Betonteich selber bauen - anlegen und abdichten

Beton ermöglicht eine individuelle Teichform - anders als KunststoffAuch wenn sich in den letzten Jahren noch weitere Materialien für den Teichbau etablieren konnten, gilt Beton noch immer als der Klassiker. Allerdings ist das Anlegen eines Betonteichs sehr arbeitsaufwendig, zeitintensiv und je nach Größe auch recht kostspielig.

Dafür erhält man aber einen überaus robusten Teich, der die kommenden Jahrzehnte spielend überdauert. Hinzu kommt, dass Beton in Bezug auf die Formgebung und die Größe des Teichs ein Höchstmaß an Flexibilität bietet. Ungeachtet des

lassen sich die Kosten relativ gering halten, da man einen Betonteich problemlos selber anlegen kann.

Die Wahl des Standorts

Wenn man den Betonteich bepflanzen möchte, sollte der Teich an einem Standort angelegt werden, an dem vonseiten des Lichteinfalls und des Wind- sowie Regenschutzen optimale Bedingungen für die geplanten Pflanzen herrschen. Falls man in dem Teich auch Fische halten will, ist zudem darauf zu achten, dass zumindest ein Teil des Teichs im Schatten liegt, da sich das Wasser in heißen Sommern sonst zu sehr aufheizen könnte. In Hinsicht auf die Fischhaltung ist noch wichtig, dass der Teich in einem Teil des Gartens angelegt wird, in dem man problemlos ein mindestens 1,5 Meter tiefes Loch ausheben kann. Das gilt vor allem dann, wenn man die Fische auch den Winter über im Teich bleiben sollen, da Teiche mit niedrigerem Wasserstand spätestens in rauen Wintern bis zum Grund vereisen können, was den Tod der Fische bedeuten würde.

Die eigentlichen Baumaßnahmen
  • Sobald der richtige Standort gefunden ist, kann mit dem Ausheben des Lochs begonnen werden.
  • Bei großen Teichen empfiehlt sich, zu diesem Zweck einen kleinen Bagger kommen zu lassen.
  • Zudem ist daran zu denken, dass das Loch aufgrund der Stärke des Betons etwa 20 cm tiefer als die eigentliche Teichtiefe ausgehoben werden muss.
  • Nachdem das Loch ausgehoben wurde, wird der Untergrund bzw. der Boden und die Seitenbereiche festgeklopft.
  • Dadurch bekommt der Betonteich Halt und es kann kein loses Erdreich in den noch flüssigen Beton fallen.
Betonteiche sind aufwändig im Selbstbau, aber langlebig und robustBei sanft abfallenden Seiten könnte das Loch nun an sich schon direkt mit Beton ausgegossen werden. Wobei anzumerken ist, dass viele Teichbauer dazu tendieren, dass Loch zuvor mit Teichfolie auszulegen, damit der Beton nicht von dem nassen Erdreich, dass ihn umgibt, angegriffen wird. Zudem bietet die Folie gewissen Schutz vor Kälte. Wenn die Seiten des Teichs hingegen sehr steil abfallen, sollte noch eine Verschalung gebaut werden, da der flüssige Beton sonst einfach zum Boden des Lochs fließen würde.

In Bezug auf das Gefälle des Teichs ist zudem noch anzumerken, dass mithilfe einer Verschalung zwar auch absolut senkrechte Seitenwände möglich sind. Allerdings ist davon klar abzuraten, da das Eis, das sich im kalten Wintern im Teich bildet, einen so großen Druck auf die Teichseiten ausüben würde, dass sie im schlimmsten Fall bersten könnten. Daher sollten die Seiten unbedingt schräg betoniert werden, damit sich das Eis besser ausbreiten kann und dadurch deutlich weniger Druck ausübt. Wer nicht davor zurückschreckt, den Betonteich jedes Jahr zum Winter hin komplett zu leeren und im Frühjahr wieder frisch
aufzufüllen, kann hingegen

bedenkenlos einen Teich mit geraden Wänden anlegen.

