Schildläuse erfolgreich bekämpfen

Schildläuse erfolgreich bekämpfen Schildläuse können Pflanzen stark schädigen

Die Schildlaus ist leicht an ihrem großen schwärzlichen oder braunem Schild zu erkennen, von dem das ganze Tier überzogen ist. Sie sitzen fast immer am Stamm und an den Zweigen von Pflanzen und saugen daraus den Pflanzensaft.


Schildläuse und ihre Folgen


Schildläuse gehören zu den besonders ungeliebten Schädlingen im Garten. Sie werden häufig erst sehr spät entdeckt und widersetzen sich üblichen Bekämpfungsmethoden oft hartnäckig. Vor allem in Blattachseln und an der Unterseite von Blättern stechen sie ihre Wirtspflanze an,

um ihr stetig Pflanzensäfte zu entziehen. Die Folge kann eine verkümmerte Wuchsform, verminderter Fruchtansatz und im Extremfall auch das Absterben der Pflanze sein. Durch ein wachsartiges namensgebendes Schild sind die Läuse gut vor vielen typischen Fressfeinden geschützt. Das Weibchen bewacht die Eier und später den frischen Nachwuchs unter ihrem Schild, sodass auch dieser gut vor äußeren Einflüssen geschützt ist.

 

Schildlausbefall erkennen

 

Es gibt hierzulande etwa 200 verschiedene Arten von Schildläusen, die eine Vielzahl an Zier- und Zimmerpflanzen, Obstgehölzen oder auch Nadelbäumen befallen können. Häufig werden Holzgewächse oder immergrüne Pflanzen bevorzugt. Ihre Anwesenheit wird oft erst bei vermehrtem Auftreten bemerkt.

  • Erste Anzeichen können auf den Blättern auffällig glänzende und klebrige Honigtauausscheidungen sein.
  • Diese werden im Folgenden nicht selten von Rußtaupilzen besiedelt, die oft auffällig dunkel gefärbte Stellen verursachen.
  • Die Tiere selber zeigen sich als bräunliche runde oder ovale Erhebungen, die wie kleine Deckelchen fest am pflanzlichen Untergrund aufsitzen.
  • Bei massivem Befall bilden die Kolonien mit ihren wachsartigen Schilden regelrechte Verkrustungen an Trieben, Zweigen oder Blattäderungen, wobei vor allem Unterseiten genauer betrachtet werden sollten.

Die ersten winzigen Jugendstadien, die im Frühjahr auftreten können, sind nur schwer auszumachen. Einen Hinweis auf einen Schildlausbefall können die alten Schilde der abgestorbenen Generation des Vorjahres bieten. Um die Vermutung zu bestätigen, kann man ein weißen Blatt Papier unter die Pflanze halten und diese etwas schütteln. Die jungen Schildläuse sind dann als kleine krabbelnde braune Punkte auf dem Blatt erkennbar.

Wird die Schildlauspopulation nun zu hoch, wird der Pflanze so viel Saft abgesaugt, dass Teile absterben. Was kann man nun gegen diese lästigen Begleiter unternehmen?

Mittel gegen Schildläuse

Zur Bekämpfung eines Schildlausbefalls kann auf unterschiedliche Methoden zurückgegriffen werden:
  • manuelles Ablesen
  • Seifenlauge
  • ölhaltige Präparate
  • Versiegeln der Angriffsfläche
  • chemische Kontaktsprays
  • systemischer Pflanzenschutz
  • biologische Schädlingsbekämpfung
Chemische Kontaktsprays sind schnell gekauft - aber nicht immer helfen sie gegen SchildläuseAls Hausmittel gilt der Einsatz einer 2%-igen Schmierseifenlaugen (etwa 1 Esslöffel auf 1 Liter Wasser). Mit dieser Lösung können die Schilde abgewischt werden. Unterstützen sollte man diese Maßnahme
durch ein bis drei Behandlungen mit einem der folgenden Präparate:
  • Etisso-Pflanzenschutz
  • Spruzit Gartenspray
  • Paramagg Sommer 2%
  • oder Schädlingsfrei Naturen.

Abzuraten ist vom Einsatz von Pflanzenschutzsticks. Hierbei nimmt die Pflanze den Wirkstoff über die Wurzeln auf. Es gibt im Handel ausschließlich Sticks, die auch Dünger enthalten. Aus diesem Grunde ist das Handling äußerst schwierig. Steckt man den Stick zu nahe an die Wurzeln, führt dies zu einer lokalen Überkonzentration an Dünger, wodurch die Pflanze erheblich geschädigt werden kann. Wird der Stick hingegen an den Rand des Topfes, weit weg von den Wurzeln, gesteckt, ist die aufgenommene Giftkonzentration zu niedrig. Bei robusten Pflanzen können die Sticks zwar zum Erfolg führen,

aber aufgrund der Gefahren sollte man lieber andere Mittel verwenden.

