Grabpflanzen für sonnige und schattige Standorte

Die grüne Dekoration für die letzte Ruhestätte hat mehr als nur optische Bedeutung. Gerade auf die Optik und den Pflegeaufwand kommt es aber an, wenn schöne Erinnerungen anstatt Düngen und Verschnitt im Vordergrund stehen sollen. Die Grabbepflanzung will daher passend für die Bedingungen am Standort ausgesucht werden. Die folgenden Vorschläge können dabei helfen, die richtigen Gewächse für Sonne und Schatten zu finden. Und dekorative Zusammenstellungen zu kreieren, die zudem noch wenig Aufwand bereiten.

Die Zonen der Grabbepflanzung

Für die Bepflanzung der letzten Ruhestätte können drei Zonen angedacht werden. Der Rand, die Bodendeckung und

blühende Solitäre. Hierdurch entsteht zum einen ein geordneter Eindruck, zum anderen wird Unkraut unterdrückt und es gibt eine klare Abgrenzung. Je nach Lage müssen alle Pflanzen entsprechend für einen sonnigen oder schattigen Standort ausgewählt werden. Anderenfalls könnten sich schnell Verbrennungen oder vertrocknete Blätter störend in der Optik erweisen und auch das Gießen wird zum unnötig aufwendigen Unterfangen.

Randbepflanzung für sonnige Standorte

Die Randbepflanzung fasst alles in einen Rahmen und gibt zudem eine klare Linie nach außen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass sie in ihrem Wachstum nach außen beschränkt und verschnitten werden. Eine Wurzelsperre kann diese Aufgabe übernehmen. Ein jährlicher Verschnitt reicht in der Regel aus, um stark wachsende Triebe wieder auf eine verträgliche Länge zu bringen.
Geeignet sind:
  • Buntlaubige Kriechspindel
  • Sedum
  • Sempervivum
Tipp: Wer keine Pflanzen als Umrandung möchte, sollte auf dekorative Steine setzen. Besonders schön und kontrastreich zur Bepflanzung des Grabs sind weiße Steine, die einen Durchmesser von etwa vier bis fünf Zentimeter haben.

Buntlaubige Kriechspindel
Die immergrüne Kriechspindel ist dann für sonnige Standorte geeignet, wenn sie buntlaubig ist. Die Blätter enthalten weniger Chlorophyll und benötigen daher mehr Sonnenlicht, um zu gedeihen. Da sie sich recht dicht ausbreitet und sogar klettern kann, sollte ein Verschnitt zur Pflege gehören. Jedoch kann die Kletterkunst auch genutzt werden, indem der Grabstein seitlich von dem Grün eingefasst wird. Und auch als Bodendecker ist die Kriechspindel ideal.

Sedum
Für besonders trockene und sonnenreiche Lagen ist Sedum eine geeignete Grabbepflanzung. Genügsam, langlebig und pflegeleicht bildet sie bereits durch ihre ungewöhnliche Erscheinung einen wunderbaren optischen Rahmen. Gießen ist selbst in regenarmen und heißen Sommern kaum nötig. Gleiches gilt für die Düngung.

Sempervivum
Ähnlich Sedum ist auch Sempervivum an Genügsamkeit kaum zu übertreffen. Eine Düngung ist erst nach mehreren Standjahren nötig, der Gießaufwand hält sich in überraschend überschaubaren Grenzen und auch die Ausbreitung kann problemlos unter Kontrolle gehalten werden.

Bodendecker für die Sonnenlage

Bodendecker für sonnige Lagen erfüllen als Grabbepflanzung gleich mehrere nützliche Aufgaben. Zum einen halten sie die Erde frei von Unkraut, denn die dicht wachsenden Pflanzen lassen keine "Störenfriede" durch. Zum anderen bilden sie einen blickdichten Untergrund, verhindern Erosion bei starken Regenfällen und ergeben eine ansprechende Basis für Blühpflanzen.
Ideal sind:
  • buntlaubiger Efeu
  • Strauchveronika
  • Scheinbeere
Buntlaubiger Efeu
Wiederum gilt, je heller oder bunter die Blätter, desto besser ist der Efeu für Sonnenlagen geeignet. Die schnellwachsende Pflanze breitet sich als Teppich aus und ist pflegeleicht, benötigt wenig Wasser und übersteht daher auch heiße Sommer problemlos. Zudem finden sich im Handel mittlerweile sehr viele unterschiedliche Zuchtformen, die sich nicht nur in der Farbe, sondern auch bei der Blattgröße erheblich unterscheiden. Hierdurch können beispielsweise Mischungen gepflanzt werden, die in Formen oder Linien verlaufen und so auch

ohne blühende Gewächse ein sehr ansprechendes Bild abgeben.

