Buche- Buchenbaum: Pflanzen, Pflege & Schneiden

Buche- Buchenbaum: Pflanzen, Pflege & Schneiden Buche auf weiter FlurBuchen, sowohl die Rotbuche (Fagus sylvatica) als auch die Blutbuche (Fagus sylvatica purpurea), sind robuste, winterharte Laubbäume, die 30 – 40 m hoch und bis zu 100 Jahren alt werden können. Ihre Früchte, die Bucheckern, sind eine wichtige Nahrungsquelle für viele Wildtiere. Für Menschen sind sie allerdings giftig.

Pflanzung der Buche

Die Buche braucht einen sonnigen bis schattigen Standort mit sandig-lehmigem bis lehmigen Boden. Der Boden sollte gute Drainage-Eigenschaften haben, da Buchen

keine Staunässe vertragen.
Da die Buche relativ flache Wurzeln ausbildet, sollte der Standort nicht zu windig sein. Gerade junge Pflanzen können sonst leicht verloren gehen.

Buchen können im Frühjahr oder Herbst gepflanzt werden. Hierzu wird ein breites Pflanzloch ausgehoben, die Pflanze eingesetzt, das Pflanzloch mit Erde aufgefüllt, die Erde fest geklopft und die Pflanze bewässert.

Pflege der Buche

Normalerweise brauchen Buchen nicht bewässert zu werden. Eine Ausnahme bilden frisch angepflanzte junge Bäume bei extremer Trockenheit oder Hitze.

Von Ende Februar bis Ende Juli sollten Buchen mit einem Mehrnährstoffdünger (Stickstoff, Phosphor, Kalium) mit Langzeitwirkung mäßig gedüngt werden. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass der Dünger nicht mit grünen Pflanzenteilen in Berührung kommt. Dies kann zu Verbrennungen führen. Ab August wird nicht mehr gedüngt. Eine zu späte Düngung führt zur Ausbildung neuer Triebe, die bis zur Winterruhe nicht mehr ausreifen können und damit frostgefährdet sind.
Regelmäßige Schnittmaßnahmen dienen nicht nur der Optik, sondern schützen den Baum auch vor Schädlings- und Pilzbefall.

Die Buche sollte regelmäßig auf Schädlinge und Krankheiten untersucht werden. Leider ist sie relativ anfällig hierfür. Je eher ein Schädlingsbefall oder eine Krankheit erkannt und behandelt werden kann, desto höher sind die Erfolgsaussichten.

Krankheiten und Schädlinge:
  • Pilzbefall mit Phytophtora: Diesen Pilzbefall erkennt man an der Verfärbung des Holzes und Rindennekrose mit Schleimfluss. Zur Behandlung wird ein entsprechendes Fungizid benutzt.
  • Befall mit der Buchenzierlaus: Bei einem Befall mit der Buchenzierlaus rollen sich die Blätter ein und vertrocknen und junge Triebe sterben ab. Die Läuse sind mit ihren starken Wachsausscheidungen am Stamm, den Ästen und Blättern zu sehen. Zur Bekämpfung wird ein spezielles Fungizid gespritzt. Zusätzlich sollte auf eine weniger stickstoffreiche Düngung umgestellt werden.
  • Befall mit der Buchenwolllaus: Auch bei diesem Schädlingsbefall rollen sich die Blätter ein und vertrocknen. Die Unterseite der Blätter ist mit klebrigen, dicken, weißen Wollfäden bedeckt.
    Für die Bekämpfung gilt das gleiche wie bei der Buchenzierlaus.
Schnitt der Buche

Laubbäume sollten auf keinen Fall während des Austriebs geschnitten werden. In dieser Zeiot ist der Saftdruck zu groß. Auch während des Blattabwurfs sollte man sie nicht schneiden, da sie in dieser Zeit noch Nährstoffe aus den Blättern zurückgewinnen.

Früher hat man Bäume gerne im Winter geschnitten. Das ist aber für den Baum ungünstig, da er sich dann in der Winterruhe befinden und damit sowohl seine natürlichen Abwehrreaktionen als auch die Fähigkeit Wunden schnell zu verschließen fehlen. Besser ist ein Schnitt im Sommer. Dann setzt die Wundholzbildung und damit die Abschottung der Schnittwunde direkt ein. Beim Schneiden der Buche muss auf eventuell in ihr brütende Vögel Rücksicht genommen werden.

Bei der jungen Pflanze nimmt man, vor dem Einpflanzen,

einen sogenannten Pflanzschnitt vor. Er dient dazu den Wuchs der Pflanze direkt in die gewünschte Form zu leiten und erleichtert es den Wurzeln die gesamte Pflanze mit Nährstoffen zu versorgen. Hierbei wird nur ein Haupt- und zwei oder drei Nebenäste stehen gelassen.

Bei allen Buchen sollten regelmäßige Auslichtungsschnitte vorgenommen werden. Dabei entfernt man tote, dürre und beschädigte Triebe. Ebenso entfernt werden sich überkreuzende und nach innen wachsende Triebe. Ganz wichtig zur Verhütung von Schädlingsbefall ist die Auslichtung von zu dicht stehenden Trieben. Außerdem werden Besenartige Austriebe, sogenannte Wasserschosse, entfernt. Zusätzlich können noch Äste, die die Wuchsform beeinträchtigen geschnitten werden. Dies sind z.B. Konkurrenztriebe zum Mittelast oder zu Leittrieben.

Wissenswertes

Die Buche wurde in Deutschland 1990 zum Baum des Jahres gewählt. Buchen gehören zu den wichtigsten Holzarten in der Industrie, aber auch in der Forstwirtschaft. In Privatgärten findet man sie nur dann, wenn der Garten auch wirklich groß genug ist. Die Bäume erreichen eine Höhe von etwa 25-30 Meter, dabei einen Stammdurchmesser von etwa 1,5 Meter. Die Früchte der Buchen, die Bucheckern dienen im Winter als Nahrung für viele wild lebende Tiere. Die Früchte sind etwa 25mm lang und enthalten 2 dreikantige, ölhaltige Samen. Die Buche ist mit vielen Bauernregeln verbunden, so kann man aus der Rinde und der Menge der Bucheckern vorhersagen, wie der Winter wird. Viele Bucheckern bedeuten einen sehr langen und strengen Winter. Wenn man Anfang November mit einer Axt in eine Buche gehackt wird, kann man anhand der Wunde vorhersagen, wie der Winter sein wird. Bleibt die Wunde trocken, wird der Winter besonders kalt und lang.

In der Industrie haben Buchen einen besonders hohen Stellwert. Vor allem in der Möbelherstellung spielt Buchenholz eine sehr große Rolle. Buche ist sehr elastisch, durch ein spezielles Dampfverfahren lässt sie sich gut biegen. Auch Fischräuchereien verbrauchen mehrere Tonnen Buchenholz, in Form von Buchenspäne, Buchenholzmehl und Buchenspalten. Im Buchenrauch geräucherte Fische haben einen besonders feinen Geschmack. Buche bildet keinen Ruß, deshalb eignet sie sich besonders gut zum Räuchern von Fischen, aber auch vom Fleisch. Besonders bemerkenswert ist zudem, dass in Deutschland und in der Schweiz viele Ortschaften in ihren Namen das Wort üBucheü erwähnen. Das kommt wohl davon, dass in diesen Gegenden besonders viele Buchen vorzufinden sind. Wenn man dem Volksglauben Glauben schenken darf, werden Buchen selten, bis gar nicht vom Blitz getroffen.