Schisandra Beere (Wu-Wei-Zi Chinabeere, chinensis) - Pflege, Wirkung & Anwendung

schisandra_karola-schmittWellnessläden, Reformhäuser und auf natürliche Heilmittel spezialisierte Drogerien und Apotheken bieten Schisandraprodukte als Nahrungsergänzung zum Kauf an. Als Kräftigungsmittel ist die Schisandra Beere schon über tausend Jahre ein fester Bestandteil der chinesischen Medizin.

Wu-Wei-Zi heißt übersetzt „die 5-Geschmäcker-Beere“. Die Schalen und das Fruchtfleisch munden süß und sauer, die Samen dagegen bitter, scharf und salzig. Zusätzlich verkörpert die Frucht alle 5 Elemente, ein wichtiger Aspekt in der chinesischen Heilslehre, denn nur so ist Harmonie für Körper und Geist mit

der daraus resultierenden Gesundheit möglich. Der zur Familie der Sternanisgewächse gehörende Strauch erhielt außer der botanischen Bezeichnung Schisandra chinesis noch etliche weitere Namen: Wu-Wei-Zi, Chinabeere, Chinesisches Spaltkörbchen und Schisandra. Es handelt sich um eine Kletterpflanze, deren Äste mit der Zeit verholzen. Da sie keine Haftwurzeln besitzt, braucht sie ein Rankgerüst. Es genügen auch einzelne, gezogene Seile aus Draht, Kunststoff oder Kordel. Die Zweige schlingen sich um den gebotenen Halt und haften so äußerst sicher. Die verholzten Teile werden nicht dicker als 2 cm.

Schisandra Beere - Pflege

Zur Selbstversorgung lässt sich Schisandra sehr einfach im Garten kultivieren. Wegen der guten Frostresistenz ist ganzjähriger Aufenthalt im Freien möglich. Im Herbst verfärbt sich das Laub gelb, bevor es komplett abfällt. Im zeitigen Frühjahr beginnt der Neuaustrieb, zunächst in einem hellen Grün, das sich jedoch sehr bald verdunkelt. Ab etwa Ende Mai schmücken kleine weiße Blüten den Kletterstrauch. Aus ihnen bilden sich traubenartige Fruchtstände. Bis zum August erreichen die runden Beeren etwa einen Durchmesser von 8 bis 9 mm und locken mit ihrem satten Rot auch Singvögel an.

Allzu großen Aufwand braucht Schisandra an Pflege nicht, wenn der Standort passt und für genug Wasser gesorgt ist. Ein halbschattiges Domizil wird einem Platz an der Sonne vorgezogen. Selbst im vollen Schatten gedeiht die Pflanze, wobei dann der Ertrag etwas geringer ausfällt.. Ein guter Gartenboden reicht vollkommen aus. Zur Düngung haben sich Hornspäne bewährt. Wird dem Erdreich rund um die Pflanze regelmäßig etwas Kompost zuteil, ist die Basis für gesundes Wachstum geschaffen. Schisandra ist bei Schädlingen total unbeliebt. Nicht einmal die sonst mit allem Grün vorlieb nehmenden Blattläuse sind an der Pflanze anzutreffen. Schnecken versuchen es gleich gar nicht, an den Haupttrieben hochzuklettern. Deshalb präsentiert
sich der Schisandrastrauch stets mit gleichbleibender Schönheit und stellt somit auch optisch einen Zugewinn für jeden Garten dar. Zwischendurch wird ein Rückschnitt notwendig werden, der der Pflanze nicht schadet. 

Voraussetzungen zur Fruchtentwicklung bei der Schisandra Beere

Ursprüngliche Schisandra Pflanzen sind entweder weiblich oder männlich. Damit sich Beeren entwickeln, bedarf es mindestens einer Pflanze pro Geschlecht in direkter Nachbarschaft. Züchtungen haben mittlerweile zweigeschlechtliche Schisandra hervorgebracht, so dass zur Fruchtgewinnung nur noch ein Gewächs angeschafft werden muss. Diese Zuchterfolge tragen zum Teil eigens geschützte Namen. Die Schisandra Beere lässt sich mit Geduld per Samen vermehren. Das gelingt aber nur, wenn das Saatgut eine Kälteperiode hinter sich gebracht hat. Es kann bis zu drei Monate und noch länger dauern, bis endlich kleine Schisandrapflanzen aufgehen. Waren die Samen über den Winter in der warmen Wohnung, ist jeder Versuch erfolglos, denn sie werden nicht keimen. 

Schisandra Beere - Wirkung

In der

chinesischen Medizin wird die Schisandra Beere bevorzugt als Stärkungsmittel bei nachlassender Motivation, während Lebensphasen der Niedergeschlagenheit und zur allgemeinen Kräftigung eingesetzt. Wertvolle Inhaltsstoffe wie die Vitamine C, B6, E und das Provitamin A sowie diverse Mineralstoffe und Spurenelemente können eventuell vorhandene Mangelerscheinungen ausgleichen und Regenerationsprozesse unterstützen. So soll Schisandra auch sehr wirkungsvoll bei Depressionen, Reizzuständen, Vergesslichkeit und Schlaflosigkeit sein und wird bei stressbedingten Erschöpfungszuständen empfohlen. Die Heilkundler in Asien setzen Schisandra zudem als immunstärkendes Medikament bei Diabetes, Erkältungskrankheiten und Hepatitis ein. Als Allroundmittel soll es zudem noch den Blutdruck regeln, den Cholesterinspiegel senken, Nieren und Leber stärken, das Blut reinigen und die Potenz erhöhen.

Schisandra Beere - Anwendung

Die einfachste Form der Anwendung von Schisandra ist das Pflücken und Essen direkt vom Strauch. Zur Versorgung außerhalb der Erntezeit eignet sich die Trocknung. Die Beeren legt man dazu auf eine saugfähige Unterlage wie Kartonage oder Seidenpapier. Das Trocknen sollte nicht in der Sonne sondern an einem schattigen Platz geschehen, das dauert zwar länger, aber die Inhaltsstoffe werden dabei mehr geschont. 

Der Handel bietet Schisandra in Kapsel- oder Saftform an oder als getrocknete Beeren. Da die wertvollen Inhaltsstoffe der körperlichen und seelischen Kräftigung dienen sollen, empfiehlt sich die Einnahme als Supplement nach empfohlener Dosis laut Angabe auf der Verpackung. Wachsen die Schisandra Beeren im eigenen Anbau, sollen ein paar Beeren täglich das persönliche Wohlbefinden positiv unterstützen. 

Schisandra ist in seiner Pflege absolut problemlos und eignet sich als Kletterpflanze, um im Garten Akzente zu setzen. Dazu werden den Beeren kräftigende und gesundheitsbringende Eigenschaften zugesprochen.

Bild: Karola Schmitt