Walnussbaum im Garten pflanzen - Pflege & Schneiden

Walnussbaum im Garten pflanzen - Pflege & Schneiden WalnussDer Walnussbaum wird in unseren Gärten immer beliebter und ist in puncto Pflege relativ anspruchslos. Damit er sich zu einem kräftigen, gesunden und stattlichen Baum entwickelt, müssen aber dennoch einige wichtige Dinge beachtet werden.

Den richtigen Standort auswählen

Der Standort sollte zunächst einmal mit Bedacht gewählt werden, denn ein Walnussbaum benötigt irgendwann eine Fläche von bis zu 100 Quadratmetern. Zum Haus und zur Grundstücksgrenze sollte daher ein Mindestabstand von rund fünf Metern eingehalten

werden. Optimal ist ein nährstoffreicher, feuchter, aber nicht zu nasser Boden in sonniger bis halbschattiger Lage.

Zunächst einmal wird das Pflanzloch gegraben, das selbstverständlich nicht zu klein sein darf. Wichtig: Der Walnussbaum möchte nicht zu tief gepflanzt werden, der Wurzelhals muss also mit der Bodenoberfläche abschließen! Es ist auf jeden Fall sinnvoll, mit in das Pflanzloch bereits jetzt schon einen geeigneten Anbindepfahl einzusetzen. Nach dem Pflanzen muss der junge Walnussbaum reichlich gewässert werden.

Die Pflege

Walnüsse am BaumEin Wachstum des Baumes ist meist erst im zweiten oder dritten Jahr zu beobachten, da die Wurzeln eine gewisse Zeit brauchen, um auch wirklich „Fuß zu fassen“. In diesen ersten drei Jahren verträgt der Walnussbaum keine langen Trockenphasen, es empfiehlt sich daher, eine großzügige Schicht aus Mulch auszulegen. Die ersten Früchte tragen viele Arten des Walnussbaumes bereits im fünften Jahr. Dann hat der Baum bereits eine kräftige Krone ausgebildet und eine vernünftige Größe erreicht. Achtung: Die Blüten sind leider sehr frostempfindlich! Kommt es also zwischen Ende April und Mitte Mai zu stärkeren Nachtfrösten, muss damit gerechnet werden, dass die zarten Blüten erfrieren.

Der Schnitt

Ein Erziehungs- oder Auslichtungsschnitt ist bei einem Walnussbaum meist gar nicht nötig, da er in der Lage ist, selbst eine stattliche Krone aufzubauen. Es kann allerdings sinnvoll sein, im zweiten oder dritten Standjahr alle Seitentriebe unterhalb von einem Meter zu entfernen, da dies zu einer optimalen Stammbildung beiträgt. Außerdem sollten zu dicht stehende Äste regelmäßig geschnitten oder entfernt werden. Wichtig: Der Walnussbaum darf nur in den Monaten August und September geschnitten werden, da er in den übrigen Monaten zu stark ausbluten würde! Im Spätsommer heilen die „Wunden“ dagegen schnell und gut, so dass es nicht zu einem übermäßigen Saftaustritt kommt.

Ein Walnussbaum
darf nicht im Frühjahr oder Sommer geschnitten werden, da dieser da Fruchtwasser fließen lässt. Ein Schneiden des Baumes in dieser Zeit würde das Verbluten hervorrufen. Die beste Schnittzeit des Walnussbaumes ist daher der Spätsommer bzw. Frühherbst, in dieser Zeit hat das Blühen bereits stattgefunden.

Die Ernte

reife Walnüsse am WalnussbaumFallen die reifen Walnüsse zwischen September und Oktober irgendwann zu Boden, sollten sie so schnell wie möglich aufgesammelt werden. Durch die holzige Schale kann Feuchtigkeit nämlich sehr schnell eindringen, so dass es zu einem raschen und heftigen Schimmel-Befall kommen kann. Alternativ kann der noch nicht zu große Baum auch leicht geschüttelt werden. In diesem Fall ist es sehr hilfreich, wenn unter den Walnussbaum Bahnen mit

Sackleinen ausgelegt werden. Sind die Früchte hinuntergefallen, müssen die Bahnen lediglich wieder zusammengerollt werden, ein mühevolles Aufsammeln entfällt also.

Der kranke Walnussbaum

Krankheiten treten bei Walnussbäumen glücklicherweise nur eher selten auf. Doch wenn ein Baum erkrankt, handelt es sich meist um schwerwiegende Fälle, die nur mit einem hohen Aufwand oder gar nicht in den Griff zu bekommen sind.

Besonders gefürchtet ist der sogenannte Bakterienbrand.
Folgende Symptome können dabei auftreten:
  • Schwarze Flecken an Blättern und Trieben
  • Nässende Stellen
  • Gelbliche Ränder an den Blättern
Leider ist diese Krankheit nicht heilbar. Sie betrifft aber vorwiegend sehr junge Bäume: Wer bereits kurz nach dem Kauf die erwähnten Symptome feststellt, sollte den Baum zurückgeben.

WalnussbaumEbenfalls gefürchtet ist die Marssonina-Krankheit, eine Pilzerkrankung, von der ältere Bäume betroffen werden. Der erkrankte Walnussbaum wirft dabei sehr früh seine Blätter ab, nachdem sich zuvor ähnliche Symptome wie beim Bakterienbrand gezeigt haben. Achtung: Falls der Pilz auch in die Früchte eindringt, werden diese ungenießbar! Ein spezielles Fungizid kann zwar helfen, oft ist der Baum aber bereits zu groß, um ihn komplett behandeln zu können.

Steckbrief & Pflege-Tipps

Seinen Ursprung hat der Walnussbaum in Mittelasien. Nach den Griechen waren die Römer die Nächsten, die den Walnussbaum in ihren Gärten einpflanzten. Durch Gallien wurde der Walnussbaum, seinerzeit noch Walchbaum genannt, in Deutschland bekannt.

Ein Walnussbaum kann in bestimmten Sonderfällen bis zu 30 Meter hoch werden, im Normalfall erreicht der Walnussbaum eine Größe von ca. 20-25 Metern. In der Wildnis findet man ihn nur noch in Süd- und Südosteuropa. Ein Walnussbaum wächst in der Regel 60-80 Jahre, bevor er seine volle Größe erreicht hat, im Ganzen wird er ca. 160 Jahre alt.

Eine ständige Verkleinerung des Baumes durch Schneiden ist ebenfalls nicht möglich, dieser Baum ist einfach groß, man kann höchstens etwas Licht in die Baumkrone fallen lassen und dieses mit dem Schneiden der Äste bewirken.

Pflanzt man einen Walnussbaum in den eigenen Garten, sollten ein paar Kriterien eingehalten werden. Zunächst muss genug Platz da sein, wie bereits erwähnt, wird der Walnussbaum ca. 20 - 25 Meter hoch. Des Weiteren sollten in den ersten drei Jahren keine anderen Pflanzen (z.B. Bodendecker) um den Baumstamm herum gepflanzt werden. Da die Wurzeln des Walnussbaumes noch nicht ausgewachsen sind, stellen zusätzliche Pflanzen eine Konkurrenz bezüglich des Wassers dar.

Ansonsten sind Walnussbäume recht anspruchslos, lediglich sollte bei jungen Bäumen ein Frostschutz durch Strohmatten geschaffen werden.