Forsythie richtig schneiden - wann zurückschneiden?

ForsythieDie Forsythie gehört zu den wunderschönen blühenden Gehölzen, die uns schon früh im Jahr mit einem Ausblick auf die Blütensaison erfreuen. Je wuchsfreudiger eine Forsythie ist, desto entscheidender ist es, die Forsythie richtig zurückzuschneiden, damit sie lange blühfreudig bleibt.

Der Formschnitt einer Forsythie

Damit Ihre Forsythie sich gut entwickelt, braucht und bekommt sie jedes Jahr einen Rückschnitt. Das betrifft die frei stehende Forsythie ebenso wie die Forsythie, die als Hecke oder Teil einer Hecke jährlich in Form gebracht werden muss.

Forsythien können sogar richtige strenge Formschnitte bekommen, also zu großen Kugeln oder zu Pyramiden oder zu ähnlichen ungewöhnlichen Formen geschnitten werden.

Die Forsythie legt an den frischen Trieben des letzten Jahres (als bereits in der Vorjahressaison) die Blütenknospen für die frühe Blüte zum Jahresbeginn an. So machen es fast alle blühenden Pflanzen, die schon sehr zeitig im Jahr Blüten hervorbringen möchten. Während die Spätblüher im warmen Frühling ihre Blüten entwickeln, hätten diese Pflanzen dafür ja sonst nur den kalten Winter zur Verfügung. Deshalb sorgen sie in der Saison davor für die Blüten - man sagt dann, sie blühen am letztjährigen bzw. zweijährigen Holz oder am Vorjahrestrieb.

Zweig der ForsythieAus diesem Grund darf die Forsythie erst nach der Blüte beschnitten werden, was dem normalen Freizeitgärtner wegen der nun schon milderen Temperaturen durchaus entgegenkommt. Der Rückschnitt dient immer auch dazu, möglichst viele neue Triebe hervorzulocken, die wiederum in der kommenden Saison die Blütenanlagen für das kommende Jahr ausbilden werden und dann im nächsten Jahr blühen werden. Sie sollten deshalb möglichst zeitnah nach der Blüte schneiden, damit die Ausbildung der Blütenanlagen rechtzeitig erfolgen kann.

Wie Sie bei einem Formschnitt vorgehen, hängt
davon ab, welche Form Ihre Forsythie bekommen soll. Geht es Ihnen einfach nur um eine kompakte Wuchsform oder um Formanpassung in einer Hecke, werden schlichtweg alle Äste rundherum um etwa ein Drittel mit einer Heckenschere gekürzt. Wenn Sie eine bestimmte Form im Auge haben, ob Kugel oder Pyramide, arbeiten Sie sich mit dem Schnitt an diese Form heran, wobei Sie nicht zimperlich sein müssen, eine Forsythie verträgt auch sehr kräftige Schnittmaßnahmen.

Der Rückschnitt frei stehender Forsythien

Einzeln stehende Forsythie dürfen freier wachsen, sie sollen ja meist einen möglichst natürlichen, überhängenden Wuchs ausbilden. Hier reicht es, wenn Sie die Forsythie nur auslichten. Das kann gerne sehr zurückhaltend erfolgen, allerdings sollten Sie dabei beachten, dass Forsythien an den älteren Zweigen zunehmend weniger oder überhaupt nicht mehr blühen.

Denn Forsythien wachsen ähnlich wie Weigelien und Blut-Johannisbeeren vorwiegend mesoton, die neuen Triebe entwickeln sich also vor allem ab dem mittleren Abschnitt der älteren Äste. Eine unbeschnittene Pflanze würde sich nach außen hin immer mehr verzweigen und auch nur am äußersten Rand Blüten bilden. Diese blühen aber höchstens drei Jahre, die Pflanze würde im Ergebnis an der Basis verkahlen, die Äste mit den vielen Verzweigungen würden an den Seiten stark überhängen, die jetzt sehr breite und in der Mitte kahle Pflanze würde nur noch aus dem mittleren Zentrum neue Triebe in den Himmel schießen und sich sonst insgesamt sehr

blühunwillig geben.

ForsythieDamit Ihre Forsythie nicht blühfaul wird, müssten Sie also von Anfang an darauf achten, dass Sie möglichst immer die Triebe letzten Jahres abschneiden und die Forsythie auf diese Art und Weise zwingen, sich möglichst weit unten zu verzweigen.

Alle Forsythie brauchen einen Verjüngungsschnitt

Schwierig wird das, wenn Ihre Forsythie in einer dichten Vogelschutzhecke steht. Hier können Sie von März bis September höchstens den überstehenden Neutrieb abschneiden, sonst würden Sie die Vögel ja beim Brüten stören (manche Vögel brüten bis in den August).

Dann kann es sein, dass die Forsythie im Laufe der Jahre durch ihre mesotone Wuchsform verkahlt. Deshalb sollten Sie Ihrer Forsythie alle drei Jahre einen Verjüngungsschnitt angedeihen lassen, damit sie nicht überaltert und zunehmend aus der Form gerät. Dann bekommt sie einen gründlichen Auslichtungsschnitt, sobald der Blütenflor zu welken beginnt.

Eine total aus der Form geratene Forsythie können Sie im Extremfall sogar auf den Stock setzen. Das bedeutet, Sie schneiden die Forsythie ganz radikal bis ins ganz alte Holz zurück, sodass Sie ganz von vorne beginnt, ihre Form auszubauen. Eine nicht sehr vitale Forsythie, die unter ungünstigen Kulturbedingungen wächst, könnte allerdings unter einem radikalen Auf-den-Stock-setzen so leiden, dass sie abstirbt. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Forsythie nicht sehr widerstandsfähig ist, können Sie einen solchen Radikalschnitt aber auch über mehrere Jahre verteilen.