Schisandra chinensis, Wu Wei Zi Beeren - Pflege-Anleitung der Pflanze

Schisandra chinensis - Wu Wei Zi - BeereAnders, als die bei uns bekannten Beerensträucher, handelt es sich bei der Wu Wei Zi Beere, um eine schnellwachsende Kletterpflanze, die sich gerne auch bis zu fünf Meter in die Höhe schlingt. So ist sie in den hiesigen Gärten nicht nur als leckere und vor allem auch sehr gesunde Beere beliebt, sondern auch als Sichtschutz. Denn Schisandra chinensis ist mit den sattroten Blättern und knallroten Früchten auch sehr dekorativ anzusehen. In der chinesischen Lehre gilt sie seit über 2000 Jahren

als Allheilmittel gegen fast jede Krankheit. Ihr Name Wu Wei Zi heißt zudem übersetzt "Beere der fünf Geschmäcker", was auf einen Gaumengenuss hinweist.   

Aussehen und Pflege

Die Wu Wei Zi Beere ist ursprünglich in China beheimatet und in den hiesigen Gärten als kultivierte Pflanze noch recht unbekannt. Die schmackhafte Schisandra chinensis stellt an ihre Pflege keine großen Ansprüche, so dass nur wenig Aufwand betrieben werden muss. In hiesigen Breitengraden wird sie auch Vitalbeere genannt, was schon viel über ihre Wirkung auf die Gesundheit aussagt. Doch Hobbygärtner, die die Pflanze bereits entdeckt haben, kultivieren sie im Garten vor allem auch wegen ihrem dekorativen Aussehen, denn die Schlingpflanze kann eine Höhe von bis zu 5 Metern erreichen und erstrahlt dann in sattem grün der Blätter mit den roten Beeren als Perlen.

Die Blätter verfärben sich im Herbst gelblich und fallen im Winter ab. Die im Frühling erscheinenden hellrosa oder weißen Blüten haben einen intensiven Duft. Eigentlich ist die hier im Handel erhältliche Schisandra selbstfruchtend, da sich an ihr sowohl männliche als auch weibliche Blüten bilden, doch im ersten Jahr kann es dazu kommen, dass sich entweder nur weibliche oder männliche Blüten bilden, so dass es in dem Jahr keine Ernte gibt. Doch ab dem zweiten Jahr werden dann die großen Fruchttrauben gebildet, die im Aussehen den hiesigen Johannisbeeren ähneln. Diese haben einen variierenden Geschmack zwischen sauer, süß, bitter, salzig und scharf. Regelmäßiges Gießen sowie zwei jährliche Düngergaben lassen die winterharte ältere Schisandra in jedem Garten zu einem dekorativen Hingucker werden.

Standort

Ein sonniger Platz bis heller Halbschatten bei dem die direkte Mittagssonne in den Sommermonaten vermieden werden sollte, ist der ideale Standort für die Schisandra. Fällt dennoch die pralle Mittagssonne auf die Wurzeln, dann sollte die Erde mit einer dicken Mulchschicht geschützt werden. Da sie gerne klettert, benötigt sie auf jeden Fall eine Rankhilfe. Die Pflanze ist ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr winterfest, so dass sie das ganze Jahr am einmal gewählten Standort verbleiben kann.
So sind die folgenden Plätze ideal:
  • vor einer sonnigen Hauswand
  • direkte Mittagssonne jedoch vermeiden
  • unbedingt Rankhilfe zur Verfügung stellen
  • kann bis zu fünf Meter hoch wachsen
  • an einem Zaun oder einer Mauer als Sichtschutz
  • im Gartenbeet an einer Pergola
  • als Terrassenabgrenzung
  • an einem Spalier als Sichtschutz zum Nachbarn
Tipp: Die Wu Wei Zi Beere muss nicht immer als Doppel eingepflanzt werden. Nur unter den wilden Beeren gibt es männliche und weibliche Sorten. Die hier im Handel erhältlichen Beeren sind in der Regel selbstfruchtend, da sie sowohl weibliche als auch männliche Blüten an einer einzigen Pflanze tragen.

