Walderdbeere, Fragaria vesca - Pflege-Anleitung

Walderdbeeren unterscheiden sich in Größe und Aroma von den üblichen GartenerdbeerenWalderdbeere, oft auch Monatserdbeere genannt, ist eine kleinbleibende dekorative Pflanze aus der Familie der Rosengewächse. Als ein effektvoller Bodendecker verwendet, ist die Walderdbeere nicht nur eine Augenweide, sondern trägt kleine Früchte mit einem feinen süßen Geschmack. Fragaria vesca gehört zu pflegeleichten winterharten Gewächsen und breitet sich bei der richtigen Pflege schnell aus.

Walderdbeere - eine beliebte Gartenpflanze

Die Monatserdbeere, deren Früchte seit Jahrtausenden Menschen mit ihrer Süße erfreuen, ist überall in Europa anzutreffen.

In großen Kolonien wächst die Pflanze meistens am Waldrand, sei es Laubwälder oder Nadelgehölz. Als Gartengewächs sind Züchtungen der Walderdbeere verbreitet, die länger und üppiger als ihre "wilden" Verwandten blühen sowie etwas größere Früchte tragen. Die Pflanze wird zwischen 5 cm und 30 cm hoch, die fünfzähligen kleinen (1-2 cm) Blüten sind weiß mit gelben Staubblättern, die Sammelfrucht ändert ihre Farbe beim Reifen von Grün-Weiß auf Karmin-Rot.

Verwendung

Sowohl die Blüten, als auch die roten Früchte wirken dekorativ - die Fragaria vesca ist eine Gartenzierde. Die Pflanze ist ein schöner Bodendecker, eignet sich auch für Steinbeete und sieht außerdem als eine Ampelpflanze ansprechend aus. Früchte sind ein leckerer Sommer-Snack, schmecken auch köstlich in der Marmelade. Die Walderdbeere fängt bereits im April an zu blühen, ab Anfang Juni und bis ca. Ende August (je nach der Witterung) ist Erntezeit.

Standort

Da die Fragaria vesca in der Natur bevorzugt am Waldrand wächst, ist es offensichtlich, dass sich diese Pflanze an einem halbschattigen Standort wohl fühlt. Damit die Früchte heranreifen, sind mehrere Stunden direkte Sonneneinstrahlung am Tag notwendig, an einem vollsonnigen Standort an der Südseite des Hauses kann die Monatserdbeere aber verbrennen. Im Schatten verkümmert die Pflanze und trägt kaum Früchte. Tipp: Auch wenn auf dem Grundstück nur wenige Bäume vorhanden sind, kann eine kleine Scheinzypresse oder Thuja, im Erdbeerbeet gepflanzt, dank ihrem sehr dichten Wuchs genug Schatten den Walderdbeeren spenden.

Setzen

Um eine Jungpflanze richtig zu setzen, wird ein Pflanzloch mit dem Durchmesser von etwa 15 - 20 cm (abhängig von der Größe der Pflanze) und mit der Tiefe von 10 - 15 cm ausgehoben. Die Monatserdbeere ist bis zum Wurzelansatz wieder mit der Erde zu bedecken und sofort ausgiebig zu gießen. Walderdbeeren sollen im Abstand von ca. 1,5 - 2 m voneinander gesetzt werden, da die Gewächse sich schnell ausbreiten. Die Walderdbeere kann immer in der frostfreien Zeit gepflanzt werden, als der optimale Zeitpunkt gelten April - Anfang Mail. Tipp: Beim Kauf nachfragen, ob die Sorte aktiv Ausläufer bildet, wenn es nicht der Fall ist, kann der Abstand reduziert werden.

Hobbygärtner sollten die Bodenansprüche der Walderdbeeren kennenSubstrat

Die Monatserdbeere liebt lockere humose Böden mit einem niedrigen bis normalen pH-Wert (Werte zwischen 5 und 7). Auch leicht sandige Böden tun der Pflanze gut. Um den Boden zu lockern und sich gleichzeitig das aufwendige Umgraben zu ersparen, lohnt es sich eine 3-5 cm dicke Schicht Mulch aufzutragen. Der Mulch macht außerdem den Boden leicht sauer und verhindert das Austrocknen. Die gleiche Wirkung weisen auch torfhaltige Substrate auf.

