Ahornbaum - Pflanzen, Umpflanzen und Schneiden

Ahornbaum - Pflanzen, Umpflanzen und Schneiden Ahornbäume gehören wegen ihrer Blattform zu den bekanntesten LaubbäumenAhorn (Acer) Bäume wachsen nicht nur an verschiedenen Standorten, sie sind auch in einer großen Variationsvielfalt zu finden. Früher wurden sie einer eigenständigen Familie zugeordnet, heute weiß man durch genauere Untersuchungen, dass sie zur Unterfamilie der Roßkastaniengewächse und innerhalb dieser zu den Seifenbaumgewächsen zählen.

Es gibt insgesamt rund 200 verschiedene Sorten, die nicht nur zum Schmuck im Wald, Park oder auf dem Grundstück stehen. Die

meisten Ahorn-Bäume sind sommergrün, das heißt, sie verlieren im Herbst ihre schönen großen Laubblätter. Je nach Sorte Ahorn ist das Blatt unterschiedlich aussehend, ist in den meisten Fällen jedoch einer Hand ähnlich. Es ist das Symbol des Landes Kanada und auf der Flagge zu sehen. Tipp: Vor dem Kauf eines Ahorns über die Sorte informieren und die Wuchshöhe beachten!

Kleine Kulturgeschichte des Ahorns

Ahorn wurde in den vorigen Jahrhunderten immer im Zusammenhang mit dem Aberglauben an Hexen erwähnt. Türen an Häusern wurden mit Ahorn geschmückt, auch die Zapfen aus Ahornholz, die an Stalltüren angebracht wurden, sollten vor den bösen Geistern schützen. Manchen Orts wurde und wird vielleicht auch heute noch am 24. Juni ein Ahornzweig an die Türe geheftet, bei diesem Ritual handelt es sich um eines zum Schutz gegen Blitzschlag.

Bestandteile des Ahorns werden nicht nur zu Möbeln und sonstigen Artikeln aus Holz verarbeitet, auch Ahornsirup ist sehr beliebt. Er wird in Amerika auf die „Pancakes“ (Pfannkuchen) gegeben, er hat eine süßende Kraft. Der Ahorn findet aber in vielen Fällen auch in Gärten einen Standort, selbst als Bonsai Züchtung ist er sehr beliebt.

Ahorn im Garten

Von den vielen Ahornsorten sind nur wenige geeignet, um im Hausgarten zu gedeihen. Diese drei Sorten sind grundsätzlich in Mitteleuropa am Meisten vorkommend:
Blätter eines SpitzahornsDer Spitzahorn war übrigens der Baum des Jahres 1995, der Berg-Ahorn trug den gleichen Titel 2009. Der Spitzahorn ist auch derjenige, der gerne in einen Garten gepflanzt wird. Er kann dort zu einem kleinen Baum heranwachsen, ist also überschaubar und präsentiert seine Kugelkrone als hübschen Blickfang. Der Feldahorn ist der kleinste der einheimischen Arten und wird deshalb auch zu einer sommergrünen Hecke herangezogen. Sie wächst langsam und bietet vielen Vögeln Schutz und Raum für den Nestbau. Freistehend ist der Feldahorn ebenso beliebt, weil er auch in einem kleinen Garten nicht zu viel Raum einnimmt.

In vielen Gärten ist der Japanische Ahorn zu sehen, nicht nur weil er von der Größe her optimal in einen Hausgarten passt, sondern auch weil er eine besonders schöne Laubfärbung im Herbst durchmacht. Der Japan-Ahorn ist eher ein großer Strauch als ein Baum und als solcher natürlich vielseitiger einsetzbar. Er kann beispielsweise vor einer grünen Kulisse gepflanzt werden und beeindruckt dann mit seinem Farbspiel ganz besonders. Eine solche Hecke könnte eine Kirschlorbeerhecke sein oder auch eine Eibenhecke. Besonders die rotblättrigen Ahornsorten sind beliebt, sie haben das ganze Jahr über eine enorme Leuchtkraft.

Die beste
Pflanzzeit für

Ahornbäume


Wie bei allen Gehölzen, zu denen der Ahorn auch zählt, sollte grundsätzlich die Pflanzzeit auch nach der Art der Bewurzelung ausgewählt werden. Wird der Ahorn in einem Container geliefert, kann er während des ganzen Jahres gepflanzt werden. Natürlich ist der gefrorene Boden im Winter nicht die beste Zeit, aber das zeitige Frühjahr, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, dagegen schon. Im Container stehende Gehölze haben bereits gute Wurzeln gebildet und sind nicht mehr so anfällig.
  • Ein Ahorn mit einer nackten Wurzel, also ohne Ballen und ohne Container, wird am besten in der blattlosen Zeit zwischen Oktober und Mai gepflanzt.
  • Kälte macht einem Baum beim Pflanzen nichts aus und ist besser, als bei Hitze eingesetzt zu werden. Dasselbe gilt auch für Bäume mit Ballen und auf keinen Fall sollte die gründliche Wässerung nach dem Einpflanzen vergessen werden.
  • Wenn die entsprechende Stelle für den Ahorn ausgesucht wurde, wird mit dem Spaten eine Markierung gestochen, das Erdreich entsprechend großzügig ausgehoben und der Baum hineingestellt.
  • Wenn die Erde wieder eingefüllt wird, sollte der Stamm hin und wieder gerüttelt werden, um die Erde auch zwischen die Wurzeln gelangen zu lassen.
  • Abschließend wird die Pflanzstelle ausgiebig mit Wasser versorgt, um Lufträume zwischen den Wurzeln zu beseitigen.  Es sollte je nach Größe ein Pfahl oder mehrere als Stütze für den Baum angebracht werden.
Pflege des Ahornbaumes

