Grauschimmel, Graufäule - so bekämpft man ihn

Grauschimmel - so bekämpft man ihn gesunder RasenIm Garten und auf dem Hof tauchen immer wieder unschöne Dinge auf, die man am liebsten gar nicht haben möchte und die man dann bekämpft, wie Rasenkrankheiten, Schädlinge, wilde Tiere, die den Garten zerstören oder auch Krankheiten.

Zu diesen unangenehmen Dingen gehört auch der Grauschimmel. Es handelt sich hierbei um einen Edelfäulepilz, der auch Graufäule genannt wird und neben vielen anderen Pflanzen ganz besonders Weintrauben befällt. Die heimischen Gärtner finden ihn aber auch

oft auf den Erdbeeren. Der Schaden, den der Grauschimmel anrichtet, ist enorm, die Nutzpflanzen werden äußerst geschwächt und die Erträge deutlich verringert.

Wann muss der Grauschimmel im Garten bekämpft werden?

Die Grauschimmelfäule wird verursacht durch den Schimmelpilz Botrytis cinerea, ein Pilz, der sich ein weites Nahrungsangebot erschlossen hat: Er kann sich als einziger Parasit der Gattung von über 235 Wirtspflanzen ernähren. Wenn der Pilz eine Pflanze mit seinem staubigen Pilzrasen überzieht, regt er in den Zellen der befallenen Pflanzenteile die sogenannte Apoptose an. Das ist eine Art Selbstmordprogramm für die Zellen, das den Stoffwechsel einer Zelle in einer Art reagieren lässt, die die Zelle zugrunde gehen lässt. Das Pflanzengewebe zerfällt fortschreitend und beginnt zu faulen.

Die besten Bedingungen findet der Pilz bei Temperaturen von 22 bis 25 Grad vor, er mag aber auch Hitze bis 35 Grad, vor allem wenn es in der Umgebung schön feucht ist. Im Sommer sind deshalb hohe Konzentrationen an Botrytis-Sporen in der Luft enthalten, manchmal sind 70% der luftbeförderten Schimmelpilzsporen Botrytis-Sporen. Deshalb werden Gemüse und Früchte im Sommer sehr oft von Botrytis befallen, besonders gern mag dieser Schimmelpilz alle weichen Gemüse und Früchte mit hohem Wassergehalt. Also außer den schon erwähnten Weintrauben und Erdbeeren auch Gurken und Tomaten, Kohl und Kopfsalat und alle weichen und fleischigen Stängel, Blätter und Blüten.

Einmal auf der Pflanze gelandet, wächst der Schimmelpilz bei guten Bedingungen rasend schnell, er kann in ein paar Tagen z. B. eine ganze Frucht bedecken. Wenn er die befallene Pflanze niedergemacht hat oder bekämpft wurde, können Mycele am Befallsort überleben, auch als sogenannte Sklerotien, einer fast unverwüstlichen Dauerform des Pilzes. Die produzieren dann neue Sporen, sobald die Temperaturen etwas frühlingshafter werden, die dann die in diesem Gebiet neu angepflanzten Gewächse schädigen und durch Wasser und Wind getragen weiterwandern ... Deshalb sollte der Grauschimmel als Pflanzenschädling durchaus ernst genommen werden, er kann vor allem in Monokulturen viel Schaden anrichten.

Vorbeugung vor Grauschimmel

Ihr Gartenboden und Ihre Pflanzen werden sich viel besser gegen einen Befall mit Grauschimmel (und mit anderen Pilzen) wehren können, wenn Sie auf ein natürliches und gesundes Bodenleben achten, keine schutzlos offen liegende Gartenerde in Ihrem Garten haben und Ihre Pflanzen in Mischkulturen pflanzen. Knoblauch z. B. mögen die Botrytis-Sporen überhaupt nicht, und viele Bodenlebewesen wie Springschwänze vermehren sich sogar verstärkt zu kleinen Katastrophenschutz-Verbänden, wenn zu viele Pilzsporen in der Nähe
auftreten.

