Feuerbrand - was tun?

Feuerbrand Feuerbrand gefährdet den Obstbau. Feuerbrand ist eine Bakterienkankheit, die an Apfel, Birne, Weiß- und Rotdorn, Cotoneaster, Quitten, Feuerdorn u.a. Obst- und Ziergehölze auftritt. Nicht befallen werden Steinobst, Beerenobst, Nadelgehölze und verschiedene Laubgehölze.

Der Feuerbrand gehört zu den gefährlichsten Krankheiten von Obst- und Ziergehölzen. Die in Nordamerika seit über 200 Jahren bekannte Krankheit wird durch das Bakterium Erwinia amylovora ausgelöst. Nachdem in Großbritannien 1957 der erste Befall auftrat, hat sich der Feuerbrand bis heute über nahezu ganz Europa ausgebreitet. Befallsschwerpunkte liegen vor allem in obstbaulich intensiv genutzten Gegenden, aber auch in anderen Gebieten

werden in den letzten Jahren verstärkt Feuerbrandsymptome beobachtet.

Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand ist davon auszugehen, dass man den Feuerbrand nicht auszurotten vermag. Um den Obstanbau im Garten und in der Landschaft auch weiterhin zu fördern, ist es notwendig, auch den Freizeitgärtner über diese Krankheit zu informieren, damit ein Befall rechtzeitig erkannt und entsprechend gehandelt werden kann.

Die für den Laien auffälligsten Symptome in der Zeit von Mitte Juni bis Ende Juli sind: a) Infizierte Blütenbüschel bleiben nach dem Abblühen samt den vertrockneten Blütenblättern am Baum hängen. Die Unterscheidung von gesunden Blütenbüscheln ist zu dieser Zeit relativ einfach,
da nicht infizierte unbefruchtete Blüten abgefallen sind und bei befruchteten bereits der Fruchtansatz zu erkennen ist.
b) In der Krone treten stellenweise verdorrte Zweige mit anhaftenden, vertrockneten Blättern auf (scheinbar abgebrochener Ast); eine Verkrümmung der Triebspitze ist an jungen oder mastigen Austrieben erkennbar.
c) An infizierten Ästen bleiben die vollständig verbräunten Blätter hängen. Eine Verwechslungsmöglichkeit mit Kalimangel ist möglich.
d) Die Symptome des Feuerbrandes und des Bakterienbrandes zu unterscheiden, ist selbst für Fachleute schwierig. Für den Freizeitgärtner ist das auch nicht notwendig, da in der Bekämpfung beider Krankheiten keine Unterschiede bestehen.

Bei Verdacht auf Feuerbrand sollte die örtlich zuständige Pflanzenschutzdienststelle informiert werden, da diese Krankheit eine ernsthafte Bedrohung für den Obstbau darstellt.

Was kann man gegen Feuerbrand tun? Bei Neupflanzungen sollten Sie widerstandsfähige Sorten wählen (z.B. die Apfelsorten Bohnapfel, Boskop, Florina (Querina) , Glockenapfel, Jakob Fischer, Kaiser Wilhelm, Landsberger Renette, Maunzen, Pirella (Pirol), Reanda und die Birnensorten Alexander Lukas, Diels Butterbirne, Gute Luise).

Kontrollieren Sie die Pflanzen regelmäßig. Einzelne, befallene Triebe sind bis tief ins gesunde Holz zurück zu schneiden, stärker befallene Pflanzen sollten gerodet werden. Geben Sie befallene Pflanzenteile nicht auf den Kompost, sondern - wo erlaubt und möglich- sollten Sie diese verbrennen, zur Müllabfuhr geben oder selbst zu einer Müllverbrennungsanlage fahren. Verwendete Werkzeuge sind mit Alkohol zu desinfizieren.