Pfaffenhütchen - Pflege, Schneiden und Vermehren

Pfaffenhütchen - Pflege, Schneiden und Vermehren Das Pfaffenhütchen ist ein bis zu sechs Meter hoher Großstrauch oder kleiner Baum, der auch Spindelstrauch oder Pfaffenkapperl genannt wird. Es ist ein sommergrünes, aufrechtes, weit verzweigtes sparrigeres Gewächs. Im Herbst trägt es viereckige rosarote Früchte, die an die Kopfbedeckung eines Pfarrers erinnern.

Das Pfaffenhütchen steht in Parks und Gärten in ganz Europa. In der Natur, als Wildgehölz, wächst es an den Wald- und Wegrändern. Der Name Spindelstrauch kommt daher, weil sich sein feines Holz zum Drechseln eignet. Achtung: alle Pflanzenteile sind überaus giftig!

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Standort für Pfaffenhütchen
  • Der Strauch kommt mit den unterschiedlichen Bodenbedingen zurecht. Auf kalkhaltigen, zur Trockenheit neigenden Böden blüht er reichlicher und bringt mehr Früchte hervor. Feuchter Untergrund lässt ihn schneller wachsen.
  • Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein und ist als Kübelpflanze für Balkon oder Terrasse geeignet. Die Pflanze mag viel frische Luft, aber keine Zugluft.
  • Das flache Wurzelwerk ist breit verzweigt. Die Hauptwurzel wird daumendick und ist von einem dichten Seitentriebfilz umgeben.
  • Das Pfaffenhütchen ist in der Natur oft zu finden, meistens als einzelner Strauch. In lichten Laubmischwäldern ist Bestandteil der Strauchschicht. Es befindet sich an Südhängen in Gesellschaft mit Schlehe, Liguster, Heckenkirsche, Berberitze und Hartriegel.
Charakteristischer Wuchs des Pfaffenhütchens

Das Pfaffenhütchen ist ein stark verzweigter Strauch, der bis zu drei Meter hoch werden kann. Eher selten als kleiner Baum bis zu sieben Metern. Die vielen Seitentriebe sind relativ dünn und stehen fast rechtwinklig ab. Ältere Büsche haben eine rissige Borke, die graubraun ist. Der Strauch verliert im Winter seine Blätter, seine Zweige bleiben aber grün.

Die Blätter werden drei bis acht Zentimeter lang. Sie haben die Form von einem Ei oder einer Ellipse und laufen oben spitz zu. Der Blattrand ist fein gesägt. Die Blattoberseite ist dunkler. Im Herbst (September bis Oktober) färben sich die Blätter orange bis leuchtend rot. Die recht unscheinbaren, aber zahlreichen Blüten erscheinen von Mai bis Juni. Diese sind gelblich-grün, die zu zweit bis zu neunt an gestielten Dolden stehen. Ist die Blütezeit vorbei, erscheinen von August bis Oktober die sehr auffälligen Früchte.

Der Strauch sieht trotz der unscheinbaren Blüten sehr schön aus und ist ein Blickfang. Er wird daher gern als Zierstrauch angepflanzt.

Pfaffenhütchen pflegen

Das Pfaffenhütchen braucht in der warmen Jahreszeit sehr viel Wasser. Ab August können die Wassergaben eingeschränkt werden. Der Ballen darf aber nicht austrocknen. Ist die oberste Bodenschicht abgetrocknet, kann erneut Wasser gegeben werden. In der Wachstumsphase von Mai bis August  darf eine Düngergabe im Abstand von 14 Tagen gegeben werden. Als Kübelpflanze wird der Strauch bei 4 bis 6 Grad hell überwintert. Jährlich im März werden die Jungpflanzen in handelsübliche Einheitserde umgetopft. Zu diesem Zeitpunkt kann das Pfaffenhütchen kräftig geschnitten werden.

Samen und die
Früchte des Pfaffenhütchens

Die fleischigen Kapselfrüchte sind orange bis rot und bis zu zwei Zentimetern groß. In den Früchten befinden sich 1 bis 4 weiße Samen, die in ihrem Innern grüne Embryonen enthalten. Sie sind von orangefarbigem Fruchtfleisch umgeben. Wenn die Früchte reif sind, springen sie auf und die Samen hängen an Fäden heraus. Die Samen werden von Vögeln verschleppt und keimen erst nach einer längeren Ruhezeit. In vier

bis fünf Jahren erleben sie mehrere Frostperioden.

