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Ist die Wunderblume winterhart? | Mirabilis jalapa überwintern

Dieser attraktive Sommerblüher wächst ausdauernd und krautig mit Wuchshöhen von bis zu 200 cm. Ihre duftenden und farbenfrohen Blüten öffnen sich erst am späten Nachmittag. Daher auch der Beinamen ‚Vieruhrblume‘.

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Winterhart oder nicht?

Aufgrund ihrer natürlichen Herkunft ist die Japanische Wunderblume (Mirabilis jalapa) eine sehr wärme- und sonnenverwöhnte Pflanze. Das hat den Nachteil, dass sie hierzulande nicht winterhart ist und demzufolge auch nicht im Freien überwintern kann. Eine Überwinterung der rübenartigen Knollen ist dennoch möglich, denn diese Duft- und Blütenpflanze wächst in der Regel mehrjährig. Optimale Bedingungen während des Überwinterns sind Voraussetzung dafür, dass sie im Frühjahr wieder kräftig austreibt.

Überwinterung vorbereiten

Erst in den Abendstunden präsentiert sie ihre farbenprächtigen Blüten und verströmt einen herrlichen Duft. Wer möchte das nicht jedes Jahr wieder erleben? Nach der Blüte verfärben sich Triebe und Blätter gelb. Die Pflanze zieht ein und speichert Reservestoffe aus den oberirdischen grünen Pflanzenteilen für die nächste Saison in ihren Knollen. Um keine Energie zu verschwenden und sowohl Bildung als auch Wachstum von Samenständen zu unterbinden, sollten zunächst die verwelkten Blüten abgeschnitten werden.

  • ab September das Düngen komplett einstellen
  • Gießmengen mehr und mehr reduzieren
  • kurz vor dem Ausgraben nicht mehr gießen
  • Erde lässt sich dann leichter von den Knollen entfernen
  • weder zu früh noch zu spät ausgraben
  • sobald Außentemperaturen dauerhaft unter zehn Grad fallen
  • Mirabilisknollen mit einer Grabegabel aus dem Boden holen
  • anhaftende Erde vorsichtig entfernen
  • eingezogene Triebe bis auf fünf Zentimeter einkürzen
  • Wurzeln einkürzen, faulige Teile entfernen
  • entstandene Wunden gegebenenfalls mit Holzkohleasche bestreuen
Wunderblume - Mirabilis longiflora

Da Mirabilisknollen sehr schnell wurzeln, sind diese bis zum Herbst in der Regel so tief eingewurzelt, dass sich die rübenartigen Knollen nicht mehr so leicht aus dem Boden holen lassen. Um sich das Überwintern künftig zu erleichtern, empfiehlt es sich deshalb, die Pflanzen in entsprechend großen Töpfen vorzuziehen und sie später samt Topf in den Boden zu setzen. So lassen sie sich im Herbst leichter ausgraben und auch die Knollen selbst können dabei nicht beschädigt. Richtig eingelagert und gepflegt können die Knollen dieser exotischen Schönheit mehrere Jahre überdauern. Umso wichtiger ist eine gute Vorbereitung.

Tipp:

Die ausgegrabenen Knollen sollten auf keinen Fall mit Wasser gereinigt werden. Die Feuchtigkeit könnte schon bald zu Fäulnisbildung führen.

Bedingungen im Winterquartier

Sind die Knollen trocken und von Erdresten befreit, können sie ins Winterquartier umziehen. Das sollte möglichst dunkel und kühl sein, mit Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad, auf jeden Fall frostfrei. Am besten legt man sie auf ein Holzregal oder ein Gitter. Wichtig ist, dass die Knollen rundum gut belüftet sind und sie nicht dicht an dicht liegen, um Schimmel und Fäulnis zu vermeiden. Alternativ kann man sie auch in eine Kiste eingehüllt in Sand oder Sägespäne legen.

Pflege der Knollen

Während der Lagerung im Winter sollten die rübenähnlichen Knollen dieser Blüh- und Duftpflanze regelmäßig auf Schadstellen, Fäulnis und Schädlingsbefall kontrolliert und betroffene Exemplare sofort entsorgt werden. Ist die Luft in der betreffenden Räumlichkeit zu trocken, ist es ratsam, die Knollen ab und zu mit weichem, vorzugsweise Regenwasser zu besprühen, etwa alle zwei bis drei Wochen. Ansonsten würden sie recht bald vertrocknen. Allerdings sollten sie dabei nicht zu nass, sondern lediglich in einen feinen Nebel gehüllt werden. Herrscht dagegen eine eher hohe Luftfeuchtigkeit, sollte man sie regelmäßig drehen. Mehr Pflege ist in der Regel nicht erforderlich.

Auswintern

Am Ende des Winters, etwa ab Februar/März, kontrolliert man die Knollen danach, ob sich bereits ein neuer Austrieb zeigt. Dann sollten sie eingepflanzt werden.

  • vorzugsweise Pflanzbehälter mit mehreren Bodenöffnungen verwenden
  • Beispielsweise Pflanzkörbe, wie sie für Teichpflanzen verwendet werden
  • bis Mai hat sich ein kräftiges Wurzelsystem gebildet
  • Jungpflanzen jetzt an endgültigen Standort pflanzen
  • der muss vor allem hell und warm sein
  • Boden sollte zur Pflanzung frostfrei sein
  • die Knollen etwa zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde setzen
  • für optimalen Start eine Gabe frischen Kompost verabreichen
Tipp:

Die kräftigen Knollen von Mirabilis jalapa können nach dem Überwintern auch problemlos getrennt und so zur Vermehrung genutzt werden.

Überwinterung sinnvoll?

Lohnt sich eine Überwinterung, wenn das Saatgut nicht viel kostet und die Aussaat schnell und unproblematisch vonstattengeht? Auch ein geeignetes Quartier zur Überwinterung müsste nicht gefunden werden. Dennoch hat eine Überwinterung ihre Vorteile. Zum einen wachsen die Knollen im Laufe der Jahre und zum anderen besitzen viele Hobbygärtner besonders auffällige oder schöne Exemplare, für die sich eine Überwinterung auf jeden Fall lohnt.

Wunderblume - Mirabilis longiflora

Falls sie dennoch nicht möglich ist, weil keine geeignete Räumlichkeit zur Verfügung steht oder der Aufwand zu groß ist, besteht natürlich auch die Möglichkeit, die Pflanze jedes Jahr neu zu ziehen. Dazu sollte man nicht alle welken Blüten entfernen. So kann man die benötigte Anzahl Samen ernten, die von der Wunderblume meist in hoher Zahl produziert werden. Eine entsprechende Aussaat der erbsengroßen Samen ist ab März unter Glas auf einer warmen und hellen Fensterbank und in wärmeren Regionen ab Ende April direkt im Beet möglich.

Vorsicht giftig!

Besonders schöne exotische Pflanzen haben nicht selten Giftstoffe im Gepäck, so auch die Mirabilis jalapa. Auch wenn Teile der Wunderblume sogar als Heilpflanze genutzt werden, ändert das nichts an ihrer Giftigkeit. Sowohl die Samen als auch die Knollen sind giftig und können bei Verzehr Vergiftungserscheinungen wie Durchfall, Krämpfe und Erbrechen auslösen sowohl bei Menschen als auch Haustieren. Insbesondere Hunde und Katzen können problemlos an die nicht besonders tief sitzenden Knollen gelangen. Darüber hinaus kann der Verzehr Halluzinationen bei Mensch und Tier hervorrufen. Dementsprechend sollte man seine Lieblinge von dieser Pflanze fernhalten.

Autor Heim-Redaktion

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