Blutahorn - Pflanzen, Schneiden, Krankheiten

Blutahorn - Pflanzen, Schneiden, Krankheiten

Der Blutahorn oder Spitz-Ahorn (lateinischer Name Acer platanoides) ist ein wunderschöner Baum, dessen Laub mit seiner weinroten Farbe eine echte Zierde für den Garten ist.

spitzahorn2 flDabei braucht er nur ein wenig Sorgfalt beim Pflanzen, das Schneiden ist ziemlich problemlos und die häufigsten Krankheiten schaden dem Baum nicht wirklich, der Blutahorn ist also ein attraktiver Baum für den pflegeleichten Garten.

Blutahorn pflanzen

Der Standort für den Ahorn sollte bedacht gewählt werden, da der echte Blutahorn ziemlich

alt wird und eine Höhe von 20 bis 30 m erreichen kann. Der sommergrüne Baum ist als natürlicher Bewuchs über weite Teile Europas verbreitet. Unter europäischen Ahornarten ist er der Ahorn, der sich am weitesten nach Norden verbreitet hat. Er fühlt sich also wohl in unserem Klima, vor allem im Flachland, höher als in einer Höhenlage von etwa 1.000 Meter wächst er nur selten. Er verträgt einen Standort im Halbschatten, mag aber auch Sonne.

Eigentlich stellt der Blutahorn keine besonderen Ansprüche an den Boden. Erfahrungsgemäß gedeiht er aber am besten auf leichten und nährstoffhaltigen Böden, die gerne auch reich an Kalk sein dürfen. Empfindlich kann der Ahorn auf sehr verdichtete Böden reagieren, ansonsten handelt es sich um einen recht widerstandsfähigen und stadtklimafesten Baum, der auch Trockenheit gut verträgt. Deshalb wird er auch gerne im Stadtbereich und in Parks zur Begrünung eingesetzt.

Der Blutahorn kann im Frühjahr bis etwa Ende April oder im Herbst bis Ende Oktober gepflanzt werden. Grundsätzlich sagt man, dass ein Baum um so sicherer anwächst, je früher vor dem Neuaustrieb im Frühjahr er verpflanzt wurde. Natürlich kommt es auch auf die aktuellen Wetterbedingungen an, besonders im Frühjahr kann die Pflanzzeit ziemlich kurz werden, wenn es bis in den März Schnee und Frost gibt oder bereits im Januar warme Tage für zu frühen Austrieb von Blüten und Laub sorgen.

Beim Einpflanzen sollten Sie darauf achten, dass die Wurzel in der richtigen Höhe ins Pflanzloch gesetzt wird. Wenn Sie zu tief pflanzen, würde sich ein Teil des Stammes unter der Erde befinden. Das macht den Baum über lange Zeit anfällig gegen Pilze, weil er ständiger Bodennässe ausgesetzt ist. Wenn Sie einen Hochstamm gepflanzt haben, sollten Sie ihn in der Anwachszeit mit Holzpfählen stützten, damit er nicht durch Wind oder Sturm in eine Schieflage gerät und dann so anwächst.

Blutahorn schneiden

ca verschneidenWenn Sie einen Spitz-Ahorn als Wurzelware ohne Ballen erworben haben, bekommt der Baum einen Pflanzschnitt. Die Wurzeln werden also kurz vor dem Einpflanzen angeschnitten, damit der Wurzelbereich gut Wasser und Nährstoffe aufnehmen kann. Beschädigte Wurzelteile werden dabei ebenfalls weggeschnitten. Im gleichen Verhältnis, wie Wurzelmasse weggenommen wurde, sollte dann im Kronenbereich gekürzt werden, damit die verbliebenen Wurzeln in der Lage bleiben, die oberirdische Pflanzenmasse
zu versorgen.

Wie auch bei einem späteren Pflegeschnitt sollten dann gleich darauf achten, dass Sie vor allem Äste entfernen, die sich überschneiden oder die einem Leittrieb Konkurrenz machen. Leittriebe sind zunächst der mittlere Trieb (der Haupttrieb) und dann einige kräftige, regelmäßig zu den Seiten abgehende Äste, die

sich als Leittriebe anbieten.

