Kartoffelkäfer natürlich bekämpfen

Kartoffelkäfer kann man mit chemischen oder Hausmitteln bekämpfenJeder Hobbygärtner liebt es, die Kartoffeln aus dem eigenen Garten zu genießen. Doch da gibt es noch andere, die diese Kartoffeln genauso lieben. Hierzu gehört auch der Kartoffelkäfer, der die gesamte Pflanze und damit auch die Ernte vernichten kann. Natürlich Feinde hat dieser kaum, denn seine Farbgebung sorgt dafür, dass die Feinde Abstand halten.

Mischkultur kann Schädlinge abhalten

Selbstverständlich könnte der Kartoffelkäfer auch mit chemischen Mitteln bekämpft werden, allerdings möchte dies niemand in seinem eigenen Garten machen. Vor

allem aber ist dann noch nicht jedes Mittel wirksam, denn der Kartoffelkäfer ist gegen viele schon immun. Genpflanzen sollen dies beheben, aber damit müssten so einige schon böse Erfahrungen gesammelt haben. Denn hier wird mehr versprochen, als die Pflanzen nachher halten können. Gerade bei Mais und Baumwolle sind auch schon diese Schädlinge immun, womit dann die Ernte auf den Feldern vernichtet wird. Die Folge, es muss noch mehr verschiedenen chemische Bekämpfungsmitteln eingesetzt werden, was weder für die Menschen noch für die Umwelt gut ist. Daher gibt es einige Pflanzen die helfen können den Kartoffelkäfer in Schach zu halten. Allerdings ganz abhalten funktioniert nicht immer. Auch eine wechselnde Bebauung der Anbaufläche kann helfen, dass sich nicht so viele Schädlinge im Garten ausbreiten können.

Kartoffelpflanzen schützen

Damit es erst keinen Befall mit Kartoffelkäfern und Eiern gibt, kann ein Netz die Schädlinge soweit fern halten. So sind die Pflanzen weitgehend geschützt, allerdings kann es immer noch zu einem leichten Befall kommen. Das ultimative Mittel gibt es nicht um einen Befall zu verhindern, selbst die Chemie kann hier nicht auf Dauer helfen. Eine frühe Kartoffelsorte hilft dass zumindest die Pflanzen einigermaßen geschützt sind. Zusätzlich sollte nicht, mit einem stickstoffhaltigen Mineraldünger gedüngt werden. Zwar sorgt dieser für einen höheren Ertrag, aber die Pflanzen scheinen weniger widerstandsfähig zu sein. Wahrscheinlich kommt dies auch durch das schnelle Wachstum, das den Pflanzen doch viel Kraft abverlangt. Wichtig ist auch, dass jedes Jahr ein anderer Standort ausgesucht wird. Dies verhindert dass der Boden ausgelaugt wird und Larven die noch eventuell im Boden liegen, gleich Nahrung finden.

Natürliche Feinde vom Kartoffelkäfer

Selbstverständlich hat auch der Kartoffelkäfer ganz natürliche Feinde. Dazu gehören Kröten, Laufkäfer und Raupenfliegen. Allerdings können diese alleine nicht wirklich alle Kartoffelkäfer vernichten, aber helfen die Population einigermaßen unter Kontrolle halten. Ein wirksames Mittel soll auch Kümmel oder Pfefferminze sein. Diese zwischen die Kartoffeln setzen, hält zumindest einige Kartoffelkäfer ab. Zusätzlich sind beide Nutzpflanzen und können natürlich noch in der Küche genutzt werden. Allerdings soll der Kartoffelkäfer auch keinen Pfefferminztee mögen. Hierzu wird ein Aufguss aus Pfefferminzblättern gebrüht. Diesen Sud dann abgießen und auf und unter die Pflanzen sprühen. Gerade unter den Pflanzen sprühen, ist wichtig, damit sich hier keine Larven aufhalten können.

Kartoffelkäfer können im Gemüsegarten noch andere Pflanzen befallenKaffeesatz kann auch helfen

Das hört sich ziemlich ungewöhnlich an, aber es soll helfen. Dafür einfach den Kaffeesatz sammeln und trocknen. Danach diesen über die Blätter verteilen. Der beste Zeitpunkt hierfür, sind die frühen Morgenstunden, denn da liegt noch Tau auf den Blättern. So kann der Kaffeesatz sich auf diese legen und die Kartoffelkäfer fernhalten. Dies kann schon bei

einer Pflanzhöhe von 10 oder 12 cm gemacht werden. Danach das Ganze alle vier bis sechs Wochen wiederholen. So kann auch Minze zwischen die Kartoffeln gepflanzt werden. Allerdings sollten die Minzpflanzen in Töpfen bleiben, da sich sonst die Pflanze ungehindert ausbreitet und den Garten überwuchert. Dies ist natürlich so nicht gewollt und
beabsichtigt. Allerdings können alle Mittel nur helfen, die Plage in Grenzen zu halten, denn keines kann die Kartoffelkäfer von einer leckeren Mahlzeit fern halten. Selbst Biobauern kennen diese unliebsamen Schädlinge zu genau.

