Bierfalle bauen - Anleitung zur Schneckenbekämpfung

Bierfalle bauen - Anleitung zur Schneckenbekämpfung Wenn sie nicht mehr am Salat sitzen, sind Schnecken dennoch an ihrem Schadbild zu erkennenSchnecken können einem Gärtner die Freude am Pflanzen nehmen, denn die gefräßigen Plagegeister hinterlassen oftmals zerlöcherte Blätter oder abgefressene Stängel sowie einen unangenehm-ekligen, silbrigen Schleim.

Um die Insekten fernzuhalten, können Sie jedoch einiges tun. Neben dem regelmäßigen Absammeln helfen gerade spezielle Fallen, wie die bekannte Bierfalle, die Tiere zu dezimieren.

Das Schadbild bei Schneckenbefall

Gerade feuchtes Wetter

mit häufigen Niederschlägen lockt Schnecken an, die sich über Ihre Pflanzen hermachen. Insbesondere Salat, Dahlien und Rittersporn werden gern gefressen, aber auch verschiedene andere Gewächse sind vor den Plagegeistern nicht sicher. Insbesondere die Spanische Wegschnecke - eine Nacktschnecke - verursacht große Schäden und kann ganze Anpflanzungen vernichten. Charakteristisch sind die Fraßspuren an den Außenseiten der Blätter. Hier beißen de Schnecken Stück für Stück regelrechte Löcher in die Pflanzen, machen aber auch vor jungen Trieben nicht Halt. Zurück bleiben oftmals nur das Blattskelett oder der Stamm eines Gewächses, der mit verräterischem Schleim überzogen ist und so offenbart, wer hier den Schaden angerichtet hat.

Hausmittel gegen Schnecken

Schnecken haben natürliche Feinde, etwa Igel oder Kröten. Sie können die ungebetenen Gäste also bekämpfen, indem Sie etwa Igel in Ihren Garten locken - dies gelingt durch das Schaffen von Unterschlupfen (zum Beispiel Blätterhaufen), in denen sich die stacheligen Helfer wohlfühlen. Oftmals kommen die natürlichen Feinde der Schnecken bei sehr regenintensiven Jahren aber gar nicht hinterher und das massenhafte Auftreten von Nacktschnecken beweist auch, dass das natürliche Gleichgewicht der Arten ohnehin gestört ist. Einige Gärtner setzten daher auf Hühner oder Laufenten, welche die Schnecken gerne vertilgen, aber ebenso spezifische Haltungsbedingungen erfordern, um sich wohlzufühlen. Die Enten müssen zudem auch im Winter versorgt werden oder kosten - wenn Sie diese ausleihen - zumindest Geld. Daher setzen viele auf andere Methoden und Hausmittel, die auch einiges bewirken können.

Da Schnecken viel Feuchtigkeit brauchen, können Sie um die Beete herum Sägemehl verstreuen, auch Kaffee ist den Tieren zum Darüber kriechen zu rau. Um besonders gefährdete Pflanzen können Sie Schneckenzäune anbringen, die von den Insekten nicht überklettert werden können. Bohnenkraut soll ebenfalls auf Schnecken abschreckend wirken. Als chemischer Wirkstoff kommt zudem Schneckenkorn zum Einsatz, welches die Tiere vergiftet. Eine der bekanntesten Methoden ist hingegen die Bierfalle, die absolut ungiftig ist und welche Sie einfach selbst bauen können.

Eine Bierfalle zur Schneckenbekämpfung bauen

Bierfallen ist eine einfache Methode, mit der Sie Schnecken im Garten bekämpfen können. Geeignet sind alle Arten von schmalen Behältern, die sie ein Stück in den Erdboden eingraben können, etwa Joghurtbecher oder Gurkengläser. Die Tiere werden vom Duft des Bieres angezogen und kriechen damit auch in die Falle. Die Schnecken fallen in den Becher, können sich aus diesem nicht mehr befreien und ertrinken bzw. sterben an einer Alkoholvergiftung.
  • Nutzen Sie ein Gefäß, dessen Wände möglichst senkrecht verlaufen und nicht schräg gestaltet sind. Nur so wird verhindert, dass die Schnecken wieder aus der Falle herauskriechen können.
  • Zudem sollten die Wände glatt sein, was etwa bei Glas oder auch gängigen Kunststoffbechern der Fall ist.
  • Graben Sie das Gefäß in die Erde ein, sodass etwa 0,5 cm am Rad überstehen. Dieser Rand ist wichtig, damit nicht ebenfalls

