Heidelbeeren richtig pflanzen - Standort & Zeitpunkt

heidelbeeren flDer Anbau von Beeren im eigenen Garten lohnt sich besonders, denn diese Früchte sind im Handel meist ziemlich teuer, weil sie von Hand gepflückt werden müssen. Heidelbeeren sind an sich pflegeleichte Pflanzen, benötigen aber unbedingt den richtigen Boden, damit sie gut gedeihen.

Der richtige Standort für Heidelbeeren


Heidelbeeren gehören zu den Heidekrautgewächsen und stellen daher besondere Ansprüche an den Boden. Er muss unbedingt sauer sein und einen niedrigen pH-Wert zwischen 4 und 5 haben. Da dies in den meisten Fällen

nicht gegeben ist, muss ein Gartenboden vor dem Pflanzen entsprechend vorbereitet werden. Hierzu wird ein Teil der Erde ausgehoben und durch Torf oder Moorbeeterde, die fertig im Handel gekauft werden kann, ersetzt.

Kultur-Heidelbeeren sind in der Regel selbstbefruchtend, sodass keine zweite Sorte erforderlich ist. Die Ernte lässt sich jedoch steigern, indem unterschiedliche Sorten angepflanzt werden. Damit die Beeren gut ausreifen können, sollte der Standort für die Pflanzen möglichst sonnig und einigermaßen windgeschützt sein.

Pflanzzeit und Pflanzen

Eine Heidelbeere in einem Container kann das ganze Jahr über gepflanzt werden, der beste Zeitpunkt hierfür ist jedoch der Frühling oder der Herbst. Beim Pflanzen von Heidelbeeren ist darauf zu achten, dass die Pflanzen nicht zu tief in die Erde gesetzt werden, damit die Wurzeln ausreichend Luft bekommen. Der Topfballen sollte daher nur wenige Zentimeter mit Erde bedeckt werden. Das Pflanzloch braucht nicht sehr tief zu sein, denn die Heidelbeeren bilden sehr flache Wurzeln, sodass eine Tiefe von etwa 50 Zentimetern in der Regel ausreicht. Mehrere Pflanzen brauchen je nach Sorte untereinander einen Abstand zwischen einem und zwei Metern. Nach dem Pflanzen ist es ratsam, den Bodenbereich rund um die Pflanze mit Laub, Rindenmulch oder Sägemehl abzudecken, um eine Austrocknung des Bodens zu verhindern. Danach ist auf eine gute Bewässerung zu achten, sodass der Boden besonders während der Zeit der Fruchtbildung immer leicht feucht ist. Hierfür sollte aber nur Regenwasser verwendet werden, weil der Kalk im Leitungswasser den pH-Wert wieder erhöhen würde.

heidelbeereHeidelbeeren im Kübel

Weil die Heidelbeeren sehr flache Wurzeln bilden, können sie auch sehr gut in einem Kübel auf der Terrasse kultiviert werden. In diesem Fall sollte der Topf jedoch ein Volumen von mindestens 20 Litern haben. Im Winter wird der Kübel am besten in einen frostfreien Raum gestellt, der ruhig dunkel sein darf, denn das Laub wird im Herbst ohnehin abgeworfen, sodass die Pflanze kein Licht für die Photosynthese mehr benötigt. Beheizt sollte dieser Raum aber auf keinen Fall sein.

Pflege und Düngen

Um Heidelbeeren ernten zu können, muss man heute nicht mehr in den Wald gehen. Es gibt inzwischen Pflanzen für den Garten, die eine gute Ernte versprechen
und die auch so hoch wachsen, dass man sich dabei gar nicht groß bücken muss.

Diese so genannten Kulturheidelbeeren sind spezielle Kreuzungen der Amerikanischen Blaubeere mit verschiedenen anderen Arten. Von Waldheidelbeeren sind Kulturheidelbeeren schon durch ihre Größe zu erkennen. Sie sind deutlich größer. Außerdem besitzen sie ein helles Fruchtfleisch. Beim Geschmack kann man geteilter Meinung sein, einige favorisieren die Gartenheidelbeeren, andere die aus dem Wald. Auf alle Fälle

sind die gezüchteten Früchte nicht so vitaminreich und haben weniger Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe. Dafür sind sie auch frei von Fuchsbandwürmern, die beim Verzehr von rohen Waldheidelbeeren gefährlich werden können.

