Kakteendünger - Kakteen richtig düngen

Kakteendünger - Kakteen richtig düngen Kaktus ohne BlütenWie alle anderen Pflanzen benötigen auch Kakteen zu ihrer Entwicklung nicht nur ausreichend Licht und Wasser, sie brauchen ebenso ein mit einem ausgewogenen Nährstoffverhältnis versehenes Pflanzsubstrat. Diese Nährstoffe werden im Laufe des Kakteenlebens „verzehrt“; je länger der Kaktus also im Blumentopf wurzelt, desto mehr schwindet das ihm zur Verfügung stehende Nährstoffangebot. Da diese Pflanzen sehr langlebig sind, muss der Kakteenfan helfend eingreifen, indem er seine Lieblinge mit zusätzlicher Nahrung versorgt.

Das Wichtigste zur Kakteendüngung
  • Nur spezielle

    Kakteendünger verwenden, keine Zimmerpflanzendünger
  • Düngezeit etwa von April – August
  •  Nicht auf trockenes Pflanzsubstrat düngen
  • Mengenangaben auf der Düngerpackung keinesfalls überschreiten
  • Monatliche Düngergaben ausreichend
  • Keine Düngung frisch umgetopfter Kakteen
Möglichkeiten der Düngung

Bereits im 19. Jahrhundert waren Kakteen in Deutschland als Zimmerpflanzen sehr populär. Sie wurden mit viel Liebe und Sachverstand gepflegt. Da es noch keine fertig zubereiteten Nährstoffkombinationen zu kaufen gab, mischten sich die Kakteenfreunde die Dünger selbst. In alten Kakteenbüchern kann man Empfehlungen hierzu nachlesen. Dort werden Hinweise zur Verwendbarkeit von verrottetem Rinderdung, Taubenmist und Hühnerkot gegeben oder der Nutzen von zerstoßenen Ziegelsteinen und Holzkohle erörtert.

Kaktus mit BlüteAbgesehen davon, dass es den meisten Kakteenliebhabern heute eher schwerfallen würde, an Rinderdung und Taubenmist zu gelangen, hat niemand die eigene Herstellung derartiger Mischungen mehr nötig. Der Fachhandel bietet Kakteendünger an, die genau auf die Bedürfnisse der stacheligen Gesellen abgestimmt sind und die sich zudem ohne vorheriges Ansetzen verwenden lassen.

Wann wird gedüngt?

Die Kakteen benötigen zur Ausbildung ihrer oft wunderschönen Blüten eine ausgeprägte Winterruhe in heller, kühler Umgebung, während der sie nur sehr sparsam gegossen und auf keinen Fall gedüngt werden dürfen. Erst im Frühjahr, etwa ab Februar/März beginnen sich ihre Lebensgeister wieder zu regen. Sie werden an einen sonnigen, wärmeren Standort gestellt, wo mit dem Gießen erneut begonnen wird. Ab April/Mai werden in regelmäßigen Abständen Düngergaben zugeführt, wobei eher zu
wenig und zu selten als zu viel und zu häufig gedüngt werden sollte. Kakteen sind langsam wachsende Pflanzen, die nicht zu üppig versorgt werden dürfen. Die auf der Düngerpackung angegebenen Mengenvorschriften müssen eingehalten werden. Eine monatliche Düngergabe ist in fast jedem Fall völlig ausreichend, wobei nicht bei sehr trockenem Pflanzsubstrat gedüngt werden darf. Andernfalls würden die Wurzeln Schaden nehmen. Die Düngung wird in jedem Falle etwa im August beendet.

Ausnahmen machen frisch getopfte Kakteen. Diese müssen zum einen erst anwachsen, zum anderen enthält die handelsübliche Kakteenerde genügend Nährstoffe, so dass im Laufe der folgenden Vegetationsperiode nicht gedüngt werden muss.

Warum ein spezieller Kakteendünger?

Anders als die meisten unserer „normalen“ Zimmerpflanzen gedeihen Kakteen in ihrer natürlichen Umgebung an Standorten, an denen extreme Bedingungen hinsichtlich der Wasserversorgung vorherrschen. Obwohl sie ursprünglich überwiegend in Mittel- und Südamerika vorkommen, sind Kakteen für viele Menschen überall auf der Welt geradezu ein Charakteristikum für Wüsten und trockene Standorte geworden. Da die Aufnahme von Nährstoffen jedoch nur in wasserlöslicher Form über die Wurzeln erfolgen kann, ist mit der spärlichen Wasserversorgung auch eine karge Nährstoffzufuhr verbunden. An diese Gegebenheiten haben sich die Kakteen im Laufe ihrer Entwicklung hervorragend angepasst. Nur eine Kultivierung unter ähnlichen Bedingungen lässt

sie auch bei uns gesund wachsen und prächtig blühen.

Bestandteile des Kakteendüngers

gepfropfte KakteenWie jeder andere Pflanzendünger auch enthalten Kakteendünger die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium, allerdings in einem etwas anderen Mengenverhältnis. Da Stickstoff die Ausbildung der grünen Blattmasse und des Pflanzenkörpers insgesamt fördert, liegt dieser Nährstoff im Kakteendünger nur in stark reduzierter Menge vor. Anderenfalls würden die Kakteen „mastige“ Körper ausbilden. Einen verhältnismäßig größeren Anteil haben daher Kalium, welches den Aufbau eines kräftigen Pflanzengewebes sowie ein gesundes Wachstum fördert, und Phosphor, das den Blütenansatz, die Blühwilligkeit und die Samenausreifung unterstützt.
Weiterhin enthalten Kakteendünger in der Regel Calcium, Eisen, Schwefel und Magnesium.

Wichtig zur Zusammensetzung

Der Stickstoffanteil im Kakteendünger sollte unter 8 % liegen.
 
Phosphor und Kalium sind sehr wichtig für ein gesundes Wachstum von Kakteen und Bestandteil vieler Kakteendünger. Die Blühwilligkeit wird durch diese Stoffe auch gefördert. Außerdem wird die Widerstandsfähigkeit gegen tierische und pflanzliche Schädlinge und gegen Kälte erhöht. Der Phosphorgehalt sollte 14 %, der Kaliumgehalt 18 % betragen. Calcium ist entscheidend für eine kräftige und farbige Bestachelung.

Kakteen düngt man nicht in der Ruhezeit, auch nicht kurz zuvor oder kurz danach. In der Vegetationsperiode, also von April/Mai bis Anfang/Mitte August kann bei jeder Bewässerung, also alle 10 bis 20 Tage gedüngt werden. Man sollte unbedingt die Angaben auf der Gebrauchsanweisung einhalten. Wichtig ist, nie auf trockene Wurzelballen zu düngen, das kann zu Wurzelverbrennungen führen.

Kakteendünger gibt es in flüssiger Form, als Pulver und Granulat. In der Regel kann man alle Kakteenarten und auch Sukkulenten damit behandeln.

Quelle

Walther Haage, Das praktische Kakteenbuch in Farben, Neumann Verlag, 1961, S. 25 - 26