Komposter selber bauen

Frischer Kompost vom eigenen KomposterIn jedem Garten findet sich ein Platz für die Kompostherstellung. Auf begrenzten Raum sind Kompostsilos empfehlenswert, die nur 1 - 2 m² Grundfläche beanspruchen.

Platzbedarf eines Komposters

In einem großen Garten lohnt es sich, einen richtigen Kompostplatz anzulegen. Wählen Sie dafür eine ecke aus, die etwas im Hintergrund liegt und die geschickt abgeschirmt werden kann. Halbschatten ist günstig, damit Kompostmieten oder Silos vor der Austrocknung durch Sonne und Wind geschützt sind. Holunder- und Haselnusssträucher eignen sich besonders gut als Schattenspender.

Sie können aber auch einen einjährigen Schutz aus Sonnenblumen oder Stangenbohnen aussäen.

Der Kompostansatz darf nicht zu eng sein, Sie müssen sich dort bequem mit einer Schubkarre und mit Gartengeräten bewegen können. Besonders praktisch sind befestigte Wege, die zu dieser Abfallsammelstelle führen. Dann können Sie auch bei feuchtem Wett Unkraut und Küchenabfälle dort abladen, ohne im Schlamm zu versinken. Richten Sie neben Kompostkisten und Erdmieten möglichst noch eine Ecke für Jauchegefäße ein. Dann ist der Arbeitsplatz zur Erzeugung natürlich Pflanzennahrung gut ausgerüstet.

So entsteht Kompost

Ob Sie Ihren Kompost in Erdmieten oder Behältern aufsetzen, bedeut keinen entscheidenden Unterschied. Die Grundregeln bleiben die gleiche. Am Anfang steht immer eine reichhaltige Sammlung organischer Abfälle. Die schnelle Lösung für einen Komposter ist ein Kompostbehälter aus fünf Holzpaletten, wie man sie vor allem in der Industrie und im Handel findet. Damit hat man bereits fertige Wände und den Boden des Behälters. Die zweischichtige Konstruktion der Paletten erlaubt am Boden freie Luftzirkulation und fördert so die Kompostierung. So wird ein Behälter gebaut:
  1. Beginnen Sie mit der Rückwand: zwei Pfosten auf den Boden legen, darüber bündig mit den Pfostenenden ein langes Brett. Prüfen Sie ob, das Brett rechtwinklig zu einem Pfosten liegt. Dann festzwingen, Bohrposition markieren, Schraublöcher bohren und Schrauben eindrehen.
  2. Für die Seitenwände jeweils ein langes Brett auf beiden Seiten im rechten Winkel zum kürzeren Brett anschrauben. Zwei weitere Pfosten jetzt aufrecht als Vorderpfosten an die Enden der Seitenwände schrauben.
  3. Nun stellen Sie den Rahmen auf und beginnen die restlichen Bretter für die Wände zu befestigen. Ein Brett über dem ersten Brett der Rückwand so befestigen, dass es an beiden Enden gleichmäßig über die Pfosten ragt.
  4. Dann ein langes Brett auf jeder Seite so ansetzen, dass es bündig mit dem Brett der Rückwand abschließt. Die Verbindung mit Schraubung fixieren. Die restlichen vier reihen ebenso aufbauen, dabei abwechselnd lange und kurze Bretter an rücken- und Seitenwand verwenden, so dass sie an den Enden überlappen.
  5. Wenn Rückwand und Seitenwände fertig sind, geht es an die Vorderwand. Dabei die Konstruktion stabil wird, schraubt man bündig zum Erdboden ein Brett an den Innenseiten beider Vorderpfosten fest.
  6. Die beiden Pfosten hinter diesem Querbrett so positionieren, dass eine Nut entsteht. Der abstand zu den Vorderpfosten sollte ungefähr 4 cm betragen. Von außen durch die Seitenbretter mit Schrauben befestigen.
  7. Legen Sie das Werkstück auf die Seite, und sägen Sie alle Pfosten bündig mit
    der Oberkante der Wandbretter ab. Sie können die Pfosten auch vor dem Zusammenbau absägen, vorausgesetzt, Sie haben die Höhe vorher genau berechnet. 
  8. Abschließend schieben Sie die restlichen Bretter in die Nut an der Vorderseite. Wenn Sie den Behälter füllen oder den Kompost wenden, können Sie die

    Bretter nach Bedarf herausnehmen.
Gartenabfälle gehören in den KomposterDer Aufbau einer Kompostmiete

