Einmalige und laufende Kosten für den Koiteich

KoiteichAusschlaggebend ist natürlich auch die Größe des Teiches und aus welchem Material er besteht. Die Größe der Teichanlage bestimmt nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die des Unterhalts. Einen großen Posten nimmt die Technik ein, die gesamte Filteranlage und was alles dazu gehört. Natürlich ist auch die gesamte Gestaltung der Teichanlage und Umrandung wichtig. Die Fische sind meist auch nicht billig. Es kommt also allerhand zusammen.

Einmalige Kosten

Die einmaligen Kosten beziehen sich auf das Anlegen des Teiches,

angefangen von der Planung (wenn man sich einem Fachmann anvertraut), dem Ausheben der Grube, dem Anlegen des Teiches und dem Einbau der gesamten Technik, bis hin zum Kauf der Koi. Diese Kosten sind recht hoch, je nachdem, wie viel selbst getan werden kann und wie viel Fachleute man bezahlen muss. Für Anfänger, die sich noch nicht so gut auskennen und auch keine Beziehungen haben, kann der Einkauf der Technik teuer werden, je nachdem, ob man an einen seriösen Verkäufer gerät oder an einen, der nur einmal richtig abschöpfen möchte. Es gibt da große Unterschiede. Um die herauszufinden, lohnt es sich, sich erst einmal in das Thema Koi und ihre Bedürfnisse einzulesen.

Teichaufbau

Ein Koiteich sollte mindestens 5.000 Liter Wasser fassen, 10.000 wären besser. Koi sind nicht gern allein, weshalb man schon eine größere Gruppe, mindestens 5 Tiere, besser mehr, anschaffen sollte. Koi wachsen kräftig, das muss berücksichtigt werden. Der Teich sollte mindesten 1,80 m tief sein, damit auch im Winter eine Temperatur von um die 4°C erreicht wird. Man rechnet mit 1.000 Litern Wasser pro Koi, besser sind allerdings 3.000. Das Volumen bestimmt die Wasserqualität, die Wassertemperatur, den Pflege- und Energieaufwand, die Baukosten und die Unterhaltskosten. Beim Bau kommt es darauf an, was alles selbst gemacht werden kann und was von Fachbetrieben ausgeführt werden muss. Schon das Ausschachten kann ein Problem werden, ebenso wie die Frage, wohin mit dem Aushub. Werden Maschinen (Bagger) benötigt und ein LKW für den Abtransport der Erde? Bei großen Teichen kommt da einiges zusammen. Auch wenn der Boden geglättet werden muss, fallen Kosten an. Wenn steile Uferpartien mit Zement befestigt werden oder der Untergrund wegen zu viel Steinen, kostet das zusätzlich. Teichfolie kann man selbst verlegen oder aber verlegen lassen. Das ist besonders dann ratsam, wenn diese vor Ort verschweißt werden muss.
  • Fertigteichbecken aus GFK – 11.000 Liter für etwa 2.500 Euro
  • Folienteich – hat einen entscheidenden Nachteil, durch die Falten, die beim Verlegen entstehen, kann er nicht ausreichend gesäubert werden. In den Falten siedeln Keime, die häufig zu Erkrankungen führen. Die Folie sollte mindestens 1 mm dick sein, besser 1,2 oder 1,5 mm
  • 1mm dicke PVC-Folie – ab 3,50 Euro pro m²
  • 1 mm dicke PE-Folie – ab reichlich 4 Euro (4,20) pro m²
  • 1mm dicke EPDM-Folie – ab 7 Euro pro m²
  • Schutzvlies – etwa 1,5 Euro  pro m²
  • GFK- individuell angelegter Teich – man braucht mindestens 3 Lagen GFK-Matten (450g/m²) – ein kg Polyesterharz + 1 m² dieser Glasfasermatte kosten ab reichlich 10 Euro
  • Abfuhr von Erde – 7 cbm Container – etwa 100 Euro
  • Betonteich, verstärkt mit mindestens einer Schicht GFK – oft preisintensivste Variante, wenn man nicht selbst mauern kann – Preise je nach verwendeten Steinen, der cbm Beton kostet frei Baustelle ca. 100 Euro,

    dazu kommen Estrichmatten für die Stabilität und natürlich Polyesterharz und GFK-Matten
Insgesamt ist der Teichaufbau in der Regel das teuerste an der Koihaltung. Man sollte es aber gleich richtig machen, damit erspart man sich Ausbesserung und Umbau. Beides wird meist teurer.

