Motten, Kleidermotten - Erkennen und mit Schlupfwespen bekämpfen

Motten, Kleidermotten - Erkennen und mit Schlupfwespen bekämpfen

Mottenlarven in der freien NaturKleidermotten können überall auftreten. Ob ein Haushalt sauber ist oder nicht, das hat darauf keinen Einfluss. Motten kommen oft durch geöffnete Fenster ins Zimmer. Einen Lockstoff für männliche Motten enthalten die Mottenfallen mit Pheromon.

 

Die ärgerlichen Löcher in der gelagerten Kleidung entstehen jedoch nicht durch die Motten selbst, sondern durch die Eier der Motten und die daraus schlüpfenden Larven.

 

Motten im Kleiderschrank

 

Ein klassisches Zeichen für Mottenbefall sind kleine Löcher oder dünne

Stellen in der der Bekleidung. Dabei bevorzugen Motten natürliche Stoffe wie Kaschmir und Wolle. Wollteppiche können schon beim Kauf mit Motteneiern infiziert sein. Die Raupen, welche aus den Eiern schlüpfen, machen auch vor Kunstfasern nicht Halt. Hat sich die Raupe satt gefressen, dann verpuppt sie sich. Es entsteht ein klebriges Gespinst, welches auf den Textilien gut sichtbar ist. Nach rund einem Viertel Jahr schlüpft die neue Motte, pflanzt sich fort und legt neue Eier. Jede Motte kann bis zu 300 Eier legen. Die Eier sind gegen Temperaturen zwischen -17 °C und +50 °C resistent. Die Mottenbekämpfung nimmt daher einige Zeit in Anspruch.

 

Kleidermotten mit Schlupfwespen bekämpfen

 

Schlupfwespen sind natürliche Feinde von Kleidermotten. Die gefräßigen Tierchen sind rund 0,4 mm groß und mit dem bloßen Auge fast nicht zu erkennen. Schlupfwespen stechen nicht. Sie können nicht fliegen und sind für Menschen nicht gefährlich. Die Schlupfwespe Trichogramma evanescens zählt zu den Erzwespen. Diese Gattung hat sich auf die Vertilgung von Parasiten spezialisiert. Sie fressen Eier oder Laven und machen diese damit unschädlich. Schlupfwespen zerstören die Eier von Kleidermotten und Lebensmittelmotten.

 

Das Wespenweibchen legt sein eignes Ei in das Ei der Motte. Die Larve der Schlupfwespe frisst das Ei von Innen auf. Es kann keine neue Motte mehr ausschlüpfen. Schlupfwespen sind bei ihrer Suche nach Motteneiern sehr zielstrebig. Sie orientieren sich dabei an Geruchsspuren, welche begatte Mottenweibchen oder die Motteneier aussenden. Der Einsatz von Schlupfwespen in der Wohnung ist noch gewöhnungsbedürftig. Verschiedene Schlupfwespenarten werden bereits im Garten und auf Feldern zur Bekämpfung von Schadinsekten angewendet. Ein Beispiel ist die Trichogramma brassicae. Sie rückt dem Maiszünsler zu Leibe.

 

Kleidermotten haben natürliche Feinde wie SchlupfwespenSchlupfwespen kaufen und anwenden

 

Die Eier von Schlupfwespen sind im Internet erhältlich. Die Eier der Nützlinge befinden sich auf einfachen Papierkärtchen. Der Reifegrad der Eier auf einem Kärtchen ist unterschiedlich. Im Idealfall sollen jeden Tag einige Schlupfwespen ausschlüpfen. Eine Lieferung umfasst mehrere Kärtchen mit Eiern. Verteilen Sie die gelieferten Kärtchen im Schrank. In rund zwei Wochen

schlüpfen die ersten Wespen, die nun ihrerseits mit der Eiablage beginnen. Je nach Anbieter erfolgt sechs Mal im Abstand von zwei Wochen eine erneute Lieferung von Schlupfwespeneiern. Nehmen Sie die alten Kärtchen aus dem Schrank und ersetzen Sie diese durch neue Kärtchen. Über den Zeitraum des Einsatzes der Schlupfwespeneier wird der gesamte Entwicklungszyklus aller bereits gelegten Eier der Kleidermotte abgedeckt. Der gesamte Bestand an Motteneiern wird fast ohne menschliches Zutun und ohne jeden Laut vernichtet.

 

Übrigens: Wie entwickeln sich die Schlupfwespen weiter? - Wenn keine Motteneiner mehr zu finden sind, dann zerfallen die Schlupfespen zu Staub. Einige

der punktgroßen Nützlinge entweichen vielleicht durch ein geöffnetes Fenster. Die anderen werden als Hausstaub entsorgt.