Gießen

Eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Pflege der Fragaria vesca ist regelmäßiges

Gießen. Nicht nur die Jungpflanzen, sondern auch ausgewachsene Walderdbeeren müssen feucht gehalten werden. Austrocknen führt schnell zum Vergilben der Blätter und sogar zum Absterben der Pflanze. Es wird empfohlen mit weichem Regenwasser oder mit dem Wasser aus dem Brunnen zu gießen, das Leitungswasser soll zunächst für einige Stunden in eine Gießkanne gefüllt werden. Tipp: Dem Gießwasser etwas Torf beigeben, um den pH-Wert zu senken.

Düngen

Wie bereits oben erwähnt, ist die Monatserdbeere eine robuste Pflanze, die keine aufwendige Pflege bedarf. Die Fragaria vesca kann ein-zwei Mal pro Saison mit dem speziellen Beerendünger versorgt werden, es ist dabei kein
Problem die angegebene Dosierung noch etwas zu reduzieren. Alternativ ist die Pflanze allein mit Biodünger zu versorgen, dafür reicht es ebenfalls ein- bis zweimal in der Saison (im Frühjahr und Herbst) sie mit Kompost zu düngen. Es wird empfohlen zwischen drei und fünf Liter Komposterde pro Quadratmeter der Beetfläche zu nehmen.

Überwinterung

Die kleine Pflanze ist winterhart und verträgt auch einen starken Frost. Wenn die Walderdbeere im Kübel oder Blumentopf als Ampelpflanze kultiviert wird, ist es ratsam, die Töpfe für den Winter mit Vlies oder Jute-Stoff warm einzupacken. Falls die Wurzeln der Monatserdbeere einfrieren, droht das Absterben der Pflanze. Die oberirdischen Pflanzenteile müssen für den Winter nicht entfernt werden, vergilbte oder kranke Blätter sind dagegen abzuschneiden. Alternativ kann die Walderdbeere als Topfkultur in einem unbeheizten Wintergarten überwintern, sobald die Nächte frostfrei sind, soll die Pflanze ihr Winterquartier verlassen. Warmes Überwintern schwächt das Gewächs ab und ist nicht empfehlenswert.

Vermehren

Die Fragaria vesca vermehrt sich zum einen durch die Bestäubung und breitet sich weiter durch die sog. Endochorie aus, indem die Früchte von Tieren und Menschen verspeist und die Samen wieder ausgeschieden werden. Zum anderen pflanzt sich die Monatserdbeere vegetativ fort. Gerade die letztere Methode wird überwiegend von den Gärtnern zur Vermehrung der Pflanze verwendet. Dabei ist folgendermaßen vorzugehen:
  • eine Jungpflanze, die bereits Wurzeln geschlagen hat, wird mit großer Vorsicht aus der Erde ausgegraben
  • das Rhizom, welches die junge Pflanze mit der Mutterpflanze verbindet, ist mit der Gartenschere abzuschneiden
  • nun kann die neue Walderdbeere am Wunschort gesetzt werden
Monatserdbeere aus den Samen ziehen gelingt i.d.R. ebenfalls meist unproblematisch. Im zeitigen Frühjahr werden die Samen in einen Kasten oder Topf mit Aufzuchterde gedrückt und stets feucht gehalten. Nach ca. 4 bis 6 Wochen keimen die Pflanzen und können zwei-drei Wochen später im Garten gesetzt werden. Tipp: Beim Kauf nachfragen, ob die konkrete Sorte nicht eventuell zu den Lichtkeimern gehört, wenn das der Fall ist, dürfen die Samen nicht in die Erde eingedrückt werden, sondern sollen auf der Oberfläche bleiben.