Von Hand einsammeln

Dies hört sich mühselig an, was es auch ist. Aber nur so kann jeder sicher sein auch wirklich alle Kartoffelkäfer zu erwischen. Dazu auch befallene Blätter entfernen. Dafür einfach unter die Blätter schauen und diese vorsichtig abpflücken. Es ist zwar mühsam, aber so können dann auch mehr Kartoffeln natürlich wachsen. Dies geht vor allem ganz ohne Chemie und somit handelt es sich dann um ein unbelastetes Nahrungsmittel. Allerdings nutzt es auch nichts die eingesammelten Kartoffelkäfer zu vergraben, denn in der Erde fühlen die sich ja besonders wohl. Am besten man entsorgt die Käfer im Feuer oder hat gleich Wasser im Eimer. Dies hört sich brutal an, aber ansonsten wird niemand diese Schädlinge vernichten können. Wer genug Platz und keine hellhörigen Nachbarn hat, der kann sich auch Hühner oder Gänse halten. Diese erledigen dann die Arbeit, denn Kartoffelkäfer ist eine leckere Mahlzeit. Wichtig ist auch das alle Maßnahmen so früh wie möglich durchgeführt werden, damit die Larven keine Zeit zum Wachsen bekommen.

Biologische Mittel zu sprühen

Oftmals ist der Befall doch so hoch, das nur ein Sprühmittel helfen kann. Auch hierfür gibt es Mittel, die sogar im biologischen Anbau erlaubt sind. Diese schädigen keine Nutztiere wie Bienen, sondern sind nur gegen Kartoffelkäfer. Hierbei ist Neem von der Firma Scotts Celaflor erwähnenswert, denn dieses ist aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Vor allem aber es ist auch umweltverträglich, was bei anderen Produkten so nicht der Fall ist. So gibt es auch ein Produkt von Bayer, allerdings ist dies nicht wirklich gut für Wasserorganismen. Auch darf es nur im Nutzgarten angewandt werden, was den Einsatz dann doch erheblich einschränkt. Alle Mittel haben eines gemeinsam, diese müssen bei Larvenbefall so früh wie möglich aufgebracht werden. Ansonsten hilft dann nur noch die gute alte Handarbeit.

Kartoffelkäfer sind hartnäckig

Das Fazit ist, das von Hand sammeln immer noch eine gute Lösung ist. Dies allerdings früh am Morgen, denn da sind die Käfer und Larven noch nicht so beweglich. Wichtig ist auch, dass der Ort für die Kartoffelpflanzen jährlich geändert wird. So finden Larven, die noch im Boden sind, nicht direkt Nahrung. Hühner und Gänse können zwar helfen, aber nicht überall leben. Eine Garantie gibt es nicht, aber das ist natürlich.

Kartoffelkäfer haben auch natürliche Feinde, die bei der Bekämpfung eingesetzt werden könnenWissenswertes zum Kartoffelkäfer in Kürze
  • Der Kartoffelkäfer stammt, genau wie die Kartoffel aus Colorado.
  • Mit ihr zusammen wurde der Käfer eingeschleppt und hat sich weltweit verbreitet.
  • Kartoffelkäfer und ihr Nachwuchs können innerhalb kurzer Zeit ganze Kartoffelfelder kahl fressen.
  • Ihre Lieblingsspeise sind Teile der Kartoffeln. Sie sind gefürchtete Schädlinge.
  • Außer Kartoffeln fressen sie auch noch andere Nachtschattengewächse, wie Tomaten und Tabak.
  • Im Juni legen die Weibchen der Kartoffelkäfer bis zu 1.200 Eier an die Blattunterseite der Kartoffelpflanze.
  • Schon nach 3 bis 12 Tagen schlüpfen die gefräßigen Larven. Diese fressen fast ausschließlich die Blätter der Kartoffelpflanze.
  • In warmen Jahren entwickeln sich auch in unseren Breiten zwei Generationen, was zu einer richtigen Plage werden kann.
  • Kartoffelkäfer sind gute Flieger. Deshalb breiten sie sich auch schnell von einem zum nächsten Feld aus.
  • Die auffälligen Streifen der Kartoffelkäfer sind ein guter Schutz für die Insekten. Es sind Warnfarben. Die Vögel trauten sich nicht, die Käfer zu fressen.
  • So hatten die Kartoffelkäfer lange Zeit keine natürlichen Feinde und konnten sich ungestört vermehren.
  • Erst in den letzten Jahrzehnten begannen einheimische Vogelarten, wie Fasane, den Kartoffelkäfer als Beute anzunehmen.
  • Wenn man Kartoffeln in seinem Garten anpflanzt, sollte man einige Kümmelpflanzen dazwischen pflanzen. Die mögen Kartoffelkäfer nicht.
  • Auch Schädlingsschutznetze helfen. Sie halten gefräßige Maden, Raupen und Käfer fern.
  • Biobauern können Kartoffelkäfer mit Hilfe von Bacillus thurengiensis bekämpfen.
Bio-Collector gegen Kartoffelkäfer
Es gibt auch technische Lösungen: Der Bio-Collector bläst die Käfer und ihre Larven zuerst von den Pflanzen und saugt sie dann in eine Auffangwanne. Diese Wannen kann man abnehmen, um die Käfer zu entsorgen. Dieses Gerät gibt es in zwei- und vierreihiger Ausführung, je nachdem, wie groß ein Feld ist. In einer Stunde kann ein Hektar käferfrei gemacht werden. Für den Hobbygärtner lohnt sich so ein Gerät natürlich nicht. Da sind vorbeugende Maßnahmen besser geeignet.

Natürliche Mittel gegen Kartoffelkäfer
Zur Pflanzenkräftigung kann man mit Brennnessel-Algen-Kombi und oder Gesteinsmehl spritzen. Auch Brennnessel- und Rainfarnjauche spritzen soll die Pflanzen kräftigen. Kupferhaltige Pilzbekämpfungsmittel zeigen eine abwehrende Wirkung auf Kartoffelkäfer. Wenn man keine große Anbaufläche hat, kann man die Käfer auch absammeln. Die Larven können auch mit Gesteinsmehl überstäubt werden. So werden sie abgetötet.