Strauchveronika
Die Strauchveronika hat ein freundliches, helles Grün und kann kugelförmig oder als Teppich wachsen. Hierdurch bietet sie zahlreiche Möglichkeiten der Anordnung und Dekoration. Zudem eignet sie sich als Bodendecker und als Randpflanze. Genügsam und sonnenverträglich ist sie in jedem Fall.

Scheinbeere
Die Scheinbeere oder Teppichbeere gehört zu den Exoten der Grabbepflanzung. Sie blüht im Sommer und zeigt im Herbst leuchtend rote Beeren - ist also bereits allein ein wunderschöner Blickfang. Geeignet für sonnige und halbschattige Standorte zeigt sie sich vielseitig und dekorativ.

Solitärpflanzen für helle Lagen

Gerade blühende etwas höher wachsende Pflanzen
sind für die solitäre Stellung auf dem Grab ideal. Empfehlenswert sind nicht nur Gewächse, die viel Sonne benötigen um ihre Blüte zu entwickeln, sondern auch genügsame Sorten. Sie sollten mit wenig Wasser auskommen. Anderenfalls müsste nicht nur täglich, sondern in heißen Phasen mehrmals täglich gegossen werden. Die Blütenpracht würde ansonsten schnell vertrocknen und keinesfalls mehr dekorativ sein.

Ratsam sind:
  • Pentas
  • Kalanchoe
  • Nelke
Tipp: Den Blütenschmuck separat in Schalen oder Töpfe pflanzen und diese ein das Erdreich einsetzen. Das erleichtert den Wechsel der Pflanzen.

Pentas
Pentas sind ausgesprochen pflegeleicht und benötigen weder viel Wasser noch Dünger. Sie können direkt auf das Grab oder aber in einen Kübel gepflanzt werden. Beides bekommt ihnen problemlos.
Zudem sind die Gewächse in zahlreichen Farben erhältlich und blühen fast durchgängig von Frühjahr bis Herbst.  

Kalanchoe
Die Kalachoe ist ein Durstkünstler. Sie kommt lange Zeit ohne Wassergaben aus, ohne dabei an Schönheit zu verlieren. Zudem blüht sie etwa von Mai bis Oktober und ist damit ein langlebiger Schmuck. Genügsam und in zahlreichen Farben blühend ist die Kalanchoe ideal für Schalen oder Töpfe auf der Grabstätte. Sie kann jedoch auch direkt zwischen die Bodendecker gepflanzt werden. Durch ihren geringen Nährstoffbedarf wird sie hier nicht zur Konkurrenz.

Nelke
Nelken finden sich mittlerweile in zahlreichen Zuchtformen und Farben. Gefüllt oder einfach, mit kontrastierenden Blütenrändern aber immer duftend sind die pflegeleichten und robusten Pflanzen wunderbar als Solitäre für die letzte Ruhestätte geeignet. Am besten gedeihen sie in Sonne und Halbschatten, sind also nicht nur als Grabbepflanzung für sonnige Lagen eine gute Wahl.

Randpflanzen für den Schatten

Im Schatten haben Pflanzen einen geringen Wasserbedarf, immerhin müssen sie sich hier nicht gegen die pralle Sonne und die damit verbundene Verdunstung zur Wehr setzen. Als Randbepflanzung für das Grab eignen sich:
  • grünblättrige Kriechspindel
  • kriechender Günsel
  • fleißiges Lieschen
Grünblättriger Kriechspindel
Grünblättriger Kriechspindel kann durch einen einzigen Verschnitt pro Jahr problemlos in Form gehalten werden, ist anspruchslos und eignet sich sogar zum Einfassen des Grabsteins. Auch als Bodendecker erweist er sich durch sein dichtes Wachstum als optimal.