    andere Tiere in die Falle tappen.
  • Befüllen Sie den Behälter etwa bis zur Hälfte mit Bier. Wichtig ist, dass Sie kein alkoholfreies Bier verwenden, denn der Alkohol tötet letztlich die Insekten.
  • Der Duft des Gerstensaftes zieht die Schnecken an. Nach etwa zwei bis drei Tagen sollten Sie dann die Falle
    wechseln.
  • Diese Methode ist insbesondere im Frühling sinnvoll, denn hier ist das Nahrungsangebot für Schnecken noch gering, sodass Ihnen viele der Plagegeister in die Falle kriechen werden.
  • Ideal ist es zudem, die Bierfalle mit einem Schneckenzaun zu kombinieren. Schützen Sie Ihre Pflanzen also mit einem Hindernis und bringen Sie die Bierfalle zwischen die Wände der Schneckenzäune an.
Schneckenkorn hilft, sollte jedoch überlegt eingesetzt werdenIm Sommer sollten Sie auf die Bierfallen eher verzichten, denn diese können auch Schnecken aus umliegenden Gärten anlocken, die dann - wegen des größeren Nahrungsangebots in den warmen Monaten - statt in die Bierfalle zu tappen an Ihren Pflanzen knabbern. Wichtig ist es zudem, dass Sie nützliche Insekten vor der Bierfalle schützen. Weinbergschnecken etwa arbeiten eigentliche für Sie, da diese die Gelege der Nacktschnecken fressen. Verhindern Sie also etwa durch ein grobmaschiges Netz, dass auch die Weinbergschnecken mit ihrem großen Haus in die Becher fallen können.
Ebenso können Schneckenfallen zu einer Gefahr für nützliche Igel werden, die entweder selbst vom Bier trinken oder die gewissermaßen im Alkohol eingelegten Schnecken fressen.

Um dies zu verhindern, sollten Sie Gefäße nutzen, in die ein Igel nicht hineinkommt, sodass er weder selbst vom Bier trinken kann, noch die darin befindlichen Schnecken herausfischen kann. Schmale Gläser sind also ideal. Gerade die Kombination mehrere Methoden macht Ihren Kampf gegen die Schnecken besonders erfolgreich, sodass etwa das Verbinden von Schneckenzäunen mit den Bierfallen, das ergänzende Ausbringen von Kalk oder Sägespänen und das zusätzliche vereinzelte Anpflanzen von Gewächsen, die auf Schnecken abschreckend wirken, sich als effektiv erweisen haben.

Wissenswertes zur Bierfalle in Kürze

Die Bierfalle ist eine einfache und erstaunlich erfolgreiche Methode zur Schneckenbekämpfung. Man vernichtet die Schnecken direkt ohne teueres Schneckengift oder Schneckenkorn:
  • Einfach einen Plastikbecher vollständig in die Erde eingraben und etwa zur Hälfte mit Bier füllen.
  • Durch den Biergeruch werden Schnecken sehr stark angezogen, fallen in die Falle und ertränken.
Ein feucht fröhliches Ende für die Schnecken!? Stimmt, doch wer glaubt, mit der Bierfalle die Schneckenplage im Griff zu haben, der irrt. Das Bier lockt weitere Schnecken an und auch Schnecken aus benachbarten Gärten können nun in den eigenen wandern!
  • Bier gegen Schnecken lohnt sich vor allem im Frühling.
  • In dieser Zeit ist das Nahrungsangebot der Schnecken gering und wähnen im Bier eine willkommene Abwechslung.
  • Im Sommer ist von der Bierfalle abzuraten.
Achtung beim Selber bauen: Die Bierfalle nicht ebenerdig eingraben, da sonst viele nützliche Gartenbewohner wie kleine Insekten und Käfer in die Falle geraten können. Das wäre kontraproduktiv!

Welche Alternativen gibt es, um Schnecken abzuwehren?

Ein Schneckenzaun kann selbst gebaut werden, ist aber auch im Handel käuflich zu erwerben. Er besteht aus einem einfachen Blech, das oben abgekantet ist. Diese Abkantung hindert Schnecken daran, ihn zu überwinden. Sie muss daher durchgängig sein, damit die Schnecken kein Schlupfloch finden. Außerdem ist darauf zu achten, dass keine Zweige oder großen Blätter auf dem Zaun liegen. Diese könnten die Schnecken sonst zur Überwindung des Zauns nutzen. Ein Schneckenzaun kann rund um das ganze Grundstück gesetzt werden, meist wird er aber nur um die Pflanzen gesetzt, die vor Schnecken geschützt werden sollen. Hierzu gehören vor allem der Salat, aber auch viele Blumen und Kräuter wie die Petersilie.
Eine weitere Alternative zur Bierfalle, um Schnecken im Garten zu bekämpfen, ist der Einsatz ihrer natürlichen Feinde. Hierzu gehören unter anderem Igel, Frösche und Kröten, Hühner, Indische Laufenten, Amseln und Stare. Für diese Tiere muss der Garten allerdings meist etwas umgestaltet werden, damit sich die Tiere darin wohlfühlen. So ist nicht nur für Frösche und Kröten, sondern auch für die Indische Laufente unbedingt ein kleiner Teich erforderlich. Sollen Igel und Vögel bei der Bekämpfung der Schnecken helfen, können sie durch Nistkästen bzw. einen Überwinterungsplatz für den Igel angelockt werden.
Um einzelne Pflanzen vor Schneckenfraß zu schützen, können sie mit Extrakten aus Lebermoos oder einer verdünnten Koffeinlösung eingesprüht werden. Diese Schutzmittel müssen allerdings laufend erneuert werden, weil sie bei Regen von den Blättern gespült werden. Um die Schnecken abzulenken, können rund um das Salatbeet aber auch Tagetes angepflanzt werden. Diese werden zwar ebenfalls angefressen, auf diese Weise lassen sich aber andere Pflanzen schützen, weil die Schnecken sich bereits am Rand des Gemüsebeets sättigen.

Weitere Möglichkeiten zur Bekämpfung und Vorbeugung von Schnecken bieten sich durch den Einsatz von Moosextrakten und Schneckenkorn.