Winterharte Kakteen und Kakteen überwintern und pflegen

kakteen5_flRelativ neu im Handel gibt es eine Menge frost- und winterharte Kakteen, die den Winter draußen mit ein wenig Hilfe wunderbar überstehen. Grundsätzlich brauchen die stacheligen Gesellen einen sonnigen Platz, wo sie jedoch vor Regen weitestgehend geschützt sind, z.B. unter einen kleinen Vordach, das groß genug ist, den Regen abzuhalten, aber nicht so groß, um Schatten zu spenden.

Dort können sie mit ein wenig Reisig auch zum Schutz vor zu viel Luftfeuchtigkeit abgedeckt dem Frost gut trotzen. Kakteen gehören in die

Gruppe der Sukkulenten - der wasserspeichernden Pflanzen. Somit würden sie draußen auch irgendwann erfrieren, weil das Wasser in Ihnen einfach gefriert. Tut es aber nicht, weil sie zu Beginn des Winters beginnen, den Wassergehalt selbst zu reduzieren. So manch ein Pflanzliebhaber wird sich wundern, wenn sein Kaktus plötzlich um bis zu die Hälfte geschrumpft ist, sich auch weich und labberig anfühlt und sich hinlegt. Sie weisen dann häufig Flecken auf und statt gesund grün werden sie eher graugrün oder gar braunrot. Doch ist das überlebensnotwendig, auch wenn man ins Zweifeln kommt, ob sie einen nächstes Jahr wieder erfreuen können.

Pflege im Winter

Doch sind nach wie vor die meisten Kakteensorten nicht winterhart und wenn sie den Sommer im Freien verbringen durften heißt es für den Winter ein geeignetes Plätzchen zu finden. Allerdings ist das nicht besonders schwierig, denn auch hier zeigt sich, daß die kleinen und großen Stacheligen relativ anspruchslose Genossen sind.

Die weniger großen Pflanzen stehen am besten auf der Fensterbank, wo sie vor Frost geschützt ihren Winterschlaf halten können. Vorsicht jedoch bei zu viel Sonne. Sie sollten sich nicht zu sehr aufheizen. Kakteen im Allgemeinen mögen keine hohen Luftfeuchten (daher sind sie im Bad nicht

gut aufgehoben), auch im Winter nicht. Bei Temperaturen zwischen 4-12 °C geht es ihnen gut und sie können sich in Ruhe auf die nächste Blütenbildung vorbereiten. Aber auch die größeren Kakteen mögen es am liebsten möglichst hell bei o.g. Temperatur. Kann man ihnen so einen Platz nicht sondern nur eine sehr dunkle Ecke bieten, muß in Relation dazu auch unbedingt die Temperatur niedriger sein. Hier wäre auch eine künstliche Beleuchtung mittels weißer Leuchtstofflampen (keinesfalls normale Glühbirnen oder Halogenstrahler); ca. 12 Stunden pro Tag sinnvoll.

Nach dem Winter Umgewöhnung ermöglichen

Zum Überwintern ist somit jeder frostsichere auf keinen Fall beheizte Raum mit Fenster und/oder Leuchtstofflampen geeignet. Doch Vorsicht: Nach der Winterruhe sollten ihre stacheligen Freunde durch Schattieren beispielsweise durch nicht zu durchsichtige Gardinen erst langsam über 14 Tage lang an die Sonne gewöhnt werden, da viele vor allem nackte Sorten schnell einen Sonnenbrand bekommen. Dicht bewollte Arten sowie die blau oder weiß Bereiften haben diese Probleme nicht.

Kakteen in Winterruhe, die nicht wachsen, braucht man überhaupt nicht zu gießen. Sie werden am besten einfach in Ruhe gelassen. Ende September/Anfang Oktober gießt man noch ein letztes Mal, dann erst wieder im Februar. Wächst ein Kaktus auch im Winterquartier weiter (manche Sorten halten sich nicht an den gängigen Winterschlaf), sollten ca. alle vier Wochen kleine Wassermengen zugeführt werden. Das kann durch normales Gießen (ein wenig!) erfolgen oder noch besser durch Besprühen der Pflanze. Generell sind Kakteen kalkempfindlich und sollten nur mit

Regenwasser oder entkalktem Wasser gegossen werden. Gedüngt wird ab Herbst wie bei den meisten anderen Pflanzen auch überhaupt nicht mehr.

 
Viele gängige Kakteensorten überleben auch eine nicht optimale Behandlung zwar mit Schwierigkeiten, jedoch ohne größere Probleme. Doch selbst wenn sie überleben können sie nur bei optimaler Pflege eine große Blütenpracht hervorbringen. Sie benötigen den Sommer/Winterwechsel mit Veränderung der Temperatur und der Lichtverhältnisse, um diese Blütenpracht bilden zu können.