In Bezug auf den Beton selbst ist wiederum anzumerken, dass er für große Teichs mittels einer speziellen Einlage aus Stahl oder einem Glasfaser- respektive Kunstfasergewebe armiert werden muss, da er sonst Risse bilden könnte. Außerdem muss der Beton während der Zeit des Abbindens permanent vor der Sonne geschützt und fortlaufend angefeuchtet werden, da er sonst zu sehr austrocknen könnte, was abermals eine Rissbildung begünstigen würde. Zum Anfeuchten eignen sich Stoffbahnen, die man ab und an in Wasser taucht oder regelmäßig besprüht. Sollte beim Teichbau eine Verschalung genutzt worden sein, darf diese erst dann entfernt werden, wenn der Beton vollkommen ausgehärtet ist. Abschließend ist noch darauf hinzuweisen, dass zumindest ein unverschalter idealerweise in einem einzigen Arbeitsgang gegossen wird, weshalb man je nach Teichgröße ein Betonmischfahrzeug ordern sollte.

Das Abdichten des Betonteichs

Während des Aushärtens und in den Tagen danach sondert der Beton Kalk ab. Dieser Kalk muss spätestens dann, wenn man Fische in seinem Betonteich halten möchten, rückstandslos entfernt werden. Damit der Beton absolut wasserdicht ist und definitiv keinen Kalk mehr freigeben kann, sollte er nach der gründlichen Reinigung durch einen mehrfachen Anstrich mit spezieller Farbe versiegelt werden. Diese Farbe sollte selbstverständlich wasserfest, frostbeständig und vollkommen ungiftig sein. Vor dem Anstrich sollte der Beton allerdings grundiert werden, damit die Farbe perfekt haften kann. Alternativ zur Farbe bietet sich noch herkömmliche Teichfolie an, die im gesamten Betonteich bündig und faltenfrei ausgelegt wird. Neben herkömmliche Folie gibt es noch sogenannte Flüssigfolie, mit der man den Beton anstreichen kann. Auch bei der flüssigen Folie gilt, dass der Beton vor dem Anstrich grundiert werden sollte.

Der Nachteil von Betonteichen liegt in ihrer aufwändigen InstandhaltungDes Weiteren findet man im Fachhandel noch diverse Dichtschlämme, die ebenfalls zu Versiegeln des Betonteichs geeignet sind. Allerdings sollte bei den Schlämmen sowie bei den Farben, Siegellacken und Folien darauf geachtet werden, dass sie giftstofffrei sind und auch sonst keine unliebsamen Inhaltstoffe an das Wasser abgeben können. Abschließend ist noch darauf hinzuweisen, dass bei der Versieglung möglichst akribisch gearbeitet werden sollte, da sich undichte Stellen im Nachhinein nur noch schwer zu beheben sind, sobald der Teich bepflanzt und mit Wasser gefüllt ist.

Wissenswertes zu Betonteichen in Kürze

Einen Betonteich anzulegen, mag auf Anhieb überaus aufwendig, dementsprechend zeitraubend und aufgrund des relativ hohen Materialbedarfs ausgesprochen kostspielig anmuten. Allerdings lohnen sich der Aufwand und die Kosten, da ein fachgerecht angelegter Betonteich nahezu unverwüstlich ist. Aus diesem Grund sollte man sich aber unbedingt ausreichend Zeit bei der Planung lassen, zumal sich größere Änderungen an einem fertiggestellten Betonteich nicht mehr ohne Weiteres vornehmen lassen.

Vorteile

  • Die Abnutzung ist sehr gering.
  • Witterungseinflüsse haben keine Auswirkungen auf das Material.
  • Und selbst wenn Tiere darin schwimmen, nimmt der Beton auf Dauer keinen Schaden.
Nachteile
  • Allerdings kann es passieren, dass in einem besonders kalten Winter der Beton Risse bekommt.
  • Diese müssen repariert werden, was sehr aufwendig sein kann, wenn der Teich sehr groß und mit Pflanzen gut gefüllt ist.
  • Um Risse zu vermeiden, muss der Beton armiert werden.
Das bedeutet, dass eine spezielle Betoneinlage nötig ist, meist aus Stahl (Stahlbeton). Ebenso können Glasfaser- oder Kunstfasergewebe verwendet werden. Alles in allem ist das aber ziemlich aufwändig und auch teuer. Übung in der Verarbeitung und mit den zur Stabilisierung nötigen Baustahlmatten sollte man mitbringen, es ist nicht so einfach.

Bauliche Veränderungen an einem Betonteich sind fast unmöglich zu erreichen. Da muss man dann schon zum Presslufthammer greifen.  Außerdem muss der Beton durch einen Farbanstrich vor der Auflösung durch die im Wasser enthaltenen Säuren geschützt werden. Je nach Farbe muss dieser Anstrich alle paar Jahre erneuert werden. Das heißt, der Teich muss komplett geräumt werden, was unter Umständen ein enormer Aufwand sein kann..