Wurde der Ahorn mit Ballen gepflanzt, ist der erste Baumschnitt frühestens am Ende der nächsten Vegetationssaison nach der Pflanzung fällig. Wie stark Sie dann schneiden, hängt davon ab, ob der Ahorn das Einpflanzen schon überwunden hat oder ob er noch unter einem "Pflanzschock" leidet. Ist Letzteres der Fall, konzentriert sich der Ahorn ohnehin eher auf seine Wurzeln und bildet oben nur die unbedingt notwendige Menge an Blättern aus. Dann braucht der Baum noch keinen Schnitt, er muss sich erst richtig einwurzeln, was im Extremfall einige Jahre dauern kann.

Wenn Sie bemerken, dass der Ahorn plötzlich wie von alleine wächst, kann er beschnitten werden. Der Blutahorn sollte etwa alle zwei Jahre einen Pflegeschnitt bekommen, damit er nicht zu sehr zuwächst oder größer und breiter wird, als die Umgebung es angemessen erscheinen lässt. Bei diesem Pflegeschnitt werden alle toten oder schwächlichen Äste entfernt, ansonsten geht es darum, Licht in den Baumkronenbereich zu bringen. Wenn eine Baumkrone derart dicht zuwächst, dass das Licht nur noch die äußeren Blätter erreicht, würde der Baum entweder innen verkümmern oder in seiner Not sogar ein einseitiges Wachstum ausbilden.

Die häufigsten Krankheiten des Blutahorns

Spitzahorn wird recht häufig von Uncinula tulasnei befallen, einer auf diesen Baum spezialisierten Art des Echten Mehltaus, der am weißlichen Belag der oberen Blattseite leicht zu erkennen ist. Der Echte Mehltau lässt sich leicht abwischen und ist zwar optisch auffällig, beeinträchtigt den Baum aber sonst nicht wesentlich.

Es gibt einige im Haus- und Kleingarten gegen den Echten Mehltau zugelassene Wirkstoffe, die auch auf Ziergehölze angewendet werden dürfen, wenn die Anwendung nach Gebrauchsanleitung erfolgt. Diese Mittel sind erhalten Sie im Handel, der Verkäufer ist verpflichtet, auf die Zulassung zu achten und Sie zu beraten. Sie können sich auch auf der Website des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, www.bvl.bund.de, die aktuelle Liste der für den Haus- und Kleingarten zugelassenen Pflanzenschutzmittel herunterladen, Sie finden sie unter dem Menüpunkt "Pflanzenschutzmittel, Zugelassene Pflanzenschutzmittel, Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis", Teil 7 betrifft den Haus- und Kleingartenbereich.

mehltau flDa der Echte Mehltau den Baum aber nicht sehr stört, können Sie auch gänzlich auf Pflanzenschutzmittel verzichten und sanfter gegen den Mehltau vorgehen. Dazu waschen Sie die Blätter mit einer schwachen Salzlösung ab, 10 Gramm Salz auf 1 Liter Wasser. Das ist zumindest für einen noch kleinen Ahorn eine Option, nach vier Tagen soll eine Besserung zu sehen sein. Sie könnten auch 0,1 kg Speisesalz in einer Gießkanne mit Wasser auflösen und die Blätter bei trockenem Wetter begießen, dann sollten Sie jedoch sicher sein, dass das Salz dem Boden nicht schadet.

Weiterhin wird der Spitzahorn recht häufig von der Teerfleckenkrankheit (Rhytisma acerinum) befallen, auch Ahorn-Runzelschorf genannt. Diese Blattfleckenkrankheit entwickelt häufig einen starken Befall, sie sieht dann recht gefährlich aus, da sie die Blätter reich mit schwarzen Punkten versieht. Sie ist jedoch wesentlich weniger bedrohlich, als es scheint. Denn um dieser Krankheit vorzubeugen, müssen Sie einfach nur im Herbst sorgfältig das abgefallene Laub entfernen. Die Teerfleckenkrankheit überdauert nämlich nicht, sondern bricht jedes Jahr wieder neu aus, wenn Sie mit den Blättern das Infektionsmaterial entfernt haben, haben Sie den Infektionskreislauf kann der Krankheit damit wirkungsvoll unterbrochen. Sie haben übrigens auch kaum eine andere Möglichkeit, denn es gibt keine Produkte, die nach dem aktuellen Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis für den Haus- und Kleingarten gegen Blattfleckenpilze an Zierpflanzen bzw. Ziergehölzen zugelassen sind.