Schlehdorn, Prunus spinosa

schlehdorn-frucht-300-flDer weit über Europa hinaus verbreitete Schlehdorn wird in manchen Regionen, umgangssprachlich, auch Akazie genannt. Schlehdorn, Prunus spinosa, wächst, entweder als Strauch oder Hecke, auch als kleine Bäume, die in einzelnen Fällen bis zu vier Meter und höher werden können, zählt auch zu den Steinobstgewächsen.

Der Schlehdorn liebt sonnige Plätze und fühlt sich an Waldrändern, in der Nähe von Steinen, und Felsen sehr wohl. Da die Schlehen sehr genügsam sind, wächst er in ganz Europa, Nordafrika und sogar im Kaukasus. Von März bis weit in den

April ist der Schlehdorn über und über mit kleinen weißen Blüten bedeckt. Das Besondere daran ist, dass der Schlehdorn zuerst die Blüten bildet, und dann erst die Blätter. Die vielen kleinen weißen Blüten machen sich optisch sehr schön an den tiefschwarzen Zweigen.

Die Früchte des Schlehdorns sind dunkelblau bis schwarz und schmecken nach dem ersten Frost erst so richtig gut. Sie sollten auch erst nach dem ersten Frost für geerntet werden. Die Erntezeit liegt daher, je nach Temperaturen, im Oktober oder November. Den Saft der man
aus den Beeren gewinnt, Schlehensaft, ist sehr vitaminreich und wohlschmeckend. Das Pflücken der Früchte ist jedoch mühsam und eine langwierige Arbeit, die mit kleinen Verletzungen einhergeht, wenn man wieder an die Dornen denkt.

Aus Schlehdorn lässt sich jedoch vielerlei herstellen. Sammelt man die Beeren, und entsaftet sie, so lassen sich aus dem Saft Schlehensaft., Schlehenfeuer, Schlehenlikör, Schlehenfruchtwein, Schlehenmarmelade, Schlehengelee, Schlehenkonfitüre und Schlehdornwasser herstellen.

schlehdorn-ernte-300-flDie heilende Wirkung des Schlehdorns liegt im sanften Abführen und harntreibend. Da der Schlehdorn, die Schlehe, sich auch zusätzlich noch positiv auf Entzündungen auswirkt, hierzu wird jedoch nicht der Saft, sondern die  Blüten gepflückt und getrocknet, dann aufgebrüht und als Tee zubereitet. Das weitere Einsatzgebiet des Schlehdorns als Aufguss ist breit gefächert. Er kann außer als Tee auch zum Gurgeln verwendet werden, hier wirkt er bei Mund- und Rachenbeschwerden jeglicher Art, aber auch äußerlich als Tinktur bei kleinen Entzündungen, hat man schon gute Erfolge erzielt.

Aus der Rinde jedoch lässt sich die Dornentinte des Mittelalters gewinnen. Hierzu wird die Rinde von den Zweigen geklopft und mehrere Male ins Wasser gelegt. Nach drei Tagen kocht man dann das Wasser auf und gießt es wieder über die Rinde. Wenn man diesen Vorgang mehrmals wiederholt, hat man nach einigen Durchgängen die Rinde völlig ausgelaugt. Zum guten Schluss gibt man Wein dazu und dickt die Mischung durch Kochen ein.