Maulwurfsgrille im Rasen bekämpfen

Maulwurfsgrille im Rasen bekämpfen Werren sind Insekten, die in Gärten schäden anrichten können, aber durchaus ihre Daseinsberechtigung habenDie Maulwurfsgrille wird auch als Erdwolf bezeichnet. Den Namen hat sie nicht von ungefähr. Die Werre ernährt sich zu großen Teilen von Engerlingen, Würmern, Schneckeneiern und anderen tierischen Produkten. Pflanzliches verschmäht sie auch nicht, doch richten einzelne Tiere nicht viel Schaden an. 

Allerdings bevorzugen sie die zarten Wurzeln von Jungpflanzen. Wenn die ihnen beim Graben in die Quere kommen, werden sie nicht verschmäht. So kann es in Nestnähe schon

zu größeren Schäden kommen, denn da kommen sie immer wieder an den Leckerbissen vorbei. Außerdem beißt das Weibchen die Wurzeln weg, um eine bessere Besonnung des Bodens um das Nest herum zu erreichen. Das ist für die Brut wichtig. In Asien wird das Sekret, welches die Maulwurfsgrille zu ihrer Verteidigung einsetzt, als Heilsalbe genutzt. 

Zwar lebt die Werre in der Erde, doch sie ist in der Lage, sowohl zu fliegen als auch zu schwimmen. Auf diese Weise kann sich die Werre schnell im Garten verbreiten. Die Larven der Werre sind in der Lage, in der Erde zu überwintern, so dass auch Frost diesem Schädling nichts anhaben kann. Die Eier können nicht durch Präparate oder Fressfeinde dezimiert werden.

Was tun gegen Werre?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Werre im Garten zu bekämpfen. Zum einen gibt es die natürlichen Fressfeinde der Maulwurfsgrille. Zu diesen gehören Spitzmäuse, Vögel und Igel. Wer also ökologisch vertretbar gegen die Werre vorgehen will, sollte Mäuse und Igel im Garten zulassen und vor allem für Igel einen entsprechenden Raum schaffen.

Selbstverständlich kann man auch mit chemischen Mitteln gegen die Werre vorgehen. Hierzu gibt es spezielle Präparate, die jedoch nur im Fachversand oder im Gartenfachhandel erhältlich sind. Die Werre pflanzt sich zwischen Mai und Juni fort, daher sollte man dieses Mittel genau in dieser Zeit anwenden. Auf diese Weise vernichtet man die adulten Maulwurfsgrillen, bevor die Paarung abgeschlossen ist und neue Eier gelegt werden.

Werre einfangen

Am günstigsten für die Tiere ist, sie leben zu lassen und gegebenenfalls einzufangen und umzusiedeln. Das funktioniert nur nachts. Dann laufen die Insekten oberirdisch umher. Im April und Mai kann man sie in Gläsern und Dosen einfangen. Sie müssen mindestens 10 cm bis 15 cm tief im Boden eingegraben werden! Die Tiere lassen sich über sternförmig ausgelegte Bretter zu den Fallen leiten. Die Fallen mussen regelmäßig kontrolliert werden, denn darin fangen sich auch andere Insekten, oft Nützlinge, die man freilassen sollte. 

Igel gehören zu den natürlichen Fraßfeinden der WerreWerre mit Nematoden bekämpfen

Nematoden, also Fadenwürmer werden gegen zahlreiche Schädlinge im Garten eingestzt. Es gibt
unterschiedliche Arten, man muss also immer wissen, welche gegen seinen Schädling wirkt. Gegen die Werre helfen SC Nematoden. Sie sind winzig, mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Man kauft sie im Gartenhandel oder bestellt sie im Internet. Die Nematoden kommen in einem Tütchen, ein Pulver, dass dem Gießwasser zugegeben wird. So werden die Fadenwürmer verteilt. Sie suchen die erwachsenen Maulwurfsgrillen, dringen in deren Körper ein und töten sie. Larven werden nicht befallen.

Deshalb ist der richtige Zeitpunkt der Anwendung wichtig, vor der Paarung, also im zeitigen Frühjahr. Allerdings muss der Gartenboden schon eine Temperatur von 10 besser von 12 °C haben.

