So bauen und bepflanzen Sie einen Terrassenteich selber

TerrassenteichEs gibt unterschiedliche Möglichkeiten, einen Terrassenteich anzulegen. Häufig genutzt werden formale Becken. Das kann schon eine große, rechteckige Mörtelwanne sein, die in den Boden eingelassen wird. Die Ränder werden durch den Terrassenbelag kaschiert. Häufig werden die Becken auch gemauert, so lässt sich jede Form bilden. Die Gestaltung ist gleichzeitig modern und zeitlos. Häufig wird auf eine Bepflanzung verzichtet und stattdessen mit Wasserspielen, Fontänen und Kiesel oder anderen Steinen und Muscheln dekoriert. Sehr beliebt sind auch Wasserfälle. Die Möglichkeiten der Gestaltung sind

vielfältig.

Häufig werden einfach Gefäße als Terrassenteich genutzt. Ob Zinkwanne, altes Weinfass, Keramik- oder Kunststoffgefäße, die Auswahl ist groß. Sehr schön wirken auch mehrere Gefäße, die zusammen in Szene gesetzt werden. In einem kann eine Fontäne installiert werden, eines wird mit höheren, eines mit niedrigeren Pflanzen ausgestattet. In den restlichen Becken können einfach Schwimmpflanzen auf die Wasseroberfläche gesetzt werden oder man nimmt nur einige Schwimmkerzen. Auch so lässt sich eine schöne Wasserlandschaft arrangieren. Die meisten Terrassenteiche werden aber richtig in oder um die Terrasse angelegt. Zuerst muss natürlich ein Plan her, wie alles aussehen muss. Am besten zeichnet man alles auf, gleich maßstabsgerecht. Je nachdem, welche Materialien genutzt werden sollen, muss alles gekauft und bereitgelegt werden. Für einen Terrassenteich an den Außenseiten muss meist erst einmal gegraben werden, um eine ausreichende Tiefe zu gewährleisten.

Terrassenteich aus Holz, mit Folie ausgekleidet

Eine recht einfache Lösung ist, einen Holzrahmen zu bauen und ihn anschließend mit Folie auszukleiden. Beim Holz muss man bedenken, dass es bei direktem Erdkontakt mit der Zeit anfängt zu faulen. Je nach Bodenbeschaffenheit geht das langsamer oder schneller vonstatten.

Das wird benötigt:

  • Pflöcke, welche die Einfassungsbretter halten
  • Einfassungsbretter für die Wände
  • Rahmenbretter für einen sauberen, breiten Abschluss
  • Teichfolie in entsprechender Größe
  • 1. Die Teichabmessungen abstecken, am besten mit Hilfe von Pflöcken und Schnüren.
  • 2. Die Erde bis in die gewünschte Tiefe ausheben. Mit einem kleinen Bagger geht es schneller, aber natürlich kann man es auch mit dem Spaten erledigen. Für die Feinarbeiten geht es sowieso nur mit Spaten und Schaufel.
  • 3. Als nächstes sind Löcher für die Schalungspfosten auszuheben. Man rechnet mit einem Abstand von 100 cm zwischen ihnen, auf jeden Fall in jede Ecke einen.
  • 4. Die Pfosten etwa 100 cm tief einbetonieren. Sie geben dem ganzen Becken Halt. Wichtig ist, dass sie gerade ausgerichtet sind, also immer mit der Wasserwaage arbeiten. Der Beton sollte einige Tage aushärten.
  • 5. Danach werden die Einfassungsbretter an den Pfosten montiert. Es wird immer zuerst an den Längsseiten begonnen, erst dann kommen die schmalen Seiten.
  • 6. Die Erde außen muss aufgefüllt werden. Damit der Druck das Holz nicht verbiegt, werden Schraubzwingen befestigt. Die breiten Seiten werden mit Eisenträgern oder ähnlichem gestützt, damit sie den Druck standhalten. Die Teile einfach von einer Seite zur anderen spannen. Oben noch einen Rand freilassen, denn die Folie muss noch außen befestigt werden.
  • 7. Das Wasserbecken selbst wird mit Teichfolie abgedichtet. Am besten geeignet ist Kautschukfolie (EPDM), 1mm stark. Man legt sie so aus, dass möglichst wenig Falten entstehen, bzw. zieht man die zahlreichen kleinen Falten glatt, so dass wenige große Falten entstehen. Die Folie oben über den Rand stehen lassen.
  • 8. Wasser einlassen, zu etwa 1/3, denn so zieht sich die Folie noch in die Ecken und man sieht, wie sie

    richtig liegt.
  • 9. Die Folie oben an den Rändern nach außen umschlagen, aber noch nicht abschneiden. Sie wird außen an den Einfassungsbrettern angetackert. Erst wenn alles gut hält, wird überschüssige Folie abgeschnitten.
  • 10. Nun die Erde bis zum Rand auffüllen und schön verfestigen.
  • 11. Als Abschluss wird der Rahmen auf die Wandbretter gesetzt. Ihn schneidet man auf Gehrung.
  • 12. Nun kann der Terrassenteich bepflanzt oder vollständig mit Wasser befüllt werden.
Terrassenteich aus Beton

