Anleitung: einen kleinen Wassergarten anlegen

Wenig Platz ist also kein Problem. Ein Wassergarten kommt mit wenig Raum aus. Es gibt ganz unterschiedliche Optionen, wie er angelegt werden kann. Einige Dinge müssen allerdings beachtet werden, vor allem, für bepflanzte Becken. Fische oder andere Tiere haben in diesen kleinen Gefäßen oder Becken nichts verloren, sie können darin nicht überleben. Bei Sonne wird das Wasser zu warm, der Sauerstoff reicht dann nicht aus, sie würden elendig krepieren.

Auswahl der Gefäße

Im Handel gibt es fertige Varianten von geeigneten Gefäßen zu kaufen, häufig sogar mit kleinem Wasserfall oder Springbrunnen. Einige können bepflanzt werden,

andere besser nicht. Bei der Auswahl der Gefäße sollte man an ihre Haltbarkeit denken und dass sie nicht zu schwer sind. Im Winter werden die Gefäße eingeräumt und wer will da schon schleppen. Oberflächen aus Caststone oder Polystone wirken wie Naturmaterialien, wobei auch Sand bzw. Stein enthalten sind. Das Gewicht ist allerdings deutlich reduziert. Auch ein Holzbottich ist geeignet, muss allerdings mit Teichfolie ausgekleidet werden. Sie wird am Rand festgetackert. Überstehende Folie kann abgeschnitten werden. Sehr schön wirken auch glasierte Tongefäße. In ihnen glitzert das Wasser besonders effektiv.
  • Große Auswahl an Gefäßen aus unterschiedlichen Materialien
  • Fieberglas
  • Caststone
  • Polystone
  • Holzbottiche
  • Zink – sehr ungünstig – Schadstoffe werden an das Wasser abgegeben
  • Glasierte Tongefäße
  • Kunststoff, alte Babywannen, große Sammelgefäße
  • Mindestvolumen – 40 Liter, je größer die Wassermenge, um so einfacher die Haltung des ökologischen Gleichgewichts, 50 cm Wassertiefe ist günstig, mindestens aber 30 cm
  • Mörtelkübel
  • Steingut
  • Natursteintröge
  • Alternativ für den Garten – Sprudelstein über einem in die Erde eingelassenen Wasserreservoir (kindersicher, wenn das Wasserbecken mit Steinen gefüllt oder ein Gitter darüber gelegt wird)
  • Sehr interessant - Hochteiche
  • Ebenfalls für den Garten – formale Becken
Kleinen Wassergarten anlegen

Der Einfachheit halber nimmt man eines der oben genannten Gefäße. Es sollte wasserdicht sein. Die beste Zeit einen solchen Wassergarten anzulegen ist zwischen April und Mai. Frost sollte nicht mehr zu erwarten sein, wenn man den Miniteich draußen aufstellen möchte. Auf einer geschützten Terrasse geht es schon ein wenig früher. Es werden folgende Dinge benötigt:
  • Gitterkörbe
  • Teichvlies
  • Teicherde oder Sand und Lehm im Verhältnis 3:1
  • Kieselsteine (Betonkies)
  • Pflanzschaufel
  • Gartenschere
  • Regenwasser aus der Tonne oder einem Wasserauffangbehälter
  • Ziegelstein(e)
  • Pflanzen
Vorbereitung der Pflanzung

Die für den Wassergarten gekauften Pflanzen müssen bis zum Einsetzen gut feucht gehalten werden. Außerdem sind die Gefäße gründlich zu reinigen. An den Wänden können sich leicht Bakterien und Krankheitskeime festsetzen und die müssen entfernt werden. Nicht alle Wasserpflanzen, die fest gepflanzt werden, mögen die gleiche Wassertiefe. Mit Ziegelsteinen, Kies oder anderen Steinen kann das Höhenniveau ausgeglichen werden.
  • 1. Gekaufte Pflanzen feucht halten
  • 2. Gefäße gründlich reinigen und am Ende sauber ausspülen, damit eventuell vorhandene Reste von Reinigungsmitteln entfernt werden.
  • 3. Gefäß an seinem vorbestimmten Platz stellen. Am besten ist ein halbschattiger Standort, ohne direkte Mittagssonne. Etwa 6 Sonnenstunden pro Tag sind das Minimum.
  • 4. Bodenniveau ausgleichen, also entweder mit Kies ein Tiefenprofil erarbeiten oder unterschiedlich hohe Ziegelsteine auf dem Untergrund platzieren.
Die Bepflanzung