Wenn ein Ahornbaum gepflanzt werden soll, steht nicht nur die Frage nach der jeweiligen Größe im Raum, sondern auch die weitere Pflege. Er ist zwar ein anspruchsloser Baum, der während des ganzen Jahres nicht viel Aufmerksamkeit benötigt, aber es gibt trotzdem einige Richtlinien, die beachtet werden sollten.

Sommergrünes AhornlaubDer Ahorn verträgt beispielsweise überhaupt keinen Rückschnitt. Ob kleine oder größere Sorte, wenn der Ahorn zurückgeschnitten wird, kann er darauf mit dem Absterben von Ästen reagieren. Außerdem steigt die Anfälligkeit gegen Mehltau und weitere Erkrankungen, es ist, als würde der Baum mit jedem verlorenen Ast seine Widerstandsfähigkeit einbüßen. Das ist der wichtigste Grund für die Überlegung, an welche Stelle im Garten der Ahorn gepflanzt werden soll. Er benötigt einen Standort, an dem er stehen und wachsen kann, wie es ihm gefällt. Selbst die niedrigen und kleinwüchsigen Arten zeigen solches Verhalten.

Wer einen Garten mit Ahorn übernommen hat, kann darauf wenig Rücksicht nehmen, der Baum ist nun einmal da und wenn aus einem wichtigen Grund ein Schnitt erfolgen muss, geht das nicht anders. Nun sollten wenigstens die folgenden Punkte beachtet werden, damit der Ahorn diese Prozedur möglichst gut übersteht:
  • Im späten Sommer schneiden, wenn die Vegetationsruhe beginnt.
  • Schnittstellen mit Baumwachs einstreichen, um Krankheiten vorzubeugen.
Grundsätzlich sollte schneiden des Ahorns jedoch vermieden werden. Sollten sich Pilzerkrankung des Ahorns zeigen, muss auf jeden Fall geschnitten werden. Die betroffenen Teile müssen um 15 cm mehr ins gesunde Holz hinein abgeschnitten werden. Der Verticillium-Pilz tritt besonders häufig an Ahorn Bäumen auf, die einen zu nassen Standort haben. Nässe begünstigt die Entstehung des Pilzes, der die Leitungsbahnen des Baums zusetzt und so dafür sorgt, dass er nicht mehr mit Nährstoffen versorgt werden kann. Durch einen Standort auf einer kleinen Anhöhe kann die Entstehung eines solchen Pilzes verhindert werden.

Wissenswertes zum Ahorn (Acer) in Kürze

Der Ahorn ist in der Natur mit etwa 150 Arten vertreten. Die bekanntesten hiervon sind Berg-, Spitz- und Feldahorn:
  • Am eindrucksvollsten ist der Bergahorn. Seine Erscheinung ist sehr imposant, wird er doch etwa 30 Meter hoch und kann durchaus ein Alter von 400-500 Jahren erreichen.
  • Der Feldahorn ist mehr ein Strauch, denn ein Baum, doch auch er kann, wenn die Boden- und Standortverhältnisse stimmen, gute 10-12 Meter hoch wachsen.
  • Der Spitzahorn ist der Baum, den man häufig als Alleebaum in den Städten und in Parks wieder finden kann. Er wird etwa 30 Meter hoch und kann ein Alter von etwa 200 Jahren erreichen.
Neben diesen Ahornarten gibt es natürlich auch noch die Züchtungen, die wegen ihres Wuchses oder wegen ihrer wunderschönen herbstlichen Blattfärbung ihren Weg in die heimischen Gärten fanden. Diese Bäume haben mehr Zierwert, als dass man sie einfach als Baum betrachten würde. Einige Arten kann man auch sehr gut in Kübeln kultivieren, da sie sehr langsam wachsen. Zu diesen Arten gehört auch der Japanische Schlitzahorn.

Doch der Ahorn ist zeitweise sogar viel mehr als einfach ein Baum. Jeder kennt den zuckersüßen Ahornsirup, mit dem man Fleisch verfeinern kann. Dieser Sirup wird aus dem Ahornharz gewonnen. Für etwa 1 Liter Ahornsirup benötigt man ca. 40 Liter Ahornharz. Die Gewinnung ist nicht immer machbar, die beste Zeit ist der April, da hier Frost und Wärme die ideale Abwechslung garantieren, die für die Zuckergewinnung erforderlich ist.

Das Staatswappen Kanadas, das Ahornblatt ist auch nicht aus einer Laune aus entstanden. Tatsächlich gibt es in Kanada sehr große Flächen die mit Ahornbäumen besiedelt sind. Das kanadische Staatswappen ist das wohl bekannteste und markanteste Staatswappen der Welt. Der Ahornbaum wurde 2005 von unserem Nachbarland Österreich zum Baum des Jahres gewählt.