Goldafter-Befall, Euproctis chrysorrhoea bekämpfen

Hinter der Bezeichnung Goldafter verbirgt sich die Raupe der Nachtfalter, die vor allem an Obstbäumen und auf Streuwiesen für enorme Schäden sorgt und sehr gefräßig erscheint. Goldafter-Befall kann einen Gärtner zur Verzweiflung treiben und innerhalb kurzer Zeit für einen vollständigen Kahlfraß von Bäumen, Sträuchern oder Büschen und Stauden sorgen.

Hilfreich gegen Goldafter-Befall vorgehen

Wenn von einem Goldafter-Befall die Rede ist, handelt es sich nicht um eine steigende Population des Nachtfalters in seiner adulten Form. Es geht um das vorangehende Stadium, die Raupen, aus denen sich erst später Nachtfalter entwickeln. Der Name dieser Tiere hat

einen mit dem bloßen Auge erkennbaren Grund. Ein goldener Haarbusch am After der adulten Tiere wird zum Abdecken des Nestes genutzt und weist darauf hin, dass in Kürze eine Vielzahl an Raupen schlüpfen und über alles Fressbare im Garten herfallen wird.

Vorbeugung ist die beste Methode

Da es sich bei den Raupen um die Nachkommen von Nachtfaltern handelt, sollte der Gärtner nicht erst bei der Entdeckung der Raupen handeln. Wer bereits den Nachtfalter aus seinem Garten fernhält, muss eine Population seiner Nachkommen gar nicht befürchten. Die erwachsenen Falter sind einfach zu erkennen und halten sich bevorzugt in der Nähe von Lichtern auf. Am Abend ist es daher sehr wirkungsvoll, Lichtfallen aufzustellen und den Nachtfalter damit einzufangen. Ob er schon Eier gelegt hat, entzieht sich der Kenntnis des Gärtners. Doch geben die in den Lichtfallen gefangenen Nachtfalter darüber Aufschluss, in welcher Stärke man mit einem Goldafter-Befall rechnen muss. Hat der Gärtner einige Nachtfalter gefangen, sollte er sich auf die Suche nach ihren Nestern begeben. Diese befinden sich bevorzugt in Bäumen. Bei kahlen Stellen im Baum kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass man ein Goldafter Nest findet.

Der Spätherbst eignet sich zur Suche nach Goldafter Nestern am besten, da die meisten Tiere noch nicht geschlüpft sind und man das Nest mitsamt seiner Nachkommen aus dem Garten entfernen kann. Entdeckt man die Population erst im Frühjahr, ist eine am Abend erfolgende Beseitigung des Nests die Gewährleistung, nicht nur den Hort der Goldafter, sondern auch die Schädlinge selbst aus dem Garten zu bringen. Eine regelmäßige Gartenbegehung beugt einer sich stark ausbreitenden Population vor, da die Nester durch die Abdeckung mit goldenen Haaren sehr leicht erkennbar sind.

Keine Chemie gegen Euproctis Chrysorrhoea einsetzen

Bei einer großen Raupenplage kommt mancher Gärtner schnell auf die Idee, mit der chemischen Keule gegen die Nester und Raupen vorzugehen. Von diesem Vorgang ist nicht nur im Sinne des Naturschutzes abgeraten, sondern die chemische Keule zeigt sich auch wirkungslos gegen den Goldafter-Befall. Am besten schneidet man die betroffenen Baum- und Strauchteile mit der Gartenschere ab und entsorgt die abgestorbenen Hölzer mitsamt den darauf befindlichen Nestern. Da Goldafter bei Tag unterwegs sind und sich der Nahrungsaufnahme widmen, sollte man die Bekämpfung bevorzugt in den Abendstunden oder am frühen Morgen vornehmen. Die Zerstörung des leeren Nestes beseitigt zwar den Lebensraum der Tiere, nicht aber ihre Existenz im Garten. Einen Goldafter-Befall erkennt man an der enormen Gespinstbildung, die sich besonders stark rund um das Nest zeigt. Es ist somit kaum möglich, ein Nest mit geschlüpften und aktiven Raupen zu übersehen. Die Entfernung der Nester im Herbst ist optimal, da die Eiablage immer im Vorjahr erfolgt und die Raupen erst im kommenden Frühjahr

schlüpfen. Der beste Schutz ist die Entfernung der Nester, ehe es zum Schlupf kommt und die gefräßigen Schädlinge sich an den Bäumen im Garten verköstigen.

Fressfeinden des Goldafter Lebensraum im Garten bieten

Viele Vogelarten haben den Goldafter im Raupenstadium auf ihrer Speisekarte. Der Gärtner kann sich viel Ärger und eine aufwändige Suche nach Nestern ersparen, indem er Nistkästen im Garten aufhängt und den einheimischen Vögeln einen Lebensraum schafft. Diese kümmern sich erfolgreich um eine Beseitigung der Raupen und sorgen für einen Garten, in dem man keinen Kahlfraß fürchten und sich mit einer überdimensionalen Population von Goldafter Raupen abfinden muss. Bei einem sehr starken Goldafter-Befall kann der Gärtner die Vögel unterstützen und zu manuellen
Maßnahmen greifen. Der Beschnitt befallener Bäume ist notwendig, da eine Entfernung der Raupen nur dann möglich ist, zerstört man deren Nester. Das manuelle Absammeln ist weniger geeignet, da Goldafter meist in großen Mengen auftreten und man mit der Absammlung nicht hinterher kommen würde. Ein von Goldafter befallener Baum oder Strauch sieht besorgniserregend aus. Doch besteht kein Grund zur Panik, da sich die Pflanze nach einer erfolgreichen Entfernung der Nester durch einen Rückschnitt sehr schnell erholt und bereits im gleichen Sommer wieder austreibt.

