Schlehdorn - Schlehendorn, Schlehe, Heckendorn, Schwarzdorn

Schlehe / Schlehdorn Der lateinische Namen der Schlehe ist Prunus spinosa. Die Schlehe gehört zu den Rosengewächsen, ferner zur Unterfamilie der Steinobstgewächse. Bekannt ist die Schlehe auch unter den Namen Schwarzdorn, Schlehdorn, Heckendorn, Hagedorn und  Bockbeerli.

Der deutsche Name Schlehe stammt aus dem Althochdeutschen sleha und findet sich auch in den Altslawischen Wörtern sliva, welches sich wiederum in Slivovitz, dem Pflaumenschnaps, wieder findet.  

Die Früchte der Schlehe reifen im Spätsommer bis Frühherbst. Die Früchte sind kugelig und dunkelblau. Sie sind zunächst noch sehr sauer und haben einen sehr hohen Gerbstoffgehalt.



Man vermutet auch, dass die Schlehe der wilde Vorfahre unserer heutigen Pflaumen und Zwetschgen ist. Schlehen werden in der Regel bis zu  3 m hoch. Aus diesem Grund wurden

Schlehen früher auch als Wehrzaun gepflanzt. Das war praktisch in zweierlei Hinsicht. Die Hecke bot den Menschen dahinter Schutz und gleichzeitig Nahrung. Wobei von dem reichhaltigen Fruchtangebot nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere, insbesondere Vögel und Schmetterlinge profitierten.

Die Schlehe steht auch heute noch als Futterstrauch, hinter Salweide und Weißdorn, ganz oben auf der Hitliste der Tiere. Die Früchte der Schlehen sind allerdings nicht zum Verzehr in größeren Mengen geeignet. Roh können sie Magen- und Darmbeschwerden verursachen. Der Kern der Schlehe ist nämlich blausäurehaltig. Isst man die Früchte aber in Maßen, ist der Blausäureanteil unbedenklich.

Die Blätter und Blüten
können als Abführmittel verwendet werden. Sie sind harntreibend und wirken abführend. Ein alt hergebrachtes Rezept gegen Appetitlosigkeit ist Mus aus den Früchten. Aus den Früchten der Schlehe wird auch Likör hergestellt. Dieser hat, bedingt durch die Blausäure, ein bittermandelartiges Aroma.  Bekannt ist auch der Schlehenwein.

Darüber hinaus werden Schlehen im getrockneten Zustand als Zutat für Wildfrüchtetee verwendet. Die Blütezeit der Schlehe ist von März bis April. Die Blüten sind weiß und haben fünf Blütenblätter. Anzutreffen ist die Schlehe an Weg- und Waldrändern und auf felsigen Hängen.

Die Schlehe liebt kalkhaltigen Boden, wächst aber auch auf steinigem Boden. Das Verbreitungsgebiet der Schlehe erstreckt sich von Nordafrika über den Kaukasus und Vorderasien bis nach Europa. Die Schlehe ist stark verästelt und hat eine sehr dunkle Rinde. Die Zweige haben Dornen, die eigentlich - im botanischen Sinne - umgewandelte Seitentriebe sind.

Aus der Rinde der Schlehe lässt sich Tinte gewinnen. Um dies zu erreichen, muss die  Rinde von den Zweigen geklopft und anschließend in Wasser gelegt werden. Drei Tage später wird das Wasser abgegossen und aufgekocht und erneut über die Rinde gegossen. Dieser Vorgang wird solange wiederholt bis die Rinde völlig ausgelaugt ist. Die so gewonnene Flüssigkeit wird anschließend mit Wein versetzt und eingekocht. Die so gewonnene Tinte ist nur mangelhaft lichtbeständig. Dies mag auch der Grund sein warum diese so genannte Dornentinte, die in mittelalterlichen Skriptorien verwendet wurde, in Vergessenheit geriet.

Die Schlehe vermehrt sich durch Aussaat und durch Wurzelausschläge.