Wichtig zu wissen
  • Fast alle Kulturheidelbeeren sind selbstfruchtend, trotzdem ist es besser, mindestens zwei unterschiedliche Sorten zu pflanzen, weil dann einfach der Fruchtertrag höher ist.
  • Vögel lieben die Heidelbeeren. Um sie vor den gefräsigen Gartenvögeln zu schützen, legt man engmaschige Netze darüber. Unten müssen sie festgemacht werden, denn die Vögel kriechen sonst darunter.
Standort für Heidelbeeren
  • Der Standort sollte unbedingt vollsonnig sein!
Pflanzsubstrat
  • Das Substrat darf nicht zu lehmig und nicht zu nährstoffreich sein. Besser ist ein lockeres Gemisch aus Sand und gutem Kompost.
  • Ideal ist ein etwas saurer Boden (pH-Wert 3,5 bis 5).
  • Günstig ist Moorbeet- oder Rhododendronerde.
  • Kalk mögen die Heidelbeeren überhaupt nicht. Er verhindert die Eisenaufnahme der Wurzeln.
Heidelbeeren pflanzen
  • Nicht zu tief pflanzen! Die Wurzeln sterben ohne Sauerstoff schnell ab.
  • Die Oberkante des Erdballens sollte einen bis zwei Finger breit aus der Erde ragen!
  • Eine Handvoll Hornspäne beim Pflanzen unter den nährstoffarmen Humus mischen, das hilft beim Wachsen.
  • Den Wurzelbereich mit Rindenmulch anhäufeln! So wird eine natürliche Umgebung simuliert.
  • Bei Frühjahrspflanzung besser alle Blüten entfernen! Die Pflanze muss erst Anwachsen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie sich verausgabt. Besser ist, im Herbst zu pflanzen.
  • Pflanzabstand von 80 bis 100 cm, auch wenn die Pflanzen am Anfang nur klein sind. Sie wachsen zügig und werden groß.
Gießen und Düngen
  • Besonders in der Anwachsphase muss regelmäßig gegossen werden. Der Boden darf aber auch nicht zu nass sein.
  • Spätestens ab der Blüte der Heidelbeeren muss der Boden gleichmäßig feucht gehalten werden, da die Beeren sonst abfallen.
  • Nicht mit kalkhaltigem Wasser gießen! Am besten ist Regenwasser geeignet.
  • Düngen mit sauer wirkendem Dünger.
Schneiden
  • Heidelbeeren werden, wenn nötig, direkt nach der Blüte ausgelichtet.
  • Alle 4 bis 5 Jahren erfolgt ein Verjüngungsschnitt. Man schneidet die Triebe heraus, die nur wenig Blüten haben. Sie werden kurz über dem Boden herausgetrennt.
Überwintern
  • Heidelbeeren sind winterhart.
  • Kübel sollte man etwas schützen. Am besten ist die frostfreie Überwinterung, aber unbedingt ungeheizt.
  • Die Kübel können auch dunkel im Keller aufgestellt werden, da die Pflanzen sowieso ihre Blätter verlieren.
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  • Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge.
  • Die Bewurzlung dauert etwa 8 bis 12 Wochen.
Krankheiten und Schädlinge
  • Werden die Blätter gelb, kann das am Kalkgehalt des Bodens liegen.
  • Als Schädling ist besonders der Frostspanner zu nennen. Die Raupen spinnen die Knospen ein und fressen sie leer.
Topfkultur
  • Heidelbeeren, besonders kleinere Arten, gedeihen gut im Kübel oder anderen Pflanzgefäßen.
  • Gut geeignet sind die Sorten ’Top Hat’, ’Dixi’, ’Coville’, ’Jersey’, ’Ama’, ’Heerma’ oder ’Spartan’.
  • Wichtig auch hier sind saurer Boden und gleichbleibende Feuchtigkeit.
  • Der Standort sollte besser halbschattig sein.