Die Grundfläche einer Kompostmiete sollte etwa 1,50 m breit sein. Die Länge ist beliebig, Sie können sie dem vorhandenen Platz und der Menge Ihrer Abfälle anpassen. Beginnen Sie mit dem Aufschichten auf einer kleinen Grundfläche, denn es ist wichtig, dass Sie genügend organische Masse aufhäufen, damit rasch eine heiße Rotte einsetzt. Flache Schichten erwärmen sich nicht und zersetzen sich deshalb nur langsam! Die Unterlage muss immer aus offenem, lebendigem Boden bestehen. Nur so bleiben die Kreisläufe des Lebens intakt. Überschüssiges Wasser kann abfließen. Nützliche Bodentiere können in den Kompost überwechseln und die Zersetzung fördern. In heißen Sommerwochen oder in eiskalten Winterzeiten haben Regenwürmer und andere Bodenlebewesen die Möglichkeit, sich in schützende, tief gelegene Schichten zurückzuziehen.

Wo der Gartenboden aus lehmhaltiger Erde besteht, da legt man als unterste Lage der Kompostmiete grob zerschnittene Zweige aus, die als Dränage wirken. Auf sandigem Boden ist eine Schicht Humus, vermischt mit Tonmehl, günstiger. So verhindern Sie, dass Wasser und Nährstoffe zu rasch in den Untergrund ausgespült werden.

Breiten Sie aus den vermischten Abfällen zuerst eine etwa 20 cm hohe lockere Schicht aus. Dann streuen Sie ein paar Hände voll organischem Dünger aus und stäuben ein wenig Kalk, dünn wie Puderzucker, darüber. Um die Lebewesen, die die Abfälle zersetzen sollen, zu emsiger Tätigkeit anzuregen, kann man nun noch einen der im Handel erhältlichen Kompostbeschleuniger hinzufügen. Den gleichen Zweck erfüllen auch ein paar Schaufeln voll halbreifem Kompost, falls Sie darauf schon zurückgreifen können. Auch mit einer dünnen Lage Gartenerde oder mit Steinmehl können Sie die 1. Schicht abdecken. Bei trockenem Wetter überbraust man alles mit Wasser oder mit verdünnter Brennesseijauche. In regnerischen Herbstwochen ist das nicht nötig, weil das Material bereits genügend Feuchtigkeit enthält.

Nun können Sie nach dem gleichen Schema die nächsten Schichten aufbauen, so lange, bis die Kompostmiete etwa 1,50 m Höhe erreicht hat. Nach oben hin sollte der Haufen immer schmaler werden, so dass er schließlich einem niedrigen Erdzelt mit schräg abfallenden Seitenwänden gleicht. Zum Schutz gegen Kälte und zu viel Nässe erhält der Kompost nun noch einen Mantel aus Stroh, Grasschnitt, Laub, Schilfmatten oder alten Säcken. So bleibt er über Winter liegen.

Goldene Regeln für guten Kompost

kompost4_flBakterien, Algen, Pilze, Fadenwürmer, Tausendfüßler und Regenwürmer brauchen für ihre wichtige Arbeit im Komposthaufen gute Lebensbedingungen. Dazu gehören: Sauerstoff, Wärme, Feuchtigkeit und Nahrung. Sauerstoff ist vorhanden, wenn Sic den Abfall mischen und locker aufsetzen. Holzstückchen sorgen z. B. für Hohlräume und Luftzirkulation. Nasses Gras bildet dagegen dicht aufeinander liegende Schichten ohne Sauerstoff. Hier entsteht Fäulnis! Feuchtigkeit ist meist genügend vorhanden, wenn Sie saftreiches Material, wie Gemüseabfälle oder frisches Unkraut, untermischen.

In trockenen Wochen müssen Sie den Kompost begießen. Wärme entsteht durch die Tätigkeit der Mikroorganismen während der Zersetzung. Eine Abdeckung aus Stroh, Gras, Laub oder alten Säcken schützt den Kompost vor dem Auskühlen. Nährstoffe finden die nützlichen »Mitarbeiter« im Kompost vor allem in den frischen, grünen Abfällen. Wenn zusätzlich ein wenig organischer Dünger, z. B. Hornmehl oder Kleintiermist, dazwischen gestreut wird, verläuft die Rotte rascher. Auch ein Guss Brennnesseljauche kann nützlich sein.