Für die Bepflanzung eignen sich unterschiedliche Gewächse. Das Gefäß sollte für Pflanzen mindestens 30 cm Wassertiefe aufweisen, 50 sind besser, dann können auch Seerosen genutzt werden. Am besten ist, spezielle Pflanzkörbe, kleine Gitterkörbe zu nutzen. Wichtig bei der Verwendung von Teicherde ist, dass diese im Gefäß bleibt, nicht ausgespült wird. Normale Garten- oder Blumenerde darf nicht genutzt werden.
  • 5. Gitterkörbe mit Vlies ausschlagen. Großzügig berechnen, damit es oben noch zusammengeschlagen werden kann.
  • 6. Wurzelballen oder Rhizom in das ausgeschlagene Körbchen legen und mit Teicherde

    auffüllen. Für Seerosen kann Seerosensubstrat genutzt werden.
  • 7. Oberfläche festdrücken, Vliesränder nach innen schlagen und Kies darauf legen
  • 8. Probe mit Wasser, dass auch keine Erde ausgespült wird. Sie sollte nicht ins Wasser gelangen
  • 9. Alle Pflanzen so einsetzen
  • 10. Am Ende Wasser ins Gefäß füllen. Am besten ist Regenwasser.
Tipp: Wird Kies für den
Wassergarten verwendet, sollte er zuvor immer gewaschen werden. Ungewaschener Kies und auch andere ungewaschene Steine machen das Wasser trüb.


Geeignete Pflanzen

Bei der Auswahl der Pflanzen sollte man immer darauf achten, dass diese nicht zu groß, also zu hoch werden und sich nicht so rasch ausbreiten. Schnell ist die gesamte Wasseroberfläche zugewachsen dun das ist nicht Sinn der Sache.

