Gartenabfälle verbrennen - was darf man tun?

Feuer im Garten ist nicht immer legal - wir informierenDer eigene Garten ist für viele Gartenbesitzer die Wohlfühloase schlechthin. Die Arbeit die anfällt wird geradezu begeistert gemacht, aber jedes Jahr stehen viele Gartenbesitzer vor dem Problem: Wohin mit dem Baumverschnitt, den abgeschnittenen Zweigen und den geschnittenen Hecken? Mancher denkt da an ein kleines Feuer und die Gartenabfälle lösen sich in nichts auf. Generell ist das aber nicht erlaubt.

Wie ist die Rechtslage bei Gartenabfällen verbrennen?

Feste Stoffe dürfen auch

im eigenen Garten bundesweit nicht verbrannt werden. Die einzelnen Bundesländer haben allerdings Sonderregelungen erlassen, die es erlauben, ein Feuer mit trockenen Pflanzenabfällen zu entzünden. Jedes Bundesland hat seine eigenen Vorschriften, was den Umfang und den Zeitpunkt angeht. Es gibt keine einheitliche gesetzliche Vorschrift die das Verbrennen von Gartenabfällen erlaubt, ebenso wenig gibt es eine einheitlich betitelte Vorschrift zu Sondervorschriften. In der Abfallkompost- oder Verbrennungsverordnung oder im Immissionsschutzgesetz kann man Informationen finden.

Die zuständige Behörde gibt Auskunft

Welche Behörde in bestimmtem Fall zuständig ist, kann bei der Gemeinde im Rathaus erfragt werden. Dort wird auch mitgeteilt, ob es besondere Regelungen im Einzelfall gibt. So kann beispielsweise in Berlin, Hamburg oder Niedersachen generell nichts verbrannt werden. Wer Gartenabfälle verbrennen will, muss die Vorschriften des einzelnen Bundeslandes zur Brandverhütung beachten. So wird ein Mindestabstand zur Feuerstelle und zu brennbaren und leicht entzündlichen Stoffen festgeschrieben. Wer gegen ein Verbrennungsverbot oder gegen die Brandschutzvorschriften verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Auskunft je nach Bundesland geben öffentliche Entsorgungsträger, Polizeibehörden oder Ordnungsämter. Antworten auf Ausnahmeregelungen sowie regionale Besonderheiten erfährt man bei der Gemeindeverwaltung.

10 Tipps für das Abbrennen von Gartenabfällen

Wer seine Gartenabfälle fachgerecht und vorschriftsmäßig entsorgen möchte, der erhält 10 Tipps zum Verbrennen der Gartenabfälle:
  1. Auch wenn die Gemeindeverwaltung das Verbrennungsverbot für Gartenabfälle entspannt hat, darf dennoch nicht wahllos ein Feuer entzündet werden.
  2. In den meisten Vorschriften zum Verbrennen von Gartenabfällen wird nur ein kleines Holzfeuer (z.B. in einem Feuerkorb oder in einer festen Feuerstelle) erlaubt. Dabei müssen Fristen eingehalten werden, z.B. nur zweimal im Monat oder zu bestimmten Zeiten beispielsweise von 8 bis 18 Uhr.
  3. Welche Gartenabfälle verbrannt werden dürfen, ist meist auch klar bestimmt (z.B. nur trockenes und geschnittenes Holz). Dann dürfen aber sonst keine Gartenabfälle verbrannt werden, z.B. Laub.
  4. Steht in der Ortssatzung, dass das Verbrennen von Gartenabfällen erlaubt ist, muss der Gartenbesitzer sich automatisch an die landestypische Brandschutzverordnung halten.
  5. Wer plant in seinem Garten ein Feuer anzuzünden, sollte sich vorher beim Ordnungsamt oder bei der Feuerwehr nach den Sicherheitsstandards erkundigen.
  6. Gerade die in der Brandschutzverordnung festgelegten Mindestabstände zu Wäldern und Feldern und öffentlichen Wegen sollten beachtet werden.
  7. Außerdem darf der Nachbar von der Rauchentwicklung nicht belästigt werden. Passiert das dennoch und er wird durch das Feuer stark beeinträchtigt, so kann er einen Unterlassungsanspruch erwirken.
  8. Reagiert der Gartenbesitzer darauf nicht, kann das Unterbinden von Gartenfeuern eingeklagt werden. In manchen Bundesländern wird aber vorher ein Schlichtungsverfahren eingeleitet.
  9. Dürfen in der Region des Gartenbesitzers gar keine Gartenabfälle verbrannt werden und es besteht auch sonst keine Möglichkeit der Entsorgung, so darf Laub und Grünzeug zum zuständigen Wertstoffsammelhof gebracht werden. Die Entsorgung ist dann kostenlos.
  10. Der ökologisch bewusste Gartenbesitzer weiß natürlich längst, dass das Verbrennen von Gartenabfällen nicht mehr zeitgemäß ist. So bietet Blatt- und Strauchwerk, Äste und Reisig