Substrat & Boden

Schisandra chinensis - Wu Wei Zi - BeereDer Boden sollte leicht sauer bis neutral sein. Die Pflanze verträgt aber auch ein wenig Kalk. So sollte der Boden am Standort wie folgt vorbereitet werden:
  • leicht

    und durchlässig sollte die Erde sein
  • Torf, Sand und wenig Lehm untermischen
  • Kompost vor dem Pflanzen untermengen

Pflanzen

Kleine Wu Wei Zi Beerenpflanzen gibt es im gut sortierten Handel zu kaufen, hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die selbstfruchtende Sorte "Eastern Prinz" gewählt wird. Ansonsten müssten zwei Pflanzen, eine weibliche und eine männliche Sorte gewählt werden, damit die Beere im Herbst Früchte trägt. Bei der Pflanzung sollte wie folgt vorgegangen werden:
  • bei mehreren Pflanzen auf Pflanzabstand von etwa einem Meter achten
  • Loch ausheben und Erde vorbereiten
  • gegen Staunässe eine Drainage anlegen
  • hierzu Tonscherben oder Steine auf den Boden des Loches legen
  • Pflanze dem Topf entnehmen und Wurzeln gut wässern
  • kurz in einen Eimer mit Wasser tauchen
  • in Pflanzloch setzen und Erde einfüllen
  • leicht andrücken
  • gut angießen
  • mit Laub oder gehäckselter Rinde mulchen
Bereits bei der Pflanzung sollte eine Kletterhilfe bereit gestellt werden. Hierbei kann es sich im freien Beet um eine Pergola handeln. Beeren, die als Sichtschutz zum Nachbarn dienen sollen, können an einem Spalier gezogen werden. An einer Hauswand sollte ebenfalls eine Kletterhilfe, zum Beispiel aus Holzstreben oder Draht gezogen werden, damit die Pflanze sich hieran hoch schlingen kann.

Tipp: Es ist wichtig, dass keine Bäume oder andere Pflanzen in der direkten Nähe zur Schisandra chinensis kultiviert sind. Denn die Schlingpflanze wickelt sich um alles, was in der Nähe steht und ihr Halt bietet. Dies kann Bäumen und anderen Pflanzen allerdings zum Verhängnis werden, weil diese so kaum noch Luft bekommen.

Gießen

Die Vitalbeere mag einen feuchten, aber durchlässigen Boden ohne Staunässe. Entsprechend muss sie gegossen werden. Eine längere Trockenzeit verträgt sie nicht so gut und sollte daher gerade an einem sehr sonnigen Standort auch öfters gegossen werden. Hierbei sollte wie folgt vorgegangen werden:
  • regelmäßig gießen, nicht austrocknen lassen
  • Mulchschicht hilft, die Erde feucht zu halten
  • an sehr heißen, sonnigen Tagen täglich gießen
  • in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden
  • an Regentagen reicht das Regenwasser völlig aus
  • Idealerweise aufgefangenes Regenwasser nutzen
  • steht dies nicht zur Verfügung, alternativ auch abgestandenes Leitungswasser
  • die Pflanze ist leicht kalkverträglich
  • bei der Gemeinde den Kalkgehalt im Wasser erfragen
Tipp: Hängen die Blätter oder werden sie bereits vor dem Herbst gelb und trocken, dann hat die Pflanze kein Wasser und sollte sofort gegossen werden, um die restlichen Blätter zu retten.

Düngen

src="images/1/pflanzen/obstbaum/schisandra-chinensis-wuweizi-beere-7315.jpg" alt="Schisandra chinensis - Wu Wei Zi - Beere" class="img-responsive" />Da es sich bei der Schisandra chinensis um eine schnell und stark wachsende Pflanze handelt, benötigt sie auch viel Dünger, um Blüten und Früchte bilden zu können. Ansonsten setzt sie ihre Kraft nur in den starken Wuchs und die Früchte würden verkümmern. Da es sich bei der Pflanze um eine Beerenart handelt, kann sie mit im Handel erhältlichen Beeren- oder Obstdünger versorgt werden. Für die Anwendung sollte hier auf die Herstellerangaben geachtet werden, doch sie sollte auf jeden Fall einmal im Frühjahr vor der Blüte, einmal im Sommer vor der Fruchtausbildung und das letzte Mal im Herbst vor der Winterruhe eine Düngergabe erhalten.