Als Zierstrauch im Garten werden ausgereifte Triebstecklinge im Frühjahr oder Herbst geschnitten und in einem Topf mit Anzuchterde bewurzelt. In der Natur stehen die Früchte auf dem Speiseplan vieler Vögel. Die Samen werden besonders gern von Rotkehlchen und die Früchte von Elstern und Drosseln verzehrt. Die Vögel verdauen den fleischigen Samenmantel und spucken sie in Ballen wieder aus. Auf diesem Wege werden die Samen verbreitet. Nach einer langen Ruhepause von mehreren Jahren keimen die Samen aus. Eine eigene Anzucht aus Samen ist sehr mühevoll.
 
Schädlinge und Krankheiten

Nicht selten wird das Pfaffenhütchen von den Raupen der Spindelbaumgespinstmotten befallen. Im Frühjahr ist die Pflanze deshalb oft mit einem Gespinst überzogen. Die Motten fressen fast alle Blätter vom Strauch ab. Ist er abgefressen, seilen sich die Raupen an dünnen Fäden wieder ab. Das ist aber kein Grund zur Sorge, im Frühjahr treibt die Pflanze erneut wieder aus.
  • Die schwarze Bohnenlaus saugt in der ersten Generation an den Blättern.
  • Wildkaninchen und Hasen nagen im Winter gern an den Zweigen und die Rinde.
Wissenswertes zum Pfaffenhütchen in Kürze

Alle Teile der Pflanze sind für Mensch und Tier giftig. Als tödliche Dosis reicht eine kleine Anzahl der Samen. Nach etwa 15 Stunden zeigen sich die ersten Anzeichen einer Vergiftung. Es sollte dann sofort Erbrechen ausgelöst und viel Wasser, Tee oder Fruchtsaft getrunken werden. In der Volksheilkunde wurde das Pfaffenhütchen wegen seiner Inhaltsstoffe früher als harntreibendes Mittel verwendet. Das gewonnene Pulver aus dem Samen wurde gegen Ungeziefer wie Läuse und Katzenmilben eingesetzt.

 

Heute wird die Pflanze in der Heilkunde nicht mehr benutzt! Es gibt aber andere Verwendungsmöglichkeiten:

  • Öl aus der Saat: Brennstoff, Seifenherstellung
  • im Garten und Natur: Zierstrauch, Bienenweide, Vogelschutz und -nahrung, Sicherung von Böschung, Schutzpflanzung, Straßengrün
  • Früchte: Insektizid, Vogelnahrung

Das gelbe Holz des Pfaffenhütchens gilt als sehr zäh. Früher wurden aus ihm zum Beispiel Pfeifen für die Orgel. Schuhnägel, Spindeln und Stricknadeln hergestellt. Außerdem wurde aus dem Holz hochwertige Holzkohle bzw. Zeichenkohle hergestellt.

  • Das Pfaffenhütchen ist ein volkstümlicher Name für den Gewöhnlichen Spindelstrauch, der zur Familie der Spindelbaumgewächse gehört.
  • Das Wichtigste, was über diese Pflanze gesagt werden muss, ist, dass sie überaus giftig ist, und zwar an und in allen Pflanzenteilen. Das Pfaffenhütchen wurde deswegen 2006 auch zur Giftpflanze des Jahres gewählt.
  • Das Pfaffenhütchen sollte trotz seiner Giftigkeit einen Platz im Garten erhalten. Es ist ein sehr schöner Zierstrauch und fällt besonders im Herbst durch seine Farbenpracht auf. Es ist frosthart und stadtklimafest.
  • Zu den wichtigsten Merkmalen des Spindelstrauches gehört seine Größe, er wird als Strauch beachtliche drei Meter hoch, als Baum kann er bis zu sechs Meter hoch wachsen.
  • Es handelt sich um einen so genannten winterkahlen Strauch. Seine Blätter sitzen gegenständig, sind elliptisch und haben Kerben entlang des Randes.

Die Blüten des Strauches blühen von Mai bis Juni, sind aber eher unscheinbar und klein. Die gelbgrünen Blüten wachsen in Dolden. Die Früchte dagegen fallen schon eher auf. Sobald die Blütezeit vorbei ist, erscheinen beeindruckende rote bis orange Kapselfrüchte, die bis zu zwei Zentimeter groß sein können. In den Kapseln befinden sich die Samen, vier jeweils an der Zahl, die in ihrem Innern grüne Embryonen beherbergen und aus der geöffneten Kapsel heraus hängen.