Bodendecker und Grabpflanzen zur Grabpflege

Bodendecker und Grabpflanzen zur Grabpflege Viele Bodendecker sind für die Grabgestaltung geeignetDie deutsche Bestattungskultur sieht grundsätzlich die Beisetzung eines Verstorbenen auf dem Friedhof vor. Welche Art der Grabstätte ausgewählt wird, kann der Mensch zu Lebzeiten selbst bestimmen, meistens übernehmen die Hinterbliebenen diese Aufgabe. In unserer westlichen Kultur ist es meistens üblich, ein Urnengrab oder ein Erdgrab für einen Sarg zu verwenden.

Die Gestaltung des Grabes hängt von vielen - auch persönlichen - Faktoren ab, dadurch sind einige Gräber sehr pflegeleicht hergerichtet worden,

andere sorgen für einen größeren laufend notwendigen Aufwand.

Grabpflege und Gestaltung eines Grabes

Gräber sind eine Ruhestätte und werden deshalb mit einigen grundsätzlichen Dingen versehen. Das sind neben dem Grabmal aus Stein oder Holz auch eine Blumenvase, eine Blumenschale und dekorative Elemente wie Engelsfiguren oder ähnliches. Durch die Bepflanzung kann der persönliche Geschmack der Hinterbliebenen, der oft auch den des Verstorbenen mit einschließt, berücksichtigt werden. In einigen Regionen sind in Friedhofsverordnungen strenge Richtlinien vorhanden, die es untersagen oder vorschreiben, welche Pflanzen gepflanzt oder nicht gepflanzt werden dürfen. Zugleich kommt in der heutigen Zeit oft der Zeitfaktor zum Tragen. Viele Angehörige wohnen entweder weit entfernt oder haben wegen ihrer Berufstätigkeit nicht viel Zeit, um sich um die Grabpflege zu kümmern. Entweder wird eine Gärtnerei damit beauftragt, oder mit einer bestimmten Bepflanzung wird erreicht, dass man nicht einmal wöchentlich oder mehr zum Blumen gießen auf den Friedhof fahren muss.

Bodendecker als Grabpflanzen

Zu den Pflanzen, die ein Teil einer Dauerbepflanzung auf dem Grab sein können, gehören auch Bodendecker. Dieser Oberbegriff beschreibt eine Vielzahl von Pflanzensorten, die jeweils ähnliche Eigenschaften vorweisen. Sie wachsen grundsätzlich kriechend und in geringer Höhe. Auch bei diesen Pflanzen sollte die Vorliebe zum Standort berücksichtigt werden, manche Gräber liegen im Schatten und unter Bäumen, andere in voller Sonne. Zu den üblichen Bodendeckern auf dem Friedhof zählen:
  • Efeu
  • Zwergmispel
  • Kriechspindel
  • Mühlenbeckia
  • Dickmännchen
  • Waldsteinia
Diese sollten nach ihren Vorlieben auf das Grab gepflanzt werden, manche von ihnen lieben Sonne, andere Schatten, sie werden unterschiedlich hoch und einige blühen. Um die Unterschiede etwas zu verdeutlichen, hier die einzelnen Bodendecker noch einmal mit ihren Eigenheiten:

Efeu
Efeu (Hedera Helix) gibt es in unterschiedlichen Sorten. Die Sorte Grünpfeil wird 15 cm hoch, die Sorte Hedera Hibernia hingegen 30 cm, deshalb sollte bei der Auswahl darauf geachtet werden. Der Wuchs kann unterschiedlich sein, ebenso wie die Blattform und die Blattfarbe. Standort sonnig bis
schattig.

Zwergmispel
Zwergmispeln (Cotoneaster) gibt es ebenfalls in unterschiedlichen Sorten, der Pflanzort kann sonnig bis halbschattig sein. Zwergmispeln werden 20cm hoch und bilden einen Teppich. Im Herbst bilden sie rote Beeren aus, im Mai blühen sie weiß bis rot.

Grabpflege ist eine ganzjährige Aufgabe - suchen Sie sich pflegeleichte PflanzenKriechspindel
Die Kriechspindel (Euonymus fortunei) wird 30 cm hoch und möchte ebenfalls sonnig bis halbschattig wachsen. Sie wächst dicht und flach, ihre Blätter haben je nach Sorte einen weißen Rand. Im Herbst können sich die Pflanzen auch rosa-rot verfärben.

