Tamarindenbaum - Anzucht, Wirkung als Gewürz

Tamarindenbaum - Anzucht, Wirkung als Gewürz

Tamarindenbäume werden auch als Indische Datteln oder Sauerdatteln bezeichnet. Sie sind vor allem wegen ihrer essbaren Früchte bekannt. Diese können roh gegessen werden. Meist werden sie aber als Würzmittel genutzt.

Tamarindenbäume sind immergrün und wachsen nur langsam. Sie werden in den ersten Jahren meist als Zimmerpflanzen gehalten und später im Kübel kultiviert. Dann können sie auch länger im Freiland bleiben, wenn sie auch zum Überwintern eingestellt oder sehr geschützt werden müssen. Ältere Exemplare kann man auspflanzen, wenn auch nur in Gegenden mit recht milden Wintern.

Anzucht

Um

einen Tamarindenbaum ziehen zu können, benötigt man Samen. Man muss also reife Tamarindenfrüchte kaufen. Diese gibt es nicht überall. Am ehesten bekommt man sie in gut sortierten Asia-Shops. Günstiger, weil frischer sind die im Urlaub gekauften Exemplare. In den Früchten sind mindestens 4 Samen enthalten. Diese sind reif, wenn sie dunkel bis richtig schwarz sind. Die Samenhülse ist dann mittelbraun bis grau.

Es ist nicht einfach, den Samen vom Fruchtfleisch zu trennen. Am besten lutscht man es ab. Die Samen sind zusätzlich mit einem Keimschutz ausgerüstet, damit sie in der Natur nicht zur falschen Zeit keimen. Dieser Schutzüberzug sollte entfernt werden. Das passiert, wenn man den Samen für 24 Stunden in Wasser einweicht.

Die Samen brauchen etwa 2 bis 8 Wochen zum Keimen. Die Dauer ist abhängig von der Bodentemperatur. Als Pflanzsubstrat eignet sich Cocos-Substrat. Später nutzt man dann ein lockeres, nährstoffarmes Substrat. Am besten ist es, dieses Gemisch im Ofen oder der Mikrowelle zu behandeln, damit die Keime und Pilzsporen abgetötet werden. Cocos-Substrat ist schon behandelt, kann also sofort verwendet werden. Man nutzt ein schmales, hohes Gefäß zur Anzucht und füllt es zu ¾ mit dem Anzuchtsubstrat. Darauf wird der Samen gelegt und darüber kommt noch etwas „Erde“,
dass der Samen gerade so bedeckt ist. Alles muss gut festgedrückt werden. Dann wird angegossen. Zum Keimen benötigt der Samen Wärme. Licht ist dagegen nicht notwendig.

Sobald der Samen keimt, bildet er eine Pfahlwurzel (deshalb das hohe Gefäß). Jetzt wird zusätzlich Licht benötigt. Über eine Heizung sollte man das Gefäß aber nicht stellen. Das Pflanzsubstrat muss gleich bleibend feucht gehalten werden. Staunässe wird nicht vertragen. Auch pralle Sonne sollte in den ersten Wochen gemieden werden. Die Jungpflanze muss später erst langsam an sie gewöhnt werden. Die ersten beiden Monate wird nicht gedüngt, erst danach kann man beginnen, schwach mit einem Flüssigdünger Nährstoffe zuzuführen.

Wenn der Ballen vollständig durchwurzelt ist, wird die Jungpflanze umgetopft.

Wirkung als Gewürz

Als Gewürz wird Tamarinde hauptsächlich in der asiatischen und lateinamerikanischen Küche genutzt. Verwendet werden nicht die Kerne, sondern das Fruchtmark der Schoten.  In reifen Tamarinden ist viel Zucker enthalten, etwa 35 bis 50 Prozent, eine Menge Weinsäure, bis zu 20 Prozent und Mineralien. Die Säure ist für den sauren Geschmack verantwortlich. Süße Tamarinde wird kultiviert, die Weinsäure wird bei der Reife abgebaut. Diese Früchte werden als Obst gegessen.

Tamarinde hat eine leicht abführende Wirkung, ist aber als Abführmittel nicht geeignet. Dagegen wird Tamarinde industriell bei der Herstellung von Getränken verwendet. Am bekanntesten ist die Frucht als Inhaltsstoff in der Worcestersoße.

Tamarinde selbst ist das Fruchtmarkt der Hülsenfrucht. Es ist als

Paste, in Sirup eingelegt oder als Konzentrat erhältlich. Die Hülsen werden zu einem Brei verarbeitet. Dieser ist in einigen Teilen Afrikas ein wichtiges Nahrungsmittel.

In unseren Küchen wird Tamarinde für Chutneys, Relishes, Currys, Suppen und Soßen genutzt. Der saure und leicht fruchtige Geschmack verträgt sich gut  mit der Schärfe von Chilis und gibt vielen indischen Gerichten ihren charakteristischen scharf-sauren Geschmack und auch ihre dunkle Farbe. Außerdem ist Tamarinde reich an Pektin und kann als Bindemittel genutzt werden.