Unterwasserpflanzen
  • Wasserhahnenfuß – Wassertiefe 30 bis 80 cm, Blüte Juni bis September, weiße Blüten, kann einem Meter lange Triebe bilden, nur für größere Wasserflächen, Stängel treiben auf dem Wasser, mag bewegtes Wasser, kommt gut mit kalkhaltigem Wasser klar, muss hin und wieder ausgelichtet werden
Schwimmpflanzen
  • Muschelblume – wird 5 bis 10 cm hoch, Blüte sehr selten, 30 bis 50 cm Wassertiefe, salatblättrige Blattrosetten, Wurzeln hängen im Wasser, erst Ende Mai ins Wasser setzen, mögen viel Sonne, warmes Wasser,  Ausläufer können abgetrennt werden
  • Schwimmfarn – wird 10 bis 15 cm hoch, blüht nicht, für 20 bis 50 cm tiefes Wasser, regelmäßig ovale Blättchen an kurzen, kaum verzweigten Trieben, pflanzbar ab April, Mai, mögen nährstoffreiches Wasser, starkwüchsig, immer wieder einige Blätter aus dem Wasser fischen, damit die Wasseroberfläche nicht zuwächst
Seerosen
  • Zwergseerose (Nymphaea candida) – Blütendurchmesser 8 bis 10 cm, Blüte von Juni bis August, Wassertiefe 25 bis 50 cm (bis 80 cm), dunkelgrüne runde Blätter (Durchmesser 20 cm), weiße Blüten, können ab Mai gepflanzt werden, im Frühling in Lehmkügelchen gekneteten Dünger in die Erde der Körbe drücken, winterhart, recht wuchsfreudig
  • Seerose (Nymphaea x pygmaea ‘Helvola’) – kleine gelbe Blüten, nur 2,5 cm Durchmesser, Blüte von Juni bis September, Wassertiefe 20 bis 25 cm, nicht winterhart, Blätter dunkelgrün, können rot bis rotbraun gestreift oder gefleckt sein, im Frühling düngen (wie eben beschrieben) ideal für Gefäßen, super zu blau blühenden Stauden am Rand
  • Seerose (Nymphaea x laydekeri (Sorten) – Blüten rosa (hell-lilarosa innen dunkler oder kräftig dunkelrot mit weißer Zeichnung, je nach Sorte), bis 10 cm Durchmesser, Blüte Juni bis September, Wassertiefe 25 bis 30 cm, Pflanzen ab Mitte Mai, schwachwüchsig, Düngen wie oben beschrieben, sehr blühwillig, ideal für Kübel
  • Vierkantige Seerose (Nymphaea tetragona) – kleine Blüten, nur 2,5 cm Durchmesser, reinweiß und duftend, Blüte von Juni bis September, Wassertiefe 10 bis 25 cm, pflanzbar ab Mitte Mai, zierlichste Seerose, wächst sogar in flachen Schalen, dann nicht im Freien überwintern (im Handel häufig unter dem Namen: Nymphaea x pygmaea ’Alba’)
Flachwasserpflanzen
  • Sumpfcalla – 15 bis 20 cm hoch und ebenso breit, Blüte weiß, zwischen Juni und Juli, bis 20 cm Tiefe, Blätter treiben direkt aus dem kriechenden Rhizom, Beeren im Herbst (giftig), pflanzen ab Ende April, ohne Pflanzgefäß, Rhizom einfach auf das Substrat legen und mit flachem Stein beschweren, stirbt im Winter häufig ab
  • Wasserfeder – wächst rasenartig, wird 20 bis 40 cm hoch, wintergrün, Blüte weiß bis zartrosa von Juni bis Juli, Wassertiefe bis 40 cm, Spross und Blätter unter Wasser, Blüten an kahlen Stängeln über Wasser, pflanzen ab Ende April, verträgt etwas Schatten, unbedingt weiches Wasser, möglichst saures Substrat, kann im Frühjahr zurückgeschnitten werden
  • Tannenwedel – im Flachwasser aufrechte Triebe mit nadelförmigen Blättchen, 20 bis 40 cm hoch und breit, unscheinbare Blüten von Juni bis August, Wassertiefe 10 bis 30 cm, pflanzen ab Ende April, stark wuchernde Ausläufer, deshalb unbedingt in Pflanzkorb setzen, Ausläufer regelmäßig abschneiden, ideal um Technik oder Ziegelsteine zu verstecken
  • Wasserschwertlilie – grüngelb gestreifte Blätter, bis 80 cm hoch, gelbe Blüten von Mai bis Juli, Pflanztiefe 5 bis 15 cm, braucht Sonne und nährstoffreiches Wasser, schöne Farbtupfer
Teichpumpe oder andere technischen Hilfsmittel?

Eine Teichpumpe ist nicht zwingend erforderlich, hilft aber, eine Algenplage zu vermeiden. Rein optisch ist auch eine kleine Fontäne sehr schön. Beide tragen zur Durchlüftung des Teiches bei. Wer allerdings eine Seerose im Behälter möchte, darf keine Fontäne installieren. Beide passen nicht zusammen. Seerosen mögen es nicht, wenn sie ständig besprüht werden. Auch zu viel Wasserbewegung gefällt ihnen nicht. Bei Wassergärten ohne Pflanzenbewuchs hilft meist nur Chemie, um Algen zu verhindern. Es gibt zahlreiche Mittel, die einfach ins Wasser gegeben werden und dieses klar halten. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Zusätze absolut ungefährlich sind, für den Menschen sowieso, aber auch für Haustiere und Vögel, Insekten und andere Gartenbewohner.

Fazit

Für einen kleinen Wassergarten ist überall Platz. Während man auf Balkon und Terrasse lieber Gefäße befüllt, können im Garten formale Teiche genutzt werden. Sie sehen einzeln gut aus, aber auch zu mehreren, beispielsweise in Reihe eingesetzt. Wichtig ist die Lage bzw. der Standort. Sonne wird benötigt, aber knallige Mittagssonne ist nicht ideal. Wer Pflanzen einsetzen möchte, muss sich die passenden Sorten aussuchen. Sie dürfen nicht zu groß werden und sich nicht ausbreiten. Außerdem sind Algen häufig ein Problem. Pflanzen bekämpfen sie, aber in pflanzenlosen Behältnissen wird es schwierig. Hier muss häufig auf Chemie zurückgegriffen werden. Wer Plätschern mag, kann eine Pumpe und/oder Fontäne nutzen. Auch im kleinsten Wasserbecken gibt es viele Gestaltungsmöglichkeiten.