Purpur-Weide - Pflanzen, Pflege als Strauch

Purpur-Weide - Pflanzen, Pflege als Strauch Die männlichen Kätzchen der Purpur-Weide sind leicht violett gefärbtDie Purpur-Weide (Salix purpurea) oder Bach-Weide gehört in die Gattung der Weiden (Salix), ihr Name geht auf die roten Triebe und die roten Kätzchen, die sie ausbildet. Die Pflanze kommt im ganzen europäischen Raum vor, nur im Norden von Schottland und in Skandinavien ist sie nicht zu finden.

Den Lebensraum der Purpurweiden bilden vor allem feuchte Niederungen. Sie ist allerdings auch in Höhen

von bis zu 1.200 M.ü.d.M. und besonders an Wasserläufen zu finden. Neben der Purpur-Weide sind hierzulande folgende Arten verbreitet:
Alle Weidengewächse sind typische Ufergehölze, das heißt, sie sind ein natürlich gewachsener Uferschutz, der stabilisierend wirkt und durch die Beschattung der Uferzone nicht nur Tieren einen Lebensraum bietet, sondern auch die Wasserqualität verbessert. Solche Ufergehölze, zu denen die Purpu-Weide auch zählt, sind schon seit vielen Jahrhunderten dort ansässig, sind deshalb in ihrem natürlichen Lebensraum zuhause und entsprechend robust und widerstandsfähig.

Wenn die Purpur-Weide in einen Kübel gepflanzt werden soll, ist das auch sehr gut möglich. So findet sie ihren Standort an der Terrasse oder im Vorgarten auf dem Zuweg. Als Kübelpflanze benötigt sie natürlich etwas mehr Aufmerksamkeit, besonders die regelmäßige Gabe mit Wasser ist wichtig. Wenn die Erde austrocknet, mag sie das überhaupt nicht gerne. Außerdem benötigt sie aufgrund des geringen Volumens eine regelmäßige Versorgung mit Nährstoffen.

Besonderheiten der Purpur-Weide

Wie schon erwähnt, hat sie ihren Namen sowohl wegen der roten Pflanzentriebe wie auch wegen ihrer roten „Kätzchen“, die sie die meisten anderen Weiden ausbildet. Es sind jedoch nur die männlichen Weidenkätzchen, die rot leuchten, die weiblichen sind heller. Die länglichen grünen Blätter sitzen gegenläufig versetzt an biegsamen Zweigen. Auch diese Zweige sind rötlich gefärbt, sie können bis zu sechs Metern hoch werden. Sie sind zwar äußerst biegsam, gleichzeitig aber auch sehr zäh. Die Purpur-Weide wird sowohl als Baum kultiviert, wie auch als besenförmiger Strauch.

In der freien Natur wächst sie als Strauch, in dieser Form ist sie auch in den Gärten zu finden. Früher wurde die Purpur-Weide in großen Weidenplantagen angebaut und für Korbflechtarbeiten verwendet, heute werden dafür andere Sorten wie die Korbweide, die Flechtweide oder die Hanfweide bevorzugt.

Als klein bleibende Heckenpflanze wird die niedrige Purpur-Weide Nana gepflanzt. Sie eignet sich aufgrund ihrer niedrigen Höhe, die zwischen 50 und 75 cm liegt, dazu besonders. Die Blätter dieser Heide sind eher Grau als Grün. Als Hecke wird sie nur in Form gehalten, als freistehende Pflanze kann jede Weide einmal jährlich bis auf den Boden zurückgeschnitten werden. Eine weitere Variante ist die Kugelweide Salix purpurea Nana, die als dichter Busch mit einer Höhe von bis zu 150 cm kugelig heranwächst.
 
Pflege der Purpur-Weide

Die Purpur-Weide wird am besten im Herbst in den Garten gepflanzt. Sie kann entweder als Containerpflanze mit komplett durchwurzeltem Erdreich oder als wurzelnackte Pflanze
gekauft werden. Pflanzen ist bis in den Dezember möglich, da Weiden sehr robust und unempfindlich sind. Nur bei Frost sollte auch dieser Strauch nicht in die Erde gesetzt werden, dann ist

es besser, bis in den Frühling hinein zu warten. Wer einen feuchten Gartenboden hat oder sogar ein Grundstück mit einem kleinen Bachlauf, wird der Purpur-Weide damit eine Freude machen. Sie liebt das feuchte Milieu, könnte aber auch auf einem eher sandigen Boden gedeihen. Ist es zur Pflanzzeit noch recht sonnig und warm, sollte der neue Gartenbewohner mit Wasser bedacht werden. Auch wenn sie gerne Feuchtigkeit im Boden liebt, Staunässe kann sich nicht vertragen. Wenn der Boden eher lehmig ist, sollte er aufbereitet werden, alternativ kann auch eine Dränage gelegt werden.