Ein Terrassenteich aus Beton hat den Vorteil, dass er lange hält. Allerdings ist der Bau etwas aufwändiger. Man muss zuerst eine Verschalung anfertigen. Diese wird dann mit Beton verfüllt. In Baumärkten gibt es eine große Auswahl an Verschalungselementen. Man kann damit nicht nur rechteckige Terrassenteiche gestalten, sondern auch geschwungene, runde und viele andere Formen. Um Rissen vorzubeugen, die vor allem in strengen Winter entstehen, wenn der Teich zufriert, sollte eine spezielle Betoneinlage mitverbaut werden. Der Beton muss armiert werden.

Das wird benötigt:

  • GabionenVerschalungselemente
  • Beton
  • Bei großen Bauvorhaben – Betonmischer
  • Einlage aus Stahl oder Glasfaser
  • 1. Auch hier muss zuerst der spätere Terrassenteich abgesteckt werden.2.    Die Aushubarbeiten unterscheiden sich  ebenfalls nicht von den oben beschriebenen.
  • 2. Der Boden muss etwa 20 cm tiefer ausgehoben werden, denn die Betonschicht beansprucht ja
    auch Platz.
  • 3. Boden und Seitenwände sehr fest klopfen.
  • 4. Verschalung aufbauen. Bei einem Betonteich ist es notwendig, die Wände schräg zu gestalten, damit oben eine größere Fläche geschaffen wird. So kann sich im Winter Eis ungehindert nach den Seiten ausbreiten. Wer gerade Wände wünscht, sollte das Wasser im Winter ablassen
  • 5. Beton eingießen
  • 6. Einlage entweder zuvor in die Verschalung geben und nach dem Einfüllen der halben Menge in den weichen Beton stellen.
  • 7. Der Beton muss nun trocknen. Er ist ständig feucht bzw. nass zu halten. Am besten gelingt das mit Stoffbahnen oder Jute, welche man nass auf die Flächen gibt. Die müssen immer wieder befeuchtet werden, am besten durch Besprühen.
  • 8. Nach dem vollständigen Trocknen wird die Verschalung entfernt.
Wichtig ist, dass sie erst dann entfernt wird, wenn der Beton richtig ausgehärtet ist.

Tipp: Der Beton sondert während des Erhärtens Kalk ab. Diese Mengen sind schädlich für Pflanzen. Deshalb ist es wichtig, den Terrassenteich erst gründlich zu reinigen und ihn danach noch zusätzlich zu versiegeln. Dazu gibt es im Fachhandel entsprechende Mittel. Wichtig ist, dass darin keine Giftstoffe enthalten sind.

Terrassenteich aus EPDM-Folienbecken

Diese Folienteiche gibt es in zahlreichen Formen und Größen. Man kann sie fertig kaufen und einfach einbauen. Allerdings sind auch ganz variable Lösungen möglich. Mit flüssiger Folie kann so ein Teich in jeder Form gestaltet werden. Auch hier muss der Teich zuerst abgesteckt und ausgehoben werden. Der fertige Teich wird einfach in dieses Loch gestellt. Kleine Becken lasen sich ganz leicht von einer Person einfügen, bei größeren ist ein Helfer günstig. Wichtig hier ist, dass dann die Erde ringsum wieder ordentlich aufgefüllt wird. Man muss regelmäßig einschlämmen, damit sie nachrutscht. Außerdem ist das Substrat häufig zu verfestigen. Das EPDM-Becken muss ringsum fest eingebunden sein. Anschließend werden die Ränder des Beckens „versteckt“. Am einfachsten gelingt das, indem man die Terrasse etwas über die Ränder hinauszieht. Eine Holzterrasse mit entsprechendem Aufbau ist dafür besonders günstig.

Terrassenteich bepflanzen

Bei der Bepflanzung kommt es natürlich auf die Lage, Größe und Form des Teiches an. Ein Teich, der sich inmitten der Terrasse befindet, wird anders bepflanzt, als einer, der am Rand als Abschluss dient. Bei einem mittigen Teich kommen die höchsten Pflanzen in die Mitte und nach außen hin wird es flacher. Allerdings macht sich eine ausschließlich flache Bepflanzung oftmals besser. 1 bis 3 Seerosen allein wirken schon toll, da muss nichts dazu. Bei einem Teich am Rand oder außen werden die höheren Pflanzen in den hinteren Teil gepflanzt und nach vorn hin wird es immer flacher. Auch hier kann man ausschließlich Pflanzen in einer Höhe wählen, es kommt ganz darauf an, was gefällt. Günstig ist, auch noch Wasserfläche frei liegen zu lassen, damit sich das Licht brechen kann, das wirkt besonders gut.
Bei der Auswahl der Pflanzen auf die Winterhärte achten. Wer seine Gewächse nicht im Herbst herausnehmen und warm überwintern möchte, sollte winterharte Pflanzen auswählen. Allerdings bringt das nur etwas, wenn der Teich im Winter nicht durchfriert.