Technik
Schöner Koiteich
Koi sind in der Haltung deutlich anspruchsvoller als normale Gartenteichfische. Ohne entsprechende Technik geht da nichts. Diese Planung sollte man sich als Laie unbedingt von einem Fachmann machen lassen. Das ganze Abfluss- und Filtersystem ist wichtig und sollte funktionieren, einschließlich Bodenabfluss und seitliche Abflüsse. Bei den Pumpen gibt es große Unterschiede im Preis. Billige Pumpen müssen nicht generell schlecht sein, aber Erfahrungswerte zeigen, dass sie meist deutlich früher ausfallen, als Markenprodukte. Wenn man dreimal billig kauft, kann man auch ein mal teurer genehmigen. Das Teichvolumen sollte mindesten alle zwei Stunden einmal komplett umgewälzt werden. Das ist das wichtigste Kriterium beim Pumpenkauf. Eine stündliche Umwälzung ist allerdings noch besser für die Gesundheit der Koi.
  • Eine, besser zwei Pumpen mit einer realen Pumpleistung von ca. 10.000 Litern pro Stunde und
    möglichst geringem Stromverbrauch – etwa 300 Euro
  • Oberflächenskimmer zur Reinhaltung der Wasseroberfläche  - etwa ab 80 Euro
  • Filter, der mechanisch und biologisch für klares Wasser sorgt – ab 200 Euro
  • Leitungssystem – kommt auf Teichgröße an
  • UVC-Gerät - 4 W UVC - Leistung pro m³ Teichwasser – ab 150 Euro
  • Zusätzliche Membranpumpe für Sauerstoff ( ab 1.000 l/h) – ab 50 Euro
  • Teichheizung – ab 150 Euro
  • Photometer – zur Wasserkontrolle – gute Geräte ab 300 Euro, meist mehr
Koi

Bei den Koi selbst gibt es extreme Unterschiede. Man kann solche für 1 Euro kaufen, aber auch für 500.000 Euro. Echte Japankoi sind deutlich teurer als solche, aus europäischer Nachzucht. Laien erkennen kaum einen Unterschied und viele Teichbesitzer kommen gut klar mit den Tieren, wenn sie nur 10 Euro gekostet haben. Kaum einer kennt sich mit den Preisen wirklich aus. Für Anfänger eignen sie sich ganz wunderbar. Wen dann das Suchtfieber packt und wer genügend Erfahrungen gesammelt hat, der kann es dann auch mal mit teureren Fischen probieren. Bevor man Tausende Euro investiert, ist darüber nachzudenken, wie man den gefräßigen Reihern das Fischen vermiesen kann. Diese haben nämlich schon ganze Teiche leergefischt.

Teichplanung und Erstellung vom Fachmann

Wer eine Spezialfirma mit der Planung und dem Bau eines Koiteiches beauftragt und sämtliche Arbeiten in deren Hände gibt, muss mit 500 bis 1.000 Euro pro 1.000 Liter Wasservolumen rechnen. Da kommt ganz schön was zusammen, obwohl es immer auf die Gegebenheiten ankommt und natürlich auf die Wünsche des Bauherren. Wer viele Arbeiten selbst erledigen kann und kaum oder gar nicht auf die Hilfe von Fachleuten zahlen braucht, für den sind 5.000 Euro für den Bau des Teiches eine realistische Summe. Allerdings wird es ein eher kleiner und unkomplizierter Koiteich, eher etwas für Anfänger, mit 10.000 bis 12.000 Liter Fassungsvermögen. Wer Hilfe benötigt, sollte gut und gerne mit der doppelten Summe kalkulieren, auch wer größer baut, muss deutlich mehr einplanen. Die meisten Koiteiche liegen bei einem Fassungsvermögen von rund 30.000 Litern.

Laufende Kosten des Koiteiches

Die laufenden Kosten beim Koiteich sind nicht zu unterschätzen. Da kommt monatlich allerhand zusammen. Allerdings können die Kosten nicht so pauschal angegeben werden, sie richten sich nämlich nach Pumpe und Filter, der Besatzdichte, ob man ganzjährig eine Mindesttemperatur von 15°C einhalten möchte und nach einigen anderen Faktoren.