Mit gleichmäßig gewachsenen Weidenruten kann man Körbe, Zäune und Deko flechtenPurpurweiden düngen und schneiden

In den ersten Wochen benötigt die Weide keine Düngergaben, danach können spezielle Düngerkegel verwendet werden, die einen Langzeitdünger enthalten und den Dünger für ca. sechs Wochen an die Pflanze abgeben. Alternativ dazu kann auch dem Gießwasser Dünger zugesetzt werden.
Wer eine Purpur-Weide in den Garten setzt, kann sich entscheiden, ob er die Pflanze als buschigen Strauch oder als Baum wachsen lassen möchte. Die meisten Gartenbesitzer entscheiden sich für die Variante Strauch, weil er einfach übersichtlicher herangezogen werden kann. Er lässt sich in der Höhe besser zurückschneiden, wodurch er natürlich in die Breite geht. Aber das wird oft als Sichtschutz gewünscht oder als Hintergrundbepflanzung für andere schöne Staudengewächse. Ferner besteht auch die Möglichkeit, die Weide im kugeligen Format zu kultivieren. Dafür muss sie jedoch ungefähr alle zwei bis vier komplett bis auf die Wurzeln zurückgeschnitten werden. Dazwischen wird der Strauch ungefähr Ende Februar auf eine Höhe von 30 cm zurückgestutzt. Wird der Rückschnitt sofort bei einer Jungpflanze durchgeführt, kann sie sich durch das Kürzen der Triebe sehr buschig entwickeln. Auch wenn der Strauch schon etwas älter ist, kann er durch einen radikalen Schnitt wieder zum neuen austreiben gebracht werden.

Schädlinge und Pflegeprobleme

Die Purpur-Weide ist relativ anspruchslos, wenn sie ausreichend Feuchtigkeit im Boden hat. Sie bildet flach auslaufende Wurzeln und bevorzugt einen sonnigen Standort. Von daher kann man ihr den geeigneten Lebensraum verschaffen. Am liebsten steht sie in der Nähe von Wasser. Hier wird sie deshalb auch gerne für den Uferschutz benutzt, auf Freiflächen ist sie jedoch am bekanntesten. Aber das schützt den Strauch nicht davor, von Blattläusen befallen zu werden. Wenn sie nicht in der Nähe von Kübelpflanzen oder anderen Gewächsen steht, mag sie damit noch sehr gut alleine fertig werden. Insekten werden sich freuen, besonders der Marienkäfer, der sich sehr gerne an den kleinen Tierchen satt frisst.

Wissenswertes zur Purpur-Weiden in Kürze
  • Man pflanzt die die Weide am besten im Herbst, ab Mitte Oktober. Oft werden sie wurzelnackt geliefert.
  • Man kann sie auch bis in den Dezember hinein einpflanzen, vorausgesetzt, es herrschen keine Minusgrade.
  • In der Frühjahrssaison sollte die Pflanzung bis spätestens Ende April abgeschlossen sein.
  • Die Purpurweide bevorzugt einen humosen bis feuchten Standort in sonniger, maximal halbschattiger Lage.
  • Weiden sind robuste Gehölze. Sie bevorzugen frische Standorte. Sie gedeihen an feuchten Bachläufen, aber auch auf sandigen Böden.
  • Bei voller Sonneneinstrahlung muss man im Sommer alle paar Tage gießen oder zumindest kontrollieren, ob der Ballen noch feucht ist.
  • Bei Lehmböden ist es wichtig, dass sie durchlässig sind oder man baut besser eine Drainage ein. Der Boden darf nicht zu Staunässe neigen.
  • Frisch getopfte Pflanzen benötigen erst nach einigen Wochen Dünger.
  • Ansonsten nutzt man Düngerkegel, die haben eine Wirkung von sechs Monaten oder fügt dem Gießwasser alle zwei bis drei Wochen Universaldünger bei.
  • Durch einen Schnitt kann man das Höhenwachstum eindämmen und die Purpurweide damit mehr in die Breite zwingen.
  • Will man die Weide klein und kugelig halten, muss sie alle zwei bis vier Jahre bis auf den Stock zurück geschnitten werden.
  • Man schneidet Ende Februar bis auf 30 cm zurück. Man kann die Purpurweide aber auch jedes Jahr um 30 bis 40 cm reduzieren.
  • Durch einen Rückschnitt in der Jugendphase kann man den Strauch zur stärkeren Verzweigung zwingen.
  • Wenn das Gehölz einmal zu groß geworden ist, lässt sich die Purpurweide problemlos bis auf den Stock einkürzen.
Weidenruten zum Flechten

Wenn man gleichmäßig lange Weidenruten erzielen möchte, empfiehlt es sich, die Weiden jedes Jahr herunter zu schneiden. Den Schnitt nimmt man im Herbst/Winter bis zum zeitigen Frühjahr, in der Ruhezeit der Vegetation vor. Zur Erziehung einer Kopfweide wird ein möglichst gerader, kräftiger Grundtrieb ausgewählt, welcher die Stammbildung übernehmen soll. Man entfernt ca. 2/3 der übrigen Triebe an der Basis. Der Haupttrieb wird gestäbt und in der gewünschten Kronenansatzhöhe abgeschnitten. In den Folgejahren müssen alle übrigen Grundtriebe entfernt werden. Die Kronentriebe werden alljährlich kurz zurückgeschnitten.