Ameisen im Garten bekämpfen

Ameisen im Garten bekämpfen Ameisen im Garten

Es gibt sehr viele verschiedene Ameisenarten, die sich an die unterschiedlichsten Ökosysteme angepasst haben. Man findet sie sogar in den tropischen Regenwäldern, wo sie in den Baumwipfeln Nester bauen oder mit Hilfe von Laubresten Pilzkulturen unter der Erde anlegen. Auch in der Wüste leben Ameisen, wo sie sich unter anderem von Tieren ernähren, die auf Grund der Hitze starben. 

Heimische Ameisenarten

In unseren Gärten findet man am häufigsten die Schwarzgraue Wegameise (Lasius

niger), welche ihre Nester gerne unter Weg- und Terrassenplatten anlegt, aber auch unter Pflanzen und um die Pflanzenstengel herum. Sie ernährt sich hauptsächlich vom Honigtau, der von Blattläusen, Schildläusen, Blattflöhen oder Zikaden ausgeschieden wird. Diese Nahrungsquelle wird auch gegen Feinde wie Marienkäfer, Florfliegenlarven usw. beschützt.
 

Eine zweite häufig auftretende Ameisenart ist die Gelbe Weg- und Wiesenameise (Lasius flavus), die besonders feuchte Wiesen und Gartenböden liebt. Sie legt ihre Bauten im Rasen oder auf Wiesen an, bei hohem Gras sieht man dann ihre Erdhügel. Gelbe Ameisen ernähren sich gerne vom Honigtau der Wurzelläuse.


So funktioniert ein Ameisenstaat

In einem Ameisenstaat hat jede Ameise eine bestimmte Aufgabe. Da gibt es die Arbeiterinnen, die sich um die Larven kümmern müssen. Dann gibt es die Außenarbeiter, die für die Nahrungsbeschaffung zuständig sind. Die Ameisensoldaten verteidigen den Ameisenbau. Die Ameisenkönigin legt die Eier, aus denen die Larven schlüpfen.

Die Königin ist der Mittelpunkt des Ameisenvolkes. Im Spätsommer erscheinen die geflügelten jungen Königinnen und Männchen. Der Hochzeitsflug beginnt. Nach der Befruchtung der Königin sterben die Männchen ab und die Königinnen suchen sich einen Überwinterungsplatz. Nach der Eiablage zieht die einzelne Königin dann die ersten Arbeiterinnen selbst auf. Später ist sie dann nur noch für die Eiablage zuständig. Der größte Teil des Ameisenvolkes lebt unter der Erde und ist mit der Aufzucht beschäftigt.

Bei der Suche nach Nahrung hinterlassen die Ameisen ihren Körperduft und zeigen damit den nachfolgenden Ameisen den Weg zur

Nahrungsquelle.


Ameise als Nützling

Ameisen sind für uns lästig, aber man darf nicht vergessen, dass sie in unseren Gärten auch nützlich sind. Sie vertilgen allerhand "Unrat", darunter Kleinlebewesen, die unsere Gartenpflanzen schädigen:

  • Möhrenfliegen,
  • Schnecken und kleine Raupen,
  • andere tote Tiere und abgestorbene Pflanzenteile,
  • die Eier von Insekten

Außerdem sorgen Ameisen für eine Bodenumschichtung, die Nützlingen wie dem Regenwurm entgegen kommt, und sie verbreiten Samen verschiedener Pflanzen, z.B. Bärlauch, Borretsch u.a. Deren Samen enthalten Stoffe, die von den Ameisen gerne gefressen werden. Also sammeln sie sie und tragen sie zum Nest. Unterwegs geht das ein oder andere Korn verloren und kann unter günstigen Umständen keimen.

Probleme durch Ameisen

Wenn Ameisen in zu großer Zahl vorkommen, werden sie für unsere Gartenkulturen jedoch schädlich, weil sie Schädlinge wie Blattläuse, Blattflöhe, Schildläuse und Zikaden vor Marienkäfern, Florfliegen und Schwebfliegenlarven schützen. Diese Schädlinge sind ihre Nahrungslieferenten. Läuse produzieren z.B. Honigtau, der für Ameisen sehr wichtig ist. Wo es zu viele Ameisen gibt, wird die herkömmliche Nahrung knapp und sie fressen auch an Früchten, die vorher von Schnecken angefressen wurden, und finden ihren Weg in Häuser und Wohnungen, wo sie nach süßen

Speisen suchen. Bei der Ausbreitung ihrer Nester und Gänge kann es auch dazu kommen, dass sie Steine untergraben und den Belag von Plattenwegen destabilisieren.

Ameisenbekämpfung

Die natürlichen Feinde der Ameisen sind:

  • Amphibien wie Frösche und Kröten,
  • Vögel wie Grünspecht, Schwarzspecht, Hausrotschwanz, Rotkehlchen, Wendehals, Birkhuhn,
  • Insekten wie Rosen- und Vierpunktkäfer, Spinnen und Ameisenjungfern,
  • aber auch Säugetiere wie die Spitzmäuse

AmeisenbekümfungBekämpfung der Ameisen - Tricks gegen Ameisen

Ameisen sind sehr geruchsempfindliche Tiere, deshalb kann man - bevor Gifte eingesetzt werden - auch mit Hausmitteln versuchen, sie zu vertreiben. Auf die Ameisennester oder die Ameisenstraßen gießt oder verteilt man:

  • Jauchen (30 Gramm getrocknetes oder 300 Gramm frisches Kraut in zehn Liter Wasser ca. 14 Tage gären lassen),
  • Brühen (12 Stunden einlegen, aufkochen heiß oder kalt gießen),
  • frische Triebe oder zerriebene Blätter von: Rainfarn, Wermut, Kampfer, Kerbel, Majoran, Thymian, Pfefferminze, Wacholderblätter, Kapuzinerkresse, Holunder

Weitere Hausmittel

  • Die Schalen der Grapefruit, Orangen, Zitronen und die Blätter vom Lavendel können verjaucht oder als Öl gegen Ameisen eingesetzt werden. 
  • Pulver von Zimt und anderen stark riechenden Gewürzkräutern werden um die Ameisenlöcher gestreut. 
  • Mit Tomatenblättern kann gemulcht werden.
  • Algenkalk, Gesteinsmehl und Kaffeesatz wird gestreut. Einen Blumentopf mit Erde oder Holzwolle füllen und umgekehrt auf das Nest stellen. Die Ameisen ziehen in den Topf.
  • Einen Spaten unter den Topf schieben und das Ameisenvolk umsiedeln.
  • Frischhefe mit Honig anmischen. Die Hefeteile werden von den Ameisen an die Brut verfüttert, die dann daran sterben. 
  • Leimringe an Bäumen anbringen, damit die Ameisen nicht zu den Blattläusen aufsteigen können. Aus Blumentöpfen können Ameisen durch starkes Wässern vertrieben werden.

von Heidrun Ewald

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