Frühling und Herbst düngen
  • alle paar Jahre Rasenfläche aerifizieren
  • keinen Rasenschnitt liegen lassen
  • fördert die Verfilzung zusätzlich

Hinweis: Bei der Düngung müssen Sie auf die Zusammensetzung achten, die im Herbst anders aussehen sollte als im Frühling. Denn im Herbst geht es darum, den Rasen für den Winter zu stärken, im Frühling soll das Wachstum unterstützt werden.