Wichtig nach dem Anpflanzen ist das Feuchthalten der WalderdbeerenKrankheiten und Behandlungsmöglichkeiten

Obwohl recht widerstandsfähig, können die Pflanzen bei der falschen Pflege u.a. an Wurzelfäule erkranken. Faulende Wurzeln deuten darauf hin, dass die Pflanzen in ein falsches Substrat gesetzt werden. V.a. schwere Böden und fehlende Drainage setzten der Walderdbeere stark zu. Abhilfe kann nur durch die Lockerung des Bodens oder Umpflanzen geschaffen werden. Mehltau ist eine andere Krankheit, die Monatserdbeeren bedroht. Herkömmliche Fungizide helfen diese Pilzerkrankung zu bekämpfen.

Häufige Fragen
  • Mit welchen Pflanzen kann die Walderdbeere kombiniert werden? - Im gleichen Beet mit der Fragaria vesca gedeihen z.B. Hülsenfrüchte und Zwiebel. Sonnenschutz bieten Buchsbäume oder Zypressen.
  • Ist die Gartenerdbeere eine Zuchtform der Walderdbeere? - Nein, die "große Erdbeere" ist zwar mit der Monatserdbeere verwandt und gehört zur gleichen Familie, ist aber vor ca. 200 Jahren aus der Kreuzung von Chile-Erdbeere und Scharlacherdbeere auf dem amerikanischen Kontinent entstanden.
Wissenswertes zu Walderdbeeren in Kürze

Pflanzen und Standort
  • Anpflanzen lassen sich Walderdbeeren überall, wo humusreiche und feuchte Erde im einem sonnigen bis halbschattigen Bereich liegt.
  • Die einfachste Variante, Walderdbeeren zu pflanzen besteht darin, einzelne kräftige Pflanzen einzupflanzen.
  • Für die Aussaat durch Samen ist einige Geduld erforderlich. Eine Vorzucht in einem kleinen Gewächshaus oder unter Folie ist zu erwägen.
  • In der Pflanzzeit sollte die Walderdbeere ebenso wie die große Schwester nicht gedüngt werden, um die Pflanze zum Anwachsen anzuregen.
  • Nach der Anwachsphase sollte die Walderdbeere nicht nur regelmäßig gegossen, sondern auch gelegentlich gedüngt werden.
  • Optimal eignet sich Naturdünger in Form von Mist und Humus vom Kompost oder geringe Mengen Erdbeerdünger.  
Vermehrung
  • Die Walderdbeere keine Hilfe bei der Vermehrung, da sich die unterirdischen Wurzeln ebenso ausbreiten wie die überirdisch liegenden Ableger.
  • Übermäßige Ausbreitung lässt sich jedoch durch die einfache Entfernung der Ausläufer eindämmen.
  • Wem die Vermehrung hingegen nicht schnell genug geht, kann die Ableger beim Anwurzeln unterstützen.
  • Hierfür werden lediglich die oberirdischen Ausläufer leicht in die Erde gedrückt.
Winterpflege
  • Als winterharte Pflanze kann die Walderdbeere im Außenbereich ohne besondere Pflege und Vorbereitungsmaßnahmen überwintern.
  • In der Topfkultur hingegen sollte die Walderdbeere an einem kühlen, frostfreien Ort überwintern, um ein Erfrieren der Wurzeln zu vermeiden.
  • Ab März kann die Walderdbeere in Topfkultur jedoch ebenfalls wieder in den Außenbereich zurückkehren, um ihren natürlichen Wachstumszyklus erneut zu beginnen.
Walderdbeeren können im Garten und im Balkonkasten kultiviert werdenErnte & Verarbeitung
  • Aus den kleinen weißen Blüten im Frühjahr entwickeln sich im Früh- bis Hochsommer die 1 bis 2 cm großen Walderdbeeren.
  • Selbst ungesüßt bieten sie einen leckeren Sommergenuss, der sich pur ebenso nutzen lässt wie in der Küche.
  • Desserts, Salate oder sommerliche Getränke (auch mit Sekt) bieten sich ebenso an wie die Verarbeitung zu Marmeladen. 
  • Beachten Sie: Die Marmeladenherstellung aus der Walderdbeere ist einfach, erfordert jedoch eine große Fruchtmenge. Durch den Zuckerzusatz leidet das Aroma.