Weisse Fliege - Schadensbild & Bekämpfung

Weiße Fliege - Schadensbild & Bekämpfung schaedlinge-weisse-fliege flDie Weiße Fliege gehört zu der Familie der Schildläuse und ist ein Pflanzenschädling. Sie wird ungefähr 2 Millimeter lang und hat eine Flügelspannweite von ungefähr 3 Millimetern. Bevorzugte "Opfer" der Weißen Fliege sind unter anderem der Weihnachtsstern, Farne, Hibiskus, das Fleißige Lieschen, Pelargonien und Primeln.

Die weiße Fliege entwickelt sich in Mitteleuropa meistens in Gewächshäusern oder Gebäuden an Nutz- und Zierpflanzen. Sie kommt aber auch im Freiland vor. Die Larven entwickeln sich dabei in

vier Stadien. Im letzten Larvenstadium bildet sich ein puppenähnliches, unbewegliches Entwicklungsstadium aus, aus dem die Weiße Fliege schlüpft. Meist sind Pflanzen von diesem Schädling an der Blattunterseite befallen.

Die Entwicklung der weißen Fliege geht recht schnell von statten. Die Weibchen sind, was das Eier legen angeht, sehr produktiv, denn sie legen 2-3 Eier pro Tag. Vier Wochen später sind aus den Eiern fertige Insekten geworden. Die Larven sind sehr mobil auf den Pflanzen, ältere Tiere dagegen sitzen fast ausschließlich an den Pflanzen und saugen den Pflanzensaft aus.

Woran erkennt man, dass die Pflanze befallen ist? Die Insekten an sich sind sehr gut zu sehen und fliegen in wahren Scharen auf, wenn man die Pflanze berührt. Außerdem bilden sich an den Blättern der Pflanze gelbe Stellen, die ein Zeichen für Saugtätigkeit sind. Dann trocknen die Blätter vollständig ab und fallen runter.

Wie kann man die weiße Fliege bekämpfen?
  • Zum einen hilft ein kälterer Standort für die betroffene Pflanze, denn die weiße Fliege ist ein tropisches Insekt, das sich bei Kälte nicht wohl fühlt. Wenn es nicht möglich ist, den Standort zu verlagern, so kann man verschiedene Insektizide einsetzen. Die Behandlung sollte aber mehrmals wiederholt werden, damit auch die Insekten vernichtet werden, die bei der ersten Behandlung noch in einem anderen Entwicklungsstadium waren.
  • Auf biologischem Weg können die weißen Fliegen mit Schlupfwespen vernichtet werden. Auch möglich sind die so genannten Gelbtafeln, die man aufhängt. Die Insekten fliegen diese Tafeln an und bleiben daran kleben. Beides, die Schlupfwespen und die Gelbtafeln sind im Fachhandel erhältlich.
Wie sehr schadet die Weiße Fliege unseren Pflanzen?

Die Weiße Fliege heißt eigentlich Mottenschildlaus und gehört zu den Pflanzenläusen, von denen gottseidank nur 17 der über 1.100 bekannten Arten bei uns in Mitteleuropa leben. Diese Mottenschildlaus legen auf Grünpflanzen Eier ab, aus denen erst eine Larve schlüpft, die sich bewegen kann, dann folgen drei Larvenstadien, in denen unbewegliche, teilverpuppte Larven auf den Unterseiten der Blätter buchstäblich “festsitzen”. Die Larven können zuerst auch keine Nahrung von außen aufnehmen, erst im letzten Larvenstadium, als Puppe, brauchen sie wieder Stärkung von außen, um sich in fliegende Mottenschildläuse umzuwandeln.

Als Schädlinge gelten diese Pflanzenläuse, weil sie sich nun einmal von Pflanzensaft ernähren. Dabei sind die Tierchen nicht wählerisch, sie mögen den Saft von Pflanzen aus über 80 verschiedenen Pflanzenfamilien, darunter ist mit ziemlicher Sicherheit auch der Saft aller Pflanzen, die in unseren Häusern oder Gewächshäusern wachsen, die oben genannten Arten sind also wirklich nur Beispiele. Wenn es nur um das bisschen Pflanzensaft ginge, könnten Sie die Tiere einfach schmausen lassen, leider entstehen die größeren Schäden jedoch erst, wenn ganze Kolonien von Weißen Fliegen Ihre Pflanzen mit Honigtau vollkleckern, der
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gerne schimmelt, vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit und bei hohen Temperaturen. Sie sollten einer Vermehrung der Weißen Fliegen deshalb Grenzen setzen.

Befall erkennen

Einen Pflanzenbefall erkennt man an denn winzig kleinen, weißlichen Saugstellen sowie an der der klebrigen,  gräulich-braunen Verfärbung auf den Blattoberseiten. Nach kurzer Zeit werden die Blätter gelblich, welken und fallen letztendlich ab. Verursacher sind sowohl die ausgewachsenen Läuse, als auch deren Larven. 

