Mehlkäfer erfolgreich bekämpfen

Mehlkäfer erfolgreich bekämpfen Der Mehlkäfer (Tenebrio molitor) zählt zur Familie der Schwarzkäfer (Tenebrionidae) und hat ein zwiespältiges Ansehen bei den Menschen. Die einen verwenden ihn als Futter für ihre „Haustiere“ im Terrarium, die anderen fürchten ihn als Schädling in den Vorräten der Lebensmittel.

Der Mehlkäfer kommt auf der ganzen Welt vor und ist damit einer der häufigsten Kulturfolger. Dies sind unter anderem Tiere, die dem Menschen in dessen Lebensraum folgen, um dort selbst von diesem Umfeld Vorteile zu erlangen. Der Mehlkäfer wird nur bis zu 20 mm groß und hat einen länglichen Körper.

Nach dem Schlüpfen ist er zunächst von einer hellen Farbe, wechselt dann zu rotbraun und wird nach und nach schwarz. Die Flügel des Käfers sind mit Längsrillen versehen.

Wo lebt der Mehlkäfer?

Wie sein Name bereits verrät, fühlt sich der Mehlkäfer in den Getreidevorräten des Menschen sehr wohl. Aber auch Reste fertiger, alter Backwaren werden von ihm bevorzugt, wenn er den Weg in die Wohnungen und Häuser der Menschen gefunden hat. Die in den Getreiden und Getreideprodukten enthaltene Stärke lockt ihn dabei an. Dunkle und warme Stellen liebt er ganz besonders, deshalb ist die hinterste Ecke im Vorratsraum zwischen Tüten und Packungen sein bevorzugter Platz. Hier verstecken sie sich am Tag und sind so eigentlich selbst nicht zu sehen, bis man durch die entstandenen Fressspuren darauf aufmerksam wird.

In Mitteleuropa kommt der Mehlkäfer auch im Freien vor. Hier ist er besonders in Vogelnestern oder im Totholz zu finden. Die Larven sterben bei Außentemperaturen von 5 °C schon nach kurzer Zeit ab, die Käfer können jedoch auch Kälte überstehen, wenn sie nicht lange dauert.
Es hat nichts mit einer mangelnden Hygiene zu tun, wenn die eigenen Vorräte durch den Mehlkäfer befallen wurden. Meistens werden sie durch die Einkäufe ins Haus gebracht, auch wenn die Käfer Flügel besitzen, fliegen sie nur selten herum.

Entwicklung und Vermehrung

Mehlkäfer werden ungefähr drei bis vier Monate alt. In dieser Zeit legen die Weibchen bis zu 150 Eier ab. Dafür suchen sie sich geschützte Stellen, jedoch sind die Eier gut getarnt. Sie sind klebrig und ziehen dadurch Staub an, was sie perfekt tarnt. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven sind nur bis 2 mm lang und weiß. Sie sehen zwar wie ein Wurm aus, haben jedoch Beine, auf denen sie sich auch fortbewegen. Von der weißen Farbe verändern sie sich in einen bräunlichen Farbton, da sie sich häuten, sind sie anschließend wieder weiß und werden erneut bräunlich. Innerhalb von drei Wochen werden sie bis zu 40 mm lang und sind damit ausgewachsen. Dann erfolgt die Verpuppung, diese findet inmitten ihrer Nahrung, also Getreide, Mehl und anderen stärkereichen Produkten, statt.

Mehlwürmern vorbeugen

Vögel, Terrarienbewohner und Fische mögen Mehlwürmer, die Larven des Mehlkäfers. Für den Menschen sind sie ein Krankheitsüberträger, wenn sie
versehentlich mit dem Mehl oder dem Getreide roh verzehrt werden, können sie den Zwergbandwurm übertragen.

