Faulbaum: Steckbrief
Der Faulbaum (Frangula alnus oder Rhamnus frangula) ist ein Strauch, der in vielen Gebieten Europas heimisch ist und zu den Kreuzdorngewächsen gehört. An günstigen Standorten kann er aber auch zu einem kleinen Baum mit einer Höhe von bis zu acht Metern heranwachsen.
Er ... bekam seinen deutschen Namen deshalb, weil seine Rinde einen leichten Fäulnisgeruch hat. Der botanische Name Frangula, der von dem lateinischen Wort für brechen abgeleitet ist, bezieht sich auf die Brüchigkeit der Zweige dieses Strauchs.
Steckbrief des Faulbaums
Ein Faulbaum wird etwa zwei bis drei Meter hoch und hat meist nur einen Stamm, an besonders feuchten Standorten kann er aber auch mehrere haben. Er hat hellgrüne, wechselständige Blätter, die eine ovale Form haben und am Ende etwas zugespitzt oder rund sind. Von Ende Mai bis in den September bildet er kleine, eher unscheinbare Blüten in einer grünlich-weißen Färbung. Bestäubt werden diese Blüten von Hummeln, Bienen, Schlupfwespen und Käfern. Seine Früchte sind beerenförmig ...
und haben zwei oder drei Kerne. Sie sind zunächst grün, färben sich später rot und sind bei ihrer Reife im August schwarz. Weil dieser Strauch sehr lange blüht, finden sich an ihm meist Früchte in verschiedenen Farben. Sie fallen im Herbst von den Sträuchern und werden von Vögeln gefressen, die dadurch auch die Samen weiter tragen. Dornen hat dieser Strauch keine.
Nutzung des Faulbaums
Aus dem Holz des Faulbaums lässt sich gut Holzkohle herstellen, aus der früher Schwarzpulver hergestellt wurde. Aus diesem Grund ist dieser Strauch auch als Pulverholz bekannt. Die Rinde wird in der Medizin als Abführmittel und zur Behandlung von Blähungen verwendet, ihre Wirkung ist schon seit vielen Jahrhunderten in der Heilkunde bekannt. Um die Rinde nutzen zu können, wird sie schon im Frühjahr vor Beginn der Blütezeit von den Ästen und Stämmen geschält und dann entweder getrocknet und ein Jahr gelagert oder in Öfen mit einer Temperatur von 80 bis 100° C behandelt. Dabei entwickelt die Rinde Glucofrangoline, die mild, aber sehr wirksam abführend wirken. Meist wird sie dann für einen Teeaufguss verwendet, es gibt jedoch auch Dragees, die diese Glucofrangoline des Faulbaums enthalten. Teemischungen für Frühjahrskuren enthalten ebenfalls häufig neben anderen Kräutern auch etwas Rinde des Faulbaums.
Frische Rinde ist allerdings genauso wie die Blätter und Beeren dieses Strauchs giftig und kann zu Übelkeit, Magenschmerzen und blutigem Durchfall führen. Wegen der schönen Beeren ist es daher ratsam, einen Faulbaum nicht gerade dort zu pflanzen, wo sich häufig Kinder aufhalten. Aber auch Haustiere und Nutztiere können davon krank werden und auch Erwachsene sollten Tee aus Faulbaumrinde wegen der möglichen Nebenwirkungen nur über einen kurzen Zeitraum zu sich nehmen. Für Kinder, Schwangere, Stillende und Personen, die unter Darmkrankheiten leiden, darf dieses Abführmittel gar nicht verwendet werden.
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