Erste Hilfe gegen Botrytis

Wenn Sie den Pilzbefall sehr früh erkennen, können Sie die vollständige Infektion der Pflanze und des Bodens vielleicht noch vermeiden, denn der Zelltod durch Apoptose schädigt immer nur die betroffene Zelle,

das Nachbargewebe bleibt erst einmal ganz. Dann müssten Sie jedoch sehr schnell handeln, um den Pilz an der Ausbreitung zu hindern. Sie sollten dann die
befallenen Teile entfernen, abgestorbene Pflanzenteile, von Schimmel überzogene Blätter und Stängel, Früchte und Knospen. Wenn Sie alle befallenen Pflanzenteile erwischen, wird Ihre Pflanze ganz normal und gesund weiterwachsen. Die entfernten Planzenteile sollten Sie am besten sofort behutsam in eine Kunststofftüte geben, möglichst ohne Sporen durch die Luft zu wirbeln. Entweder landet diese (dichte) Tüte dann gut verschlossen auf dem Müll oder Sie verbrennen die Reste, auf den Kompost dürfen sie auf keinen Fall gelangen.

Bei Grauschimmel-Befall an Zimmerpflanzen kann eine Quarantäne der gerade händisch vom Pilz befreiten Pflanzen hilfreich sein, notfalls auch durch ein Vlies, um eventuell neu auftretende Sporen an diesen Pflanzen zu halten. Auch eine zeitweise deutliche Reduktion der Luftfeuchtigkeit könnte einzelnen verbliebenen Restsporen den Garaus machen.

Pflanzenschutzmittel gegen Grauschimmel

Wenn diese Bekämpfungsmaßnahmen nicht erfolgreich waren,  gibt es eine Reihe auch zur Anwendung im Haus- und Kleingarten zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Grauschimmel:
Diese Mittel enthalten entweder Cyprodinil kombiniert mit Fludioxonil, systhemisch arbeitende Fungizide, wie das Mittel “Switch” und das Erdbeerspritzmittel “Botrysan”, oder Fenhexamid, ein nicht sehr giftiges, aber für Gewässer kritisches Fungizid. Fenhexamid ist in “Teldor” und “Bayer Garten Obst-Pilzfrei Teldor” enthalten.

Diese Mittel sind jeweils für bestimmte Anwendungsorte und für spezifische Anwendungsformen und -mengen für verschiedene Obstarten und Zierpflanzen zugelassen, wenn diese speziellen Anwendungshinweise und vorgeschriebene Wartezeiten eingehalten werden, soll der Verzehr der Früchte von den behandelten Pflanzen unschädlich sein.

Woran erkennen Sie den Grauschimmel?

Die Anzeichen für den Befall sind sehr unterschiedlich. Sie fangen bei faulenden Knollen an, gehen über einen sichtbaren grauen Pilzrasen und faulige Blütenböden und enden bei mausgrau aussehenden Früchte bis hin zu gesprenkelten Blüten.

Da man diese Schädigungen nicht hinnehmen möchte, sollte man etwas dagegen tun. Dabei muss zunächst die erste Ursache für Schimmel überhaupt bekämpft werden, nämlich die Feuchtigkeit. Alle Pflanzenteile müssen getrocknet werden und die Bewässerung sollte man einstellen.

Ferner ist es notwendig, die befallenen Pflanzenteile zu entfernen, denn dann hemmt man eine weitere Ausbreitung. Bei Bäumen zum Beispiel sollte man Laub und einige Äste entfernen, damit die Luft besser zirkulieren kann. Auch Moos oder Unkräuter im Umfeld der geschädigten Pflanzen sollten entfernt werden, damit kein Wasserspeicher mehr vorhanden ist.

Anschließend ist es natürlich wichtig, dass die Nutzpflanzen ihre Nährstoffe und Düngemittel in genau dem Maße bekommen, in dem sie sie brauchen. Eine Überdüngung ist aber zu vermeiden. Auch Humusboden und exakte Bewässerung sind wichtig.

Natürlich hält der Gartenfachhandel auch Präparate bereit, die den Grauschimmel vertreiben. Hier sollte man darauf achten, dass man mit diesen Mitteln die Umwelt nicht schädigt, sondern den Pflanzen hilft. Dazu befragt am besten einen Gärtner oder einen Fachmann im Gartenhandel. Eine ganz genaue Dosierung dieser Mittel ist zu beachten, damit sich die Wirkungen von Schimmel und Feuchtigkeit nicht umkehren.

Hat man seine Blumen oder Nutzpflanzen vom Grauschimmel befreit, dann sollte man weiterhin darauf achten, dass nicht zuviel Feuchtigkeit auftritt, denn gerade Feuchtigkeit begünstigt die Entwicklung von Schimmelarten. Wer seinen Pflanzen genau das gibt, was sie brauchen, der wird viel Freude an ihnen haben. Auch wenn dann Krankheiten auftreten, hat man diese schnell wieder im Griff.