Mühlenbeckia
Mühlenbeckien zählen zu den kleinwüchsigen Bodendeckern, sie erreichen nur Höhen von 5 cm. Sie lieben ebenfalls

einen sonnig bis halbschattigen Standort. Die Blätter sind sattgrün und färben sich im Herbst rostbraun. Die Pflanze ist frosthart und kann zurückgeschnitten werden.

Dickmännchen
Dickmännchen (Pachysandra terminalis) gehört zu den Buchsbaumgewächsen und kann Höhen bis zu 30 cm erreichen. Dieser Bodendecker ist für den halbschattigen bis schattigen Standort geeignet. Er hat sattgrüne Blätter und kann kleine weiße Blüten ausbilden.

Waldsteinia
Die Waldsteinia ist eine entfernte Verwandte der Erdbeere und wird wegen ihrer gelben Blüten deshalb auch Teppich-Golderdbeerre genannt. Sie zählt zu den hochwertigen Bodendeckern und wird bis zu 15 cm hoch. Sie liebt einen halbschattigen bis schattigen Standort und ist hervorragend geeignet, um Unkraut fernzuhalten.

Je nach Größe der Grabfläche sollten anfangs nicht zu viele der Pflanzen eingesetzt werden. Auch wenn sie zunächst nicht die gesamte Erdoberfläche bedecken, sie wachsen zügig und nach einigen Monaten haben sie sich dann ausgebreitet. Wenn das Grab mit Bodendeckern bewachsen soll, bleibt in der Regel kein Platz für andere Pflanzen. Es ist der Sinn dieser Bepflanzung, deshalb sollte man sich nicht durch die Zugabe von anderen Sorten wieder mehr Arbeit machen.

Andere Grabpflanzen zur Grabpflege

Wenn die Grabgestaltung durch Grabpflanzen vorgenommen werden soll, gibt es dazu eine Vielzahl an Möglichkeiten. Die klassische Bepflanzung wird mit Rahmenpflanzen, Bodendeckern und Wechselbepflanzungen durchgeführt. Hierbei kommt es entscheidend auf die Größe der Grabfläche an, besonders wenn es um die Anzahl der einzusetzenden Pflanzen geht. Ferner ist der Zeitpunkt der Bepflanzung ausschlaggebend, welche Sorte ausgewählt wird. Bodendecker haben das ganze Jahr Saison, wer im Frühling und Sommer mit der Bepflanzung beginnt, kann die Wechselbepflanzung entsprechend auswählen.

In einigen Regionen ist es üblich, ab der zweiten Novemberhälfte die Grabstätte mit Tannenzweigen abzudecken. Entweder werden Tannenzweige – beispielsweise von Nordmanntannen – auf die Erde gelegt oder kleine Abzweigungen davon schuppenartig zu einem Muster gelegt. Dadurch kann das Grab auch im Winter hübsch aussehen, freie Erdflächen sind dann nicht zu sehen.

Bei der Grabpflege können saisonale Trends einfließenEin weiterer guter Bodendecker für die Grabgestaltung ist die Golderdbeere. Sie gedeiht sogar im Vollschatten. Mit ihren gelben, leuchtenden Blüten bringt die Golderdbeere auch etwas Farbe in die Gattung der Bodendecker. Aber auch die Teppichmispel eignet sich sehr gut als Bodendecker zur Grabgestaltung. Die Flammenblume bietet sich ebenfalls als Bodendecker für die Grabgestaltung an. Die Flammenblume wird auch Polsterplox genannt. Aufgrund der vielen neuen Züchtungen der heutigen Zeit, ist die Flammenblume auch in vielen verschiedenen Farben erhältlich. Sie ist, wenn sie blüht, ein genialer Farbtupfer bei der Grabgestaltung.

Saisonale Grabgestaltung

Wenn das Grab mit einem Bodendecker bewachsen ist und die eine oder andere Dauerbepflanzung etabliert wurde, kann trotzdem eine saisonale Zugabe erfolgen. Das beste Beispiel ist Allerheiligen, wo Trockengestecke oder Kränze zusätzlich für Schmuck sorgen. Manchmal werden auch Schnittblumen in die Vase gestellt, typisch sind Chrysanthemen, die es in vielen Sorten gibt. Auch Weihnachten ist für viele Angehörige ein Grund, das Grab entsprechend zu schmücken, ein Tannenzweig kombiniert mit Rosen oder Chrysanthemen zum Beispiel. Der Bodendecker ist die Beste und vor allem eine pflegeleichte Grundlage für die Grabgestaltung, sie sieht immergrün aus und bietet dadurch stets einen grundsätzlich gepflegten Anblick.