Kriechender Günsel
Er wächst kriechend und blüht für lange Zeit in einem satten Blauton, kann einfach im Zaum gehalten werden und ist zudem noch anspruchslos. Dennoch ist der kriechende Günsel recht unbekannt und nicht nur als Grabbepflanzung fast schon exotisch.

Fleißiges Lieschen                                   
Eine ausdauernde Blüte von mai bis Oktober - in zahlreichen Farben - ist mit dem fleißigen Lieschen gesichert. Im Schatten ist diese Blütenpracht eine Seltenheit, daher eignet sich das Gewächs nicht nur für die Randbepflanzung, sondern auch als Solitär.

Bodendecker für schattige Gräber

Bodendecker müssen auch im Schatten nicht langweilig sein, sondern dürfen durchaus blühen und damit eine zierende Basis sein. Ideal sind:
  • grünblättriger Efeu
  • Teppich-Phlox
  • winterhartes Fiederpolster
Grünblättriger Efeu
Je dunkler die Blätter des Efeus, desto besser sind sie für schattige Standorte geeignet. Da diese viel Colorophyll enthalten, benötigen sie nur wenig Sonnenlicht. Neben den klassischen Sorten lohnt sich auch ein Blick auf neuere Zuchtformen, beispielsweise besonders kleinblättrige Formen. Sehr dekorativ sind auch Mischungen verschiedener Efeu-Sorten.

Teppich-Phlox
Eine anspruchslose Blütenpracht gefällig? Der Tppich-Phlox stellt diese in Frühjahr und Sommer bereit und wird danach zum grünen, dichten Bodendecker mit filigranen Blättern. Viel Pflege benötigt er dennoch nicht und übersteht heiße Sommer im Schatten problemlos.

Winterhartes Fiederpolster
Wenig Wasser, wenig Pflege, große Schönheit - beim winterharten Fiederpolster werden diese Vorzüge miteinander verbunden. Die Blätter muten wie Miniatur-Ausführungen von Farnen an und sind sogar trittfest. Im Sommer kommt noch die dekorative, filigrane Blüte hinzu, die sich über den gesamten Bodendecker zieht.

Solitärpflanzen für absonnige Standorte

Als Solitärpflanzen für schattige Standorte und blickefangende Grabbepflanzung sollten Gewächse gewählt werden, die ohne viel Sonne dennoch reichlich Blüten ausbilden. Dazu gehören:
  • Buschwindröschen
  • Rhododendron
  • Eisenhut
Buschwindröschen
Buschwndröschen können problemlos sich selbst überlassen werden, ohne an Schönheit und Blühraft zu verlieren. Sie gedeihen gut im Schatten und sind ideale Unterpflanzungen für höhere Gewächse. Die Kultur in Schale oder Topf empfiehlt sich, um eine unerwünschte Ausbreitung zu vermeiden.

Rhododendron
Der Rhododendron gehört zwar nicht unbedingt zu den pflegeleichtesten Pflanzen, kann als Solitär auf dem Grab jedoch einige Blicke fangen und strahlt Würde aus. Für weniger Aufwand empfiehlt sich die Kultur im Topf, der allerdings in das Erdreich eingesetzt werden sollte.

Eisenhut
Blaue, dekorative Blüten und ein pflegeleichter Charakter machen den Eisenhut zur beliebten Pflanze für Garten und Grab. Besonders schön wirkt sie in Verbindung mit weiß blühenden Gewächsen. Aber Vorsicht: Der Eisenhut zählt zu den giftigsten Pflanzen und muss mit dementsprechendem Schutz behandelt werden.

Fazit

Wer bei der Grabbepflanzung die Lichtverhältnisse berücksichtigt und in Hinblick auf den Wasserbedarf und Pflegeaufwand wählt, kann selbst in Trockenphasen und heißen Sommern eine wunderschöne, dekorative und dennoch pflegeleichte Bepflanzung kreieren. Die Grabstätte wird damit wieder für das Gedenken und schöne Erinnerungen frei und nicht zur pflegeaufwendigen Grünfläche.