Das Gefährliche an der Weißen Fliege ist, dass diese Insektenart besonders viele Pilze, Bakterien und Viren übertragen kann. Was also tun gegen diese Schildläuse? Guter Rat muss da gar nicht teuer sein, denn effektiv sind mit Sicherheit das Aussetzen von Marienkäfern auf den Pflanzen sowie das Aufstellen von Gelbtafeln. (= gelbe Klebepapptafeln zur Bekämpfung von Schädlingen). Und da die Weißen Fliegen bei jeder noch so kleinen Bewegung aufgescheucht werden, ist es hilfreich, die befallenen Pflanzen sacht zu schütteln, worauf die Schädlinge auffliegen und direkt an den Gelbtafeln kleben bleiben. 

Für alle Hobbygärtner und Interessierte, die eine chemiefreie Lösung zur Bekämpfung der Mottenschildlaus vorziehen, ist  Basilikum eine hervorragende Alternative. Ebenso wirksame Mittel gegen die lästigen Insekten sind auch Rapsöl, Schmierseife oder gar Geschirrspülmittel! Einfach alle zwei bis drei Tage ins Gießwasser geben und das Grün damit tränken. 

Apropos Rapsöl:

Wer dieses morgens auf die Blätter spritzt, hat sehr gute Chancen, die Larven rechtzeitig zur Strecke zu bringen! Darüber hinaus kann es auch nicht schaden, wenn die Blumentöpfe über Nacht einmal in relativ kühler Umgebung aufgestellt werden. Stark befallenen Pflanzen ist leider nicht mehr zu helfen, daher werden sie  am besten weggeworfen.

So können Sie die Weiße Fliege bekämpfen

Sie kennen also jetzt die Entwicklung und den Appetit der Weißen Fliege, und damit wissen Sie eigentlich auch, dass Sie in den seltensten Fällen in Panik geraten müssen, wenn es rund um Ihre Pflanzen “weiß fliegt”. Im Gegenteil, Sie können sogar ganz überlegt an die Arbeit gehen, hier die Maßnahmen in empfohlener Reihenfolge, wenn die Weiße Fliege Ihre liebsten Pflänzchen befallen hat:
  • Noch nicht befallene Pflanzen werden sofort ausgebürgert, am besten in einen nicht zu nah gelegenen Raum.
  • Etwas robustere Pflanzen werden schlichtweg kalt abgeduscht, möglichst so, dass die Erde nicht durchgekühlt wird, sondern mehr im oberen Bereich.
  • Das kann durchaus mehrfach wiederholt werden, in Abständen, in denen die Pflanzen sich wieder aufwärmen  und erholen können.
  • Scheuen Sie sich nicht, beim Abduschen auch etwas Handarbeit anzuwenden 
  • Wenn die Pflanze es aushält und die Jahreszeit es ermöglicht, wird sie in einen möglichst kühlen Raum gestellt.
  • Den nach Ihren Anstrengungen noch verbliebenen Schadinsekten können Sie mit verschiedenen pflanzlichen Mitteln den Appetit an den Pflanzen verderben:
  • Gut helfen soll z. B. Basilikum, ein paar Zweige einige Tage in Wasser eingelegt und dann auf die Blätter gesprüht.
  • Ebenso wirksam soll der berühmte Brennnessel-Auszug sein, dessen Herstellung andernorts auf Hausgarten.net beschrieben wird.
  • Sie können die Tierchen auch mit Rapsöl-Lösung oder Blattglanzspray (auch ein Ölprodukt) bedecken, unter dem Film ersticken sie.
  • Manche Gärtner schwören auch auf Spritzkuren mit Schmierseifen-Lösung oder Spüli-Wasser, die jedoch bei Nutzpflanzen eher nicht denkbar sind.
Wenn die Weißen Fliegen Pflanzen befallen haben, die Ihnen nicht so ans Herz gewachsen sind, ist es eine Sache der Abwägung: Vielleicht sind es nur wenige Pflanzen, die so günstig stehen, dass die Bekämpfung der Weiße Fliege mit erträglichem Arbeitsaufwand zu erledigen ist. Wenn die Pflanzen eher ungünstig stehen, könnten Sie sich auch jede Arbeit und Ausgaben sparen, sich für die Entsorgung der Pflanzen entscheiden und das nächste Mal mit Gelbtafeln vorbeugen. Wenn es sehr viele Pflanzen sind, sollten Sie eher die oben beschriebene Bekämpfung mit Schlupfwespen wählen. Es gibt übrigens mehrere Arten von Weißen Fliegen, die jedoch alle identisch bekämpft werden können.