Kompost anlegen - so wirds gemacht!

Frischer Kompost zur BodenverbesserungKompost ist ein idealer Dünger für alle Pflanzen im Garten und lässt sich leicht selbst herstellen. Er ist nicht nur kostenlos, sondern hilft sogar beim Sparen. Durch ihn entfallen die Fahrten zur Deponie, um den Grünabfall zu entsorgen bzw. die Gebühr für die Biotonne, die in vielen Gemeinden Pflicht ist.

Der richtige Platz für den Komposthaufen

Ein idealer Platz für einen Komposthaufen im Garten ist eine Stelle, die windgeschützt ist und in einem etwas beschatteten Bereich liegt. Dort fühlen

sich die Mikroorganismen, die die Grünabfälle und Speisereste zersetzen, am wohlsten und sorgen für eine schnelle Kompostierung. Weil ein Komposthaufen in der Regel optisch nicht all zu schön ist, wählen die meisten Menschen außerdem einen etwas versteckten Standort im Garten, wo er nicht zu sehr auffällt. Dennoch ist es praktisch, wenn der Komposthaufen nicht all zu weit von der Küche entfernt ist, damit dort auch Abfälle aus der Küche schnell entsorgt werden können.

Die Umrahmung

Als Rahmen für einen Komposthaufen eignet sich ein einfaches Holzgestell oder auch ein großer Drahtkorb. Wichtig ist, dass die Seiten nicht geschlossen sind, damit die Luft zirkulieren kann. Bei einem Holzgestell wird daher zwischen den Holzlatten jeweils ein Abstand von einigen Zentimetern gelassen, bei einem Drahtgestell erübrigt sich dies. Einen Boden darf das Gestell nicht haben, denn nur so können die Mikroorganismen aus der Erde in den Komposthaufen gelangen. Aus diesem Grund darf der Komposthaufen auch nicht auf einer gepflasterten Fläche stehen.

Die Befüllung

Auf einem Komposthaufen kann das Schnittgut, das beim Schneiden von Hecken, Sträuchern und Bäumen anfällt, entsorgt werden. Dickere Zweige und Äste sollten jedoch möglichst klein geschnitten oder gehäckselt werden, damit der Zersetzungsprozess nicht zu lange dauert. Auch Gras und Laub eignet sich für die Kompostierung. Feuchtes Gras sollte jedoch zunächst ein wenig abtrocknen oder schichtweise mit anderen Materialien eingefüllt werden, damit der Kompost nicht zu feucht
wird und zu faulen beginnt. Weiterhin eignen sich für den Kompost Abfälle aus der Küche. Reste von Fleisch und Fisch sollten jedoch nicht auf dem Kompost entsorgt werden, denn sie locken Ratten und Mäuse an und fördern die Entwicklung von Maden. Bei den pflanzlichen Abfällen sind es allein die Zitrusfrüchte, die sich nicht für die Kompostierung eignen.

Die Kompostierung

Bis der Kompost für den Garten verwendet werden kann, dauert es je nach Größe des Komposthaufens zwischen sechs und neun Monaten. Etwas schneller geht es mit einem Kompostbeschleuniger aus dem Handel. Dieses Pulver wird jeweils nach dem Einfüllen von 20 bis 30 Zentimetern Kompostmaterial in einer dünnen Schicht darüber gestreut.

Kompost selbst bauenEine weitere Möglichkeit, die Kompostierung zu beschleunigen, besteht im sogenannten Umsetzen des Komposthaufens nach einigen Monaten. Hierbei werden die Schichten durchmischt, sodass sie schneller zersetzt werden. Am leichtesten gelingt das Umsetzen, wenn ein zweites Behältnis zur Verfügung steht. Ansonsten kann der Kompost aber auch einfach auf den Boden gelegt werden, um in das Gestell wieder neues Material einzufüllen. Wenn der umgesetzte Kompost dann eine krümelige Struktur ähnlich wie Erde entwickelt hat, ist er reif und kann in den Garten

ausgebracht werden. Um eventuell noch vorhandene größere Stücke zu entfernen, kann er vorab durch ein grobes Sieb gegeben werden. Die hierbei gefundenen größeren Reste können noch einmal in den Kompost zurückgegeben werden, damit sie zunächst weiter zersetzt werden. Danach wird der Kompost auf die Beete gegeben und dort nur leicht eingearbeitet.

Zusammenfassung
  • Die unterste Schicht eines Komposthaufens besteht aus gröberem Material, wie z.B. Ästen oder Ähnlichem, damit die Destruenten genügend Sauerstoff haben.
  • Die zweite Schicht besteht aus dichterem Material, da dies eine bessere Angriffsfläche für die Destruenten bietet.
  • Wenn man schon einmal einen Kompost hatte sollte man dem neuen Kompost etwas Material von dem Alten hinzufügen, da in diesem Material schon sehr viele Destruenten sind, welche dringendst benötigt werden
  • Den Komposthaufen nicht der permanenten Sonneneinstrahlung aussetzen.
  • Kompost sollte nicht länger als 1 Jahr lagern.
Bei dem Produkten unterscheidet man folgende:
  • Frischkompost (hier erkennt man noch die Ursprungsprodukte). Diesen kann man zur Bodenverbesserung oder als Mulchmaterial einsetzen.
  • Reifekompost (fertige Erde) dieser wird in Beeten, als Blumentopferde oder im Gewächshaus verwendet. Auch wenn der Reifekompost wie normale Erde aussieht sollte man ihn nicht pur verwenden, da er dazu zu schade ist. Es reichen 2-3 l / m².