Fazit der Redaktion
  • Die Werre ist zwar ein Schädling, aber solange die Insekten nicht in Massen auftreten, sind sie recht harmlos.
  • Sie vertilgen Schädlinge im Garten, haben also auch ihre Daseinsberechtigung. Man sollte sie nicht umbringen, denn die meisten Arten sind recht selten.
  • Am besten fängt man sie ein und setzt sie weit entfernt wieder aus.
  • Von Chemie sollte man die Finger lassen, das tötet mehr Nützlinge als Werren.
  • Sind die Schäden durch die Maulwurfsgrille im Garten zu groß, sind Nematoden eine gute Alternative.
Wissenswertes Die Maulwurfsgrille ist ein Insekt, welches unterirdisch lebt. Es hat einerseits große Grabschaufeln, wie ein Maulwurf, auf der anderen Seite aber eine Körperform wie eine Grille. Sie kann auch einen für Grillen typischen Ton erzeugen. Maulwurfsgrillen gehören zu den heimischen Heuschrecken.

Lange Zeit wurde angenommen, dass Maulwurfsgrillen Wurzeln fressen. Deshalb wurden sie als Schädlinge bekämpft. Heute weiß man, dass sie Fleischfresser sind und unter anderem auch Schädlinge vertilgen. Maulwurfsgrillen können aber beim Graben die Wurzeln von Pflanzen beschädigen oder zerstören. Von einigen Arten wird angenommen, dass sie auch zarte und junge Triebe von Pflanzen verzehren.

Inzwischen stehen fast alle Arten der Maulwurfsgrillen in Westeuropa und Amerika unter Artenschutz. Die Grillen sind auch überaus nützlich. Das Sekret, welches die Maulwurfgrillen zu ihrer Verteidigung benutzen, wird in Asien bereits seit langer Zeit als Heilsalbe verwendet.

Der Einsatz von Nematoden & Feinde der Maulwurfsgrille
  • Bekämpfen kann man die Maulwurfsgrille mit Nematoden (Fadenwürmern) und zwar den Steinernema-carpocapsea-Nematoden. Die Nematoden sind so klein, dass man sie mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Sie sollte man in den Gängen der Grille auslegen. Über die Atmungsöffnungen dringen die Nematoden in die Blutbahn der Maulwurfsgrille ein und geben dort spezielle Bakterien ab. Die Nematoden sind für Menschen, Tiere und Pflanzen völlig ungefährlich, nur nicht für die Maulwurfgrille. Man bekommt Nematoden von Nützlingsanbietern direkt mit der Post nach Hause geliefert. Eine Packung mit rund 10 Millionen Nematoden kostet ab etwa 10 Euro. Diese Menge reicht für eine ca. 20 Quadratmeter große Fläche.
  • Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz der Nematoden sind eine Bodentemperatur von 12 Grad Celsius und der richtige Zeitpunkt. Ideal ist ein Ausbringen der Nematoden vor der Eiablage der Maulwurfgrille, also von April bis spätestens Juni. Im Gewächshaus und im Frühbeet, wo sie sich besonders gern ansiedeln, sollte man bereits sechs Wochen früher beginnen. Die Nematoden werden in Pulverform geliefert und müssen mit Wasser aufgelöst werden. Die Menge erfährt man aus der Packungsbeilage. Mit der Gießkanne bringt man sie aus, idealer Weise am frühen Morgen bzw. am Abend.
  • Die Nematoden wirken nur gegen die ausgewachsenen Grillen, nicht gegen die Larven der Maulwurfgrille. Wegen der langen Entwicklungszeit der Larven von bis zu zwei Jahren, empfiehlt es sich, die Behandlung in den Folgejahren zu wiederholen.
  • Die billigere Alternative zur Bekämpfung ist, leere Marmeladengläser ebenerdig einzupflanzen. Über sternförmig um die Fallen ausgelegte Bretter (Barriere), lassen sich die Tiere geschickt zu den Fallen leiten. Die Tiere fallen auf ihren nächtlichen Wanderungen hinein und können an den glatten Wänden nicht wieder hoch. Man kann die Grillen umsetzen, halt möglichst weit vom eigenen Grundstück entfernt. Effektiv ist auch das Ausgraben der Nester im Juni/Juli. Mit dem Zeigefinger kann man den waagerechten Gängen folgen, bis der senkrechte Abgang zum Nest ertastet werden kann.
  • Natürliche Feinde der Maulwurfgrillen sind der Maulwurf, Krähen, Stare, Amseln und Dachse.