 

Chemische Mittel zu Bekämpfung von Kleidermotten

 

Wer den Überlebenskampf im Kleiderschrank eklig findet, der kann Kleidermotten auch chemisch bekämpfen. Am effizientesten helfen Fallen mit Lockstoff. Der Lockstoff Pheromon enthält Duftstoffe der Mottenweibchen. Die männlichen Tiere werden davon angezogen und bleiben in den Fallen kleben. Stellen Sie die Fallen niemals ans Fenster. Damit werden neue Motten ins Zimmer gelockt. Eine Begattung kann durch die gefangenen Männchen nicht stattfinden. Im Handel sind auch chemische Mittel zum Sprühen erhältlich. Die früher verwendeten Mottenkugeln sind nicht empfehlenswert. Mottenkugeln enthalten Naphthalin und Paradichlorbenzol. Beide Stoffe sind sehr geruchsintensiv und vertreiben die Motten durch Gestank. Für den Menschen sind Mottenkugeln gesundheitsschädlich. Bei der Entsorgung belasten die gasförmigen Stoffe die Umwelt.


Wissenswertes zur Motten-Bekämpfung in Kürze

  • Empfindliche Sachen aus Wollen können Sie für eine Woche in den Gefrierschrank legen. Die Temperatur sollte unter -17 °C liegen.
  • Waschen Sie betroffene Kleidung bei 90 °C oder bringen Sie die Sachen in die Reinigung.
  • Wischen Sie den Kleiderschrank mit einem Gemisch aus Essig und Wasser feucht aus und lassen Sie ihn gut austrocknen. Wenn Sie Ecken und Ritzen mit einem heißen Föhn ausblasen, dann können Sie eventuell bereits vorhandene Motteneier abtöten.
  • Statt Essig kann Niemöl verwendet werden.
  • Legen Sie im Schrank für den Menschen geruchloses Mottenpapier aus.
  • Bewahren Sie nicht getragene Sachen in fest verschlossenen Plastiktüten auf.
  • Den Duft von Lavendel, Kampfer, Walnuss oder Zedern mögen Motten nicht. Für Kleiderschränke gibt es spezielle Duftsäckchen.
  • Hängen Sie getragene Kleidung nicht in den Schrank. Motten ernähren sich auch von Hautschuppen und werden von Schweißgeruch angezogen.
  • Warme Zimmer werden öfter von Motten befallen als kühle Zimmer. Halten Sie Ihren Kleiderschrank deshalb immer schön kühl und trocken.
  • Fliegengitter vor dem geöffneten Fenster bieten einen ersten Schutz. Erwachsene Motten können nicht ins Zimmer gelangen.

lavendel flWenn Kleidermotten sich einmal ausgebreitet haben, dann kann die Bekämpfung bis zu 18 Wochen dauern. Als Nützlinge gezüchtete Schlupfwespen können die Vertreibung von Kleidermotten beschleunigen. Zur Vorbeugung helfen Mottenpapier und Duftsäckchen.


Wissenswertes zur Lebensmittelmotte in Kürze

 

Oft sind die Nahrungsmittel bereits schon beim Kauf befallen - oder aber sie geraten beim Lüften durchs Fenster. Lebensmittelmotten mögen am liebsten Mehl, Nüsse, Reis, Körner, Nudeln, Kakao, Griess, also alle trockenen Lebensmittel. Ebenso wie bei der Kleidermotte lässt sich der Befall mit Lebensmittelmotten durch sorgsame und reinliche Lagerung der Lebensmittel verhindern. Besonders zu beachten ist:

  • keine großen Mengen von Lebensmitteln lagern.
  • das Haltbarkeitsdatum nicht überschreiten.
  • Lebensmittel in verschlossenen Kunststoff- oder Glasbehältern aufbewahren.

Hat sich die Lebensmittelmotte eingenistet, was man an den weißen Gespinsten erkennt, sind unverzüglich alle befallenen Lebensmittel zu entsorgen. Der Schrank sollte mit Essigwasser ausgewaschen und danach, um die Larven abzutöten, mit einem heißem Fön in allen Ritzen gut getrocknet werden. Sehr gut wirksam sind die im Handel angebotenen "Pheromonfallen". Der darin enthaltene Lockstoff ist für die Schädlinge unwiderstehlich, sie bleiben auf dem Klebestreifen haften und verenden.


Im Garten lauern ebenfalls viele Schädlinge wie die Blattlaus, die Wühlmaus, der Maulwurf, Schnecken und Ameisen. Informieren Sie sich bei hausgarten.net über die Schädlingsbekämpfung rund ums Haus.