Erdnüsse selbst anbauen - Pflege und Anzucht

Auch wenn es recht exotisch klingt, aber Erdnüsse lassen sich in unseren Breitengraden ganz gut selbst anbauen. Die aus Südamerika stammende, und bei uns sehr beliebte Knabberei, wächst am besten im Gewächshaus, da sie es ganz gerne warm und sonnig hat. Aber auch im Beet kann unter günstigen Wetterbedingungen die Erdnuss bei uns erfolgreich gezogen werden.

Erdnüsse selbst anbauen

Die Wärme und Sonnen liebende Pflanze kann auch bei uns sehr gut selbst angebaut werden. Als Samen eignen sich hierfür frische,

geschälte Erdnüsse, die weder gesalzen noch geröstet wurden. Erhältlich sind solche Erdnüsse in speziellen Lebensmittelgeschäften oder man pickt sie aus einer Vogelfuttermischung einfach heraus. Die Erdnusspflanze muss zuerst in kleinen Töpfen herangezogen werden, die mit feuchter Erde, im besten Fall mit Kakteenerde, gefüllt sind. Der Keimvorgang kann durch forcierte Luftfeuchtigkeit beschleunigt werden, indem der Topf mit einer Frischhaltefolie abgedeckt wird. Damit sich im inneren des Topfes aber kein Schimmel bildet, sollte die Folie mit einer Gabel oder mit einem Zahnstocher vorsichtig durchlöchert werden. Auch der obere Teil einer Plastikflasche eignet sich für ein Mini-Gewächshaus an der Fensterbank ganz hervorragend, wobei der Verschluss für die Durchlüftung abgeschraubt wird. Wenn man ein größeres Gewächshaus zur Verfügung hat, und mehrere Erdnusspflanzen direkt in einen Topf pflanzen möchte, dann sollte ein Abstand von zirka vier bis fünf Zentimeter zwischen den Nüssen eingehalten werden. Ist der Keimvorgang im vollen Gange, schränkt man die Wasserzufuhr etwas ein. Die Pflanzen gedeihen am besten in der prallen Sonne, aber zumindest warm und hell sollte es sein. Ab einer Pflanzengröße von zehn Zentimeter setzt man die Pflanze dann in einen größeren und eigenen Topf. Die Erde sollte auch hier mit einer Sandmischung oder mit einer Kakteenerde durchmischt werden.

Ideale Standortbedingungen sind entscheidend für den erfolgreichen Anbau der Pflanze

Die optimalen Standortbedingungen sind ein vor Zugluft geschützter Wintergarten oder ein Gewächshaus, sowie eine Temperatur von 25 bis 30 Grad Celsius. Ist ein besonders heißer Sommer zu erwarten, kann man die Kultivierung der Erdnusspflanze auch im Beet wagen. Hierfür wird gegen Ende März die Erdnuss direkt in die Erde gepflanzt, wobei im Beet allerdings ein sehr großer Pflanzenabstand von etwa 30 Zentimeter eingehalten werden sollte. Die Keimphase dauert hier etwa 6 Wochen. Natürlich kann auch am Beet ein künstliches Gewächshaus mit halbierten Plastikflaschen währen der Keimphase zum Schutz über den Samen gestülpt werden.

Pflege der Erdnuss bis zur Ernte: Gießen, Düngen, Beobachten und Schädlingsbekämpfung

Eine gleichmäßig feuchte Erde ist nur während der Keimphase nötig, danach benötigt die Pflanze nur mehr sehr wenig Wasser. Wird sie in einem Topf gezogen, sollte dieser besonders wasserdurchlässig sein, damit sich keine Staunässe bilden kann. Terrakottatöpfe sind den Plastiktöpfen auf jeden Fall vorzuziehen. Im Frühjahr beginnt dann eine kurze Blütenphase von etwa zwei Tagen. Danach wächst der Fruchtstiel ins Erdreich zurück und bildet dort die Nüsse. Falls die Erdnusspflanze im Topf gezogen wird, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Blütenstängel nicht über den Topfrand hängen. Am besten, man hilft ein wenig nach, indem man die Blüten direkt in die Erde steckt und diese leicht andrückt, damit sie dort ihre Früchte bilden können. Es macht Sinn und unterstützt das Wachstum sowie die Fruchtbildung, wenn die Erdnusspflanze im Frühjahr und im Sommer

alle vier bis sechs Wochen mit einem Volldünger mäßig versorgt wird. Auch ein Gemüsedünger eignet sich für die Erdnüsse. Ab Mitte des Jahres sollten die Düngergaben allerdings eingestellt werden. Grundsätzlich ist die Erdnusspflanze sehr pflegeleicht. Gegossen sollte nach der Keimphase nur sehr wenig aber doch regelmäßig, damit die Pflanze nicht austrocknet. Die
Trauermücke, oder auch Moosfliege genannt, ist eine Schädlingsart, die den feuchten und warmen Boden der Erdnusspflanze besonders mag. Die Mücken sind etwa 1 bis 6 Millimeter groß und legen zu hundert ihre Eier in Blumentöpfen ab. Zur biologischen Entfernung, oder besser noch zur Vorbeugung gegen solche Schädlinge, bietet sich eine etwa ein Zentimeter dicke Sandschicht an, die auf die Oberfläche der Erde verteilt wird. Hier können die Trauermücken ihre Eier nicht ablegen.

