Buchweizen, Fagopyrum - Anbau und Pflege

Wer im eigenen Garten Buchweizen anbauen möchte, muss dafür auf einige Besonderheiten achten. Viel Aufwand muss jedoch nicht betrieben werden, um einen recht hohen Ertrag zu erzielen. Auch ohne Ernteabsicht ist der Fagopyrum aber eine wunderbare Gartenpflanze und vor allem für Bienen eine wertvolle Nahrungsquelle. Damit er es überhaupt bis zur Blüte schafft, sind jedoch einige Vorbereitungen und etwas Pflege nötig. Aufgrund seiner anspruchslosen Natur schaffen das allerdings auch Neulinge beim Gärtnern.

Standort

Der richtige Standort für den Buchweizen Anbau sollte möglichst sonnig, warm und trocken sein. Kalter Wind, der den Boden auskühlt,

ist bereits für die Keimung mehr als ungünstig. Ebenso Bereiche, an denen hohes Grundwasser herrscht oder Senken in denen sich bei Regen Wasser sammelt. Tipp: Da der Fagopyrum so anziehend auf fliegende Insekten wirkt, sollte er nicht allzu nah am Haus angebaut werden. Vor allem für Allergiker besteht sonst Gefahr.

Substrat

Das optimale Substrat für den Buchweizen Anbau ist locker, gut durchlüftet und krümelig. Zudem sollte es möglichst trocken sein und nicht zu Verdichtungen neigen. Am besten geeignet sind leichte Böden, in schwerer Erde kann der Fagopyrum  aber ebenfalls gedeihen.

Vorzucht

Der Buchweizen verträgt Kälte nur schlecht und benötigt einen recht warmen Boden um zu keimen. Eine Vorzucht unter Glas, im Haus oder Gewächshaus kann daher sinnvoll sein. Das gilt allerdings nur, wenn der Fagopyrum als Zierpflanze kultiviert oder in sehr kleinem Maßstab angebaut werden soll. Alternativ bietet es sich an, gut isolierte Hochbeete einzusetzen. Sind diese mit Abdeckungen ausgestattet, kann die Aussaat bereits etwas zeitiger erfolgen. Zudem sind die Pflanzen hier geschützter, sollte ein unerwarteter Temperatureinbruch erfolgen.  

Anbau

Als Vorbereitung des Buchweizen Anbaus sollte das Beet bereits im Vorjahr umgegraben und gut aufgelockert werden. Unkraut ist zu entfernen. Empfehlenswert ist zudem die Anreicherung des Bodens mit gut verrottetem Kompost. Danach beginnt der Anbau mit der direkten Aussaat im Frühjahr, nach dem letzten Frost. Da die Samen bereits bei unter 3 °C Schaden nehmen und erst keimen, wenn der Boden mindestens 10 °C warm ist, sollte frühestens im Mai, besser jedoch Anfang Juni gesät werden. Zwischen den vorzubereitenden Saatreihen sollte ein Abstand von etwa 40 cm bis 60 cm herrschen. Die Samen können jedoch in durchgehenden Reihen ausgebracht werden. Leicht bedeckt und mäßig angegossen erfolgt die Keimung recht schnell. Vorausgesetzt, der Boden ist warm genug. Ab der Keimung können die Fagopyrum Pflanzen nahezu sich selbst überlassen werden.

Gießen

Buchweizen verträgt Trockenheit gut, Nässe hingegen nicht. Das gilt bereits bei der Keimung. Ab den ersten Trieben bis zur Blüte darf das Substrat durchgehend leicht feucht sein. Öffnen sich die ersten Knospen, kann das Gießen wieder eingeschränkt werden. Nach dem Abblühen ist das Wässern nur in anhaltend heißen und regenlosen Phasen sinnvoll. Lassen die Pflanzen die Blätter hängen, darf natürlich ebenfalls gegossen werden. Staunässe sollte jedoch niemals entstehen, weswegen ein sparsames Wässern in jedem Fall zu beachten ist. Tipp: Wer eine Mulchschicht oder Folie zwischen den Riehen ausbreitet, muss sich um das Gießen im Grunde gar nicht sorgen. Allerdings sollten diese nicht auf zu feuchtem Boden ausgebracht werden.

Düngen

Wurde der Boden vor Beginn des Buchweizen Anbaus mit Kompost angereichert, ist eine weitere Düngung nicht notwendig. Wer diesen Schritt vergessen hat, kann noch bis zur Blüte etwas Kompost in

das Substrat einarbeiten. Alternativ kann mit Teichwasser gegossen, dem Gießwasser Kaffeesatz beigesetzt oder Brennnesseljauche verwendet werden. Aber Vorsicht. Eine Überdüngung kann schnell zu einer verzögerten Reifezeit und einem übermäßigen Krautwachstum führen.

Befruchtung

Am richtigen Standort und bei trockenem Wetter ist der Fagopyrum ein blütenreiches Gewächs. In der Regel trägt er so viele Blüten, dass kaum alle von Bienen befruchtet werden können. Da die Bestäubung allein durch Insekten erfolgt, sollten diese während der Blüte freien Zugang zu den Pflanzen haben. Ein eventuell angebrachter Schutz gegen Wild- und Vogelfraß muss in dieser Zeit also entfernt werden.
 