Hinweis zum Umgang mit Goldafter Nestern

Bei den goldenen Haaren, mit denen der Nachtfalter sein Nest baut und überdeckt, handelt es sich um Brennhaare. Diese können zur Hautreaktion führen. Will ein Gärtner schnell handeln und greift beherzt nach dem Nest, kann dies unangenehme Folgen nach sich ziehen. Der direkte Hautkontakt mit den Brennhaaren sollte vermieden und sich bei der Beseitigung der Nester auf dichte Handschuhe berufen werden. Die entfernten Nester, sowie die abgestorbenen Äste können verbrannt werden. Wenn sich noch Goldafter Eier im Nest befinden, werden diese automatisch durch das Feuer abgetötet und stellen keine weitere Gefahr für die Pflanzen im Garten dar. In den Medien wird größtenteils zu einer chemischen Beseitigung und der Beauftragung von Fachkräften geraten. Doch haben sich die chemischen Maßnahmen in der Praxis als wenig hilfreich erwiesen und stellen obendrein eine Gefahr für andere Tiere und Kleinstlebewesen im Garten da. Da der Goldafter auf der Speisekarte einheimischer Vögel steht, würden diese die Giftstoffe aufnehmen.

Fazit: In der Bekämpfung von Goldafter Raupen sind Geduld und Umsicht gefragt. Die Heckenschere ist das wirkungsvollste Instrument und sollte zum Einsatz kommen. Alle befallenen Äste und Zweige, inklusive der Nester die man an den goldenen Haaren und den Gespinsten rund um ihren Standort erkennt, müssen beschnitten und bestenfalls verbrannt werden. Der Hautkontakt ist aufgrund der allergiebegünstigenden Brennhaare unbedingt zu vermeiden.

Wissenswertes zum Goldafter in Kürze

Eigenheiten
  • Namensgebend ist der goldgelbe Afterbusch, mit dessen Haaren das Weibchen die Eier bedeckt, damit die natürlichen Feinde der Insekten sie nicht finden.
  • Hat man die Raupen im Garten, ist das eine wahre Plage. Sie klettern überall herum, nicht nur auf Bäumen und Büschen.
  • Selbst vor Wäschespinnen, Möbeln, Rutschen und vor Kinderspielzeugen machen sie keinen Halt.
  • Das Schlimme ist, dass sie alles umspinnen. Das sieht mitunter gespenstisch aus.
  • Mit ihren Widerhaken, die Brennhaare genannt werden, lösen Goldafter allergische Reaktionen aus.
  • Die Raupe selbst wird durch diese Brennhaare vor Fressfeinden geschützt. Ungefähr 600.000 solcher Haare besitzt eine einzige Raupe.
  • Sie brechen bei Beunruhigung der Raupe ab und behalten ihre Wirksamkeit über Jahre.
Gegenmaßnahmen
Mit einem Wasserstrahl kann man die Gespinste zerstören, aber die Krabbler sind hartnäckig. Sie haben einen Gespinstfaden, mit dem sie sich festkleben. So können sie sich immer wieder an den Ausgangsort zurückziehen. Die Raupen fliegen an diesen Fäden auch umher und setzen sich auf Haare, Kleidung und auch auf die Haut von Menschen.

Im Befallsgebiet von Goldafter kann man mit der vollständigen Entfernung der auffälligen Winternester Befallsfreiheit erreichen. Dabei handelt es sich um relativ große Gespinste. Durch das Einspinnen weiterer Blätter und Zweige wird das glänzend-grauweiß schimmernde Nest erweitert, bis es seine endgültige Größe erreicht. In den kahlen Bäumen fallen sie deutlich auf. In den Nestern überwintern jeweils bis zu 100 Raupen. Im Frühjahr fressen sie dann die Knospen und danach das junge Laub und die Blüten.

Die erwachsenen Falter können nachts mit Lichtfallen gefangen werden. Anhand der gefangenen Tiere kann man berechnen, wie hoch die Population ist und ob es zu einer massenhaften Ausbreitung der Tiere kommt, gegen die eingeschritten werden muss.

Am wirksamsten erweist sich dabei das Vernichten der Nester. Am besten erfolgt dies im Spätherbst. Aber auch im Frühjahr kann man die Nester noch beseitigen. Zwar sind die Raupen den Tag über unterwegs und fressen, am Abend kehren sie aber in ihre Nester zurück. Das ist der günstigste Zeitpunkt, sie zu erwischen. Wegen der gefährlichen Härchen sollten die Nester nie mit bloßen Händen angefasst werden. Am sichersten ist übrigens, die Nester zu verbrennen.

Wurden die mechanischen Maßnahmen versäumt, können bei warmer und trockener Witterung (über 18 °C) in der ersten Maihälfte Spritzungen mit Bakterienpräparaten durchgeführt werden. Diese wirken allerdings nur bei Jungraupen bis zu einem Zentimeter Körperlänge.