Ölweide, Elaeagnus angustifolia - Pflege und Schneiden

Ölweiden können in harten Wintern nicht im Freien überwinternDie Schmalblättrige Ölweide oder Elaeagnus angustifolia ist ein robustes Gewächs, dass am richtigen Standort lange Zeit Freude bereiten kann. Von den dekorativen Blättern, die anziehend silbrig glänzend, bis hin zu den duftenden Blüten - sie ist eine Bereicherung für den Garten und Kübel. Trotz ihrer pflegeleichten Natur haben aber auch die Ölweiden einige Ansprüche, die erfüllt werden wollen. Wer die Anforderungen kennt und der dekorativen Pflanze den richtigen Platz zuteilt, muss in der Gartensaison jedoch

nur wenig Aufwand betreiben.

Standort

Die Schmalblättrige Ölweide gedeiht im lichten Schatten zwar, sollte aber einen möglichst sonnigen Standort erhalten. Anderenfalls können unschöne Wuchsformen entstehen, da sich Elaeagnus angustifolia schnell dem Licht entgegenstreckt. Von reichlich Sonne abgesehen sollte der Standort zudem gut geschützt liegen. Zu bevorzugen sind hausnahe Plätze und Bereiche, die gut durch andere Gewächse abgeschirmt sind. Findet sich ein solcher im Garten zumindest in der kalten Jahreszeit nicht, kann die Ölweide auch problemlos im Kübel kultiviert werden. In dieser sind einfacher schöne Formen zu erzielen, da der Container immer wieder der Sonne zugedreht werden kann.

Da die Pflanze als Baum oder Strauch eine Höhe von bis zu sieben Metern erreichen kann, muss selbstverständlich auch der Platzbedarf berücksichtigt werden. Allerdings kann die Ölweide durch regelmäßige Verschnitte gut klein gehalten werden, weswegen sie sich problemlos anpasst.

Substrat

Bei der Wahl des Substrats zeigt sich die Elaeagnus angustifolia anspruchslos und unkompliziert. Der Boden kann feucht oder trocken, lehmig oder sandig sein. Besonders Kalk bekommt der Ölweide gut. Trockene Erde stärkt zudem die Abwehrkräfte des Gewächses, weswegen derlei Substrate bevorzugt werden sollten.  

Häufig als Kübelpflanze zu sehen: Ölweide (Elaeagnus angustifolia)Pflanzen

Gepflanzt wird die Ölweide im Frühjahr, wenn kein Frost mehr droht. Beim Einsetzen selbst gibt es nichts zu beachten, der Elaeagnus angustifolia kann aber eine Starthilfe gegeben werden. Dazu wird etwas gut verrotteter Kompost in das Pflanzloch eingearbeitet. Hiervon abgesehen sollte lediglich auf ausreichend Abstand zu umstehenden Gewächsen geachtet werden. Je nach später gewünschter Gesamthöhe, sind hier anderthalb bis dreieinhalb Meter nötig. Die halbe Pflanzenhöhe als Richtlinie für den Pflanzabstand zu wählen, sorgt zum einen dafür, dass sich der Boden nicht schnell erschöpft. Zum anderen bekommt die Ölweide hierdurch Stabilität.

Gießen

Trockenheit verträgt die Ölweide problemlos, Staunässe hingegen nicht. Gegossen werden muss und sollte daher nur in anhaltenden Trockenphasen sowie kurz nach dem Pflanzen. Normales Leitungswasser ist geeignet, auch wenn dieses einen hohen Härtegrad aufweist. Natürlich kann aber auch gesammeltes Regenwasser Verwendung finden. Tipp: Wer möglichst selten zur Gießkanne greifen will, bringt eine Mulchschicht auf der Baumscheibe auf. Diese dämmt die Verdunstung auch an vollsonnigen Standorten ein.

Düngen

Elaeagnus angustifolia ist genügsam und kommt daher lange Zeit ohne zusätzliche Nährstoffe aus. Spätestens ab dem dritten Standjahr - im Kübel gern auch eher - kann aber ein organischer Dünger zugeführt werden. Optimal ist gut verrotteter Kompost, der schlicht in die Erdoberfläche eingearbeitet wird. Der beste Zeitpunkt für die Nährstoffversorgung ist das Frühjahr, wenn sich bereits erste neue Triebe an der Schmalblättrigen Ölweide zeigen. Wird dieser Moment verpasst, kann die Düngung noch bis zur Blütezeit nachgeholt werden.

Danach würde die Maßnahme lediglich verhindern, dass sich das Gewächs ausreichend auf den Winter vorbereiten kann. Besser ist es dann also, bis zum nächsten Jahr zu warten.

Verschnitt

Die Ölweide kommt ohne Verschnitt aus. Für eine ansprechende Optik und die
Gesunderhaltung ist es aber durchaus sinnvoll, verletzte oder abgestorbene Zweige frühzeitig zu entfernen. Wer einen besonders dichten Wuchs wünscht und die Elaeagnus angustifolia klein und kompakt halten möchte, sollte hingegen öfter zur Heckenschere greifen. Die Zweige werden jährlich rundum um etwa ein Viertel oder Drittel zurückgeschnitten. Dadurch bilden sich zahlreiche Quertriebe, die Ölweide wird dicht und buschig. Diese Maßnahme sollte direkt nach der Blüte erfolgen. Tipp: Die beim Verschnitt der Ölweide gewonnen Triebe, können als Stecklinge zur Vermehrung verwendet werden.