Ernte

Die Erntereife des
Buchweizens lässt nicht lange auf sich warten. Bereits drei bis vier Monate - meist also im August - kann damit begonnen werden. Erkennbar ist die Reife an den hellbraunen und trockenen Hüllen. Hierbei zeigt sich der Buchweizen allerdings etwas schwierig. Die Fruchtstände reifen zu unterschiedlichen Zeiten heran. Bis die letzten erntebereit sind, verteilen die ersten bereits ihre Samen auf dem Boden. Daher bieten sich zwei Möglichkeiten. Entweder wird per Hand und nach Reife oder aber alles durch Sensen und Ausschlagen geerntet, wenn etwa die Hälfte bis drei Viertel der Fruchtstände reif sind. Ersteres ist vor allem bei einem großen Anbau des Fagopyrums mühselig und aufwendig. Und daher kaum zu realisieren. Bei der zweiten Variante geht hingegen verhältnismäßig viel Erntegut verloren.

Verwertung

Bevor der Buchweizen verwendet werden kann, muss er geschält und gemahlen werden. Möglich ist es, ihn dazu als Auftrag in eine Mühle zu geben.
Alternativ kann der Vorgang mit einer kleinen Getreidemühle selbst durchgeführt werden. Das dabei entstehende Mehl kann beispielsweise als Basis für Brei, Bratlinge oder Brot verwendet werden.

Typische Krankheiten, Pflegefehler und Schädlinge

Sowohl gegen Krankheiten als auch Schädlinge zeigt sich der Buchweizen ausgesprochen robust. Bei ungünstigem, also zu feuchtem oder kühlem, Wetter kann es allerdings zu einer deutlichen Ertragsverringerung kommen. Gleiches gilt bei einer ungünstigen Standortwahl oder zu starkem Gießen. Gefährlich werden kann dem Buchweizen zudem Unkraut. Bei der Vorbereitung des Beets sollte daher auf Unkrautfreiheit geachtet werden. Alternativ kann zwischen den Pflanzreihen Mulch aufgetragen oder eine Pflanzfolie ausgelegt werden. Diese Maßnahmen senken den Unkrautdruck und verringern zudem den Aufwand.

Häufige Fragen
  • Warum ist der Buchweizen Ertrag so gering? - Der Buchweizen gehört auch unter optimalen Kulturbedingungen nicht zu den ertragreichen Pflanzen. Die Ernte kann allerdings noch zusätzlich reduziert werden, wenn der Sommer sehr kühl oder feucht ist.
  • Muss beim Fagopyrum Anbau eine Fruchtfolge beachtet werden? - Der Buchweizen ist sehr gut mit sich selbst verträglich und kann daher problemlos mehrere Jahre auf der gleichen Fläche angebaut werden. Wichtig ist dabei lediglich, dass der Boden entsprechend gedüngt und vorbereitet wird.
Wissenswertes zu Buchweizen in Kürze

Steckbrief
  • Buchweizen ist kein Getreide. Er gehört zu den Knöterichgewächsen und ist dadurch mit dem Rhabarber verwandt.
  • Der erste Teil seines Namens ist abgeleitet von der Buche, weil die Früchte des Buchweizens den Bucheckern ähneln.
  • Als Nahrungsmittel wird vor allem der Echte Buchweizen kultiviert, der erst in den letzten Jahrzehnten wieder verstärkt nachgefragt wird.
  • Buchweizen wird zwischen 20 und 60 cm hoch und hat herzförmige Blätter.
  • An seiner Hauptwurzel wachsen sehr lange feine Haarwurzeln, mit denen die Pflanzen sich auf nährstoffarmen und trockenen Böden gut versorgen können-
  • Auch zur Gründüngung kann der Buchweizen gesät werden, durch sein schnelles Wachstum bedeckt er hierbei in kürzester Zeit große Flächen.
  • Ebenso wird der Buchweizen von Imkern geschätzt, mit ihm lässt sich der Buchweizenhonig produzieren, der eine dunkelbraune Farbe hat.

Anbau

  • Buchweizen stellt kaum Ansprüche an den Boden, ist aber sehr empfindlich gegen Frost, deshalb kann er erst ab Mai ausgesät werden.
  • Er keimt dann aber sehr schnell innerhalb von drei bis fünf Tagen und braucht nur etwa drei Monate, bis er Früchte trägt.
  • In günstigen Lagen kann er daher auch zweimal hintereinander gesät werden.
  • Die rötlich weiße Blüten erscheinen ab Juli und enthalten viel Nektar, der Insekten und auch Bienen anlockt.
  • Aus ihnen bilden sich dreieckige Früchte mit einer dicken Schale, die nicht verzehrt werden sollte.
  • Geerntet wird der Buchweizen im Spätsommer, wenn die Früchte eine braune Farbe angenommen haben.
  • Dieses gestaltet sich jedoch oft etwas schwierig, weil die kleinen Nüsschen sehr locker sitzen und schnell herunterfallen.

Glutenfreies Lebensmittel

  • Dass Buchweizen kein Gluten enthält, hat einerseits den Nachteil, dass er zum Brotbacken nicht geeignet ist.
  • Andererseits ist er aber dadurch auch ein wertvolles Nahrungsmittel für Menschen, die unter einer Glutenunverträglichkeit leiden.
  • Er wird vor allem in Naturkostläden, inzwischen aber auch in herkömmlichen Supermärkten verkauft, wo er als geschältes Korn, Grütze oder Mehl angeboten wird.
  • Buchweizen enthält viel Eiweiß und kann sogar einen erhöhten Blutzuckerspiegel senken.
  • Bedenklich ist allerdings das Fagopyrin, ein roter Farbstoff, der in der Fruchtschale enthalten ist. Er kann zu der sogenannten Buchweizenkrankheit führen, bei der es unter Einwirkung von Sonnenlicht zu juckenden Hautausschlägen und weiteren Symptomen kommen kann. Der Verzehr von gekauften Produkten ist in dieser Hinsicht unbedenklich, Buchweizen aus dem eigenen Anbau sollte jedoch aus diesem Grund vor dem Gebrauch geschält werden.