Wasserwechsel

Pro Woche sollte ein 10prozentiger Wasserwechsel vorgenommen werden. Bei 11.000 Litern sind das gut 1.1000 Liter in der Woche, 4.400 Liter im Monat und etwa 50 cbm im Jahr. Je nach Wasserpreis kommen da reichlich 100 Euro zusammen. Abwasser muss außerdem bezahlt werden, es sei denn, man hat das Glück und wurde befreit. Dazu muss das Wasser im Garten versickern. Zu bedenken ist, dass es sich bei einem 11.000 Liter fassenden Teich um einen sehr kleinen Koiteich handelt.

Stromkosten

KoiteichDie Stromkosten liegen je nach Technik zwischen 30 und 100 Euro im Monat. Große Teiche beinhalten meist viel Technik, also mehrere Pumpen, Skimmer usw. und das kostet. Wer zusätzlich heizt, muss mit mehr rechnen. Kleine Teiche sind beim Unterhalt am günstigsten. Dafür gibt es leider häufig Probleme mit der Gesundheit der Karpfen. Dann steigen die Tierarztkosten.

Futter

Beim Futter kommt es natürlich darauf an, wie viel Koi vorhanden sind und wie groß diese sind. Außerdem gibt es reine Fressmaschinen. Richtige Liebhaber füttern ausschließlich teures Markenfutter, aber viele Koibesitzer kommen auch mit preiswerterem Futter zurecht. Wichtig sind hochwertige Inhaltsstoffe und die haben ihren Preis. Für den 11.000 Liter Teich mit 10 Koi muss man zwischen 10 und 40 Euro pro Monat rechnen, bei einer Fischgröße von 30 bis 40 cm. Es geht auch teurer, aber nach oben sind die Grenzen ja sowieso offen, zumindest bei Koi. Wer für einen solchen Fisch 1.000 Euro und mehr ausgibt, der füttert auch nur bestes Futter, schließlich soll es dem Tier gut gehen. Beim Futter muss etwas experimentiert werden, bis man das Optimum für seine Koi herausgefunden hat.

Tierarztkosten

Tierarztkosten können schlecht kalkuliert werden. Es kommt darauf an, wie viele Fische betroffen sind und was für Krankheiten sie haben. Unter 300 Euro geht so ein Tierarztbesuch selten ab, so zumindest erfährt man in zahlreichen Foren. Am besten, man legt monatlich 100 Euro auf die Seite und spart schon mal etwas an, dann ist man auf der sicheren Seite.

Fazit

Einen Koiteich zu bauen ist nicht ganz einfach und vor allem nicht billig. Es kommt allerdings immer darauf an, was genau geplant ist und wie viel davon selbst erledigt werden kann. Es ist möglich, einen Koiteich für 5.000 Euro zu bauen, aber er wird eher klein sein und ganz einfach gehalten. Fachleute, die einem helfen, kosten richtig Geld. Sie können einen Teichbau preislich verdoppeln oder sogar verdreifachen, je nach Plan. Für handwerklich ungeschickte Koiliebhaber, die auch keinerlei Kontakte haben, wird es am teuersten. Wer alles in Fremdleistung machen lässt, kommt selten unter einem fünfstelligen Betrag zurecht. Koihalter mit Erfahrung geben an, dass sie durchschnittlich 100 Euro für ihren Teich ausgeben, Tierarztkosten und Fischkäufe nicht mit eingerechnet. Ausgenommen sind auch Neuanschaffungen an Technik und die Teichgestaltung. Für sehr große Teiche mit einem Fischbestand von 30 bis 40 Tieren muss man natürlich deutlich mehr rechnen. Allein das Futter kostet dann soviel. Ein Koiteich ist ein teures Hobby und nichts für Menschen, die mit ihren Finanzen ziemlich rechnen müssen. Der Bau eine Teiches will gut überlegt sein und ich will hier einmal warnen. Wer vom Koifieber infiziert ist, dem sind die Kosten schnell egal. Man kommt nicht wieder von los. Viele Hobbys kosten schließlich richtig Geld und dieses hier ist ein besonders schönes.