Moosextrakt gegen Schnecken einsetzen

Moosextrakt gegen Schnecken einsetzen Moos gegen SchneckenDie kalten Wintermonate sind vorbei und mit den ersten Sonnenstrahlen kommen nicht nur die ersten Bienchen, sondern leider auch diverse Schädlinge aus dem Boden gekrochen.

Jeder Gartenliebhaber, der im Frühjahr mühsam seine ersten Pflänzchen ins Gemüsebeet setzt, sind neben Spatzen und Nagern vor allem die verschiedenen Schneckenarten ein Dorn im Auge. Diese kleinen Tierchen schaffen es, binnen kürzester Zeit eine Pflanze, die ihre Körpergröße um ein Vielfaches übersteigt, zu vertilgen.

Doch jedem Gemüsefreund, dem Flora und

Fauna wichtig ist, möchte nicht gleich zur Chemiekeule greifen. Daher stellt sich die Frage, wie Schnecken effektiv und trotzdem schonend zu beseitigen sind. Als wirksames Mittel wird immer wieder Moosextrakt angepriesen, das auf natürliche und sanfte Weise vor Schneckenfraß schützt.

Moos gegen Schnecken?!

Wie soll das denn funktionieren? Wird sich mancher Gärtner fragen. Doch wenn man sich vor Augen hält, dass Moose nur von wenigen Tieren gefressen werden und auch kaum von Pilzen befallen sind, so schließt sich die Frage an, wie dieses seltsame Gewächs es schafft, auch ohne Stacheln, Dornen oder Gifte Schädlinge abzuhalten. Der Grund hierfür liegt in der langen Evolution und in den Zellwänden, in denen die verschiedenen Moosarten einen Wirkstoff produzieren, mit dem sie gefährliche Fressfeinde und schädliche Bakterien abhalten.

Studien der Universität in Bonn, bei denen mit Moosextrakt präparierte Salatblätter verschiedenen Schneckenarten angeboten wurden, untermauern zudem diese These: Die Schnecken ließen die behandelten Blätter unberührt und fraßen nur die Kontrollblätter ohne Extrakt.

Moos statt SchneckenkornKaufen oder lieber selber machen?

In Anlehnung an die Ergebnisse der Bonner Studie wurden verschiedene
Mittel an Moosextrakt auf den Markt gebracht, die als Alternative zu den bisherigen chemischen Produkten gelten. Diese sind nicht nur umweltschonender, sondern zudem biologisch abbaubar und schaden so langfristig weniger der Natur.

Wer sich dieses Geld allerdings sparen möchte, kann sich mit Geduld und etwas Geschick auch seinen eigenen Moosextrakt „zusammenbrauen“.

Als effektive Rezepte erweisen sich folgende drei Anleitungen:

Anleitung 1:

Zutaten:
  • 50g Moos
  • 1 Liter Wasser
  • Filter
  • evtl. Sprühflasche
Anwendung

Zunächst die 50g Moos mit dem Liter Wasser vermengen und diese Mischung über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag wird der Mix gefiltert und am besten in eine Sprühflasche gefüllt. Der so entstandene Sud wird unverdünnt direkt auf die Blätter der zu schützenden Pflanze gesprüht.

Anleitung 2:

Zutaten:
  • 50g getrocknetes Moos
  • 0,1 Liter Alkohol (30%)
  • ~20 Liter Wasser
  • Filter
  • evtl. Sprühflasche
Anwendung:

Zunächst das Moos mit dem Alkohol vermengen und kurz ziehen lassen. Anschließend die Mischung soweit mit Wasser auffüllen, bis 20 Liter erreicht sind. Dieser Sud kann nach einem Filtergang mittels einer Sprühflasche direkt auf die Blätter gesprüht werden. Dieses Gemisch hat zudem aufgrund des Alkoholanteils den Vorteil, dass sich der Extrakt relativ lange lagern lässt.

Anleitung 3:

Zutaten:
  • Gefäß in Zylinderform
  • Moos
  • Wasser (am besten Regenwasser)
  • Filter
  • evtl. Sprühflasche
Anwendung:

Bei dieser Anleitung ist die Moos- und Wassermenge stark von der Größe des verwendeten Gefäßes abhängig. Diese wird zu einem Viertel mit Moos und dann mit Wasser aufgefüllt.
Nach einem Tag Ziehzeit kann diese Mischung nach einem Filtergang

mit Hilfe einer Sprühflasche direkt auf die Blätter gesprüht werden.

Vorteile und Nachteile

Der Moosextrakt dient, wie bereits erläutert, als Abwehrmittel verschiedener Schneckenarten. Zudem hat er weitere Vorteile:
  • wirkt antibakteriell
  • gegen Mehltau an Rosen
  • gegen Grauschimmelfäule
  • gegen Kraut- und Knollenfäule bei Wurzelgemüse
  • gegen Blatt- und Fruchtfäule
Trotzdem sollte nicht aus den Augen gelassen werden, dass Moosextrakt trotz aller Vorteile kein Allheil- oder gar Wundermittel darstellt. Trotz hinreichender Tests und Studien zeigen sich viele Schnecken vom Moosextrakt immer noch unbeeindruckt.

Tipps und Hinweise

Vor allem wenn man sich dazu entschlossen hat, sich den Moosextrakt im „do-it-yourself“-Verfahren zu verschaffen, sollte beachtet werden, dass Moos in Deutschland nicht gleich Moos ist. Torfmoose beispielsweise sind in Deutschland sogar geschützt und dürfen aus rein rechtlichen Gründen nicht verwendet werden. Aus der Sicht von Umweltschützern ist es am sinnvollsten, Rasenmoos zu nehmen. Als am wirkungsvollsten gelten allerdings Leber- und Laubmoos.