(Bild: pixelio.de / Mel B) In den vergangenen warmen Herbsttagen konnte man mancherorts ein interessantes Naturphänomen beobachten: Das große Krabbeln der beliebten Marienkäfer. Die kleinen Glücksbringer sind nämlich derzeit auf der Suche nach geeigneten Winterquartieren und versammeln sich gruppenweise und zum Teil sogar in großen Schwärmen auf Fensterrahmen, Hauswänden, Balkongeländern oder Pflanzen. 2008 ist, laut NABU, ein gutes Marienkäferjahr gewesen, weil genügend Blattläuse – die Leibspeise der bunten Käfer – vorhanden waren.
Übernachtung mit morgendlichem Bad
Das die niedlichen Käfer in die Wohnungen oder Häuser krabbeln ist zwar eher zufällig, doch woher sollen sie auch wissen, dass sie dort nicht überwintern können? So hat es sich kürzlich auch ein Marienkäfer ein warmes Plätzchen bei uns im Badezimmer gesucht. Nach seinem unfreiwilligen morgendlichen Bad bei dem ich das kleine Kerlchen aus der Wanne gefischt habe, damit es nicht ertrinkt, habe ich ihn anschließend schnell an die frische Luft gesetzt.
Auf der Suche nach Überwinterungsplätzen
Die kleinen Käfer nutzen die letzten wärmeren und sonnigen Tage, um entweder ihre Reise in wärmere Regionen Europas anzutreten beziehungsweise sich hier ein geeignetes Quartier für den Winter zu suchen. Doch wo wollen sie dann eigentlich hin? Sie suchen sich Hohlräume wie zum Beispiel Mauerritzen oder Dachsparren. Geeignete Überwinterungsplätze sind aber auch Laubhaufen im Garten. Also sollte man, um die Nützlinge hier zu behalten, nicht allzu großen Wert auf zu perfekt aufgeräumte Gärten legen. Als Winterquartier ungeeignet ist die Wohnung. Denn weil es darin zu warm für die krabbelnden Käfer ist vertrocknen sie. Deshalb sollte man die kleinen Tierchen, die sich in die Wohnung verirrt haben, rasch nach draußen bringen, damit sie sich dort noch rechtzeitig ein geeignetes Plätzchen suchen können.
Sorgen sie für Schaden?
Manche Haus- und Wohneigentümer fürchten sich vielleicht davor, dass die krabbelnde Invasion Schaden anrichten könnte. Doch eigentlich handelt es sich bei Marienkäfer ganz im Gegensatz zu Motten um reine Nützlinge. Schließlich vertilgen sie Blattläuse und werden gezielt in Gewächshäusern eingesetzt.
Große Artenvielfalt
Die Artenvielfalt der roten, schwarzen und gelben Insekten ist groß. Hierzulande hat sich der asiatische Harlekin-Marienkäfer (Harmonia axyridis) inzwischen weit verbreitet. Diese Art dient vor allem im gewerbsmäßigen Gartenbau der ökologischen Schädlingsbekämpfung. Die ‚ Exemplare, die sich vor einigen Jahren auf den Weg in die freie Natur gemacht haben, haben sich mittlerweile stark vermehrt und kommen zum Teil häufiger vor als die alteingesessenen Marienkäferarten. Auf dem Speiseplan des Harlekin stehen neben Blattläusen auch ‚ Gallmückenlarven, Larven von konkurrierenden Marienkäferarten sowie viele andere Insekten. Der asiatische Marienkäfer wird circa sechs Millimeter groß. Die Farbe der schwarz gepunkteten Harlekin-Arten kann von völlig orangerot bis komplett schwarz reichen. Bei vielen Exemplaren sind auf den Flügeldecken insgesamt neunzehn schwarze Punkte zu finden.
Seltsamer Geruch
Fühlen sich Marienkäfer bedroht, dann stellen sie sich tot und sondern ein streng riechendes Abwehrsekret ab. In der Natur schützen sich die Krabbeltierchen damit vor dem Gefressenwerden. Weil sie nicht gut schmecken, mögen Vögel Marienkäfer nicht. Durch ihre auffällige Farbe signalisieren das die Käfer.








Eure Kommentare
Trackbacks/Pingbacks
[...] Deutsche Wildtier Stiftung empfiehlt das Laub zu einem Haufen zusammenzutragen, um Wildtieren ein Winterquartier anzubieten. Mit solchen Laubhaufen kann man beispielsweise auch dem Wildtier des Jahres 2009, dem [...]