Geranien überwintern - Pflege im Winter

geranien3 flNun ist sie wieder vorbei, die schöne, warme Sommerzeit. Und auch die vielen blühenden Pflanzen, die ein wahrer Augenschmaus für Balkon und Terrasse waren, haben die besten Tage schon erlebt. Doch beispielsweise Geranien müssen Sie nicht unbedingt entsorgen, wenn der Winter Einzug hält. Mit wenigen Mitteln können Sie diese pflegeleichten Pflanzen auch überwintern und werden sich im nächsten Jahr wieder an ihnen erfreuen können.

Verschiedene Möglichkeiten der Überwinterung

Die nicht winterharten Pelargonien (Pelargonium) – zur Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) gehörend

– können auf verschiedene Art und Weise über den Winter gebracht werden. Da sie keine Winterruhe benötigen, kann man sie auch in einem warmen Raum einfach weiter blühen lassen. Meistens aber werden die Pflanzen ausgetopft, bis auf Fingerlänge zurück geschnitten und dann im Dunkeln und Kühlen überwintert. Aber auch draußen ist es in milderen Regionen möglich, sie durch die kühlere Jahreszeit zu bringen. 

Im Warmen kann eine weiterblühende Überwinterung erfolgen

Wenn im nicht zu überheizten Wohnraum oder auch in einem temperierten Wintergarten Platz genug ist, dann können die Geranien dort wohl auf die bequemste Art und Weise überwintert werden. Denn dazu brauchen die Pflanzen nur vor dem Einräumen auf Krankheiten und Schädlingsbefall kontrolliert zu werden. Zudem können sie vor dem Einzug ins Haus noch geschnitten werden. Der Rückschnitt kann aber auch erst im Folgejahr durchgeführt werden. 

Im Dunkeln und Kühlen werden die kahlen Pflanzen überwintert

Als bester Standort wird für die Überwinterung wurzelnackter Pflanzen ein dunkler und gleichzeitig kühler aber frostfreier Raum empfohlen. Darin sollte etwa eine Temperatur zwischen um die +2 bis +10 Grad Celsius herrschen. Leider sind moderne Keller oftmals deutlich wärmer. Somit kann etwa die Garage, ein Gartenhaus oder auch ein ungeheizter Wintergarten oder gar eine Orangerie der optimale Standort für die Pelargonienüberwinterung darstellen. 

In gemäßigteren Gefilden können sie draußen eingegraben werden

In Regionen, in denen der Winter mild ausfällt, also die Temperaturen maximal auf 0 oder -2 Grad Celsius

sinken, kann auch eine Überwinterung im Garten selbst möglich sein. Dazu wird eine Art Erdmiete ausgehoben. In diese rund 80 Zentimeter tiefe Schneise wird eine lockere Schicht aus Tannenzweigen, Reisig oder Stroh gefüllt. Darauf kommen die entlaubten, gestutzten und von Erde befreiten Pflanzen. Diese werden wiederum mit einer Schicht aus Strohmatten oder ähnlichem abgedeckt und das Loch wird locker mit dem Erdaushub aufgefüllt.

Anleitung zum Überwintern 


Wichtig ist dabei, dass die Blumen vor dem ersten Frost ins Haus geholt werden. Dabei nutzt man am besten einen warmen und sonnigen Herbsttag, denn dann können die Wurzeln abtrocknen. Bevor man sich jedoch dazu entschließt, die Geranien zu überwintern, sollte man auch prüfen, ob sich dies überhaupt noch für alle Pflanzen lohnt. Das heißt, es müssen erst einmal sämtliche welken Blätter und auch alle Blüten, ob offen oder geschlossen, verwelkt oder frisch, entfernt werden. Dies ist insofern nötig, als dass ein Blühen über den Winter die Pflanzen sehr viel Kraft kostet. Durch das Entfernen der Blüten kann diese Kraft gespart werden und die Pflanze kann sich besser auf die Überwinterung konzentrieren. Am besten schneidet man die Pflanze um gut ein Drittel zurück. Dabei lässt sich diese

auch gut auf evtl. Schädlinge oder gar kranke Wurzeln untersuchen. Ist ein solcher Befall vorhanden, lohnt sich das Überwintern oft nicht mehr.

In allen anderen Fällen dagegen können die Geranien sowohl in einem Blumenkasten, als auch in verschiedenen Töpfen über den Winter gelagert werden. Diese Blumen sind auch die einzigen, die sogar ohne Wasser überwintern können und dabei kopfüber hin gehangen werden können. Dabei ist allerdings immer darauf zu achten, dass sich auch im Winterquartier keine Schädlinge an ihnen zu schaffen machen. Diese würden sich allzu schnell auf alle anderen Pflanzen ausbreiten und diese ebenfalls zerstören.
Die Geranien sollten bei Temperaturen um die 10 bis 15° C gelagert werden. Es eignet sich am besten ein heller Wintergarten oder ein anderer kühler, aber heller Raum. Steht ein solcher Raum allerdings nicht zur Verfügung, können Geranien auch im Keller überwintert werden. Hierbei ist jedoch besonders darauf zu achten, dass die Wurzelballen nur leicht feucht, aber keinesfalls nass sind. Auch die regelmäßige und häufige Prüfung, ob ein Schädlingsbefall stattgefunden hat, ist dabei unabdingbar. Denn gerade im dunklen Keller fühlen diese sich besonders wohl.

Ab dem Februar etwa sollte man die Geranien dann aus ihrem dunklen Verlies befreien. Sie müssen nochmals untersucht werden. Erst wenn auch diese Untersuchung noch für das erneute Pflanzen spricht, kann man sie auch wieder nutzen. Wenn die Geranien im Keller gelagert haben, dann haben sie oftmals auch sehr blasse Triebe ausgebildet. Diese sollten vor einem erneuten Einpflanzen unbedingt entfernt werden, um neuen Trieben Platz zu machen. Weiterhin dürfen die Geranien nicht sofort wieder nach draußen gestellt werden, denn nach einer langen Lagerung in einem dunklen, kühlen Raum sollten sie nicht unmittelbar zu viel Licht und Wärme abbekommen. Am besten stellt man sie ein paar Tage in einen Eimer Wasser, bevor man sie endgültig in Töpfe oder Kästen pflanzt. Aber auch diese werden dann erst einmal nur im Wintergarten oder einem anderen hellen Raum aufgestellt. Ab Mitte April kann man sie schon einige Tage herausstellen, damit sie abgehärtet werden. Um sie jedoch endgültig wieder nach draußen zu setzen, empfiehlt sich die Zeit nach den Eisheiligen.