    Nistmöglichkeiten für Vögel oder als Winterschutz für Igel. In geschredderter Form können sie als Mulch oder als Gartenerde wieder verwendet werden.
Unkraut mit Feuer beseitigen ist nicht zu verwechseln mit dem Verbrennen von Gartenabfällen
src="images/2014/gartenpflege/unkraut-flamme-hg-fl.jpg" height="199" width="300" />Wenn der Gartenbesitzer die Feuerstelle verlässt, so sollte er darauf achten, dass Glut und Feuer aus sind. Der verbrennende Abfall muss trocken sein, das Feuer darf auch nicht unbeaufsichtigt sein. Weht ein starker Wind ist ein Feuer zu unterlassen. Die entstehende Rauchentwicklung darf nicht nur den Nachbarn nicht belästigen, sondern auch den vorbeifahrenden Verkehr nicht. Es dürfen nur pflanzliche Abfälle ins Feuer gegeben werden, Baumstämme hingegen zählen nicht dazu. Auch dürfen keine Möbelstücke oder lackierte Möbel, Teer- oder Dachpappe, Sperrholz und Spanplatten verbrannt werden.

Tipp für Schnellleser

Gartenabfälle nicht verbrennen, da es zur Luftverunreinigung und Rauchentwicklung kommen kann. Außerdem kann Brandgefahr durch Funkenflug entstehen.

Verbrennen von Gartenabfällen möglichst vermeiden

Ist das Verbrennen von Gartenabfällen erlaubt, so sollten keine Hilfsmittel zum Entzünden oder andere Zusatzstoffe verwandt werden. Auch ist darauf zu achten, dass Gartenabfälle meist nur im April und im Oktober verbrannt werden dürfen. Vom Gesetzgeber wird also nicht nur der zeitlichen Rahmen vorgegeben, sondern auch wie groß der Haufen von Gartenabfällen sein darf und ob er in einer Feuerstelle oder in einem Feuerkorb angezündet werden darf. Meist liegt die obere Grenze eines Haufens ca. bei einem Meter. Neben der Rücksicht die auf den Nachbarn genommen werden muss, sollte auch auf einen unkontrollierten Funkenflug geachtet werden. Deshalb ist ein vom Gesetz vorgeschriebener Mindestabstand bei entzündlichen Sachen einzuhalten.

War es früher üblich die Gartenabfälle zu verbrennen, so wird die Schadstoffmenge die sich mit dem Rauch entwickelt und die Feinstaubbelastung als sehr schädlich betrachtet. Daher kommt in manchen Bundesländern die strengste Untersagung des Verbrennens von Gartenabfällen. Der ökologische Vorteil sollte in Betracht gezogen werden. Nicht nur als Nistplatz für Vögel oder Winterquartiere für Igel, die Gartenabfällen bieten in zerkleinertem Zustand einen hervorragenden Mulch der für den Boden fruchtbar ist. Bevor man einen Haufen anzündet, sollte dieser neu aufgeschichtet werden. Dadurch wird ausgeschlossen, dass man Jungvögel oder andere Tiere mit verbrennt.

