Traubenkirsche - Pflanzen und Pflege

Traubenkirsche - Pflanzen und Pflege Die gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus) stammt aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und wird je nach Region auch mit Ahlkirsche oder Sumpfkirsche bezeichnet. Auch die spätblühende Traubenkirsche zählt in die Familie der Prunusgewächse, sie trägt den Namen Prunus serotina.

Die Traubenkirsche stammt ursprünglich aus Nordamerika, hat sich selbstständig bis nach Europa verbreitet und wächst hier bevorzugt in einem lichten Waldgebiet oder an Ufern von Gewässern. Manchmal wird sie auch in den Garten als Zierstrauch gepflanzt, allerdings muss sie hier gut in Schach gehalten werden, weil sie

sich sonst sehr stark ausbreitet. Die Wurzeltriebe der Traubenkirsche wachsen sehr stark und können oft nur mit Mühe zurückgehalten werden. Häufiges Schneiden ist erforderlich, um keinen Wildwuchs zu haben. Schneidet man sie jedoch in der Höhe zurück, breitet sich die Traubenkirsche in alle Richtungen um rund zwei Meter aus. Wenn der Platz im Garten vorhanden ist, sollte es relativ gut möglich sein, sie so zu stutzen, dass sie sich nicht ungewollt zu stark ausbreitet.

Die Traubenkirsche kann sich zu einem Strauch entwickeln, der rund zehn Meter hoch werden kann, sie kann aber auch zu einem Baum herangezogen werden, der dann Höhen bis zu 15 Meter erreicht. In beiden Fällen ist sie dicht belaubt und bildet unterirdische Ausläuferwurzeln. Die Traubenkirsche ist für die Insektenwelt eine sehr wichtige Pflanze. Sie wird als Bienenweide bezeichnet, auch wenn der Nektarwert und der Pollenwert nicht besonders hoch sind. Bienen lieben jedoch die weißen Blütenrispen wegen ihres Duftes.

Besonderheiten und Verwendung der Traubenkirsche

Die Traubenkirsche kann am besten daran erkannt werden, weil sie einen unangenehmen und scharfen Geruch absondert, wenn die Rinde verletzt wird. In der Rinde und in den Samen ist das Glykosid Amygdalin enthalten, dieses ist in der Lage, in Verbindung mit Wasser Blausäure abzuspalten. Außerdem weist die Traubenkirsche diese Merkmale auf:
  • spitze Knospen
  • ellipsenförmige Blätter
  • weiße Blüten von April bis Juni
  • aufrechte Blüten oder hängende Trauben mit starkem Geruch nach Honig
Die Blüten der Traubenkirsche sind stark duftend und ziehen deshalb besonders Insekten an. Bienen und Fliegen lieben diese Blüten gleichermaßen. Sie blühen im Mai und im Juni, die Blüten werden an bis zu 15 cm langen Trauben ausgebildet. Die Blätter der Traubenkirsche zählen zu den sogenannten wechselständig angeordneten Laubblättern, die entweder länglich oder eiförmig aussehen. Die Früchte der Traubenkirsche werden erbsengroß und färben sich von Rot zu Schwarz. Sie sind nicht giftig, schmecken aber bitter. Der darin enthaltene Kern, enthält die giftigen Blausäureglykoside, wird aber dennoch von Vögeln verzehrt, sie sorgen auch für die Verbreitung der Samen. Trotzdem werden die Früchte zu Schnaps, Marmelade oder zum Aromatisieren von Rum und Brandy verwendet. In manchen Regionen werden die Früchte ohne Kern zu Marmelade eingekocht, zu Saft oder zusammen mit anderen Früchten zu Fruchtmus.

Standort der Traubenkirsche
  • Traubenkirschen lieben einen feuchten Untergrund und sind deshalb besonders oft in der
    Nähe von Bächen, Flüssen oder Teichen zu finden.
  • Der Boden sollte nicht trocken und kalkhaltig sein, nur ein leicht kalkiger Boden wird vertragen.
  • Meistens steht der Baum alleine - besonders wenn er schon älter ist, oft aber auch im Unterholz.
  • Außer diesen Ansprüchen an den Boden liebt die Traubenkirsche einen sonnigen oder halbschattigen Standort ...
  • und normale bis

    kühle Temperaturen. Er ist frosthart.
Eine Verwandte der Traubenkirsche, die als gewöhnliche Traubenkirsche bekannt ist, ist die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina). Diese beiden Arten kommen in der heimischen Region am häufigsten vor, sind jedoch vor allem bei den Obstbauern nicht sehr beliebt. Sie befürchten, dass der Schädling, der die Traubenkirsche gerne und in Massen befällt, auch auf ihre Obstbäume überspringt. In Gärten wird die Traubenkirsche jedoch gerne eingepflanzt, sofern sie nicht durch Vögel zufällig über die Verbreitung von Samen ausgesät wird.