Im Herbst wird geerntet, inklusive Samen für das kommende Jahr

Erstes Anzeichen für reife Früchte im Boden der Erdnusspflanze sind die gelblich gefärbten Blätter. Zum Ernten zieht man die Pflanze mit samt der Wurzel aus der Erde. Die Hülsenfrüchte hängen daran und können dann sehr leicht geerntet werden. Die Erdnusspflanze ist einjährig und kann nach der Ernte nicht wieder in den Topf gesetzt werden. Sie muss im nächsten Jahr neu gezogen werden, am besten aus den Nüssen der letzten Ernte. Vor dem Verzehr müssen die Nüsse zuerst einmal getrocknet werden. Die restlichen Wurzeln sind ein immenser Nährstofflieferant und eignen sich ideal für den Komposthaufen und als Düngemittel. Deshalb sollten sie nicht weggeworfen werden. Wer trotzdem probieren möchte, die Erdnuss in der Wohnung über den Winter hindurch zu ziehen, sollte darauf achten, dass die Pflanze nie ganz austrocknet und sie mit extra Lampen beleuchtet wird, da das Sonnenlicht, das bei uns im Winter zur Verfügung steht, für ein weiteres Wachsen der Erdnusspflanze nicht ausreicht. Die Temperatur sollte niemals unter 20 Grad Celsius fallen, da auch unter kälteren Bedingungen das Pflänzchen keine Chance hat.

Fazit

Auch wenn man als Hobbygärtner vielleicht nie daran gedacht hat, Erdnüsse selbst anzubauen, es ist möglich. Die Erdnusspflanze fühlt sich im geschützten Bereich eines Glasgewächshauses am wohlsten und wird hier sicher die größten Erträge liefern. Aber auch im Freiland wurde die Erdnuss in Deutschland schon sehr erfolgreich gezogen. Voraussetzung hierfür ist ein besonders warmer und sonnenreicher Sommer. Dadurch, dass das Saatgut sehr leicht und kostengünstig zu bekommen ist, ist praktisch nichts verloren, es einfach mal auszuprobieren.
 
Anzucht

Man nimmt einfach eine oder mehrere Erdnüsse und pflanzt sie in Erde, am besten in Anzuchterde. Der Pflanzabstand sollte 4 bis 5 cm betragen. Manche verwenden auch nährstoffarmen Sandboden. Man kann ja auch beides probieren. Die Erde muss immer schön gleichmäßig feucht gehalten werden, aber nicht nass. Sobald die Sämlinge zu keimen beginnen, schränkt man die Wasserzufuhr ein. Die Erdnusssämlinge mögen es hell und warm, sie dürfen auch schon in die volle Sonne.

Wegen ihrem hohen Licht- und Wärmebedarf ist es ideal, die Erdnuss unter Glas heranzuziehen.
Ist die Pflanze ca. 10 cm groß, muss sie einen eigenen Topf erhalten.

Pflege

Die Pflanzen an sich sind pflegeleicht und genügsam. Regelmäßig Gießen, aber nicht zu stark und alle vier bis sechs Wochen Düngen ist ausreichend. Man kann auch ganz auf die Düngergaben verzichten, so ab Mitte des Jahres. Im Herbst und Winter benötigt die Erdnusspflanze so gut wie kein Wasser mehr.

Der Boden, in dem sich die Pflanzen wohl fühlen, sollte sandhaltig sein und darf keinen Torf enthalten. Durch den Sand wird die Erde durchlässig, stehende Nässe und dauernde Feuchtigkeit sind tödlich für Erdnussgewächse. Die Pflanze benötigt viel Licht und Wärme und das im gesamten Jahr. Temperaturen um die 25 Grad sind ideal. Auch Sonnenschein mögen die Pflanzen. Im Schatten stellen sie ihr Wachstum fast ein. Im Winter benötigen die Erdnusspflanzen eine oder mehrere Pflanzenleuchten. Selbst auf dem Fensterbrett ist es ihnen zu dunkel.

Nach dem Blühen der Pflanzen neigen sich die Blütenstängel nach unten, in Richtung Erde. Jetzt muss man aufpassen, dass alle Stängel in die Erde wachsen können und nicht über den Rand hinaushängen. Man kann etwas nachhelfen und die Blüten in die Erde stecken und leicht andrücken.

An- und Aufzucht im Garten

Man kann Erdnüsse auch im Beet im Garten kultivieren. Allerdings sollte der Sommer warm sein und der Standort sonnig.  Ende März werden die Nüsse in die Erde gesteckt. Der Pflanzabstand sollte recht groß sein, etwa 30 cm, damit die Pflanzen gut wachsen können. Nach etwa 6 Wochen zeigen sich erste grüne Spitzen. Düngung nur sparsam oder eher nicht düngen. Im Freien werden die Pflanzen nicht ganz so groß. Es gibt durchaus schon einige Hobbygärtner in Deutschland, die mit der Erdnussanzucht im Garten Erfolg hatten.