Der Komposter ist eine Lösung

Wer genügend Platz in seinem Garten hat, der kann Gartenabfälle auch kompostieren. Durch die Kompostierung können nicht nur Haushaltsabfälle sondern auch Gartenabfälle zu nährstoffreichem Humus umgewandelt werden. Dieser kann dann als Dünger für Gemüse und Blumen benutzt werden. Allerdings sollten auch die Vorschriften der Kompostierung eingehalten werden. Setzt sich ein gut durchlüfteter Kompost richtig zusammen so werden auch die Nachbarn nicht mit Gerüchen belästigt. Auch ein geschlossener Schnellkomposter hält die Geruchsbelästigung in Grenzen.

Wer dennoch seine Gartenabfälle im Garten verbrennen möchte, sollte sich an die im Bundesland geltenden Rechtsvorschriften halten. Keine Rechtsberatung: Hausgarten.net haftet nicht für falsche Aussagen. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an die Gemeinde oder das dafür verantwortliche Amt.

Verbrennen von Gartenabfällen - je nach Bundesland

Theoretisch handelt es sich um eine gute Idee, die Pflanzenabfälle einfach zu verbrennen, denn so lösen sie sich ganz schnell und einfach in Luft aus.  Doch grundsätzlich muss gesagt werden, dass das Verbrennen von festen Stoffen verboten ist - dies gilt für alle Bundesländer. Wenn es sich aber um Pflanzenabfälle handelt, findet man zum Teil Ausnahmen. Die Regelungen hierüber findet man in den Pflanzenabfallverordnungen der jeweiligen Bundesländer:
  • Wer in Berlin, Hamburg, Baden-Württemberg, Niedersachsen oder Bremen wohnt, darf generell keine Pflanzenabfälle verbrennen.
  • Die Gemeindeverwaltungen können über eventuell bestehende Ausnahmegenehmigungen Auskünfte geben.
  • Innerhalb der einzelnen Bundesländer kann es unterschiedliche Zuständigkeiten geben, denn nicht jede Gemeinde hat beispielsweise eine Abfallsatzung erlassen.
  • Welche Behörde für den einzelnen zuständig ist, erfährt man grundsätzlich bei der Stadtverwaltung bzw. der Gemeinde.
Vor der Verbrennung von Gartenabfällen sollte man sich also genauestens über die gesetzlichen Vorschriften erkundigen. Hier sind insbesondere auch die landesrechtlichen Vorschriften zur Brandverhütung zu beachten. In diesen Vorschriften findet man beispielsweise den Mindestabstand von der Feuerstelle zu leicht entzündlichen und brennbaren Stoffen. Grundsätzlich besteht eine Ordnungswidrigkeit, wenn man gegen ein Verbrennungsverbot oder die Vorschriften zur Brandverhütung verstößt. Die Polizei oder auch die zuständige Behörde kann dann gegen diese Ordnungswidrigkeit vorgehen.

Unter Beachtung der Bedingungen ist eine Verbrennung von Pflanzenabfällen in vielen Bundesländern möglich. Allerdings sollte man sich aufgrund der vielen Vorschriften, Regelungen und Verboten überlegen, ob man seine Pflanzenabfälle überhaupt verbrennt oder diese nicht doch lieber der Verwertung zukommen lässt. Fakt ist, dass die Abfälle wichtige Nährstoffe enthalten, die der Umwelt bei der Verwertung wieder zugute kommen. Hinzu kommt, dass Kleinstlebewesen, die sich in den Abfällen befinden nicht vernichtet werden.

Dennoch soll niemandem ein schönes Osterfeuer versagt bleiben, denn das ist der Zeitpunkt, zu dem man gern Feuer macht und seine Freunde trifft. Außerdem ist vom Beschneiden der Bäume und Sträucher viel liegen geblieben, das dann verbrannt wird.