Schädlinge an der Traubenkirsche

Die Traubenkirsche und Schädlinge sind ein ganz besonderes Thema. Die Pflanze wird sehr gerne und häufig von der Gespinstmotte heimgesucht. Dieses ist sogar eine eigene Sorte, die den Namen: Traubenkirschen-Gespinstmotte trägt und zur Familie der Nachtfalter gehört. Da die Larven sich nur von dieser Pflanze ernähren und keine Nachbarbäume oder benachbarten Sträucher befallen, könnte man als Gartenbesitzer relativ ruhig bleiben. Die Vögel freuen sich mit Sicherheit über das Futter. Es sieht jedoch wenig schön aus, wenn der Baum oder der Strauch wie eingesponnen aussieht, denn das ist neben fressen die Hauptbeschäftigung der Gespinstmotte. Außer diesem „Schädling“ wird die Traubenkirsche auch noch vom Wickler Acleris umbrana oder Phtheochroa micana heimgesucht. Beides sind auch Falter, deren Raupen die Blätter des Baumes fressen. Außerdem kann die Traubenkirsche durch die Braunfäule, Schorf, Blattläuse, Blütenstecher, Fruchtfliegen und die Blattfleckenkrankheit heimgesucht werden.

Vermehrung der Traubenkirsche

Auch wenn die Traubenkirsche an ihrem Standort sehr schnell und ausgiebig wächst und von manchem Gartenbesitzer gar nicht mehr in Zaum gehalten werden kann, wird sie gerne gepflanzt. Wenn der Garten groß genug ist und eine eigenständige Ausbreitung nicht stört, ist der Strauch eine wichtige Pflanze für Insekten und deshalb ein Teil der natürlichen Ordnung. Die Vermehrung der Traubenkirsche kann durch Stecklinge erfolgen, die verholzt sind. Die beste Zeit, um die Stecklinge in die Erde zu setzen ist der Frühling oder der Herbst. Wer fertige Pflanzen kaufen möchte, kann diese in der Baumschule oder im Gartencenter finden. Hier werden sie zum günstigen Preis als Containerware oder Wurzelware angeboten.

Wissenswertes zur Traubenkirsche in Kürze

Die gewöhnliche Traubenkirsche hat ihren Namen von den Fruchttrauben. Sie wird oft mit der Spätblühenden Traubenkirsche verwechselt, die allerdings kein einheimisches Gewächs ist, sondern aus Nordamerika stammt und sich bei uns regelrecht zur Plage entwickelt hat. Sie wurde bis in die 1950er Jahre in Deutschland aufgeforstet. Allerdings wächst die Pflanze nicht als Baum, sondern als Strauch und bildet eine dichte Strauchschicht, die regelrecht bekämpft werden muss. Das Problem dabei ist, dass die Pflanze aus jedem vergessenen Wurzelstück neue Wurzelbrut treibt und diese noch schneller wächst und noch dichtere Bestände bildet. Vorsicht also bei der Anpflanzung!
  • Will man die Traubenkirsche klein halten, kann sie problemlos geschnitten werden.
  • Ein leichter Schnitt kann jederzeit durchgeführt werden, nur nicht bei großer Hitze.
  • Einen starken Rückschnitt nimmt man am besten in den Monaten Februar oder März vor ...
  • ... in jedem Fall nach der Hauptfrostperiode und an einem frostfreien Tag.
  • Wenn die Traubenkirsche regelmäßig geschnitten wird, entwickelt sie sich buschiger.
Das Fruchtfleisch der Traubenkirsche ist ungiftig und kann bedenkenlos gegessen werden. Allerdings schmeckt es leicht bitter.  Die Samen dagegen enthalten Blausäureglycoside, welche beim Zerbeißen eventuell zu Vergiftungen führen können. Dennoch: Die Traubenkirsche ist ein sehr beliebtes Vogelnährgehölz.