Schneiden

Ein Schnitt ist bei der Schisandra in der Regel nicht nötig. Wird sie jedoch zu groß an ihrem Standort, kann sie durchaus auch zurückgeschnitten werden. Hierzu sollte die Zeit vor dem Austrieb der Blüten genutzt werden. Beim Schnitt sollte daher wie folgt vorgegangen werden:
  • der ideale Zeitpunkt ist der späte Winter, das frühe Frühjahr
  • vor dem Austrieb der neuen Blätter und Blüten
  • so kann auch besser erkannt werden, an welchen Stellen geschnitten wird
  • alle langen Triebe und Äste kappen
  • so auf die gewünschte Höhe schneiden
  • eine Verkahlung von Innen gibt es in der Regel nicht
  • neue Triebe bilden sich auch am Hauptstamm
  • diesen Ebenfalls in der Höhe schneiden, wenn gewünscht
  • nur desinfiziertes und scharfes Werkzeug nutzen
  • Astschere und Rosenschere sind ideal
Tipp: Die Pflanzen nur an bedeckten, trockenen Tagen schneiden, so können die Schnittstellen weder von der Sonne verbrannt werden, noch können in diese durch den Regen Bakterien oder Pilze gelangen. Wurde der Hauptstamm in der Höhe geschnitten, die große Wunde mit Baumwachs abdecken.

Vermehrung mit Stecklingen

Die Vitalbeere kann durch Stecklinge vermehrt werden. Gerade, wer eine schmackhafte und gut tragende Sorte im eigenen Garten stehen hat, kann diese so eins zu eins vermehren und so seinen Ernteertrag durch weitere, gleiche Pflanzen nochmals steigern. Für die Vermehrung mit Stecklingen sollte wie folgt vorgegangen werden:
  • im Frühling vor dem Neuaustrieb
  • für die Stecklinge nicht ganz junge Triebe nutzen
  • diese sollten bereits leicht verholzt sein
  • auf einer Länge von etwa 20 cm schneiden
  • es sollten mehrere Augen vorhanden sein
  • Steckling in vorbereitete Anzuchterde stecken
  • mindestens ein Auge sollte unter der Erde sein
  • an hellen und warmen Ort stellen
  • feucht halten
  • zeigen sich erste Blätter, ist die Bewurzelung geglückt
Die neuen, kleinen Pflanzen sollten das erste Jahr vor einer zu starken Sonneneinstrahlung geschützt werden. Nachdem die Bewurzelung geglückt ist, können die Pflanzen in einen größeren Topf umziehen und regelmäßig gedüngt werden. Direkt ins Gartenbeet sollten die neuen Vitalbeeren nicht gepflanzt werden, damit sie den ersten Winter nicht draußen verbleiben müssen. Der Topf mit der neuen Pflanze kann so im Winter an einen kühlen und frostfreien, gerne auch dunkleren Ort verbracht werden. Im nächsten Frühjahr wird die Wu Wei Zi Beere dann an ihren endgültigen Standort im Garten gepflanzt.

Vermehren durch Absenker

Da es sich bei der Schisandra chinensis um eine Schlingpflanze handelt, besitzt diese im Frühjahr auch viele weiche, lange Triebe, die gut als Absenker genutzt werden können. Auch diese Vermehrungsmöglichkeit gelingt in der Regel gut, da die Absenker so lange an der Mutterpflanze verbleiben, bis sie selbstständig über ihre Wurzeln Nährstoffe und Wasser aufnehmen können. Bei der Vermehrung durch Absenker wird wie folgt vorgegangen:
  • langen, neuen Trieb in Bodennähe auswählen
  • diesen an einem Auge leicht in den Boden stecken
  • ein gebogener Nagel oder ein Zelthering hilft bei der Befestigung
  • alle Blätter rund herum entfernen
  • zeigen sich die ersten Wurzeln, kann der Trieb von der Mutterpflanze gekappt werden
  • alternativ verbleibt der Absenker über den nächsten Winter an der Mutterpflanze
  • im Winter mit Pflanzenvlies schützen
  • im nächsten Frühjahr kappen und ausgraben
  • an eigenem Standort wieder einpflanzen