Geeignete Pflanzen für den Terrassenteich:

Sumpf- und Wasserpflanzen, meist für die Randzone genutzt
  • Sumpfdotterblume – gelbe Blüten von März bis Juni, Höhe 20 bis 30 cm, Breite 40 bis 50 cm
  • Sumpf-Wolfsmilch – gelbe Blüten von April bis Juni, Höhe 60 bis 100 cm, Breite 80 bis 100 cm
  • Sumpfschwertlilie – gelbe Blüten von Mai bis Juli, Höhe 80 bis 100 cm, Breite 30 bis 40 cm
  • Sumpf-Veilchen – blasslila bis lila-rosa Blüten, Höhe 5 bis 12 cm, Breite 15 bis 20 cm
  • Blut-Weiderich – purpur-rote Blüten von Juli bis September, Höhe 70 bis 120 cm, Tiefe 50 bis 60 cm
  • Sumpf-Vergissmeinnicht – weiße Blüten von Juli bis September, Höhe 10 bis 20 cm, Breite 20 cm
Unterwasserpflanzen, gegen Algen
  • WasserpflanzenDurchwachsenes Laichkraut – grünliche Blüte von Juni bis August, ab 50 cm Wassertiefe
  • Großes Nixenkraut – unscheinbare Unterwasserblüten, ab 30 cm Wassertiefe
  • Kanadische Wasserpest – weiße Blüten von Juni bis August, 50 bis 120 cm Wassertiefe, bildet stark Ausläufer
  • Wasserfeder – weiße bis hellrosa Blüten von Mai bis Juli, 30 bis 60 cm Wassertiefe
  • Raues Hornkraut – unscheinbare Blüten in den Blattachseln, 50 bis 120 cm Wassertiefe, freitreibend
Schwimmpflanzen, welche die Wasseroberfläche beschatten
  • Wasserhyazinthe – violett-blaue Blüten mit viel weiß von Juli bis Oktober, Höhe 10 bis 20 cm, Breite 20 cm
  • Wassernuss – Blüte Juli bis September, Höhe – flach auf dem Wasser liegend, Breite 40 bis 50 cm
  • Gewöhnlicher Froschbiss – weiße Blüten von Juni bis August, flach auf dem Wasser liegend, Blüte bis 10 cm, Breite bis 80 cm und mehr durch Ausläufer
  • Seekanne – kleine gelbe Blüten, bis 5 cm hoch von Juni bis August, Blätter flach auf dem Wasser liegend, kann große Flächen bedecken
Seerosen
  • Gelbe Teichrose
  • Zahlreiche Seerosen, abhängig von der Beckentiefe
  • Asiatische Zwergseerose
Günstig ist, die Gewächse, die am Boden stehen, in Pflanzkörbe zu setzen. So haben sie Halt, können sich nicht unkontrolliert vermehren und sind leicht wieder zu entnehmen. Auf Teicherde sollte verzichtet werden, denn sie enthält für so kleine Terrassenteiche zu viele Nährstoffe, welche wiederum die Algenblüte fördern. Um die Versorgung mit Sauerstoff zu erhöhen, kann eine Teichpumpe eingesetzt werden. Auch eine Wasserfontäne macht sich gut, wobei darauf geachtet werden muss, dass kein Wasser über den Rand des Terrassenteiches hinaus spritzt. Als besonderes Highlight kann der Teich auch beleuchtet werden. Teichlampen gibt es in verschiedenen Formen und Farben. Wer die Beleuchtung vergessen hat einzubauen, kann auch nachträglich noch viel gestalten. Inzwischen gibt es sogar schwimmende Leuchten.

Fazit

Terrassenteiche können mit wenig bis viel Aufwand gebaut und bepflanzt werden. Wer eine einfache Lösung sucht, kann einfach ein passendes Gefäß als Miniteich nehmen und bepflanzen. Richtig eingebaute Teiche sind etwas aufwändiger. Wer eine ganze Wasserlandschaft auf und um die Terrasse herum im Auge hat, sollte sich von Fachleuten gut beraten lassen. Heute ist viel möglich, kaum ein Wunsch ist nicht umsetzbar. Alles ist eine Frage des Preises. Wer nicht viel Geld ausgeben möchte, findet sicher auch eine Lösung. Für Hobbybastler gibt es viele Möglichkeiten. Fertige Becken sind sicher die einfachste. Formale Becken können aber auch ganz toll aussehen, es muss nicht immer eine komplizierte und teure Variante sein. Weniger ist manchmal mehr. Bei Terrassenteichen ist das häufig der Fall.