Befallenes Mehl und Getreide ist in der Regel mehrere Monate alt. Deshalb möglichst kleine Vorräte anlegen und lieber öfter neu kaufen. Grundsätzlich kann die Aufbewahrung von Mehl und Getreidekörnern in fest verschließbaren Behältern einen Befall mit Mehlkäfern verhindern. Das hilft jedoch nur, wenn das

gekaufte Mehl noch nicht selbst befallen ist. Diese Maßnahme verhindert also nur, dass der Schädling durch gekaufte Getreide- oder Mehltüten auf die vorhandenen Vorräte übertragen wird. Auch diese Tipps können dabei helfen, einem Befall mit dem Mehlkäfer vorzubeugen:
  • ein Lorbeerblatt in die Vorratstüte stecken oder zwischen die Tüten legen
  • Vorräte nicht zu lange aufbewahren
  • Mehl durch hellen Aufbewahrungsort uninteressant machen
Da die Tiere die Ruhe und Dunkelheit lieben, werden bevorzugt Vorräte im hinteren Teil des Schrankes aufgesucht. Eine vergessene Tüte kann also sehr schnell zum Nistplatz werden, aber sie verstecken sich auch in den Ritzen und Fugen des Schrankes.

Was tun, wenn es zu spät ist?

Ein Lebensmittelhändler, der Bioladen, der Bäcker oder sonstige gewerbliche Betriebe müssen eine Bekämpfung der Schädlinge unter anderes Aspekten durchführen, als eine Hausfrau. Große Bestände müssen unter Umständen vernichtet werden, denn nicht nur die lebenden Käfer und Larven, sondern auch die Exkremente und die Chitinpanzer der gehäuteten Larven bleiben in den Nahrungsmitteln zurück. Wenn das befallene Mehl zu Gebäck verarbeitet wird, besteht zwar wahrscheinlich keine Gesundheitsgefahr, aber der Gedanke daran kann zu Ekelgefühlen führen. Findet man in der Packung oder Tüte eine Larve oder hat man den Verdacht, dass sich Vorratsschädlinge ausgebreitet haben könnten, genügtt kein punktuelles Vorgehen: Der ganze Schrank muss ausgeräumt werden. Dabei gehen Sie am besten wie folgt vor:
  • jede Tüte die im Schrank stand kontrollieren, ob ein Befall vorliegt
  • befallene Lebensmittel sofort in die Restmülltonne bringen, nicht in den Küchenmülleimer
  • Ritzen des Küchenschranks mit dem Staubsauger aussaugen
  • Schrank mit Essigwasser auswaschen
  • nach ca. 2 Wochen die Vorräte nochmals kontrollieren
Am sinnvollsten ist es, wenn die Vorräte immer wieder überprüft werden, noch besser sollte man sie nicht für einen zu großen Zeitraum anlegen.
Grundsätzlich kann man den Befall mit Mehlkäfern nicht ausschließlich einer unsauberen oder unhygienischen Vorratshaltung zuschreiben. Sie können sich in der Müslipackung, in der Mehltüte oder den Cornflakes verstecken oder auch durch Vogelfutter in die Wohnung geholt werden. Wenn die Packung einmal im Schrank steht, geht es ziemlich schnell mit der Wanderung in andere Tüten und die Ritzen der Schränke. Mehlkäfer mehren sich sehr schnell und die abgelegten Eier sind so klein, dass man sie nicht sofort entdeckt.

Wissenswertes zum Mehlkäfer in Kürze
  • Der Mehlkäfer gehört zu den größten Arten vorratsschädlicher Insekten. Er wird bis zu 2 cm groß.
  • Erkennbar ist er durch seine glänzende schwarzbraune Schale an der Oberseite und seine rotbraune Schale auf der Unterseite.
  • Mehlkäfer findet man auch im Freiland. Sie tummeln sich in Tauben- oder Spatzennestern, aber vor allem in Getreideprodukten.
  • Gelagertes Mehl wird durch den Kot der Larven und die leeren Larvenhüllen verunreinigt.
  • Für Menschen sind chemische Mittel gegen Mehlwürmer und -käfer unschädlich.