Bauernorchideen pflegen & vermehren

Bauernorchideen pflegen & vermehren

In den natürlichen Garten gehören Blumen, die meisten Menschen möchten gerne viele Blumen im Garten haben. Eine der schönsten und pflegeleichtesten Blumen für den Garten ist die Bauernorchidee: Romantischer Wildwuchs, brillante Farben, sehr viele Blüten über einen langen Zeitraum, beeindruckende Widerstandsfähigkeit - sie bietet alles zusammen!

Woher stammt die Bauernorchidee, wohin gehört sie?
  • Die Bauernorchidee ist eine Hybrid-Spaltblume, die auf den botanischen Namen Schizanthus x wisetonensis hört. Also gehört sie nicht zu den Orchideen, sondern zu den Nachtschattengewächsen, auch wenn sie häufig mit dem Springkraut, Impatiens glandulifera, verwechselt wird. Im Gegensatz zum verwilderten

    Springkraut, das sich durch Versamung gerade überall selbst ausbreitet, ist die Bauernorchidee aber einjährig, vermehrt sich also nicht selbst.
  • Die wild wachsenden Vorfahren der Bauernorchidee stammen aus den kargen Hochebenen Chiles. Deshalb sind Bauernorchideen sehr widerstandsfähig, gegen Hitze und gegen Kälte, sogar späte Fröste in den Tagen der Eisheiligen können ihr nicht schaden. Sie vertragen Temperaturen bis minus 7 Grad, aber auch sommerliche Hitzeeinbrüche.
Prächtige Blütenvielfalt für Topf oder Beet
  • Die Bauernorchidee erfreut mit unzähligen Blüten in einem beeindruckenden Farbspektrum. Es gibt rot-weiße, violett-weiße und rosa-weiße Bauernorchideen und einige mehrfarbige Hybriden, die in der Blütenmitte ein auffälliges, gelb-schwarzes Blütenauge haben. Auch einfarbige Bauernorchideen sind wunderschön, in zartem Rosa, leuchtendem Rot und schlichtem purem Weiß. Welche Variante Sie auch immer wählen, alle beeindrucken durch eine ganz besondere Intensität der Blütenfarbe.
  • Damit kann die Bauernorchidee sehr gut in Töpfe gepflanzt werden, um schon früh im Jahr Eingangsbereiche oder Vorgärten zu verschönern. Je geschützter und sonniger der Standort, desto früher kann die Bauernorchidee in den Kübel gepflanzt werden, etwa ab Mitte März. Bauernorchideen für Freilandbeete können ab Mitte April gepflanzt werden. Sie blühen bis tief in den Sommer hinein, zeitweise wird das fein gefiederte Laub von den zahlreichen Blüten fast völlig verdeckt.
Ansprüche der Bauernorchidee
  • Der Boden sollte wasserdurchlässig und im Freiland gut drainiert sein, Bauernorchideen brauchen einen hohen Humusanteil. Sie vertragen aber wirklich keine Staunässe, im
    Zweifel sollte etwas Sand unter die Erde gemischt werden. In Pflanzgefäßen sollte auf jeden Fall ein Abfluss vorhanden sein, damit sich kein Wasser stauen kann. Bauernorchideen sollten regelmäßig gegossen werden, die Wurzeln sollten nie ganz austrocknen. Dabei sollte man aber zart vorgehen, die zart gefiederten Blüten vertragen keinen harten Wasserstrahl, gegossen wird also möglichst über den unteren Bereich.
  • Bauernorchideen bevorzugen halbschattige Standorte, an denen sie die meiste Blühkraft entwickeln. Sie können also gut neben Sträucher oder unter Bäume gepflanzt werden, vertragen aber auch frei stehende, vollsonnige Standorte. Wenn Bauernorchideen ins Beet gepflanzt werden, brauchen sie ein wenig Abstand zu den Nachbarn, damit die Blätter nach einem Regenguss genug Luft bekommen, um schnell abzutrocknen. Können sie das nicht, würde die Pflanze krank werden. Wenn durch Regen oder Wind Blütenstände abgebrochen werden oder Laub beschädigt wird, sollte beides entfernt werden, die Pflanze fault sonst gerne. Dann regeneriert sich die Pflanze meist sehr schnell.
Schnitt für mehr Blütenfreude

Weil die Bauernorchideen so viele Blüten bilden, brauchen sie viel Energie. Deshalb sind sie dankbar für eine regelmäßige Düngung mit stickstoffhaltigem Blumendünger, am besten alle zwei Wochen. Damit neue Blüten Platz haben, sollte die Bauernorchidee nach der erste Blüte auf ein Drittel der Höhe zurückgeschnitten werden, das ist etwa Mitte Juni. Wenn Sie die Pflanze auch seitlich ein wenig

einkürzen, können die Triebe an allen Seiten gut austreiben. Rundherum wird dann noch frische Erde aufgefüllt, mit Dünger im Wasser sollten Sie die Pflanzen dann kräftig angießen. Die Bauernorchidee treibt dann wieder kräftig aus und zeigt nach drei Wochen den nächsten Blütenflor. Wenn Sie bis Mitte August einen zweiten Rückschnitt durchführen, können Sie die Blütenpracht meist bis zum Frühherbst verlängern.

Vermehrung der Bauernorchidee

Die einjährige Pflanze können Sie selbst aus Samen ziehen, die von vielen Samenhändlern angeboten werden. Im Internet bestellen können Sie die Samen z. B. bei Samen-Frese.de in 49124 Georgsmarienhütte unter www.samen-frese.de. Die Samen werden auf befeuchtetes Substrat gelegt, Kakteenerde soll gut geeignet sein. Dann wird das Keimgefäß abgedeckt, damit die Samen nicht austrocknen (mit Glas oder Folie). Sie sollten allerdings mindestens einmal täglich lüften, damit sich kein Schimmel bildet. Die Keimlinge sollten bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad und gleichmäßig feuchter Erde im Hellen stehen, dann werden die Samen nach etwa drei Tagen keimen. Weiter regelmäßig befeuchten, mit einigen Zentimetern Größe pikieren, gedüngt werden sollten die kleinen Bauernorchideen frühestens acht Wochen nach dem Pikieren.