 

Schildläuse per Hand entfernen

Eine günstige aber mitunter recht erfolgsversprechende Methode einer Schildlauskolonie auf den Leib zu rücken, ist das manuelle Entfernen. Mit einem kleinen Küchenmesser kann man die Läuse von der Pflanze abschaben. Auf holzigen Pflanzenteilen ist auch der Einsatz einer derben Bürste möglich. Auf diese Weise werden die Schädlinge konsequent entfernt und abgetötet. Dabei sollte man darauf achten möglichst alle Tiere zu erwischen, um einer erneuten Massenvermehrung vorzubeugen. Diese Methode kann auch einleitend oder unterstützend für weitere Bekämpfungsmaßnahmen angewandt werden. Ist der Befall zu großflächig, verteilt oder die befallenen Pflanzenstellen zu fragil, kann das Entfernen per Hand zu aufwändig werden. Hier empfehlen sich andere Methoden.


Bekämpfung mittels Seifenlauge

 

Ebenfalls günstig aber effektiv ist die Verwendung einer Seifenlauge, die mit einem Lappen auf die Tiere aufgetragen werden kann. Zur Herstellung der Lauge eignet sich handelsübliche Kern- oder Schmierseife, die mit Wasser zu einer Lauge vermengt wird.


Ölhaltige Mittel gegen Schildläuse

 

Öl oder Petroleum dünn mit einem Pinsel auf die Läuse aufgetragen verstopft deren Atemöffnungen und erstickt die Schädlinge auf diese Weise. Greift man auf Petroleum zurück ist allerdings besonders bei der Behandlung grüner Pflanzenteile Vorsicht geboten, denn diese werden durch dieses Mittel mitunter ebenfalls geschädigt und können absterben. Es ist aus diesem Grund ratsam hier sorgfältig darauf zu achten, möglichst ausschließlich die Läuse mit der Flüssigkeit zu bestreichen. Verträglicher sind Präparate aus beispielsweise Rapsöl. Bei lediglich sommergrünen Pflanzen empfiehlt es sich dennoch, wenn möglich die Anwendung auf die laubfreie Jahreszeit zu verlegen. Verholzte Pflanzenteile werden durch die ölhaltigen Mittel nicht geschädigt. Auch die Blätter hartlaubiger Pflanzen wie Oleander vertragen die Behandlung mit Öl besser. Hier kann das Präparat auch zeitsparend aufgesprüht werden, anstatt es mit einem Pinsel aufzutragen.


Vorbeugen durch Stammanstrich

 

Schildlausbefall an Obstbäumen, der sich oftmals auf die Stammregion konzentriert und hier zu einer Vernässung der Rinde führt, kann mit einem großflächigen Anstrich des Baumstammes vorbeugend begegnet werden. Die Tiere finden so keine Angriffsfläche um die Pflanze anzustechen.
chemische Kontaktsprays

 

Marienkäfer sind ein natürlicher Feind der SchildlausDa die Weibchen durch ihr Wachsschild gut vor äußeren Einflüssen geschützt sind, ist diese Methode nur für den gezielten Einsatz gegen die Larven sinnvoll. Der erfolgversprechendste Zeitpunkt zur Bekämpfung des Schildlausbefalls für einen großflächigen chemischen Eingriff mittels handelsübliche Spritzmittel sind die Monate Mai bis Juni. In dieser Zeit verlassen die jungen Schildläuse das sichere Schild der bereits abgestorbenen Mutter, haben aber selbst noch kein eigenes Schild entwickelt. Die ungeschützten Larven sind in dieser Zeit sehr anfällig und bilden daher recht zügig bereits nach wenigen Tagen eine eigene Wachsschicht aus. Es empfiehlt sich daher die Maßnahme rechtzeitig anzuwenden und idealerweise mindestens einmal zu wiederholen, um auch später erscheinende Larven mit zu behandeln.

 

Systemische Pflanzenschutzmittel

 

Da den erwachsenen Tieren durch ihre Wachspanzerung nur schwer von außen beizukommen ist, fruchtet bei Schildläusen vor allem der systemische Pflanzenschutz. Hierbei nimmt die Pflanze selbst über ein auf die Blätter gesprühtes Spray oder Pflanzenschutzstäbchen, die an ihrem Wurzelraum positioniert werden, entsprechende Abwehrstoffe auf, die über die Pflanzensäfte den Schädling erreichen und ihn abtöten.

 

Biologische Schädlingsbekämpfung


Da die biologischen Gegenspieler meist recht mobil sind und teils keine kühlen Temperaturen vertragen, kommt ihr Einsatz vor allem in geschlossenen Räumen, zum Beispiel bei der Überwinterung, infrage. Die Abwanderung kann aber auch vermieden werden, indem man die befallene Pflanze mit einem Netz oder Gaze umgibt. Oft ist es notwendig, die Schildlausart von einem Fachmann bestimmen zu lassen, um den richtigen Feind auszuwählen. Dazu gehören spezielle parasitierende Schlupfwespen oder bestimmte Arten von Marienkäfern.
 

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