Schrotschuss - was tun?

Schrotschuss Die Schrotschusskrankheit erhielt ihren Namen nach den schrotkugelgroßen Löchern in den Blättern. Die Krankheit befällt vor allem Zwetschgen, Pflaumen und Kirschen, aber auch andere Steinobstarten (Mirabelle, Pfirsich, Kirschlorbeer, Zierkirsche, Mandel). Verschiedene Kirschsorten sind unterschiedlich anfällig.

Die Infektion beginnt bereits bald nach dem Austrieb, wenn nasses oder feucht-nebliges Wetter herrscht. Oftmals wird nur der untere Kronenbereich befallen, wenn dort die Blätter nicht abtrocknen können. Der Keimschlauch, der aus den Sporen quillt, dringt in das Blatt ein und durchdringt kreisförmig das Blatt. Die Wirtspflanze reagiert ihrerseits mit einer Abgrenzung, so dass das befallene Gewebe

nicht mehr mit Nährstoffen versorgt wird. Es vertrocknet und fällt ab.

Bei starkem Befall wirft der Baum frühzeitig die Blätter ab und es fehlt ihm die Blattfläche für die Bildung der Blütenknospen und der Winterreserven. Weniger auffällig sind die Befallsstellen an den Blattstielen und an den Jungtrieben. Es sind lang gezogene Nekrosen, dunkelbraun und gelegentlich krebsartig verkrustet. Tritt die Infektionszeit später auf, können auch die Jungfrüchte befallen werden. Es entstehen dann Dellen mit einem dunklen Punkt. Aus den abgefallenen Blättern und den Infektionen am Jungholz entstehen im
href="http://www.hausgarten.net/garten-im-fruehling/gartentipps.html">Frühjahr mehrzellige Sporen, die bei dauerfeuchter Witterung neuen Befall verursachen.

Der Pilz ist wohl allgegenwärtig, denn es werden fast alle Steinobstarten befallen. Besonders auffällig ist das gelbe Blatt im Sommer bei den Sauerkirschen. Bei fast allen Pflaumen und Zwetschgen findet man gelöcherte Blätter, jedoch kommt es selten zu starkem Blattfall.

Was kann man tun? Mit recht einfachen Mitteln lässt sich vorbeugend etwas unternehmen. Befallenes Laub und Fruchtmumien sollten entfernt werden, um den Befallsdruck zu mindern. Stark befallene Bäume werden zurück geschnitten. Dies bewirkt neben dem Mindern des Befallsdrucks auch ein schnelleres Trocknen der Krone nach Niederschlägen. Befallene Triebe werden vor allem bei Pfirsichbäumen entfernt. So sind z.B. Grünkupfer und Netzschwefel sowie einige andere Mittel wirksam.

Wichtiger als das Mittel ist der rechte Zeitpunkt. Weil es sich bei den meisten Mitteln um Sporen tötende Wirkstoffe handelt, sollte die Anwendung vor einer zu erwartenden Infektion liegen. Der eingesetzte Wirkstoff zeichnet sich durch eine nachhaltige Wirkung aus und besitzt ein breites Wirkungsspektrum. Er hemmt den Energiestoffwechsel der Pilze, wodurch diese keine Luft mehr aufnehmen können und ersticken. Empfohlen werden ein bis vier Fungizid-Spritzungen in Befallslagen, vor allem bei massivem Vorjahresbefall.

Bei anhaltend feuchter Witterung im Frühjahr erfolgt die erste Behandlung beim Austrieb, weitere im Abstand von zehn bis vierzehn Tagen. Wichtig ist, dass die Behandlung während der Blattentwicklung erfolgt. Zum Laubfall wird außerdem eine Behandlung mit einem Kupferpräparat empfohlen. Maßnahmen mit Kupfer vor der Blüte haben nur befallsmindernde Wirkung.