Vermehrung

Die Vermehrung der Ölweide gestalte sich sehr einfach. 15 cm bis 20 cm lange Kopfstecklinge werden in Anzuchterde oder gewöhnliche Gartenerde gesteckt und mäßig gewässert. Bis zum Herbst können sie an einem sonnigen Platz im Freien stehen. Den ersten Winter sollten sie allerdings im Haus verbringen, wo sie ebenso wie die Elaeagnus angustifolia in Kübelkultur überwintert wird.

Silbrige Blätter verleihen der Ölweide ein edles ErscheinungsbildÜberwinterung

Die Schmalblättrige Ölweide kann zwar Temperaturen von bis zu -20°C aushalten, das gilt allerdings nur für Exemplare, die frei in den Garten gepflanzt wurden und hier ausreichend Zeit zur Vorbereitung auf den Winter hatten. Auch bei diesen kann es zu Frostschäden kommen, Elaeagnus angustifolia erhält sich davon jedoch schnell. Bei im Sommer gewonnenen Kopfstecklingen und in der Kübelkultur ist hingegen eine Überwinterung im Haus von Nöten. Hier sollten sie bei Temperaturen von 5 °C bis 10 °C an einem hellen Ort stehen. Die Erde darf nicht vollkommen durchtrocknen, das Gießen sollte jedoch sparsam und wirklich nur bei Bedarf erfolgen.

Krankheiten, Pflegefehler und Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge treten an der robusten Ölweide ausgesprochen selten auf. Zeigen sich doch einmal Parasiten, wie beispielsweise Blattläuse, können die befallenen Pflanzenteile einfach abgeschnitten und vernichtet werden. Auch das Einbringen von Nützlingen, wie Marienkäfer, hilft gegen allzu viele Fraßschäden. Aufseiten der Krankheiten kommt noch am häufigsten Fäulnis vor, diese resultiert jedoch meistens aus Fehlern in der Pflege. Zu feuchter Boden, bedingt durch zu große Mengen beim Gießen, hohes Grundwasser oder einen fehlenden Ablauf, führt bei der Elaeagnus angustifolia schnell zur Wurzelfäule. Ein erstes Anzeichen hierfür ist frühzeitiger Blattverlust, das Gewächs wird abrupt kahl. Wer die Staunässe nicht durch zu reichliches Wässern verursacht hat, sollte die Bedingungen am Standort ändern. Das Einbringen einer Drainageschicht, von Sand oder Kokosfasern lockert das Substrat auf und hält ihn trockener. Mit diesen Maßnahmen kann eine Ölweide in einigen Fällen auch dann noch gerettet werden, wenn sie bereits unter der Fäulnis leidet.

Häufige Fragen
  • Warum verliert die Ölweide Blätter? - Wird Elaeagnus angustifolia kahl, liegt die Ursache hierfür zumeist in einem zu nassen Boden. Angepasstes Gießen, eine Drainage oder Auflockerung des Bodens schaffen Abhilfe.
  • Ist die Schmalblättrige Ölweide giftig? - Die Ölweide ist nicht giftig und daher auch für die Bepflanzung von Gärten geeignet, in denen Haustiere und Kinder spielen.
Wissenswertes zur Ölweide in Kürze

Pflege und Pflanzen
  • Die Ölweide mag einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Er sollte etwas feucht sein.
  • Die Gartenzüchtungen sind ideal für alle Lagen. Sie bevorzugen sandige Erden, kommen aber auch mit lehmigen zurecht.
  • Die Sträucher wachsen oft etwas sperrig, kommen aber auch gut mit einem Schnitt zurecht.
  • Wenn die Ölweide nicht in der vollen Sonne steht, wächst sie schief, immer zur Sonne hin.
  • Während der Vegetationsperiode muss die Ölweide gut gegossen werden. Dann düngt man auch im Abstand von 14 Tagen.
  • Ausgepflanzte Exemplare können mit reifem Kompost gedüngt werden. Man verteilt den Kompost im Frühjahr als dünne Schicht im Wurzelbereich.
  • Achtung beim Gießen: Bei zu wenig Flüssigkeit werden nur die oberen Zentimeter Erde benetzt, die unteren Wurzeln aber sterben mittelfristig ab.
Überwinterung
  • Die Überwinterung erfolgt hell. Bei zu dunklen Standorten fallen die Blätter ab. Die Pflanze benötigt lange, bis diese wieder austreiben.
  • Die Temperaturen sollten etwa bei 5 ºC liegen. Da die Ölweide im Herbst immergrün ist, muss die Erde auch im Winter etwas feucht sein.
  • Im Freien gehalten, empfiehlt es sich, den Pflanzkübel erhöht auf Füße oder Styroporplatten zu stellen.
  • In strengen Wintern ist weiterer Winterschutz anzuraten. Die Ölweide verträgt kurzfristig bis zu -15 ºC.
Schnitt
  • Junge Pflanzen entspitzt man mehrmals, damit sie sich besser verzweigen. Ältere Ölweidengewächse können frei wachsen.
  • Ab und zu schneidet man ältere Äste bodennah heraus. Zu groß gewordene Pflanzen kann man problemlos einkürzen.
  • Die beste Zeit dafür ist der März.
  • Wenn man die Ölweide nicht zurückschneidet, wird sie kräftig und ausladend.
  • Die Pflanze verzweigt sich besser und wird buschiger, wenn man sie regelmäßig schneidet.
  • Der Hauptschnitt erfolgt am Ende des Winters, kurz vor dem neuen Austrieb.
Schädlinge
  • Schädlinge treten meist als Folge von Stress auf. Das passiert vor allem bei langer Trockenheit.
  • Ansonsten ist die Ölweide eine robuste Pflanze mit einem gesunden Immunsystem. Schädlinge machen ihr meist nicht viel aus.