Aussaat

Die Aussaat der Schisandra gestaltet sich in der Regel als sehr schwierig, da oft keine Keimlinge entstehen. Wer es dennoch probieren möchte und eine selbstfruchtende Sorte im Garten hat, sollte hierbei wie folgt vorgehen:
  • kleine Früchte enthalten etwa zwei bis drei Samen
  • vom Fruchtfleisch befreien und am warmen Ort gut trocknen
  • im Frühjahr in Töpfe mit Anzuchterde geben
  • nicht zu tief einstecken
  • gut wässern, feucht halten
  • durchsichtige Folie über den Topf geben
  • täglich lüften, um Schimmelbildung zu vermeiden
  • an hellen und warmen Ort stellen
  • direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
  • zeigen sich die ersten Keimlinge, Folie entfernen
  • sind Keimlinge etwa zehn Zentimeter hoch, bei Bedarf pikieren
Schisandra chinensis - Wu Wei Zi - BeereSind die Keimlinge groß genug geworden, ziehen sie in einen größeren Topf um. Hier dürfen sie nun auch an einen geschützten und hellen Platz im Freien umziehen, wenn keine Frostnächte mehr zu erwarten sind. Direkte Sonneneinstrahlung sollte jedoch weiterhin vermieden werden. Die kleinen Pflanzen gut feucht halten und leicht düngen. Nur ganz wenig Dünger nutzen, da ansonsten die zarten Wurzeln verbrennen könnten. Den ersten Winter verbleiben die jungen Pflanzen an einem kühlen, vor Frost geschütztem Ort, der gerne auch dunkel sein kann. Im nächsten Frühjahr wird die Vitalbeere dann an ihren neuen, endgültigen Standort ausgepflanzt.

Überwintern

Die älteren Wu Wei Zi Beeren sind winterhart bis zu -30° Celsius. Nur wer junge Pflanzen im Garten stehen hat, etwa durch eine Aussaat selbst gezogen, der sollte diese in den ersten zwei bis drei Wintern schützen. Doch am Wachstum und an der Ast- und Stammdicke kann erkannt werden, ab wann die Beere keinen Winterschutz mehr benötigt. Der Schutz im Winter sollte wie folgt aussehen:
  • vor dem ersten Frost handeln
  • die Erde erneut mulchen
  • mit Reisig- oder Strohmatten abdecken
  • die gesamte freistehende Pflanze mit Pflanzenvlies ummanteln
  • steht die Pflanze an einer Hauswand, das Vlies rundherum an der Wand befestigen
  • im Winter nicht düngen
  • an frostfreien Tagen mäßig gießen, nicht austrocknen lassen
  • im Frühjahr vor dem Austrieb das Vlies wieder entfernen
Tipp: Die jungen Pflanzen bilden in den ersten Jahren noch keine Früchte. Sobald die Schisandra jedoch Früchte trägt, kann sie auch ohne Winterschutz verbleiben, denn die Früchte werden in der Regel erst im September gebildet und sollten erst nach dem ersten Frost gepflückt werden.

Pflegefehler,  Krankheiten oder Schädlinge

Da die Pflanze noch nicht lange in den hiesigen Breitengraden kultiviert wird, diese aber recht robust erscheint, sind Pflegefehler, Krankheiten oder Schädlinge bislang noch nicht erkannt oder entdeckt worden. Einzig auf eine regelmäßige Wassergabe sollte geachtet werden, damit die Pflanze nicht unter der Trockenheit leidet, was den Früchten schaden könnte. Denn aufgrund von Trockenheit fallen Blüten oder auch kleine, noch nicht ausgebildete Früchte vor der Reife ab.

Fazit
Wer exotische Pflanzen mit wenig Pflegeaufwand mag, für den ist die Schisandra chinensis genau die passende Wahl. So eignet sich diese sehr gesunde Beere nicht nur für den Verzehr, sie ist als Pflanze auch für einen Sichtschutz zum Nachbarn oder als Verschönerung einer Hauswand sehr gut geeignet. Denn durch ihre Höhe von bis zu fünf Metern, das satte grün der Blätter, die dekorativen Blüten und später leuchtend roten Früchte bis spät in den Herbst wird sie in jeder Ecke im Garten zu einem echten Hingucker. Zudem verströmt die Wu Wei Zi Beere einen angenehmen und betörenden Duft zur Blütezeit, was den Standort in der Nähe einer Sitzecke besonders attraktiv macht. So ist die Vitalbeere alles in allem eine Pflanze, die in keinem Garten mehr fehlen sollte.